Die Architekten
Die Architekten (1990), DE Laufzeit 102 Minuten, FSK 0, Drama
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1 Kommentare
Keine
von Peter Kahane, mit Kurt Naumann und Rita Feldmeier
Der engagierte Architekt Daniel Brenner ist Ende Dreißig und projektiert Busstationen und Telefonhäuschen. Eines Tages bekommt er ein überaus lukratives Angebot von höchster Ebene: Für eine riesige Berliner Trabantenstadt soll Brenner ein kulturelles Zentrum entwerfen. Unter der Bedingung, sich seine Mitarbeiter selbst aussuchen zu dürfen, nimmt er schließlich an. Mit großem Engagement und viel Fantasie gehen sie an die Arbeit. Aber ihre Vision geht nicht auf. 1989 fliehen viele DDR-Bürger in den Westen, auch Daniels Frau und Kind. Der Zerfall des SED-Systems schreitet unvermindert voran und mündet am 9. November 1989 im Fall der Berliner Mauer. Auch innerhalb des Teams macht sich nun zunehmend Misstrauen breit. Regisseur Peter Kahane schuf mit diesem Gegenwartsfilm den wohl eindrucksvollsten Wendefilm seiner Zeit.
Cast & Crew
- Genre
- Drama
- Ort
- Berliner Mauer
- Handlung
- Architekt, Architektur, Kind, Scheidung, Sozialismus





















Kommentar — Film: Die Architekten
strangelet Sun, 02 Aug 2009 14:36:44 -0000
Kommentar löschenMan kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Peter Kahane nach Jahren des vergeblichen Ringens mit der SED-Zensur schließlich froh war, endlich in einem Film einfach mal alles sagen zu dürfen, was bisher verboten war. Dass er die Geschichte des jungen Architekten, der von sozialistischen Betonköpfen zugrunde gerichtet wird, mit großem Genuß in allen Details vor dem Publikum ausbreitet, ist somit absolut verständlich, aber leider hilft es dem Film ganz und gar nicht.
Wenn man nämlich realistisch zeigen will, wie die DDR-Hierarchie systematisch alle Kreativität in ihrem Land ausgelöscht hat, ist das eine Sache; ich nehme an, das leistet "Die Architekten" ganz gut. Etwas ganz anderes ist es aber, wenn man dabei wirklich jedes letzte denkbare Klischee bedient, und zwar zum Teil weit über die Kritik am Staat hinaus. Zwischenmenschliche Tragödien wie der Zusammenbruch des Familienlebens und die Scheidung können immer und überall passieren - dass Kahane auch sie der DDR in die Schuhe schieben will, wirkt nur noch wie billiges Nachtreten.
"Die Architekten" ist nicht uninteressant, war aber schon 1990 deplaziert und anachronistisch. Es ist ein Propagandafilm, dem der Feind abhanden gekommen ist. Kann man sich etwas erbärmlicheres vorstellen?
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strangelet Sun, 02 Aug 2009 20:35:41 -0000
Antwort löschenDa besteht gar kein Zweifel. Aber in diesem Film taucht keine davon auf. :)
AASFRESSER Sun, 05 Aug 2012 22:58:27 -0000
Antwort löschenNaja, man muss schon differenzierter sehen, dass das Verhalten von Brenners Ehefrau "schwach" ist - sie hält dem Druck nicht stand - das muss nicht automatisch als "der DDR in die Schuhe geschoben" betrachtet werden. Ich denke, hier siehst du - vielleicht aus gutem Grund - zu sehr "schwarz-weiß".
Auch stimme ich nicht damit überein, dass der Film 1990 anachronistisch war - im Gegenteil. Ich denke, dass er die vormalige Aktualität, die ja wohl allen noch in den Köpfen war, treffsicher projiziert - die geschichte, dass der Film überhaupt und wie zustande kam, macht das Ganze sicher noch interessanter. Ich habe ihn jetzt zum ersten mal gesehen - und ja, der Film erklärt vieles. Mir nicht, ich habe das ja, zum Glück bis zum fast unschuldigen Vorabitur-Alter miterlebt - aber eben jenen Nachgeborenen. Ich finde den Film gut, überraschend gut...