Die Architekten

Die Architekten (1990), DE
Laufzeit 102 Minuten, FSK 0, Drama

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Die Architekten - Bild 13930
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von Peter Kahane, mit Kurt Naumann und Rita Feldmeier

Der engagierte Architekt Daniel Brenner ist Ende Dreißig und projektiert Busstationen und Telefonhäuschen. Eines Tages bekommt er ein überaus lukratives Angebot von höchster Ebene: Für eine riesige Berliner Trabantenstadt soll Brenner ein kulturelles Zentrum entwerfen. Unter der Bedingung, sich seine Mitarbeiter selbst aussuchen zu dürfen, nimmt er schließlich an. Mit großem Engagement und viel Fantasie gehen sie an die Arbeit. Aber ihre Vision geht nicht auf. 1989 fliehen viele DDR-Bürger in den Westen, auch Daniels Frau und Kind. Der Zerfall des SED-Systems schreitet unvermindert voran und mündet am 9. November 1989 im Fall der Berliner Mauer. Auch innerhalb des Teams macht sich nun zunehmend Misstrauen breit. Regisseur Peter Kahane schuf mit diesem Gegenwartsfilm den wohl eindrucksvollsten Wendefilm seiner Zeit.


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Kommentar — Film: Die Architekten

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strangelet

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Bewertung5.5Geht so

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Peter Kahane nach Jahren des vergeblichen Ringens mit der SED-Zensur schließlich froh war, endlich in einem Film einfach mal alles sagen zu dürfen, was bisher verboten war. Dass er die Geschichte des jungen Architekten, der von sozialistischen Betonköpfen zugrunde gerichtet wird, mit großem Genuß in allen Details vor dem Publikum ausbreitet, ist somit absolut verständlich, aber leider hilft es dem Film ganz und gar nicht.

Wenn man nämlich realistisch zeigen will, wie die DDR-Hierarchie systematisch alle Kreativität in ihrem Land ausgelöscht hat, ist das eine Sache; ich nehme an, das leistet "Die Architekten" ganz gut. Etwas ganz anderes ist es aber, wenn man dabei wirklich jedes letzte denkbare Klischee bedient, und zwar zum Teil weit über die Kritik am Staat hinaus. Zwischenmenschliche Tragödien wie der Zusammenbruch des Familienlebens und die Scheidung können immer und überall passieren - dass Kahane auch sie der DDR in die Schuhe schieben will, wirkt nur noch wie billiges Nachtreten.

"Die Architekten" ist nicht uninteressant, war aber schon 1990 deplaziert und anachronistisch. Es ist ein Propagandafilm, dem der Feind abhanden gekommen ist. Kann man sich etwas erbärmlicheres vorstellen?

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

alanger

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sehr schön geschrieben, obwohl es auch eine menge "Zwischenmenschliche Tragödien" gab, die durchaus der ddr "in die Schuhe" zu schieben, gerechtferigt ist.


strangelet

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Da besteht gar kein Zweifel. Aber in diesem Film taucht keine davon auf. :)


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