Die Außenseiterbande

Bande à part (1964), FR Laufzeit 94 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 29.01.1965

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7.3
Kritiker
9 Bewertungen
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7.2
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10 Kommentare
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von Jean-Luc Godard, mit Anna Karina und Danièle Girard

Die beiden mittellosen Franzosen Franz und Arthur träumen von einem luxuriösen Leben in Amerika. Als sie in einem Englischkurs das dänische Aupair-Mädchen Odile kennen lernen, scheint der Traum greifbar zu werden: Odiles Gastgeberin, Madame Victoria, hat in ihrer Wohnung eine größere Geldsumme versteckt – Franz und Arthur planen einen Coup.

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Kommentare (10) — Film: Die Außenseiterbande


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Trimalchio

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein sehr schlechter Film, laut Godard persönlich. Warum er das so sieht ist nachvollziehbar und verständlich, aber stimmt seine Aussage deshalb für einen externen Beobachter? Ich sage nein. Der Film ist aber für godardsche Verhältnisse recht konventionell. Das heißt eine klassisch lineare Geschichte und Figuren mit klaren Motiven existieren und eine Entfremdung durch Stilelemente, bis auf gelegentlich extradiegetisch charakterisierende Aussagen und Spiel mit der Musik, findet nicht statt. Manch einer wird nun voreilig schreien, dass dies erneut oberflächlich sei und so weiter und so fort. Dies ist es aber nicht. Dazu müssen nur die verschiedenen Personen betrachtet werden. Sie gehören zusammen, eine richtige Bindung ist aber nicht vorhanden. Außerdem weiß niemand, warum, wieso und was das alles soll. Einzig und allein die Kommentare des Regisseurs geben einen etwas genaueren Einblick in die Figurenkonstellation, der Rest wird durch feines Schauspiel (Anna Karina!!!) detailliert ausgedrückt. Man muss in den „années Karina“ schon genau beobachten. Ein vorschnelles Urteil ist ausdrücklich zu unterlassen.
Im Vordergrund steht allerdings der Spaß!
„Tou bi or not tou bi upon your breast, it is ze question.“
Für Leute, die zu spät ins Kino kommen, wird die Story kurz wiederholt, skurrile Dinge ereignen sich ständig, im Sprachkurs wird geflirtet, man rennt durch den Louvre und sogar eine flotte Tanzszene ist mit an Bord. Stellenweise verläuft sich die Geschichte, das ist aber nicht weiter schlimm, denn „Bande à part“ will vorrangig ein Film zum Wohlfühlen sein und ist es auch.

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ElMagico

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Bewertung7.5Sehenswert

Hab den Film vor 2 Monaten schon einmal gesehen und konnte wenig daran finden. Ich fand ihn relativ öde, belanglos und sah ihn im Grunde als Zeitverschwendung an. Glücklicherweise zwang ich mich dazu ihn noch einmal anzusehen, wohl weil ich wusste dass ich mich selbst damals als öde, belanglos und als eine verschwendung von Zeit empfand und ich dieses Gefühl unter anderem auch diesem Film aufdrückte. "Bande à part" ist kein Film der grossen Eindruck hinterlässt. Es ist aber ein Film der in seiner vordergründigen Heiterkeit sein Licht durchaus auch in menschliche Abgründe hält. Ja eigentlich schon fast so etwas wie philosophische Züge hat.
Formal haben wie hier eine kleine, heitere Gaunerposse die ihre Höhen und Tiefen besitzt. Doch gerade für Tarantino-Fans wird der Film eine wahre Fundgrube sein, denn wie dieser mit den Elementen des Pulp aus der Sicht der Jetzt-Zeit spielt, interpretiert Godard dieses Genre aus französischer Sicht...und so verschieden sind die Ergebnisse gar nicht. Trotzdem muss ich "Bande à part" jedoch vorwerfen, dass er einige Momente besitzt, die sich etwas in die Länge ziehen. Szenen die anders sein wollen oder sich intelektuell geben, aber nicht wirklich funktionieren und sich manchmal etwas zu sehr vom eigentlichen Stil des Films entfernen. Andererseits kann der Film aber eben auch mit sehr denkwürdigen Szenen und Dialogen aufwarten und punktet vorallem durch seine triste und dennoch ästhetische Inszenierung. Und für die Tanzszene hat sich Godard einen ganz dicken Kuss verdient!
Unter der Oberfläche schwillt hier aber viel mehr. Diese amüsante Bande, die ihren kleinen Coup durchziehen will, ist nämlich genau das nicht. Sie sind keine Bande wie es der Titel sagt. Es gibt hier kein miteinander. Es gibt hier noch nicht mal ein Selbst. Es gibt nur 3 orientierungslose Individuen, die sich Rollen zu eigen machen, die sie aus Filmen oder Romanen kennen. Sie selbst haben nichts dergleichen anzubieten, nichts das sie ausmacht...zumindest glauben sie das selbst. Alle 3 sind ständig auf der Suche danach etwas zu sein, etwas wichtiges, etwas von Gehalt. Auf der Suche nach der Zwischenstation zu sich selbst. Und so gibt es nie ein Zusammen, es gibt keine Verbundenheit ausser der des Verbrechens...die Menschen bleiben sich Fremd. Dabei öffnet jeder der Charaktere immer wieder Türen. Türen durch die anderen gehen sollen....diese rütteln derweil aber an anderen Türen. An verschlossenen Türen. Wo das hinführt kann man sich denken. Doch "Bande à part" bleibt dabei immer so etwas wie eine Komödie, will den Zuschauer nie belasten.
Ein manchmal wilder, manchmal poetischer Film. Kein Meisterwerk, aber in seiner liebevollen Eigenheit sehr sehenswert.

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LynchFan1706

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Ich sag auch hallo! Schön, dass du mal wieder da bist! :-)


ElMagico

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Hat er das? Siehste, wusst ich gar nicht...bin aber auch nicht der grösste Tarantino-Fan! Hallo Ihr! :)


8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein früher Godard, (34) in dem das Können des Meisters aber bereits sichtbar wird. Gleich zu Anfang erfährt man vom Off-Kommentar, worum es geht ‘Um viel Geld, ein Haus am Fluss und ein romantisches, junges Mädchen.‘ Verglichen mit späteren Filmen ist es eigentlich ein ganz netter, einfacher, voll von jugendlichem Übermut und dem auch damals (1964) schon vorhandenen Bedürfnis ‘cool‘ zu sein. Es beginnt als harmloser Schülerulk und endet in Mord und Totschlag ohne Tragik, eher als Romanze. Dazu passt ein lyrischer Kommentar. Wenn Arthur (Claude Brasseur), Franz (Sami Frey) und Odile (Anna Karina) mit der U-Bahn fahren, heißt es ‘Sie steigen unter die Erde hinab.‘ Natürlich buhlen beide Buben um die Maid.
Und da ist auch noch viel Leichtigkeit und Humor im Spiel. Wenn z.B. die drei in Rekordzeit (9Min.) Jules&Jim-mäßig durch den Louvre rennen bloß um Zeit totzuschlagen. Oder Odile fragt einen aufdringlichen Gast ‘Haben sie gute Beziehungen zu Renaud? Dann könnten sie ihr Gesicht gegen einen Wagen eintauschen.‘
Aufhorchen lassen auch solche Szenen, wenn die drei eine Schweigeminute einlegen: dann ist der Ton total weggedreht. Zum Hingucken ist die Tanzeinlage (Madison) und wenn Odile Banknoten betrachtet sieht man nur in Großaufnahme die Gesichter von berühmten Franzosen auf den Franc-Scheinen. Eine Leuchtreklame zeigt an ‘Nouvelle vague‘.
Eine nicht ganz ernst gemeinte Fingerübung über Antihelden, die ziellos durch die Banlieues ziehen mit dem Ziel, irgendwann mal von da wegzukommen.

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AlexDeLarge

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Godards augenzwinkernde Dekonstruktion früher amerikanischen Gansterfilme findet in seiner Verfilmung eines Krimi-Schundromans nur folgerichtig die Entsprechung im späteren "Zitat" der berühmten Tanzszene in Tarantinos Pulp Fiction. Ein wunderbarer - für Godard relativ leichter Film voller ikonischer (bisweilen urkomischer) Slapstick-Momente, der ....ach what the hell.... Oooooh Anna Karina....hach *schmacht* ...

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pierrot-le-fou

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich verliebte mich mal in ein Mädchen im Supermarkt, das die Abwärts-Rolltreppe tanzend hochgelaufen ist. Die „Außenseiterbande“ von Godard löst etwas Ähnliches in mir aus. Wenn Odile, Franz und Arthur quer durch Paris streifen, das Louvre in sensationellen 9 Minuten und 43 Sekunden durchlaufen oder einfach mal so eine Schweigeminute einlegen, dann werde ich schwach. Es sind diese kleinen verspielten Details, die aus einer Groschenroman-Story (Zwei Männer, eine hübsche Frau, ein Raubüberfall), ein unvergessliches Erlebnis machen. Vielleicht reise ich demnächst mal in den Süden, um Franz und Odile zu suchen. Mit Lucky Strikes, der Musik von Legrand und einem Schuss Verrücktheit im Reisegepäck.

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andyewest88

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Bewertung9.0Herausragend

Diese unbekümmerte Naivität mit der Odile, Franz und Arthur durch den gesamten Film auftreten ist einfach ein Augenschmaus. Die kleinen Gesten Franz', die schüchternen Blicke Odiles und das Machogehabe Arthurs - Bande à part macht einfach Spaß und ist für jeden Cineasten ein absolutes Pflichtprogramm...

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Le Samourai

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kla'


Benni-THE-KING

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Bewertung9.0Herausragend

Wow. Was ein geiler Film.
Ich bin leicht verliebt. Und das nicht etwa in Anna Karina(doch eigentlich schon) aber in den Film und in Godard. Ah gleich nochmal schauen :)

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filmfan90

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Bewertung7.5Sehenswert

Godards „Bande à part“ erzählt die Geschichte eines Trios, bestehend aus den Kleinkriminellen Franz und Arthur, sowie der biederen Odile, das den Plan hegt, den Geldsafe der betuchten Bewohner einer Villa auszurauben. Als es zur Umsetzung des unausgegorenen Vorhabens kommt, stellt sich den Dieben eine Reihe unerwarteter Komplikationen in den Weg…
„Bande à part“ ist eines der wenigen Werke des Regisseurs, das vor allem durch seinen hohen Unterhaltungswert besticht; Godard verleiht dem Stoff, der per se nicht gerade innovativ erscheint, an Biss, indem er mit den verschiedensten Stilmitteln und Techniken experimentiert (unerwartete Schnitte, hin und wieder kommentiert ein Erzähler das Geschehen etc.) und den Film mit schwungvoller Jazz- Musik unterlegt.
Die Protagonisten sind sich in ihrer (liebenswürdigen) jugendlichen Naivität nicht der Tragweite ihres Handelns bewusst und betrachten den Diebstahl als Möglichkeit, der Tristesse und Monotonie des Alltags zu entfliehen; außerdem vergucken sich die beiden jungen Männer in die hübsche Odile, was zusätzlich für Spannungen innerhalb des „Trios infernal“ sorgt- „Bande à parte“ ist jedoch keinesfalls ein durchgehend „ernster“ Film, da er trotz des tragischen Endes (auf das Godard ein zynisch- beschauliches Schlussbild folgen lässt) voller Lebensbejahung und –freude und reich an humoristischen Einlagen ist.
Höhepunkt des Films ist eine Tanzszene, die sämtliche Tanzszenen aus Tarantino- Filmen hinsichtlich der Skurrilität in den Schatten stellt und die „Flucht“ der Protagonisten in die Fantasie (versinnbildlicht durch das ständige Stoppen der Musik) auf wunderbare Weise darstellt.
„Bande à part“ ist fraglos ein sehenswerter Klassiker der Nouvelle Vague, der vor allem durch seine unkonventionelle Inszenierung (die zu keinem Zeitpunkt aufdringlich wirkt) und Selbstironie überzeugt, jedoch nur selten an die Qualität der Meisterwerke Godards ,„Le Mépris“, „Vivre sa vie“ und „Masculin, féminin“, heranreicht.

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Tyler__Durden

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spannend, Witzig, Romantisch. Und was es sonst noch so alles für Wörter gibt, alles passt bei diesem Film, diesem Glanzstück der Nouvelle vague. Es ist eine wahre Freude den drei Charakteren und deren Interaktionen miteinander zuzusehen. Godard erzeugt hier eine unglaublich dichte Atmosphäre und nutzt das Kino in vollem Maße aus. Ein Magic Moment kommt nach dem nächsten, sei es die Schweigeminute, die Tanzszene in der der Erzähle kurz die Gefühle der Personen erläutert, der Blick von Anna Karina direkt zum Zuschauer und so weiter und so fort.
Bande à part war es der mir zeigte das Godard mehr kann als solch Selbstverliebtes "Kunst" Kino auf das in Filmschulen Masturbiert wird.
Bravo!

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Kein klassischer Krimi, denn im Mittelpunkt stehen hier die Figuren und so wird man Zeuge einer eigentümlichen Dreiecksbeziehung bis die Gruppe am Ende des Films den eher beiläufig und schlampig geplanten Coup ausführt.
Die jungen Leute hier stehen zwischen den Zeiten. Einerseites ist man noch ganz den bürgerlichen Moralvorstellungen ausgeliefert - besonders Odile, andererseits zeigt sich schon eine gewisse Rebellion bzw. dreiste Aufmüpfigkeit.
In einigen Sequenzen zeigt sich der Streifen zudem sehr unterhaltsam experimentierfreudig. Die Tanzszene ist legendär und die Schweigeminute hat auch was.

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