Die Chinesin

La Chinoise (1967), FR Laufzeit 96 Minuten, FSK 16, Dokumentarfilm, Drama, Kinostart 18.01.1968

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6.7
Kritiker
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6.9
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46 Bewertungen
3 Kommentare
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von Jean-Luc Godard, mit Jean-Pierre Léaud und Anne Wiazemsky

Fünf junge Menschen schließen sich zu einer Kommune zusammen: der Schauspieler Guillaume, die Philosophie-Studentin Véronique, der Maler Kirilov, die Gelegenheitsprotistuierte Yvonne und der Student Henri. Sie studieren die Probleme der Gegenwart und diskutieren: über Marx, Mao, den Sozialismus, Vietnam und so weiter. Diese Diskussionen werden von Godard mit Zwischentexten, Interviews vor der (sichtbaren) Kamera, Standfotos, Comic – Strips und eingeschobenen “Laienspielen”. Eigentliche Aktion setzt erst gegen Ende ein und signalisiert den Misserfolg: Guillaumes Plan, ein “sozialistisches Theater” zu gründen, scheitert: Kirilov begeht Selbstmord, ein Terrorakt, an dem Veronique beteiligt ist, misslingt…


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Die Chinesin


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mariega

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Bewertung7.5Sehenswert

La prophétie d'un film "EN TRAIN DE SE FAIRE": "La France en 67, c'est un peu comme des assiettes sales."
Die Prophezeiung eines Films "in Vorbereitung": "1967 Frankreich ähnelt ein wenig schmutzigen Tellern."
"La Chinoise" ist ein Film über fünf autodidaktische Jungendliche, die wie in "Nachtasyl – Szenen aus der Tiefe" von Maxim Gorki fünf Schichten der Gesellschaft repräsentieren. Es wird die Geschichte ihres inneren Werdegangs und der Versuch die Maoistische Lehre zu interpretieren und auf ihr eigenes Leben zu übertragen gezeigt.
Die Farben, wunderschön von Raoul Coutard fotografiert, sind die des Pop-Arts: rot, gelb, blau und weiß, wie die Farben des Kleides von Yves Saint-Laurent als Hommage an den niederländischen Maler der klassischen Moderne Piet Mondrian.
Mai '68 ist im Anmarsch und dieser Film erweist sich als "Révélateur" (Entwicklerlösung).

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hollygolightly1

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Tu sais vraiment beaucoup sur l'art! :)


mariega

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Oh non, mais lorsque tu aimes quelque chose ou quelqu'un, ta vision du monde s'en trouve transformée. Donc, influencée par cet intérêt pour l'art, je regarde, je dirais mieux, je vois les films sous un autre angle. C'est tout :)! J'en oublie peut-être d'autres...


Trimalchio

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Godard begleitet eine Kommune in Paris, die über den Marxismus-Leninismus, Mao, Vietnam, Amerika, ja schlichtweg über die ganze Welt diskutiert und philosophiert.

„Die Imperialisten sind noch lebendig. Weiterhin herrschen sie mit ihrer Willkür in Asien, Afrika und Lateinamerika. Im Westen unterdrücken sie immer noch die Massen in ihren Ländern. Alle Völker der Welt müssen die Aggression und Unterdrückung der Imperialisten beenden.“

Jean-Luc implementiert erneut seinen eigenen Stil, gibt dem Film einen kräftigen Schuss roter Farbe, verwendet ausgefallene Requisiten und baut sogar Comicbilder ein. Das Schauspiel wird ganz nach Brecht und dem V-Effekt ausgerichtet und dies perfekt. Vor allem Jean-Pierre Leaud brilliert in seiner Rolle des hitzköpfigen, aber unerfahrenen Revolutionärs. Auf narrativer Ebene geht es im Film um den Anfang und das Ende einer revolutionären Bewegung, was sie groß macht und woran sie schließlich scheitert. Godard lobt, vergisst aber die Kritik nicht. Dass er dies in nur etwas mehr als 90 Minuten schafft, ist bemerkenswert. Noch verblüffender ist allerdings, dass die Dinge, die er im Film erzählt, ein Jahr später im Pariser Mai bereits Realität werden. 2010 versenkt er die Costa Concordia im Film, 2012 geht sie wirklich unter. Zufall?

„Weil man für Theater und Kino bezahlen muss, während die Armee gratis ist. Es müsste aber umgekehrt sein. Die Vorstellungen müssten umsonst sein und die, die Kriege führen wollten, müssten teuer bezahlen.“

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

mariega

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5.Platz mit Dank :)!


Trimalchio

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Gern geschehen! :P


Brentano

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Bewertung9.0Herausragend

La Chinoise:

Hallo, eines der Hauptwerke von Godard , hier noch nicht an-kritisiert?

Scheint wohl eher daran zu liegen, das die entsprechenden, aufwühlenden Zeiten, und Filme (von 1 9 6 8) und damit verbundene "Geschmäcker", inzwischen als "retro"-affiziert nur besehen und nicht, trotz allgemein wieder kehrenden, zyklisch auftretenden Gesellschaftsproblemen, als das "anerkannt" werden, was sie sein könnten, wie hier:
Kritik an der Kritik und allgemein wie spezifischen, politischen Haltungen, gar sehr komödiantisch inszeniert. (aber ohne den Touche des „Ohnesorg- Theaters“)

Wie jener Jean- Pierre Léaud darin, in einer wunderbar an seinen Charakter angepassten "Rolle", spielt er den unerfahrenen Draufgänger, immer mit sich und den Situationen in der er hineinstolpert existentiell verwoben.
(sogar "viel später" erscheint er noch ähnlich, etwa in Kaurismäkis Ballade: "I hired a contract killer")

Naja, Godard sagte zu diesem Film, u.a., das er eigentlich die politischen, extremen Gedanken, wie hier geäussert, nicht etwa mit-vertritt, jedoch in ihrer Breite, etc. gerne bebildert schildern wollte.

Ein plakativer Film (siehe auch das Filmposter dazu,ganz in "rot" - über die entsprechende/maoistischen Zeiten) auch ein beschwingte Kritik daran, die aber eher (?) danach trachtet, den Mensch und seine Alltäglichkeit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen und dahin zurückkehrt. Dorthin, wo Politk eigentlich anhalten und ihre "Existenzberechtigung" immer nur finden sollte, anstatt wie ein "Fluch, eine ungeheure Last" entfremdet und verselbstständigt, über den Menschen "herum" zu schweben, ..
'(auch in angeblich "realer" Partei- Politik, etc.)

Ja, man/frau/mensch solte schon etwas politische "know how" mitbringen, eventuell, aber sonst?

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