Die Ehe der Maria Braun
Die Ehe der Maria Braun (1979), DE Laufzeit 115 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 23.03.1979
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von Rainer Werner Fassbinder, mit Hanna Schygulla und Klaus Löwitsch
Nur einen Tag nach seiner Hochzeit mitten im Bombenhagel muss Hermann Braun zurück an die Front. Der Krieg reißt alles mit sich, nur nicht Marias Liebe zu Hermann. Selbst als der Krieg vorbei ist und Maria die Botschaft vom Tod ihres Mannes erreicht, beginnt sie zwar eine Liaison mit einem amerikanischen Alliierten, doch sie liebt ihn nicht. Als ihr Mann plötzlich auftaucht und beide inflagranti ertappt, kommt es zu einer Kurzschlusshandlung.
HandlungMaria (Hanna Schygulla) wartet nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs jeden Tag auf die Rückkehr ihres Mannes Hermann (Klaus Löwitsch), den sie erst kurz zuvor geheiratet hatte, und bekommt schließlich die Nachricht, dass dieser gefallen sei.
Maria beginnt als Bardame in einem Kabarett zu arbeiten und lernt dort den amerikanischen Soldaten Bill (Greg Eagles) kennen. Als ihr Mann unverhofft zurückkehrt, sieht er die beiden beim Liebespiel. Es kommt zum Streit zwischen den beiden Männern: Maria geht dazwischen und schlägt Bill im Streit eine Flasche auf den Kopf. Dieser stirbt und Hermann nimmt die Tat auf sich und geht ins Gefängnis.
Maria liebt ihn und arbeitet hart für ein gemeinsames Leben nach der Entlassung. Durch Zufall lernt sie den französischen Geschäftsmann Karl Oswald (Ivan Desny) kennen und beginnt für ihn als persönliche Referentin zu arbeiten.
Im Laufe der Zeit beginnt sie eine Affaire mit Oswald, besucht jedoch auch weiterhin ihren Mann im Gefängnis. Maria ist mittlerweile eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die aber privat mit ihren Sorgen zu kämpfen hat. Als Hermann ein Jahrzehnt später entlassen wird, beschließt er nach Kanada zu gehen um dort ein neues Leben zu beginnen.
Er schickt Maria jedoch jeden Monat eine Rose und kehrt am Ende des Films zurück. Oswald ist mittlerweile verstorben und hat beide beeerbt. In der Nacht ihrer Versöhnung passiert allerdings ein Unglück…
Bewertungen
Die Ehe der Maria Braun erzählt vom Verlust der Seele in einer Gesellschaft, die den materiellen Wohlstand in den Himmel hebt. Glänzend verkörpert von Schygulla, leidet Maria, weil sie Selbstachtung und Würde mit unmenschlichen Mitteln erstrebt.1
Weiterführende Informationen
Weitere Informationen zu Regisseur Rainer Werner Fassbinder
Weitere Informationen zu Hanna Schygulla
Weitere Informationen im Internet
Filmtipp bei Dieter Wunderlich
Die Ehe der Maria Braun bei der Wikipedia (dt.)
Wissenswertes
Quellen
Schneider. 1001 Filme. Zürich: Edition Olms, 2004. S. 650
1 Schneider. 1001 Filme. Zürich: Edition Olms, 2004. S. 650
Cast & Crew
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Rainer Werner Fassbinder
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Hanna Schygulla
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Klaus Löwitsch
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Hermann Braun
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Ivan Desny
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Karl Oswald
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Gisela Uhlen
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Elisabeth Trissenaar
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Betti Klenze
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Gottfried John
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Willi Klenze
Regie
Schauspieler
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Hark Bohm
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Senkenberg
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Greg Eagles
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Claus Holm
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Günter Lamprecht
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Hans Wetzel
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Anton Schiersner
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Lilo Pempeit
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frau Ehmke
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Sonja Neudorfer
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Krankenschwester
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Volker Spengler
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Isolde Barth
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Michael Ballhaus
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Günther Kaufmann
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Amerikaner
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Rainer Werner Fassbinder
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Kurt Raab
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Rainer Werner Fassbinder
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Pea Fröhlich
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Peter Märthesheimer
- Genre
- Melodram
- Zeit
- 1940er Jahre, 1950er Jahre, Nachkriegszeit, Zweiter Weltkrieg
- Handlung
- Auswanderer, Bombardement, Ehe, Ehefrau-Ehemann-Beziehung, Emanzipation, Feminismus, Frau, Frau zwischen zwei Männern, Freiheitsentzug, Geschäftsfrau, Karriere, Karrierefrau, Konsumgesellschaft, Kriegswitwe, Liebe, Liebeskummer, Liebhaber, Materialismus, Rolle der Frau, Rose, Schicksalsschlag, Schwarzmarkt, Sekretärin, Soldat, Starke Frau, Todkrank, Unfalltod, Unternehmen, Verlust des Ehemannes, Wirtschaftswunder, Zuchthaus, Zugfahrt
- Stimmung
- Traurig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Die Ehe der Maria Braun
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Trailer zum Film Die Ehe der Maria Braun

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Kritiken (1) — Film: Die Ehe der Maria Braun
Ulrich Behrens
Kommentar löschenDiese Frage nach dem Verhältnis von in den Herzen und im Kopf von Menschen geronnener Geschichte hier und ihrem Eigensinn dort sowie beider Einfluss auf Denken und Handeln ist aktueller denn je. Fassbinders BRD-Trilogie ist nicht nur insofern Teil seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte aus einer ihm ganz eigenen Sicht, einer Binnenperspektive, die sich von der vieler linker Protagonisten, die behaupteten, „über“ den Dingen zu stehen, unterscheidet. Sie ist nicht beherrscht von einer Weltsicht oder Ideologie, sondern vom Hineinbegeben in die jeweilige Zeit und ihre Maßstäbe, und vom Erzählen einer ganz „privaten“ Geschichte.
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Aronofsky 2012/02/10 04:10:42
Antwort löschenQuelle: http://www.filmstarts.de/kritiken/38685-Die-Ehe-der-Maria-Braun/kritik.html
Kommentare (7) — Film: Die Ehe der Maria Braun
Kommentar schreibenJack_Torrance 2011/07/18 13:10:08
Kommentar löschenDas zerstörte Hitler-Foto - sagt mehr über das damalige Deutschland aus als 1000 Worte
Die Hochzeit - ein einziger Kampf ums Überleben, von Liebe keine Spur
Die Suche nach dem Ehemann - ein sinnloses Unterfangen
Die Liebelei mit dem amerikanischen Soldaten - purer Mechanismus
Der zurückgekehrte Ehemann - ein psychologischer Wrack
Die Tat der Frau - Pure Verzweiflung
Das Geständnis des Mannes - innere Unsicherheit
Die neue Liebelei - noch mechanischer
Die psychologische Wandlung - Schuld ist die Gesellschaft, die Kamera distanziert sich
Das Gebumse während des Begräbnisses - sagt wiederum mehr über das innere Marias aus als 1000 Worte
Der WM-Kommentar während der Verlesung - An den Zynismus kommt nicht einmal Scorsese heran
Der Tod - Erlösung oder Verzweiflungstat ?
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maxgoesche 2011/04/19 21:44:56
Kommentar löschenWunderbar! Das private Glück, es kann nicht sein in dieser Republik.
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dae-su 2009/12/07 12:38:21
Kommentar löschenSchwierig, intelligent, komplex. Kunstvoll, kritisch, politisch. Und alles irgendwie gleichzeitig.
Die Ehe der Maria Braun ist mein erster Fassbinder gewesen und ich versetehe jetzt, wieso er den Status genießt, den er in der deutschen Filmgeschichte innehat. Es ist ein unheimlich sperriger Film, der dennoch fesselt und auf seltsame Weise doch zugänglich ist.
Filmisch ist er brillant: Die Aufnahmen, die Michael Ballhaus da einfängt, sind Kunstwerke. Die Kamerafahrten, die unvermittelt und überraschend daherkommen, verleihen dem Film einen sehr eigenen Stil, der so ganz anders ist. Auf so eigene Art und Weise deutsch, und dennoch fremdartig, irritierend, fast verstörend. Als wolle die Kamera sagen, dass sie genauso wenig wie der Filmemacher versteht, wie sich dieses Land so hat entwickeln können. Alles ist sehr kunstvoll und theaterhaft. Die Tonmontagen sind bis ins Detail perfekt, Radioschnipsel, die immer wieder auf subtile Art und Weise die gesellschaftliche Stimmung einfangen. Das Verlesen der Namen der im Krieg Gefallenen. Die Zitate Adenauers, die seine widersprüchliche Politik zum Thema Aufrüstung dokumentieren. Das Klingeln des Telefons nach der Explosion zum Schluss: Alles passt und greift perfekt ineinander.
Hanna Schygulla ist eine Wucht, sie trägt den Film im Alleingang, legt eine Meisterleistung hin. Die Entwicklung der Maria Braun, die die Entwicklung Deutschlands in der Nachkriegszeit darstellt, ist äußerst komplex und doch so plakativ. Emanzipation, Gier, Kapitalismus. Fassbinder zeichnet ein Gesellschaftsbild, so negativ, dass der Schluss wie eine logische Konsequenz und die Vorhersage des nicht zu vermeidenden Übels scheint. Die Konterfeie der deutschen Bundeskanzler bis Schmidt, allesamt als Negative dargestellt, bevor Schmidts Portrait sich ins Positiv wandelt, scheinen der einzig logische Schluss für Fassbinders Aussage.
Die Ehe der Maria Braun ist keine leichte Kost, kein Film für jeden Tag. Aber so kunstvoll und so voller politischer Wut und Wucht, dass er mehr ist, als nur ein wichtiger Teil der deutschen Filmgeschichte: Er schafft den Anfang einer BRD-Trilogie, die dieses Land - kulturell und politisch - wirklich nötig hatte.
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AgentGuhl86 2009/01/30 10:24:54
Kommentar löschenAuch auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen^^, was sich auf dem Papier noch wirklich sehr gut liest, ist als Film die absolute Katastrophe. Schlecht gespielt und überhaupt nix an Überzeugungskraft...teils wirklich lächerlich!
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boxcarsboxcars 2009/01/30 10:10:40
Kommentar löschenes fällt mir unheimlich schwer, diesen film zu schauen, ohne an irgendeine andere produktion der 'deutschen geschichte' zu denken. ob das wunder von bern, leben der anderen...ach, sowas eben. eine schöne, familientaugliche, geschichte, also schön erzählt. aber vor allem eins: fantastisch in szene gesetzt. was schygulla da macht, ist der wahnsinn, die kamera, die farben, die sets...hat mir sehr gut gefallen. wenn das ganze halt dennoch ...mit heutigen augen gesehen...ach, komm, mainstream kann man gar nicht dazu sagen. aber ist es eben.
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alanger 2008/08/10 18:17:33
Kommentar löschenmit dem bis dato längstem rundschwenk der filmgeschichte. von ballhaus virtuos gemacht.
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Tenzing 2007/08/21 23:48:13
Kommentar löschenHanna Schygulla glänzt wahrlich als Maria Braun - tatsächlich vielleicht die Mata Hari der deutschen Nachkriegsgeschichte. Fassbinder versteht es, so feinfühlig und doch laut und kritisch den Verlauf der deutschen Geschichte von 45 bis 54 zu analysieren. Zu Recht einer seiner am meisten gefeierten Filme! Unbedingt ansehen!!!
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