Die erste Vorstellung ist ein äußerst intensiver Film, und dabei auch sehr anstrengend. Cassavetes konzentriert sich voll und ganz auf die Charaktere, zu denen der Zuschauer von allein einen Zugang finden muss. Dass dies gelingt liegt an den grandiosen Darstellern, insbesondere Gena Rowlands spielt geradezu ekstatisch, doch auch die anderen Mitglieder des Casts sind überzeugend. Die Grenze zwischen Schein und Sein, zwischen Theaterstück und Realität verschwimmt im Laufe des Films und fordert zum Mitdenken auf, was auch trotz einiger Längen sehr reizvoll ist und zum wiederholten Schauen einlädt. Cassavetes ist ein wahres Psychodrama gelungen.
Hervorragende Inszenierung und eine ebenso hervorragende Gena Rowlands, die die Rolle der schizoiden und selbstzerstörerischen Theaterschauspielerin überzeugend verkörpert. Der Film kostet jedoch einige Anstrengung, vor allem die erste Stunde verläuft etwas zäh. Deshalb leider keine höhere Bewertung.
Okay, ich sag mal: "Ich bin jetzt ein Fan von Gena Rowlands!"
Der Film ist gut und bringt ziemlich genau einige Schauspielerkonflikte auf den Punkt!
Empfehlenswert!Sehr.
Ich verteufle Arte für diese Sendezeit. Eigentlich können sie es ja besser. Warum läuft "Woman under the influence" am Montag um 21 Uhr??? Und dieser um 23:25 bei einer Laufzeit von 2,5 Stunden???? Die erste Stunde konnte ich noch sehen, dann musste ich mich zugunsten eines erfolgreichen nächsten Arbeitstages schlafen legen. Naja morgen
wird er ja wiederholt, um 14:45????? AHHH!!!!
Nun habe ich es ja doch geschafft und es hat sich gelohnt. Obwohl Cassvetes Stil klar erkennbar bleibt, so war ich doch erstaunt wie anders "Opening Night" im Vergleich zu "Woman under the influence" wirkte. Denn wo das Ehedrama mit Peter Falk ein authentischer dokumentarischer Blick in die Beziehung zweier Liebender ist, begeistert "Opening Night" durch seine absichtliche Künstlichkeit, sein Offenlegen von inszenartorischen Tricks, surrealistische Einschübe, Einsatz von Off-Musik etc. Das ist aber auch nur konsequent. Während Cassavetes inhaltlich die Theaterbühne dekonstruiert, sie also sichtbar macht, das davor und dahinter, muss er gleichzeitig stilistisch den Film sichtbar machen.
David Lynch hat "Opening Night" definitiv gesehen. Sein letztes Werk "INLAND EMPIRE" enthält viele Parallelen. Auch Cassavetes erzählt über eine Frau "in Schwierigkeiten", die in eine schwere Identitätskrise fällt, ausgelöst durch ein Stück bzw. einen Film.
Und genau wie bei "INLAND EMPIRE" nutzt auch "Opening Night" das Vermischen von Kunst und Wirklichkeit. Rowlands Attacken lassen sich selten im Kontext des fiktiven Stücks als privat oder gespielt interpretieren. Vielleicht zielt der Film in genau diese Richtung, dass Rolle und Darsteller sich so sehr überschneiden, dass das "Spiel" unmöglich wird, dass es nicht aufhört, wenn man nach Hause kommt und nicht anfängt, wenn man die Bühne betritt. Obwohl Rowlands Rolle mehrmals darauf besteht, dass sie zu wenig mit ihrer Rolle zu tun hat, ist doch genau das Gegenteil der Fall. Die Autorin des Stücks hat es schon richtig diagnostiziert. Das Problem liegt darin, dass sie zuviel mit ihr gemein hat. Das wiederum ist ein interessanter Punkt. Heißt das also, wenn einem Schauspieler seine Rolle zu nahe ist, dass er sie nicht gut genug spielen kann?
Beißend ironisch!
Am Ende, spielt sie einfach, vollgepumpt mit Alkohol und es bleibt im dunkeln ob die Krise vorüber oder nur ersoffen wurde. Man gratuliert sich trotzdem herzlich zur Premiere.
Ein anstrengender Film, der von der Ersten bis zur letzten Minute die volle Aufmerksamkeit vom Zuschauer verlangt. Aber er ist es Wert, schon allein wegen der fantastischen Darsteller.
Die Schauspielerin Myrtl Gordon reibt sich zunehmend an ihrer Hauptrolle in einem Theaterstück und gerät in eine persönliche Krise. Sie erlebt außerdem den tödlichen Autounfall einer jungen, fanatisierten Frau mit, welche sie noch zuvor um ein Autogramm gebeten hat. Diese Frau taucht nun regelmäßig in Gordons Fantasie auf und forciert noch den Konflikt mit ihrer Rolle. Die Verantwortungsträger des Projekts sind überfordert. Produzent, Autorin und Regisseur haben vorwiegend ihren Ruf im Sinn und scheinen unfähig, die Krise ihrer wichtigsten Darstellerin menschlich zu betrachten.
Ein von vornherein ungewöhlich angelegter Film, der mich zunehmend gefesselt hat. Das grandiose Finale wie auch viele Sequenzen zwischendrin erlebt der Zuschauer als Theater im Film.
Die erste Vorstellung - Kritik
US 1977 Laufzeit 144 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 27.11.2003
Kritiken (1) — Film: Die erste Vorstellung
Filmsuechtiger: Filmsucht.org, Movieworlds
Kommentar löschenDie erste Vorstellung ist ein äußerst intensiver Film, und dabei auch sehr anstrengend. Cassavetes konzentriert sich voll und ganz auf die Charaktere, zu denen der Zuschauer von allein einen Zugang finden muss. Dass dies gelingt liegt an den grandiosen Darstellern, insbesondere Gena Rowlands spielt geradezu ekstatisch, doch auch die anderen Mitglieder des Casts sind überzeugend. Die Grenze zwischen Schein und Sein, zwischen Theaterstück und Realität verschwimmt im Laufe des Films und fordert zum Mitdenken auf, was auch trotz einiger Längen sehr reizvoll ist und zum wiederholten Schauen einlädt. Cassavetes ist ein wahres Psychodrama gelungen.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kommentare (6) — Film: Die erste Vorstellung
Kommentar schreibenXebeche 2010/01/03 21:18:23
Kommentar löschenHervorragende Inszenierung und eine ebenso hervorragende Gena Rowlands, die die Rolle der schizoiden und selbstzerstörerischen Theaterschauspielerin überzeugend verkörpert. Der Film kostet jedoch einige Anstrengung, vor allem die erste Stunde verläuft etwas zäh. Deshalb leider keine höhere Bewertung.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Motsche 2009/12/11 17:14:25
Kommentar löschenOkay, ich sag mal: "Ich bin jetzt ein Fan von Gena Rowlands!"
Der Film ist gut und bringt ziemlich genau einige Schauspielerkonflikte auf den Punkt!
Empfehlenswert!Sehr.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kubrick_obscura 2009/12/10 09:36:10
Kommentar löschenIch verteufle Arte für diese Sendezeit. Eigentlich können sie es ja besser. Warum läuft "Woman under the influence" am Montag um 21 Uhr??? Und dieser um 23:25 bei einer Laufzeit von 2,5 Stunden???? Die erste Stunde konnte ich noch sehen, dann musste ich mich zugunsten eines erfolgreichen nächsten Arbeitstages schlafen legen. Naja morgen
wird er ja wiederholt, um 14:45????? AHHH!!!!
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Nun habe ich es ja doch geschafft und es hat sich gelohnt. Obwohl Cassvetes Stil klar erkennbar bleibt, so war ich doch erstaunt wie anders "Opening Night" im Vergleich zu "Woman under the influence" wirkte. Denn wo das Ehedrama mit Peter Falk ein authentischer dokumentarischer Blick in die Beziehung zweier Liebender ist, begeistert "Opening Night" durch seine absichtliche Künstlichkeit, sein Offenlegen von inszenartorischen Tricks, surrealistische Einschübe, Einsatz von Off-Musik etc. Das ist aber auch nur konsequent. Während Cassavetes inhaltlich die Theaterbühne dekonstruiert, sie also sichtbar macht, das davor und dahinter, muss er gleichzeitig stilistisch den Film sichtbar machen.
David Lynch hat "Opening Night" definitiv gesehen. Sein letztes Werk "INLAND EMPIRE" enthält viele Parallelen. Auch Cassavetes erzählt über eine Frau "in Schwierigkeiten", die in eine schwere Identitätskrise fällt, ausgelöst durch ein Stück bzw. einen Film.
Und genau wie bei "INLAND EMPIRE" nutzt auch "Opening Night" das Vermischen von Kunst und Wirklichkeit. Rowlands Attacken lassen sich selten im Kontext des fiktiven Stücks als privat oder gespielt interpretieren. Vielleicht zielt der Film in genau diese Richtung, dass Rolle und Darsteller sich so sehr überschneiden, dass das "Spiel" unmöglich wird, dass es nicht aufhört, wenn man nach Hause kommt und nicht anfängt, wenn man die Bühne betritt. Obwohl Rowlands Rolle mehrmals darauf besteht, dass sie zu wenig mit ihrer Rolle zu tun hat, ist doch genau das Gegenteil der Fall. Die Autorin des Stücks hat es schon richtig diagnostiziert. Das Problem liegt darin, dass sie zuviel mit ihr gemein hat. Das wiederum ist ein interessanter Punkt. Heißt das also, wenn einem Schauspieler seine Rolle zu nahe ist, dass er sie nicht gut genug spielen kann?
Beißend ironisch!
Am Ende, spielt sie einfach, vollgepumpt mit Alkohol und es bleibt im dunkeln ob die Krise vorüber oder nur ersoffen wurde. Man gratuliert sich trotzdem herzlich zur Premiere.
5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Motsche 2009/12/11 17:04:27
Antwort löschenalso ich habs geschafft ;) hihi
Kubrick_obscura 2009/12/11 17:41:46
Antwort löschenich jetzt auch
willy50 2009/10/29 14:25:05
Kommentar löschenDer MUSS-FILM für alle Schauspieler und vor allem, die die es werden wollen.
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Bradbury 2009/06/03 22:52:51
Kommentar löschenEin anstrengender Film, der von der Ersten bis zur letzten Minute die volle Aufmerksamkeit vom Zuschauer verlangt. Aber er ist es Wert, schon allein wegen der fantastischen Darsteller.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
maslobojew 2009/01/11 00:48:47
Kommentar löschenDie Schauspielerin Myrtl Gordon reibt sich zunehmend an ihrer Hauptrolle in einem Theaterstück und gerät in eine persönliche Krise. Sie erlebt außerdem den tödlichen Autounfall einer jungen, fanatisierten Frau mit, welche sie noch zuvor um ein Autogramm gebeten hat. Diese Frau taucht nun regelmäßig in Gordons Fantasie auf und forciert noch den Konflikt mit ihrer Rolle. Die Verantwortungsträger des Projekts sind überfordert. Produzent, Autorin und Regisseur haben vorwiegend ihren Ruf im Sinn und scheinen unfähig, die Krise ihrer wichtigsten Darstellerin menschlich zu betrachten.
Ein von vornherein ungewöhlich angelegter Film, der mich zunehmend gefesselt hat. Das grandiose Finale wie auch viele Sequenzen zwischendrin erlebt der Zuschauer als Theater im Film.
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