Die Farbe der Lüge

Au coeur du mensonge (1999), FR
Laufzeit 113 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 12.08.1999

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Die Farbe der Lüge - Bild 21816
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von Claude Chabrol, mit Sandrine Bonnaire und Jacques Gamblin

In einem bretonischen Fischerort finden Kinder die Leiche der zehnjährigen Eloise. Sie wurde erdrosselt. Frederique Lesage (Valeria Bruni-Tedeschi), eine junge Polizeikommissarin, verhört als erstes Rene (Jacques Gamblin), einen Zeichenlehrer, der Eloise als letzter lebend gesehen hat. Um Rene brauen sich immer mehr Gerüchte zusammen, so daß er schließlich all seine Schüler verliert. Viviane, seine Frau, jedoch kämpft gegen die unerbittliche Gerüchteküche an und tritt der jungen Kommissarin gegenüber auf. Diese führt geduldig die Ermittlungen und wird vom Ortspolizisten Loudin (Bernard Verley) unterstützt, der sich in seiner kleinen Welt bestens auskennt. Plötzlich erschüttert ein zweiter Mordfall das Städtchen…


Cast & Crew


Kommentar — Film: Die Farbe der Lüge

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Brigittes Helm

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Es gibt Kritiker, die behaupten, Chabrol habe seit den 1990ern - vielleicht mit Ausnahme von Betty - keinen Film von Belang mehr gedreht. So ganz falsch ist das nicht. Die Farbe der Lüge gehört allerdings zu den besseren aus jener Spätphase. Noch nie war die Bretagne so trist und die Provinz so verlogen. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht das dekadente Großbürgertum, sondern das verklemmte Spießbürgertum. Der Möchtegern-Künstler mit Neurose, der eigentlich nur ein kleiner Zeichenlehrer ist, geht ebenso auf die Nerven wie der zugereiste Großstadt-Journalist mit den hohlen Sprüchen auf Schürzenjagd in der Provinz. Ein kleines Mädchen wird vergewaltigt und ermordet, so richtig interessiert es niemanden und ein anderer, spektakulärerer Tod verdrängt das Ereignis bald aus dem Fokus der gleichgültig wirkenden Provinz-Community. Wer der Mörder ist, ist irgendwie egal. Und die Frauen sind, Chabrols großer Vorwurf in all seinen Filmen, einschließlich der einsamen, nur äußerlich tough und maskulin wirkenden Kommissarin, mal wieder viel zu nachsichtig mit den Männern und eigentlich an allem schuld. Das alles inszeniert der Meister in klaustrophobisch engen Räumen, selbst der Strand wirkt hier eng und klein, Landschaft findet in den Bildern nicht statt. Wo das Herz der Lüge - so der Filmtitel im Original - für Chabrol sitzt, man ahnt es : in der vielbeschworenen Liebe und in der Beziehung von Mann und Frau. Sandrine Bonnaire bezaubert wie immer mit ihrem entspannten Charme. Ein nett-fieser Film zum Glas Rotwein vor dem Einschlafen.

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