Die Farben der Nacht - Kritik

1972 Laufzeit 94 Minuten, Horrorfilm, Kriminalfilm, Thriller

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Kommentare (2) — Film: Die Farben der Nacht


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lieber_tee

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein halbnacktes, hilflos-hysterisches Blödchen taumelt durch einen unwirklich-albtraumhaften Okkult-Giallo mit grandios-expressionistischen Bildern, psychedelischen 70er Jahre Score und beknackter Auflösung.

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eXonic

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Bewertung5.5Geht so

In Sergio Martinos Filmographie lassen sich so manche Musterbeispiele für den typischen Giallo finden, die von mysteriösen Morden und auch behandschuhten Rasiermesserschwingern handeln. Dass „Tutti i colori del buio“ sich diesen Standartwerken nicht unterordnen lässt, wird schon nach den ersten Minuten, in welchen der Zuschauer in eine bizarre Traumwelt entführt wird, klar. Hoffnung macht sich breit, einen innovativen Genrebeitrag vorgeführt zu bekommen, doch genau diese Abwege stellen Martino nicht nur das Bein, sondern brechen es gleich. Nicht dass sein teilweise psychedelischer Trip so gar nichts taugt - schließlich stellt er das Traumpaar aus der nie schöner gewesenen Edwige Fenech und George Hilton abermals zusammen vor die Kamera – doch krank der Film vor allem an denjenigen Szenen, die ihn eigentlich zu etwas besonderem verkommen lassen sollten: die Traumsequenzen und die schwarzen Messen. Martino ist, was nicht abwertend gemeint sein soll, ein einfacher Handwerker. Spannende und schön gefilmte Mördergeschichten sind sein Metier, aber wenn es darum geht, einem Charakter ein gewisses Maß an Tiefe zu verleihen und surreale, alptraumhafte oder rauschartige Szenen in seine Geschichte einzubauen, scheitert er. Die bereits angesprochenen Bilder um die satanische Vereinigung sind allesamt ziemlich grausig inszeniert und ausgerechnet diese besitzen zudem über keinerlei Atmosphäre, sondern vermitteln gar etwas Fremdscham. Weiß angemalte Beelzebubaktivisten tummeln sich rings um die Kamera und ziehen Fratzen, wobei sie absolut lächerlich wirken. Mittendrin räkelt sich die bemitleidenswerte und natürlich nackte Edwige, die beinahe so aussieht als könne sie, nicht nur innerhalb des Films, sondern auch wegen der Schlechtigkeit der Szene, nicht begreifen, was hier eigentlich vor sich geht.

Unfair wäre es nun natürlich „Tutti i colori del buio“ auf diese Szenen zu reduzieren, doch auch wenn Martino ansonsten viel richtig macht, wie zum Beispiel Ivan Rassimov als wirklich angsteinflößenden Bösewicht zu besetzen, Ernesto Gastaldi das Drehbuch anzuvertrauen oder Bruno Nicolai den Soundtrack schreiben zu lassen, sind es eben diese Stellen, die sich im Kopf des Zuschauer festsetzen, und dies viel eher als gelungene Momente, von denen jedoch auch einige vorhanden sind. Sehenswert ist es nämlich immer dann, wenn sich so manches Sein als Schein herausstellt und Martino hiermit seine Zuschauer fordert, das Geschehen nochmals zu überdenken und neu zu ordnen. Allerdings hat er nicht damit gerechnet, dass wir so auf Zack sind und ihn schon bald durschauen, wenn er uns einmal mehr auf die falsche Fährte schicken möchte. Mit diesem Problem hat dann schließlich auch das Ende zu kämpfen, welches, so komisch es klingen mag, vorhersehbar als auch unvorhersehbar ist.

Trotz der guten Ausgangssituation kann das Endprodukt überraschenderweise auch kaum durch Atmosphäre punkten. Gerade bei solch einem Okkult-Thema, das zudem noch mit Traumsequenzen angereichert ist, wäre dies durchaus zu erwarten gewesen, doch im Gegensatz zu seinem Geniestreich „Lo strano vizio della Signora Wardh“ hinkt dieser Film diesbezüglich deutlich hinterher.

Glücklicherweise hat sich Martino in seinen späteren Gialli nicht mehr solcher Stoffe bedient und dies lieber beispielsweise einem Pupi Avati überlassen, der mit „La casa dalle finestre che ridono“ ein wahres Meisterwerk in diesem Bereich erschaffen hat. So bleibt das schönste an „Tutti i colori del buio“ wirklich nur der Titel – mal abgesehen von Edwige Fenech.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Le Samourai

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Genauso gings mir auch! Trotzdem bleibt letztendlich ein "sehenswert" stehen :) Aber die Signora Wardh ist deutlich besser!



Deine Meinung zum Film Die Farben der Nacht

noch nicht bewertet