Die Faust der Rebellen

Boxcar Bertha (1972), US
Laufzeit 85 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 07.12.1973

- Kritiker
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Die Faust der Rebellen - Bild 2237992
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von Martin Scorsese, mit Barbara Hershey und David Carradine

Arkansas, USA, in den 1930er Jahren der Weltwirtschaftskrise: Die 16-jährige Bertha Thompson hat gerade ihren Vater bei einem Flugzeugabsturz verloren, als sie den militanten und charismatischen Bahngewerkschafter Big Bill Shelly kennenlernt. Mit ihm verbringt sie in einem Güterwagon ihre erste Liebesnacht. So plötzlich Bill in ihr Leben trat, so schnell ist er aber auch schon wieder verschwunden. Mit dem Geld, das er ihr hinterlässt, reist Bertha weiter, vermehrt es sogar beim Glücksspiel und begegnet dabei dem Betrüger Rake Brown. Die beiden werden ein ungleiches Paar und befinden sich schnell auf der Flucht, nachdem Bertha einen anderen Glücksspieler erschossen hat, der Rake als Betrüger entlarvte. In einem Güterzug treffen sie erneut auf Bill, der mit seinen Leuten einen Feldzug gegen den vermögenden Bahnchef Sartoris führt. Es gelingt ihnen zwar, Sartoris zuhause zu überfallen, doch dessen Schergen, allen voran die McIvers, werden von nun an nicht mehr ruhen, bis sie Bill und seine Mitstreiter gestellt haben.


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Kommentare (2) — Film: Die Faust der Rebellen

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8martin

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der ersten Filme von Martin Scorsese aus den frühen 70er Jahren mit einer damals noch unbekannten Barbara Hershey. Aber sie beherrscht die Szene von Anfang bis Ende. Ihre deutsche Synchronstimme ist ein perfektes Spiegelbild dieser sonderbaren Persönlichkeit: etwas naiv, aber dennoch entschlossen, besitzt sie eine animalische Gefühlslage. Ein unbeschwertes Lächeln wird zu ihrem Markenzeichen. Der Ernst der Lage beeindruckt sie nie. So locker wie sie sich als kriminelle Gelegenheitshure durchschlägt, folgt sie unbeirrt ihrem Liebsten Big Bill (David Carradine). Beide geraten unversehens zwischen die Fronten von Ausbeutern und Ausgebeuteten. Verachtung und Verfolgung durch rassistische Kapitalisten machen ihnen den Garaus. Obwohl Big Bill immer betont, ein Gewerkschafter zu sein - was er auch im Grunde seines Herzens immer geblieben ist - wird er und sein Umfeld doch mit Beschimpfungen wie ’Huren’, ’Niggern’ und ’Trickbetrügern verunglimpft. Der Film bliebe weniger bedeutsam, wenn da nicht außer dem für Scorsese so furiosen Finale noch mit einer pseudo-christlichen Symbolik ein beeindruckendes Bild den Abschluss bilden würde. Der Zug wird zum Kreuz. Beachtliches Frühwerk, das geniale Züge erkennen lässt.

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Puni

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Bewertung7.5Sehenswert

"Boxcar Bertha", Scorseses unbekannter Debütfilm, ist eine durchweg gelungene, politische, Zeitgeist atmendende Romanverfilmung. Atmosphärisch ähnelt der Film sehr "Getaway", auch wegen der blutigen Shot-Outs. Kurzweilig und glaubhaft besetzt entwickelt sich der Film schon nach kurzer Zeit zu einem richtigen Trip mit einigen Wendungen, der dann ins krasse, nachdenkliche Ende läuft. Kein Meisterwerk, aber sehr kurzweilig, von daher sollte man sich den als Scorsese-Fan auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

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