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Die Fee - Kritik
BE/FR 2011 Laufzeit 94 Minuten, FSK 0, Komödie, Drama, Fantasyfilm, Kinostart 06.09.2012
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Kritiken (3) — Film: Die Fee
K. Detemple: fluter K. Detemple: fluter
Kommentar löschenMan kann von den etwas langatmigen Slapstick-Szenen, Spezialeffekten aus den Anfangszeiten des Kinos und klassischem Stummfilm-Humor genervt sein – oder die komödiantische Kunst darin erkennen und sich darauf einlassen.
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José Garcia: Textezumfilm
Kommentar löschenIn Übereinstimmung mit dessen schrulligen Figuren zeichnet sich die Inszenierung von „Die Fee“ durch einen laut Bruno Romy „magischen Realismus“ aus, der etwa in der Geburt von Fionas Kind verdeutlicht wird. Zwar erinnert vieles von der Farbgebung über die lakonischen Dialoge („Sie sind der Nachtportier. Es ist bereits Nacht“) bis zu den Handlungsunterbrechungen durch den Gesang an Aki Kaurismäki, dessen letzter Film nicht nur in derselben nordfranzösischen Stadt spielt, sondern auch „Le Havre“ heißt. Die übertriebenen Gesten und Körperbewegungen, aus denen sich in „Die Fee“ die Komik größtenteils speist, verweisen allerdings auf die Stummfilmära. So wirken etwa die Kaufhausdiebstahl- und Schuhgeschäfts-Sequenz ziemlich chaplinesk. Das Regie-Trio verwendet darüber hinaus für die Spezialeffekte uralte Techniken, so etwa bei einer Verfolgungsjagd die von Alfred Hitchcock gern eingesetzte Rückprojektion, bei der das Auto steht, während die vorher abgefilmte Umgebung an ihm vorbeizieht. Die Rückprojektionstechnik kommt darüber hinaus in einer wunderbar poetischen Szene, bei der Fiona und Dom unter Wasser tanzen, die laut Dominique Abel „quer durch ein Aquarium“ gefilmt wurde, so dass sich das Tanzpaar vor einer Wasserprojektion bewegte. Solche Szenen erinnern in ihrem Aufwand an Kinopionier Georges Méliès, der mit seinen Filmen ebenfalls eine phantastische Welt heraufbeschwor. Die Kamera bleibt zum größten Teil statisch.
Dieses in kleinen Episoden erzählte, mit vielen witzigen Slapstick-Einfällen und lakonischen Dialogen garnierte, skurrile moderne Märchen über die Suche nach Glück, das mit minimaler Handlung und minimalistischen filmischen Mitteln auskommt, führt bei den Protagonisten zu einem Happy End in Sachen Liebe. Zum Gelingen von „Die Fee“ trägt nicht unwesentlich bei, dass die Chemie zwischen Dominique Abel und Fiona Gordon stimmt. Denn sie arbeiten nicht nur seit vielen Jahren zusammen, sondern sind außerdem privat ein Liebespaar.
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F. Kleiner: Film-Dienst.de F. Kleiner: Film-Dienst.de
Kommentar löschenMit Tricks, die ans Kino eines Méliès erinnern, und dem Humor der Stummfilm-Burlesken zelebriert Die Fee ihre ganz eigene, nostalgisch-verträumte Art der Kinokomödie.
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Kommentare (7) — Film: Die Fee
synthecid Sat, 20 Apr 2013 17:07:13 -0000
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mryello Wed, 27 Feb 2013 08:02:09 -0000
Kommentar löschenEine wahre Perle, dieser Film...
Skurril, witzig, poetisch, albern bis absurd und das ganze gespickt mit einer teils surrealistischen Bildersprache.
Ein Film bei dem man glaubt der grosse Jacques Tati hätte hoch vom Himmel her eigenhändig Regie geführt.
Ein Film wie ihn nur Belgier oder Franzosen drehen können.
Herrlich.
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zmpfl Sun, 17 Feb 2013 07:20:12 -0000
Kommentar löschenJa, skurril, skurril, skurril. Im Sinne von "anders": Grundsätzlich immer interressant, was zu sehen, was man so noch nicht gesehen hat, über den Tellerrand zu schauen, ausgetretene Pfade zu verlassen etc.
Das allein macht einen Film jedoch nicht unbedingt gut oder sehenswert.
Für mich fielen immerhin viele lustige Szenen ab, die leider all zu oft ins Zirkusclownesque abdrifteten (der Clown ist ja nicht einfach nur zum Lachen da, es muss ja immer noch die hintergründige gar melancholische Seite zumindest angedeutet werden...;-))
Viele nette Ideen und Lacher, aber auch anstrengend und sehr "poetisch".
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J.R.K. Tue, 05 Feb 2013 18:48:22 -0000
Kommentar löschenDas Wort Skurril muss erfunden worden sein, nachdem jemand diesen Film sah. ;)
An diesem Abend war ich gutgelaunt und deswegen konnte ich der abstrusen Story sogar etwas abgewinnen. Zusätzlich wurde ich auch noch von meiner Frau unterhalten die mit dieser Art Film überhaupt nichts abgewinnen konnte. :)
Sicherlich nicht für Mainstream Filmfans geeignet, aber für Fans des etwas anderen Films mal einen Versuch wert.
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LowRidah Tue, 29 Jan 2013 12:30:49 -0000
Kommentar löschenEinfach nur eine Schande der Film.
Schaut lieber einem Baum beim Wachsen zu, hat man mehr von...
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Geistertexter Fri, 28 Sep 2012 15:44:17 -0000
Kommentar löschenWovon träumt ein Nachtportier, wenn er im strömenden Regen zu seiner Arbeit radelt, wenn ihm durchnässt bis auf die Knochen alle zehn Meter die Kette abspringt und er das Rad, von allen vergeblichen Mühen frustriert, schließlich tragen muss. Er träumt von einem Motorroller und ein Leben lang Benzin gratis dazu. Denn nicht nur das Fahrrad ist eine Ruine, mit seinen Finanzen steht es ebenfalls nicht zum Besten. Zum Glück für Dom kommt Fiona des Weges. Ohne Gepäck und ohne Schuhe und nur mit einem Schlafanzug bekleidet, bittet sie um ein Zimmer. Sie behauptet eine Fee zu sein. Drei Wünsche wolle sie ihm erfüllen, sagt sie ungerührt, als ginge es um ein kostenloses Probeabonnement. Zwei Wünsche sind bekannt, der Dritte bleibt offen.
Vor drei Jahren war die hinreißende Burleske „Rumba“ in den deutschen Kinos zu sehen. Sehr zum Vergnügen des Publikums stürzt darin das Leben des tanzbegeisterten Lehrerpär-chens Fiona und Dom auf fabelhaft skurrile Weise ins Chaos. Damals wie heute schrieben und inszenierten sich die beiden Hauptakteure Fiona Gordon und Dominique Abel gemein-sam mit Bruno Romy, der in „Die Fee“ als beinah blinder Barkeeper zu sehen ist, ihre Rollen wie Maßanzüge auf den biegsamen Leib. Zu Recht, wie sich erneut zeigt, vertrauen die bei-den früheren Tanz-Theaterkünstler vor allem auf ihr bemerkenswert reichhaltiges Repertoire an körperlichen Ausdrucksformen. Dialoge und Schauspiel finden kaum mehr als angedeutet statt. Lose gespannte Handlungsfäden verschnüren originäre Einfälle und altbewährte Slapstick-Gags, die liebgewonnene Erinnerungen wecken an alte Meister wie Chaplin, Keaton und Tati.
In dieser besonderen Verbindung von Elementen des modernen Tanzes mit der klassischen Körperkomik liegt die eigentliche Kraft des Humors in „Die Fee“, dem Eröffnungsfilm der Quinzaine des Réalisateurs beim letztjährigen Filmfestival in Cannes. Maßgeblich unterstützt von einem vielfältig swingenden Soundtrack, geben die pointiert inszenierten Stimmungs-wechsel dem überdrehten Plot immer wieder Kontur. Erste Höhepunkte sind der verschluck-te Deckel einer Ketchup-Flasche, der zu akrobatischen Atemblockaden führt und Fionas schrille Tanzperformance auf dem Rücken des völlig ermatteten Dom. Allerdings erweisen sich bei der Vielzahl der Ideen nicht alle gleichermaßen als derart tragfähig, wodurch es der einen oder anderen Situation an Schärfe fehlt und der Spannung an Niveau.
Während Handlung und Bildgestaltung in „Rumba“ von den schrägen, bonbonfarbenen Me-lodramen eines Pedro Almodovar inspiriert schienen, treten der Nachtportier und die Fee eher auf wie Angehörige der traurigen Gestalten des Finnen Aki Kaurismäki. Dass dessen letzter Film wie „Die Fee“ in der nordfranzösischen Küstenstadt Le Havre angesiedelt ist, dürfte Zufall sein, schließlich wirkt der pittoreske Stadtkern wie gemacht für eigenwillige Kinostoffe. Durchaus gewollt ist aber wohl, dass der unterkühlt heitere Kaurismäki-Touch adaptiert wurde, um dieser sehenswerten Farce über soziale Außenseiter allen Narreteien des Ensembles zum Trotz eine nüchterne Gestalt zu geben.
Das Märchen der coolen Fee droht denn auch bald an den humorlosen Beschränkungen der Realität zu scheitern. Dom ist ein argloser Habenichts, der nichts hat, weil er nichts sein will. Er scheint zufrieden mit sich und dem kleinen Hotel als Mittelpunkt seiner mehr als beschei-denen Welt, bis Fiona ihn überzeugt, dass das ungebundene Leben als Gesetzloser wesentlich reizvoller ist. Sie ist nämlich aus einer Anstalt für verhaltensoriginelle Persönlichkeiten ausgerückt und erfüllt Wünsche, auch ihre eigenen, indem sie frech sich nimmt, was ihr nicht gehört. Das bleibt nicht ohne Folgen. Wie auch die gemeinsam verbrachte Nacht auf dem Meeresgrund, in der sich Dom und Fiona bei einem exotischen Tanz näher kommen. Am Morgen darauf erwacht Dom am Strand wild zerzaust und allein. War alles nur ein bizarrer Traum?
Der berauschten Nacht am Meer folgt rasch die Bilanz der Natur. Zurück in der Anstalt wächst Fiona in Windeseile ein Bauch von exorbitantem Ausmaß. Irgendwie kann man sich aber nicht des Eindrucks erwehren, als stecke eine Art Blasebalg dahinter. Kann das sein? Ein billiger Trick? Oder nimmt der witzige Kniff gar das rührige Klischee von der unbefleckten Empfängnis aufs Korn? Wen diese Fragen nicht kalt lassen, sollte die Entbindung nicht ver-passen. Danach weiß man, dass Geburtsvorbereitungskurse die reine Zeitverschwendung sind. Darauf, was hier passiert, kann man sich nicht vorbereiten.
Fiona und Dom gehören zu jenen sympathischen Leichtfüßen, die seit Anbeginn des Kinos zwar belächelt, jedoch nie ausgelacht werden. Mögen die Hürden auch unüberwindlich an-muten, ihre vor Lebenslust sprühende Unvernunft sowie das Talent, die Wirklichkeit in der größten Not ausblenden zu können, bleiben ungebrochen. Nach einer irrwitzigen Verfol-gungsjagd springen Fiona und Dom ihrem fahrlässig verloren gegangenen Sprössling vom Rand einer Steilküste hinterher und nähern sich derart entspannt dem Abgrund als wären sie im Fahrstuhl unterwegs. Das Groteske wird zum Maßstab des Realen, die Rationalität als unzulässig abgelehnt. Dass diese schlussendlich doch die Oberhand behält, spätestens wenn im Kino die Lichter wieder angehen, daran vermag auch eine gute Fee nichts zu ändern.
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Kris Mon, 14 Nov 2011 09:17:17 -0000
Kommentar löschenOh je, ich kann sie schon hören, die Kritiker, die hier von plumpen Humor sprechen werden. Aber vielleicht ist so eine Art Humor einfach Geschmackssache. Hier wird gestolpert, getanzt, geklettert, sich verkleidet, gepantomimt, sogar geflogen und Babys werden auf dem Kofferraum vergessen. Kein Film verdient so sehr die Bezeichnung skurril. Und wenn man das mag, kommt man voll auf seine Kosten. Und immerhin hat ein voller Kinosaal gegrölt.
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