Weingartner hat die erste und wichtigste Lektion des Kinomachens beherzigt: nicht Pamphlete zu inszenieren, sondern Menschengeschichten. "Die fetten Jahre" mit Jule und Jan sind eine Ménage à trois wie Truffauts "Jules und Jim", eine Dreierkonstruktion wie Godards "Außenseiterbande", ein Emotionsgeflecht wie Bertoluccis "Dreamers". Und damit ist es das schönste Beziehungsdreieck aus Pop, Poesie und Politisierung, welches das deutsche Kino seit langem zustande gebracht hat.
Ich kann die überwiegend positiven Bewertungen zu diesem Film nicht teilen. Zunächst einmal mag ich gesellschaftskritische Filme, die Antworten und neue Ansichten zu entsprechenden Problemen liefern und zum Nachdenken anregen. In meinen Augen gelingt das diesem Film jedoch leider nicht:
Die drei Hauptdarsteller empfinden jeweils auf ihre Art und aus verschiedenen Gründen ihr Umfeld und die Gesellschaft, in der sie leben, als ungerecht und haben verschiedene Ansichten entwickelt, wie sie daran etwas ändern können und wie eine bessere Welt in ihren Augen aussehen würde. Jene Ansichten bleiben für mein Empfinden jedoch zu oberflächlich und plakativ. Des öfteren hatte ich den Eindruck "ja das hätte ich vor ein paar Jahren auch noch so unterschrieben", aber inzwischen ist mir das nicht mehr differenziert genug. Wie auch Burghart Klaußner im Film einmal sagt, treffen sie ein paar richtige Punkte. Ihre Unzufriedenheit drückt sich im Film aber viel mehr durch Aktionismus, als durch durchdachte Kritik am gesellschaftlichen System aus.
Dagegen wäre im Grunde auch nichts einzuwenden, kämen die drei nicht so selbstgfällig und überheblich rüber. Was mir sehr missfallen und meine Wertung in den Keller gedrückt hat, war die Tatsache, dass sie selbst immer wieder gegen die Gesetze verstoßen und Vebrechen verüben, im Gegenzug aber andere als Verbrecher titulieren und verhöhnen ("manche Leute ändern sich nie!"). Die Durchsetzung ihrer Standpunkte erscheint daher in einem äußerst zweifelhaften Licht. Und auch wenn der Regiesseur eine Wertung unterlässt und ihr Handeln nicht gutheißt, fragt sich inwieweit eine Identifikation mit den Hauptfiguren möglich erscheint.
Letztlich ist an den Aussagen nicht alles verkehrt, die Umsetzung in meinen Augen jedoch misslungen.
Meine Meinung zu dem Film ist zweigeteilt: Einerseits übt er gelungene Kritik, rüttelt auf und schafft es auch, dass man sich mit beiden aufeinandertreffenden Anschauungen auseinandersetzt. Andererseits sind die Charaktere leer und die Kritik kommt immer nur schubweise. Der Rest der Zeit wird überbrückt mit Gerede und Lückenfüllern. Bspw. ist die Beziehungsgeschichte auf eine abgedroschene Weise fehl am Platz und macht die Hauptdarstellerin nur noch unsympatischer, als sie ohnehin schon ist. Die Person des Gekidnappten bedient alle möglichen Klischees über die früheren Rebellen, die heute im fetten Mercedes fahren.
Allerdings wird der Film wohl weniger an die AntiFa- und DKP-Mitglieder gerichtet sein, die sich mit dem Thema soziale Ungerechtigkeiten ausreichend auskennen, sondern er soll einen wachrütteln und daran hindern ihn die üblichen Filmlückenfüller nicht. Sofern die Idee der Erziehungsberechtigten nicht unbedacht allzu wörtlich genommen wird, hat der Film eine bessere Wirkung als jeder fade Politikunterricht.
Schade ist allerdings, dass er diejenigen, an die die Kritik gerichtet ist, wohl kaum erreichen wird. Das hätte ihn noch aufgewertet.
Die mahnenden Worte an der Wand einer schicken Vorstadtvilla.
Weingartner gelingt es über weite Strecken, die Dynamik zwischen den Hauptpersonen in beeindruckender Weise aufrecht zu erhalten und vermeidet es klug, eindeutig Partei zu ergreifen. Leider aber opfert er dafür unter anderem eine markantere Charakterzeichnung Hardenbergs, der zu oft wirkt wie ein Kapitalismus-Joschka-Fischer. Ein ehemaliger Linker, der die Gegebenheiten der Welt erkannt hat, aber seine Überzeugungen doch nie so ganz hat liegenlassen. Ist ja weder schlecht noch unmöglich, wurde aber zu offensichtlich plakativ ausgequetscht. Es liegt an Klaußners guter Darstellung, dass die Figur Hardenberg mehr ist als ein sprechender MacGuffin.
Dass der Regisseur sich nicht auf eine Seite schlägt, sondern es den Geschehnissen überlässt, die Rollenfiguren zu werten, ist einerseits gut, fällt ihm aber mitunter auf die Füße, da sich diese Strategie auch dank der sanften Inszenierung oftmals als Unentschlossenheit oder Anbiederungsversuch bei allen Seiten auslegen ließe.
Ein wenig Räuber-und-Gendarm Charme. Etwas coming of age Rebellion. Eine Prise Kapitalismuskritik, kombiniert mit der Einsicht, dass nicht jeder wohlsituierte, konservativ angehauchte Mitbürger gleich ein reaktionärer Kapitalismuskapitän ist.
Also ganz versöhnlich alles in allem.
Ganz genau wie der klischeehafte ZDF Zuschauer seine Welt haben möchte, wenn er sich nach dem Ansehen den Schlafanzug über die Unterwäsche zieht und dann von der Abzahlung seines Bausparvertrages träumt.
Mir fehlt da die Komplexität, eine Anklage in Richtung des mangelnden Unrechtsbewußtseins. Dafür, dass dieser Film gesellschaftkritisch sein möchte, bedient er viel zu romantisierende Stadtguerillaklischees. Mit der sanften Vorstellung, etwas ändern zu werden, die Gesellschaft zu retten, sind schon viele naive junge Menschen in idiotische Organisationen gerannt.
Wenn man sich von der "Wir gegen die böse Welt" Romantik losmachen kann, wird man allerdings einen wirklich stark gespielten und technisch gut inszenierten Film sehen, der aber trotz enormer Möglichkeiten in diese Richtung zu keinem Moment als sozial relevant durchgehen kann. Dafür bleibt er einfach zu brav, was sich natürlich für den cineastischen Absatz recht gut macht...
Eieiei was soll man zu diesen Film sagen?! Er versucht irgendwie politisch daherzukommen und unterteilt seine Botschaft in zwei Hälften der Prognose und Analyse. In dieser Reihenfolge sicher intressant aber leider aus dem Ruder gelaufen. Die erste Hälfte zeigt die ''Aktionen'' der beiden Revoluter, die Bestätigung des Mädels in der Ansicht der gemeinen ''Bonzen'' und ein paar Gesellschaftlichen Bildern (S-Bahn) sowie die für diese Art Film typischen Parolen. Schon in dieser ersten Hälfte erscheint einiges nicht Richitg. Die Hauptperson erwähnt zwar die Nichtigkeit des Kampfes, jedoch wird darauf nicht eingegangen. Grundlegende Fragen werden nicht ausgeschöpft wie etwa: - bringt ein Kampf etwas wenn man nicht gewinnen kann; - bringt ein Kampf etwas wenn die Botschaft nicht verstanden wird; - Inwieweit beeinträchtigt man ''Unschuldige'' in dem Versuch sich der eigenen Beeinträchtigung des Systems zur Wehr zu setzen und inwieweit unterscheidet man sich dann noch selber von eben diesem?
Fragen die der Film einem schuldig bleibt, die Handlungen der Personen sind unlogisch. Die Proben nicht die Revolution, sie benehmen sich wie kleine, schmollende Kinder die nicht das kriegen was sie haben wollen und somit anderen die Schuld geben die nach den Regeln gespielt haben.
Dann kommt die zweite Hälfte der Analyse, die die vorangegangenen Prognose in Frage stellt indem auch die Gegenseite aufgeworfen wird. So Gegen ist die Seite jedoch gar nicht, rekrutierte sich der Bonze doch aus den ehemals eigenen Reihen. Hier also wieder ein Knackpunkt bei dem ich gerne eingehackt hätte. Wo verläuft die Grenze zwischen denen die ''oben'' stehen und jenen die ''unten'' sind. Kann man nur nach oben indem man die vorgegebenen Regeln befolgt, kann man das System nur von oben ändern, ist es dann schon für Veränderungen zu spät weil man unweigerlich zu sehr ein Teil des Ganzen geworden ist? Statt eine dieser Fragen näher zu beleuchten will der Film dann aber plötzlich lieber Teeny Drama sein wo ein Mädchen zwischen zwei besten Freunden steht. Gepaart wird das Ganze noch mal mit einigen Parolen, Logiklöchern in der Handlung (die sich zunehmend verabschiedet) und noch mehr Liebesgesülze.
Das Ende macht dann ebenfalls keinen Sinn, egal welche Fassung man nimmt [ACHTUNG SPOILER]. Wieso verfällt der Bonze in das alte Muster? Wo ist die Läuterung oder zumindenst die Auseinandersetzung mit dem Thema? Zuerst flieht der Herr nicht obwohl er viele Möglichkeiten gehabt hätte, lieber palavert er über die Generation '68 und dem damaligen Umdenken. Dann will er aber doch nicht mehr umdenken und ist wieder lieber der alte? Und gibt somit den Jugendlichen recht, die ihn wiederum zuvor durch die Entführung in seiner Meinung bestätigten? Höchst konfus.
Wirklich gefallen haben mir die Darsteller und die schlichte Umsetzung. Der Inhalt ist jedoch für solche die mit UdSSR Flagge, Ché Guevara T-Shirt und DDR Memorabilia in ihrer Stube hocken, große Reden über soziale Gerechtigkeit schwingen, ernsten Fragen ausweichen und eigentlich selber gar nichts unternehmen sondern nur motzen und den anderen auf der Tasche liegen, sich dabei sogar Gerechtfertigt fühlen in ihrer Nichtrechtfertigung. Wäre der Film nur bei der ersten Hälfte geblieben und hätte noch einige der oben genannten Fragen bearbeitet, er wäre um einiges intressanter gewesen.
Der Film "Die fetten Jahre sind vorbei" zeigt die Geschichte der drei Freunde Jan, Jule und Peter, die die Welt verändern wollen. Sie wollen den "Bonzen" Angst machen, indem sie ihre Villen einbrechen und die Möbel verstellen, damit diese sich beobachtet und verfolgt fühlen. Alles läuft gut, bis sie von einem Manager im Haus überrascht werden, diesen entführen und aufs Land fliehen.
Von der dreckigen Großstadt, wo sie eigentlich ihr Glück und ein fröhliches Leben besaßen, geht es nun in die schönen, großen Berge, wo ihre Probleme erst richtig anfangen. Die jungen Revolutionäre erkennen im gekidnappten Reichen, dass dieser kein schlechter Mensch ist und in seiner eigenen Jugend selbst für das stand, für was die drei Freunde heute stehen. Foglich enstehen Diskussionen über Moral, Recht und Unrecht und die Staatsform. Hier bricht der Film aus seiner Subjektivität aus, der die Revolutionäre vorher als "Gute" präsentiert hat und zeigt die Grauzone, in der diese stehen. Er zeigt, dass dieses revolutionäre Denken nicht immer realistisch durchsetzbar ist.
Das Ende jedoch zerstört diese Nachricht und der Film verfällt am Ende wieder in seine alte Schwarz/Weiß Sicht, indem die kritische Jugend mit ihrer Revolte doch wieder als die Guten repräsentiert werden und die "Bonzen" als die Lügner und herzlosen herhalten müssen. War das nötig? Die letzten zehn Minuten des Filmes hätte man einfach wegschneiden müssen. Denn dann, wäre der Film mit einem Unterton ausgegklungen, der zeit, dass man aus dem Extremdenken aufwachen soll.
Fazit:
"Die fetten Jahre sind vorbei" bietet an sich nichts innovatives, aber auch nichts extrem negatives, was weiterhin nennenswert wäre. Das Besondere an dem Film war, dass der Film aus der Extremität der Pole zwischen der Jugend und der Oberschicht hinaustrat und dies Objektiv beleuchtete. Doch traute man sich wohl nicht ganz, solche Wege vollständig zu gehen und legte am Ende die Lager wieder genauso hin, wie sie vorher standen.
Die durchweg guten Darstellerleistungen machen diese Mischung aus Tragikomödie und hintergründiger Gesellschaftskritik zu einem der besseren deutschen Filme der letzten zehn Jahre.
An sich greift das Film ein brisantes Thema auf und regt auch zum Nachdenken an, schafft es für meinen Geschmack aber zu wenig, auch zu vermitteln, dass ein Umdenken in der Gesellschaft nur durch Dialog zu erreichen ist.
Letztendlich rückt er die von Idealen geprägte Sichtweise der drei Entführer zu sehr ins Licht und stempelt das Opfer gleichsam zu sehr als das unverbesserlich Böse ab - hier hätte ich mir eindeutig mehr Objektivität gewünscht, um dem Zuschauer mehr Raum zu lassen, eine eigene Meinung zu entwickeln.
Dennoch ist der Film ganz nett gemacht und durchaus zu empfehlen.
Ich hab den Film so aufgefasst, als ob er keine Meinung hätte. Ich hab so getan, als ob er einfach nur eine Geschichte erzählen wollen würde. Und so hat er auch die 6 verdient. Ansonsten: Ziemlich grober antikapitalistischer Schwachsinn. Ein wahrer Anarchist hat kein Auto. Ein wahrer Anarchist trägt keine Kleidung und raucht nicht. Ein wahrer Anarchist lebt wie Diogenes!
Wohlfühlkino für unsere in Berlin und anderswo "Bonzen-Karren"-abfackelnden Wohlstandskinder und jene die es noch werden wollen. Etwas selbstverliebt mit einigen schlechten und einigen guten Szenen, der Einsatz der Handkamera war stimmig und machte den Film rund, ist heute bzw 2004 aber genauso revolutionär wie das dümmliche Gelaber der Protagonisten.
Beachtlicher Film. Wo die Gefahr groß war, in Diskurs-Dialogen zu versinken, schafft es Weingartner, die Geschichte lebendig zu halten – und, was leider selten ist, einen ausgesprochen eigenständigen Film zu erschaffen.
Stark überbewertet. Ist mir nach Weingartners Selbstverherrlichung in 'Free Rainer' noch unsympathischer geworden.
An sich nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie er zu sein glaubt.
ich mochte diesen kleinen, sehr hübschen beitrag zum zum thema: "etwas gelangweilte, aber nett ausschauende wohlstandskinder probieren (ein bischen) die revolte, vögeln in netten berghütten und ärgern etablierte alt-68er studienräte" ganz gerne.
Was am Anfang mit einer ganz netten Idee überrascht (die Erziehungsberechtigten machen Villabesitzern ein bißchen Angst), verfällt leider im Verlauf des Films zunehmend in Pseudo-Revoluzzer-Gequatsche. Die montage à trois ist irgendwie glaubwürdiger als das ganze Drumherum. Und ja, natürlich ist der böse Millionär früher ganz anders gewesen und war ein Duzfreund von Dutschke und Konsorten.
Ketzerisch könnte man Weingartner die These unterstellen, dass derlei Klischeeautonome und -anarchisten grundsätzlich nur Phrasendrescher seien. Wäre eine interessante These und zumindest ein gewagter Ansatz; letztendlich muß man aber fürchten, dass dem nicht so ist, sondern dass der Regisseur die stumpfe Darstellung der Charaktere und ihrer Überzeugung für glaubwürdig hält und den Film ernst meint...
Schon wieder ein kontroverses Thema weichgespült für's deutsche Abendprogramm. Und ich warte weiter auf einen richtig guten Revoluzzerfilm. Wer kann mir einen empfehlen?^^
Der schönste deutsche Revoluzzerfilm ist natürlich "Das Lied der Matrosen", aber auch "Thälmann - Sohn seiner Klasse" von Maetzig kann sich revolutionstechnisch (und natürlich auch propagandistisch) sehen lassen. Und sonst? "Baader" hat mir überraschender Weise gefallen. Und der beste Film über die RAF ist "Das Phantom".
Jedes Herz ist eine revolutionäre Zelle. Die meisten Herzen sind ein assimiliertes Produkt der Kausalitäten. Widerstand ist ja so dermaßen out. Die Diktatur der Angepassten. Der Film ist keine Sensation, aber setzt zumindest die arriviert-korrumpierte Spitze des zynischen, egomonanischen Kapitalismus und stellt das Thema in Frage/zur Diskussion. 120 Milliarden für Hypo-Real-Estate mit Nachschlag.
Ensslin, Meinhoff, Baader. I adore you.
Ein Filmversuch, verkrustete Cognitionen neu zu überdenken. Für mich gelungen.
Für andere, die mit der RAF ein neues Computertool verbinden, ist das "Burgfriedenkitsch". Grüße an den Menschen mit der defizitären Abgrenzungsfähigkeit.
Damals gabs noch gar keine Computer. Also keine richtigen. Und auf Burgen gabs auch keinen Strom. Jetzt schon, also, wenn da ne Ausstellung ist, zum Beispiel. Aber was das ganze mit der RAF soll, da versteh ich nur Flugzeug.
Das mit der RAF ist dir also SCHLEYERhaft, hm? Du verstehst doch aber schon Flugzeug. Na, siehste! Flugzeug, die Entführung der Landshut-Lufthansa, Mogadischu und zack... schon is der Schuh feddisch,... so und jetzt kommst du.
Die fetten Jahre sind vorbei - Kritik
AT/DE 2004 Laufzeit 129 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 25.11.2004
Kritiken (1) — Film: Die fetten Jahre sind vorbei
HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenWeingartner hat die erste und wichtigste Lektion des Kinomachens beherzigt: nicht Pamphlete zu inszenieren, sondern Menschengeschichten. "Die fetten Jahre" mit Jule und Jan sind eine Ménage à trois wie Truffauts "Jules und Jim", eine Dreierkonstruktion wie Godards "Außenseiterbande", ein Emotionsgeflecht wie Bertoluccis "Dreamers". Und damit ist es das schönste Beziehungsdreieck aus Pop, Poesie und Politisierung, welches das deutsche Kino seit langem zustande gebracht hat.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (39) — Film: Die fetten Jahre sind vorbei
Kommentar schreibenRoka586 2011/10/17 16:37:41
Kommentar löschenIch kann die überwiegend positiven Bewertungen zu diesem Film nicht teilen. Zunächst einmal mag ich gesellschaftskritische Filme, die Antworten und neue Ansichten zu entsprechenden Problemen liefern und zum Nachdenken anregen. In meinen Augen gelingt das diesem Film jedoch leider nicht:
Die drei Hauptdarsteller empfinden jeweils auf ihre Art und aus verschiedenen Gründen ihr Umfeld und die Gesellschaft, in der sie leben, als ungerecht und haben verschiedene Ansichten entwickelt, wie sie daran etwas ändern können und wie eine bessere Welt in ihren Augen aussehen würde. Jene Ansichten bleiben für mein Empfinden jedoch zu oberflächlich und plakativ. Des öfteren hatte ich den Eindruck "ja das hätte ich vor ein paar Jahren auch noch so unterschrieben", aber inzwischen ist mir das nicht mehr differenziert genug. Wie auch Burghart Klaußner im Film einmal sagt, treffen sie ein paar richtige Punkte. Ihre Unzufriedenheit drückt sich im Film aber viel mehr durch Aktionismus, als durch durchdachte Kritik am gesellschaftlichen System aus.
Dagegen wäre im Grunde auch nichts einzuwenden, kämen die drei nicht so selbstgfällig und überheblich rüber. Was mir sehr missfallen und meine Wertung in den Keller gedrückt hat, war die Tatsache, dass sie selbst immer wieder gegen die Gesetze verstoßen und Vebrechen verüben, im Gegenzug aber andere als Verbrecher titulieren und verhöhnen ("manche Leute ändern sich nie!"). Die Durchsetzung ihrer Standpunkte erscheint daher in einem äußerst zweifelhaften Licht. Und auch wenn der Regiesseur eine Wertung unterlässt und ihr Handeln nicht gutheißt, fragt sich inwieweit eine Identifikation mit den Hauptfiguren möglich erscheint.
Letztlich ist an den Aussagen nicht alles verkehrt, die Umsetzung in meinen Augen jedoch misslungen.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
HaKaRa 2011/09/16 08:48:20
Kommentar löschenEin Film zum Nachdenken!
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Lismechir 2011/09/03 18:39:41
Kommentar löschenMeine Meinung zu dem Film ist zweigeteilt: Einerseits übt er gelungene Kritik, rüttelt auf und schafft es auch, dass man sich mit beiden aufeinandertreffenden Anschauungen auseinandersetzt. Andererseits sind die Charaktere leer und die Kritik kommt immer nur schubweise. Der Rest der Zeit wird überbrückt mit Gerede und Lückenfüllern. Bspw. ist die Beziehungsgeschichte auf eine abgedroschene Weise fehl am Platz und macht die Hauptdarstellerin nur noch unsympatischer, als sie ohnehin schon ist. Die Person des Gekidnappten bedient alle möglichen Klischees über die früheren Rebellen, die heute im fetten Mercedes fahren.
Allerdings wird der Film wohl weniger an die AntiFa- und DKP-Mitglieder gerichtet sein, die sich mit dem Thema soziale Ungerechtigkeiten ausreichend auskennen, sondern er soll einen wachrütteln und daran hindern ihn die üblichen Filmlückenfüller nicht. Sofern die Idee der Erziehungsberechtigten nicht unbedacht allzu wörtlich genommen wird, hat der Film eine bessere Wirkung als jeder fade Politikunterricht.
Schade ist allerdings, dass er diejenigen, an die die Kritik gerichtet ist, wohl kaum erreichen wird. Das hätte ihn noch aufgewertet.
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ossgewalt 2011/08/04 10:43:35
Kommentar löschenGanz passabel aber streckenweise zu langatmig.
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moviee 2011/05/22 18:40:55
Kommentar löschenAusgezeichneter Film mit unverhersehbarer Handlung, aber: Was zu Teufel soll dieses "Pochen" im Hintergrund den ganzen Film lang?!
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doctorgonzo 2011/05/13 15:20:16
Kommentar löschenDie mahnenden Worte an der Wand einer schicken Vorstadtvilla.
Weingartner gelingt es über weite Strecken, die Dynamik zwischen den Hauptpersonen in beeindruckender Weise aufrecht zu erhalten und vermeidet es klug, eindeutig Partei zu ergreifen. Leider aber opfert er dafür unter anderem eine markantere Charakterzeichnung Hardenbergs, der zu oft wirkt wie ein Kapitalismus-Joschka-Fischer. Ein ehemaliger Linker, der die Gegebenheiten der Welt erkannt hat, aber seine Überzeugungen doch nie so ganz hat liegenlassen. Ist ja weder schlecht noch unmöglich, wurde aber zu offensichtlich plakativ ausgequetscht. Es liegt an Klaußners guter Darstellung, dass die Figur Hardenberg mehr ist als ein sprechender MacGuffin.
Dass der Regisseur sich nicht auf eine Seite schlägt, sondern es den Geschehnissen überlässt, die Rollenfiguren zu werten, ist einerseits gut, fällt ihm aber mitunter auf die Füße, da sich diese Strategie auch dank der sanften Inszenierung oftmals als Unentschlossenheit oder Anbiederungsversuch bei allen Seiten auslegen ließe.
Ein wenig Räuber-und-Gendarm Charme. Etwas coming of age Rebellion. Eine Prise Kapitalismuskritik, kombiniert mit der Einsicht, dass nicht jeder wohlsituierte, konservativ angehauchte Mitbürger gleich ein reaktionärer Kapitalismuskapitän ist.
Also ganz versöhnlich alles in allem.
Ganz genau wie der klischeehafte ZDF Zuschauer seine Welt haben möchte, wenn er sich nach dem Ansehen den Schlafanzug über die Unterwäsche zieht und dann von der Abzahlung seines Bausparvertrages träumt.
Mir fehlt da die Komplexität, eine Anklage in Richtung des mangelnden Unrechtsbewußtseins. Dafür, dass dieser Film gesellschaftkritisch sein möchte, bedient er viel zu romantisierende Stadtguerillaklischees. Mit der sanften Vorstellung, etwas ändern zu werden, die Gesellschaft zu retten, sind schon viele naive junge Menschen in idiotische Organisationen gerannt.
Wenn man sich von der "Wir gegen die böse Welt" Romantik losmachen kann, wird man allerdings einen wirklich stark gespielten und technisch gut inszenierten Film sehen, der aber trotz enormer Möglichkeiten in diese Richtung zu keinem Moment als sozial relevant durchgehen kann. Dafür bleibt er einfach zu brav, was sich natürlich für den cineastischen Absatz recht gut macht...
11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
SamRamJam 2010/12/30 01:38:07
Kommentar löschenEieiei was soll man zu diesen Film sagen?! Er versucht irgendwie politisch daherzukommen und unterteilt seine Botschaft in zwei Hälften der Prognose und Analyse. In dieser Reihenfolge sicher intressant aber leider aus dem Ruder gelaufen. Die erste Hälfte zeigt die ''Aktionen'' der beiden Revoluter, die Bestätigung des Mädels in der Ansicht der gemeinen ''Bonzen'' und ein paar Gesellschaftlichen Bildern (S-Bahn) sowie die für diese Art Film typischen Parolen. Schon in dieser ersten Hälfte erscheint einiges nicht Richitg. Die Hauptperson erwähnt zwar die Nichtigkeit des Kampfes, jedoch wird darauf nicht eingegangen. Grundlegende Fragen werden nicht ausgeschöpft wie etwa: - bringt ein Kampf etwas wenn man nicht gewinnen kann; - bringt ein Kampf etwas wenn die Botschaft nicht verstanden wird; - Inwieweit beeinträchtigt man ''Unschuldige'' in dem Versuch sich der eigenen Beeinträchtigung des Systems zur Wehr zu setzen und inwieweit unterscheidet man sich dann noch selber von eben diesem?
Fragen die der Film einem schuldig bleibt, die Handlungen der Personen sind unlogisch. Die Proben nicht die Revolution, sie benehmen sich wie kleine, schmollende Kinder die nicht das kriegen was sie haben wollen und somit anderen die Schuld geben die nach den Regeln gespielt haben.
Dann kommt die zweite Hälfte der Analyse, die die vorangegangenen Prognose in Frage stellt indem auch die Gegenseite aufgeworfen wird. So Gegen ist die Seite jedoch gar nicht, rekrutierte sich der Bonze doch aus den ehemals eigenen Reihen. Hier also wieder ein Knackpunkt bei dem ich gerne eingehackt hätte. Wo verläuft die Grenze zwischen denen die ''oben'' stehen und jenen die ''unten'' sind. Kann man nur nach oben indem man die vorgegebenen Regeln befolgt, kann man das System nur von oben ändern, ist es dann schon für Veränderungen zu spät weil man unweigerlich zu sehr ein Teil des Ganzen geworden ist? Statt eine dieser Fragen näher zu beleuchten will der Film dann aber plötzlich lieber Teeny Drama sein wo ein Mädchen zwischen zwei besten Freunden steht. Gepaart wird das Ganze noch mal mit einigen Parolen, Logiklöchern in der Handlung (die sich zunehmend verabschiedet) und noch mehr Liebesgesülze.
Das Ende macht dann ebenfalls keinen Sinn, egal welche Fassung man nimmt [ACHTUNG SPOILER]. Wieso verfällt der Bonze in das alte Muster? Wo ist die Läuterung oder zumindenst die Auseinandersetzung mit dem Thema? Zuerst flieht der Herr nicht obwohl er viele Möglichkeiten gehabt hätte, lieber palavert er über die Generation '68 und dem damaligen Umdenken. Dann will er aber doch nicht mehr umdenken und ist wieder lieber der alte? Und gibt somit den Jugendlichen recht, die ihn wiederum zuvor durch die Entführung in seiner Meinung bestätigten? Höchst konfus.
Wirklich gefallen haben mir die Darsteller und die schlichte Umsetzung. Der Inhalt ist jedoch für solche die mit UdSSR Flagge, Ché Guevara T-Shirt und DDR Memorabilia in ihrer Stube hocken, große Reden über soziale Gerechtigkeit schwingen, ernsten Fragen ausweichen und eigentlich selber gar nichts unternehmen sondern nur motzen und den anderen auf der Tasche liegen, sich dabei sogar Gerechtfertigt fühlen in ihrer Nichtrechtfertigung. Wäre der Film nur bei der ersten Hälfte geblieben und hätte noch einige der oben genannten Fragen bearbeitet, er wäre um einiges intressanter gewesen.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Mr. White 2010/12/13 23:52:49
Kommentar löschenDer Film "Die fetten Jahre sind vorbei" zeigt die Geschichte der drei Freunde Jan, Jule und Peter, die die Welt verändern wollen. Sie wollen den "Bonzen" Angst machen, indem sie ihre Villen einbrechen und die Möbel verstellen, damit diese sich beobachtet und verfolgt fühlen. Alles läuft gut, bis sie von einem Manager im Haus überrascht werden, diesen entführen und aufs Land fliehen.
Von der dreckigen Großstadt, wo sie eigentlich ihr Glück und ein fröhliches Leben besaßen, geht es nun in die schönen, großen Berge, wo ihre Probleme erst richtig anfangen. Die jungen Revolutionäre erkennen im gekidnappten Reichen, dass dieser kein schlechter Mensch ist und in seiner eigenen Jugend selbst für das stand, für was die drei Freunde heute stehen. Foglich enstehen Diskussionen über Moral, Recht und Unrecht und die Staatsform. Hier bricht der Film aus seiner Subjektivität aus, der die Revolutionäre vorher als "Gute" präsentiert hat und zeigt die Grauzone, in der diese stehen. Er zeigt, dass dieses revolutionäre Denken nicht immer realistisch durchsetzbar ist.
Das Ende jedoch zerstört diese Nachricht und der Film verfällt am Ende wieder in seine alte Schwarz/Weiß Sicht, indem die kritische Jugend mit ihrer Revolte doch wieder als die Guten repräsentiert werden und die "Bonzen" als die Lügner und herzlosen herhalten müssen. War das nötig? Die letzten zehn Minuten des Filmes hätte man einfach wegschneiden müssen. Denn dann, wäre der Film mit einem Unterton ausgegklungen, der zeit, dass man aus dem Extremdenken aufwachen soll.
Fazit:
"Die fetten Jahre sind vorbei" bietet an sich nichts innovatives, aber auch nichts extrem negatives, was weiterhin nennenswert wäre. Das Besondere an dem Film war, dass der Film aus der Extremität der Pole zwischen der Jugend und der Oberschicht hinaustrat und dies Objektiv beleuchtete. Doch traute man sich wohl nicht ganz, solche Wege vollständig zu gehen und legte am Ende die Lager wieder genauso hin, wie sie vorher standen.
Kommentar gefällt mir Antworten
Filmkenner77 2010/11/14 13:15:15
Kommentar löschenDie durchweg guten Darstellerleistungen machen diese Mischung aus Tragikomödie und hintergründiger Gesellschaftskritik zu einem der besseren deutschen Filme der letzten zehn Jahre.
Kommentar gefällt mir Antworten
Hellbilly 2010/10/01 18:00:00
Kommentar löschenAn sich greift das Film ein brisantes Thema auf und regt auch zum Nachdenken an, schafft es für meinen Geschmack aber zu wenig, auch zu vermitteln, dass ein Umdenken in der Gesellschaft nur durch Dialog zu erreichen ist.
Letztendlich rückt er die von Idealen geprägte Sichtweise der drei Entführer zu sehr ins Licht und stempelt das Opfer gleichsam zu sehr als das unverbesserlich Böse ab - hier hätte ich mir eindeutig mehr Objektivität gewünscht, um dem Zuschauer mehr Raum zu lassen, eine eigene Meinung zu entwickeln.
Dennoch ist der Film ganz nett gemacht und durchaus zu empfehlen.
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DerFilmeKenner 2010/09/02 01:48:27
Kommentar löschenIch hab den Film so aufgefasst, als ob er keine Meinung hätte. Ich hab so getan, als ob er einfach nur eine Geschichte erzählen wollen würde. Und so hat er auch die 6 verdient. Ansonsten: Ziemlich grober antikapitalistischer Schwachsinn. Ein wahrer Anarchist hat kein Auto. Ein wahrer Anarchist trägt keine Kleidung und raucht nicht. Ein wahrer Anarchist lebt wie Diogenes!
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
schote 2012/01/11 23:04:26
Antwort löschen"Ein wahrer Anarchist hat kein Auto. Ein wahrer Anarchist trägt keine Kleidung und raucht nicht. Ein wahrer Anarchist lebt wie Diogenes!"
Welcher wahre Anarchist hat dir denn sowas erzählt?
nattfoedd 2010/09/02 01:46:44
Kommentar löschenWohlfühlkino für unsere in Berlin und anderswo "Bonzen-Karren"-abfackelnden Wohlstandskinder und jene die es noch werden wollen. Etwas selbstverliebt mit einigen schlechten und einigen guten Szenen, der Einsatz der Handkamera war stimmig und machte den Film rund, ist heute bzw 2004 aber genauso revolutionär wie das dümmliche Gelaber der Protagonisten.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
MarlaWiesenheimer 2010/07/21 15:14:14
Kommentar löschenBeachtlicher Film. Wo die Gefahr groß war, in Diskurs-Dialogen zu versinken, schafft es Weingartner, die Geschichte lebendig zu halten – und, was leider selten ist, einen ausgesprochen eigenständigen Film zu erschaffen.
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Super8951 2010/07/09 11:19:57
Kommentar löschenBolschewistischer Propaganda Müll.
Kommentar gefällt mir 4 Antworten
RaekOne 2010/07/16 23:13:32
Antwort löschenDu scheinst ja sehr objektiv mit diesem Film umzugehen du Leuchte.
Super8951 2010/07/18 14:42:44
Antwort löschenHätte ja nichts dagegen wenn er irgendwie noch spannend wäre, aber leider ist der Film der totale Gähner.
Alle 4 Antworten zeigen
Cpt.Gambit 2010/08/15 14:59:50
Antwort löschenUnd dein Kommentar scheint neoliberal oberflächlich zu sein.
Cpt.Gambit 2010/08/15 14:59:56
Antwort löschenUnd dein Kommentar scheint neoliberal oberflächlich zu sein.
eigenfrequenz 2010/04/26 14:27:09
Kommentar löschenStark überbewertet. Ist mir nach Weingartners Selbstverherrlichung in 'Free Rainer' noch unsympathischer geworden.
An sich nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie er zu sein glaubt.
Kommentar gefällt mir Antworten
alanger 2009/10/12 19:30:31
Kommentar löschenich mochte diesen kleinen, sehr hübschen beitrag zum zum thema: "etwas gelangweilte, aber nett ausschauende wohlstandskinder probieren (ein bischen) die revolte, vögeln in netten berghütten und ärgern etablierte alt-68er studienräte" ganz gerne.
vive la révolution! oder so.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten
sikkmeidack 2009/11/24 17:30:04
Antwort löschenrevolucionar la vida
Schlegel 2009/10/10 17:17:50
Kommentar löschenFür Dialoge ohne Subtext gilt: Hast du eine Botschaft, sende sie mit der Post.
8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
Tyler 2009/10/12 00:02:50
Antwort löschenSehr treffend formuliert
Alle 3 Antworten zeigen
pellekraut007 2009/10/12 10:53:00
Antwort löschenDito!
drfuckyou 2010/06/08 16:47:49
Antwort löschenElendig selbstgefälliger Dreck.
Deep Ford 2009/09/22 20:12:22
Kommentar löschenWas am Anfang mit einer ganz netten Idee überrascht (die Erziehungsberechtigten machen Villabesitzern ein bißchen Angst), verfällt leider im Verlauf des Films zunehmend in Pseudo-Revoluzzer-Gequatsche. Die montage à trois ist irgendwie glaubwürdiger als das ganze Drumherum. Und ja, natürlich ist der böse Millionär früher ganz anders gewesen und war ein Duzfreund von Dutschke und Konsorten.
Ketzerisch könnte man Weingartner die These unterstellen, dass derlei Klischeeautonome und -anarchisten grundsätzlich nur Phrasendrescher seien. Wäre eine interessante These und zumindest ein gewagter Ansatz; letztendlich muß man aber fürchten, dass dem nicht so ist, sondern dass der Regisseur die stumpfe Darstellung der Charaktere und ihrer Überzeugung für glaubwürdig hält und den Film ernst meint...
Schon wieder ein kontroverses Thema weichgespült für's deutsche Abendprogramm. Und ich warte weiter auf einen richtig guten Revoluzzerfilm. Wer kann mir einen empfehlen?^^
P.S.: Drei Punkte für den coolen Bulli.
4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
stalker 2009/09/23 00:30:56
Antwort löschenDer schönste deutsche Revoluzzerfilm ist natürlich "Das Lied der Matrosen", aber auch "Thälmann - Sohn seiner Klasse" von Maetzig kann sich revolutionstechnisch (und natürlich auch propagandistisch) sehen lassen. Und sonst? "Baader" hat mir überraschender Weise gefallen. Und der beste Film über die RAF ist "Das Phantom".
Deep Ford 2009/09/23 07:20:42
Antwort löschenHey, danke für die Tipps, die werde ich mir alle mal zu Gemüte führen. "Baader" habe ich schon gesehen und der hat mir auch gut gefallen. :-)
Redapple 2009/08/18 21:36:36
Kommentar löschenGanz netter Film mit schönem Ende. Daniel Brühl kann ich ja wirklich leiden aber es gibt bessere mit ihm.
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sikkmeidack 2009/08/17 03:06:28
Kommentar löschenJedes Herz ist eine revolutionäre Zelle. Die meisten Herzen sind ein assimiliertes Produkt der Kausalitäten. Widerstand ist ja so dermaßen out. Die Diktatur der Angepassten. Der Film ist keine Sensation, aber setzt zumindest die arriviert-korrumpierte Spitze des zynischen, egomonanischen Kapitalismus und stellt das Thema in Frage/zur Diskussion. 120 Milliarden für Hypo-Real-Estate mit Nachschlag.
Ensslin, Meinhoff, Baader. I adore you.
Ein Filmversuch, verkrustete Cognitionen neu zu überdenken. Für mich gelungen.
Für andere, die mit der RAF ein neues Computertool verbinden, ist das "Burgfriedenkitsch". Grüße an den Menschen mit der defizitären Abgrenzungsfähigkeit.
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stalker 2009/11/14 21:39:12
Antwort löschenDamals gabs noch gar keine Computer. Also keine richtigen. Und auf Burgen gabs auch keinen Strom. Jetzt schon, also, wenn da ne Ausstellung ist, zum Beispiel. Aber was das ganze mit der RAF soll, da versteh ich nur Flugzeug.
sikkmeidack 2009/11/17 19:34:01
Antwort löschenDas mit der RAF ist dir also SCHLEYERhaft, hm? Du verstehst doch aber schon Flugzeug. Na, siehste! Flugzeug, die Entführung der Landshut-Lufthansa, Mogadischu und zack... schon is der Schuh feddisch,... so und jetzt kommst du.
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Schlegel 2009/11/24 16:30:29
Antwort löschenhttp://www.raf.mod.uk/
sikkmeidack 2009/11/24 17:22:00
Antwort löschenNa, und die Royal Airforce macht daraus schon erst recht ein/einen Mogadi-Schuh.
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