Die fremde Familie

Die fremde Familie (2011), DE Laufzeit 90 Minuten, Drama

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von Stefan Krohmer, mit Katja Riemann und Thomas Sarbacher

Robert (Fritz Schediwy) ist nach einem schweren Unfall zu einem Pflegefall geworden. Als seine Tochter Ira Wolfens (Katja Riemann) davon erfährt beschließt sie kurzfristig ihn zuhause zu pflegen. Das macht sie obwohl ihr Vater sie und ihre Mutter schon sehr früh verlassen hat um einen neue Familie zu gründen. Jedoch mit der Pflege ihres Vaters, versucht Ira sich ihrem Vater zu beweisen.
Doch durch die horrenden Pflegekosten weiß sich Ira jedoch nach kurzer Zeit nicht anders zu helfen, als eine osteuropäische Pflegekraft einzustellen. Elisaveta (Katharina Nesytowa) muss schwarz für Ira arbeiten, dies geschieht jedoch sehr zum Missfallen von Iras Mannes Marquard (Thomas Sarbacher), der auch als Lokalpolitiker tätig ist und obendrein Iras Vater noch nie leiden konnte.
Doch nicht genug der Probleme erscheint plötzlich Bernd (Stephan Luca), Iras jüngere Halbbruder auf der Türschwelle. Bernd hat in seinem Leben noch nie etwas zu Stande gebracht und wurde trotz dessen immer von seinem Vater bevorzugt. Als sich Bernd in die Pflege des kranken Roberts einmischt, kommt er Elisaveta sehr nach und beginnt bald eine Affäre mit ihr. Damit scheint Iras leben endgültig aus den Fugen zu geraten.

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Kommentare (4) — Film: Die fremde Familie


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lolanil

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Sicher ein realistisches Szenario, das deutlich macht, was zu bedenken ist, wenn man einen Angehörigen pflegen will. Die Ausgangssituation hier ist denkbar schlecht. Nicht nur, dass die Beziehung Iras zu ihrem Vater schlecht ist, woran er auch nichts ändern will und seine Zuwendung, auch finanzieller Art, dem Sohn aus zweiter Ehe zukommen lässt, der ein Verlierer mit hochfliegenden Plänen ist, über keinerlei Selbstkritik verfügt und ohne Rücksicht auf andere lebt. Für ihren Stinkstiefel von Vater setzt Ira ihre Ehe aufs Spiel, die allerdings wohl vorher schon auf tönernen Füßen stand. Es wird von Anfang an nicht offen gesprochen über Iras Motivation, sonst hätte sie eher eine Therapie gemacht und den Alten ins Heim geschickt. Dass sie nach allem Ärger und der fehlenden Anerkennung für ihren Einsatz, auch noch ihren Halbbruder und die mittlerweile zu dessen Freunding mutierten Pflegehilfe aufnimmt, ist mehr als unglaubwürdig, ist das ein Akt der Selbstzerstörung auf Raten oder einfach nur Blödheit? Pflege ist schwierig und man muss einiges aufgeben, wenn man sich darauf einlässt. Wichtig ist auch die Frage nach der Beziehung zu der zu pflegenden Person, ist die vorher schon schlecht, wird es in der Regel nicht besser. Anerkennung und Dankbarkeit sollte man auch nicht erwarten, in der Regel werden die gelobt, die nicht vor Ort sind und sich alle Schaltjahr mal sehen lassen. In der Kindheit vermisste Zuwendung lässt sich nicht nachträglich einfordern und es muss klar sein, dass ohne Rückhalt von Seiten der Familie nichts geht. Der Film ist gut gespielt, trifft die Kernproblematik, was Pflege betrifft und reisst an, welche Probleme sich auftun, wenn man sich darauf einlässt. Was mir fehlte bei der Figur Iras, die ja eine Frau von heute ist, mit einem Beruf, den sie offensichtlich gut macht, war ein wenig mehr Selbstbewusstsein und Kampfgeist.

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based_god

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Bewertung6.0Ganz gut

Da hat man zuviel gewollt.

Schön gemacht, wie die Geschichte zwar mit einem klaren Anfang, aber ohne definiertes Ende auskommt. Was schade war, dass die Geschichten nicht konsequent zu Ende erzählt wurden... So hat man das Gefühl, der Film hätte in 90 Minuten passen müssen... Die Schauspieler sind über dem TV-Niveau.

Im Endefekt aber trotzdem ein guter TV-Film..

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Philisiphie

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Bewertung9.0Herausragend

Auf den Film aufmerksam geworden war ich bereits am Tag der Ausstrahlung. Beim durchschalten bin ich doch glatt bei dem sehr attrativ gestalteten Intro hängen geblieben. Das ist doch mal ne schicke Art den Stab vorzustellen, dacht ich mir. Aber natürlich hat der Film neben einer gut gewählten Eingangsschrift auch noch mehr zu bieten. Die eigentlich nicht sehr ungewöhnliche Geschichte wird auf eine Art erzählt die angehem natürlich und echt wirkt. Und trotz dieser Normalität entwickelte sich nichts so wie ich es erwartet habe. Gerade zum Ende hin ertappte ich mich, dabei wie ich immer wieder versuchte mir ein mögliches Ende zu überlegen. Und als dieses nicht eintrat wurde mir bewusst, wie sehr meine Vorstellung doch von kitschig anmutenden Ami-Streifen geprägt ist.

Nun denn ... auf jeden Fall: ein Film, der zum Nachdendenken über die eigene Zukukunft anregt und zu einem ruhigen Abend mit einem Glas Wein passt.

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Sigmund

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Bewertung9.0Herausragend

Liebe verantwortliche Redakteure, vielen Dank für diese Sternstunde des deutschen Fernsehens, und für die Hoffnung auf weitere Filme von vergleichbarer Qualität!
Seitdem auf den wenigen Programmplätzen für deutsche Produktionen (vor Mitternacht) fast nur noch Intelligenzbeleidigendes gezeigt wird, tut es gut zu sehen, dass es auch anders geht: "Die fremde Familie" ist Fernsehen mit hochpräzisem Blick für lebensechte Familiendynamiken - zwar eher arm an einprägsamen Bildern, aber umso reicher an geradezu einzigartig klugen Dialogen und trefflichen Wendungen und Konflikten.
Obendrein gelingt es dem Film, seine Charaktere so hellsichtig, modern und wahrhaftig zu zeichnen, dass er weit davon entfernt ist, sie an die gängigen Protagonisten- oder Antagonistenklischees zu verraten. Höchster Anspruch, dabei kurzweilig wie ein guter Krimi - öffentlich-rechtliches Fernsehen wie es sein sollte. Chapeau!

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