Mercenario – Der Gefürchtete

Il mercenario (1968), IT Laufzeit 107 Minuten, FSK 18, Komödie, Western, Kinostart 22.04.1969

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7.9
Kritiker
5 Bewertungen
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7.7
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114 Bewertungen
15 Kommentare
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von Sergio Corbucci, mit Franco Nero und Jack Palance

Sergio Corbuccis Italo-Western Mercenario zeigt Franco Nero als Polnischen Söldner in Mexiko, der gemeinsam mit einem Minenarbeiter eine Revolution starten soll.

Mexiko 1910: In den Zeiten der Revolution lässt sich als Waffenhändler gutes Geld verdienen. Einer der erfolgreichsten im Geschäft ist Söldner Kowalski, genannt “Der Pole”, der gegen gute Bezahlung für alles bereit ist. Er wird von Minenarbeiter Paco angeheuert, ein kleines, unterdrücktes Dorf bei der Rebellion gegen einen Grubenbesitzer zu unterstützen. Doch der Großgrundbesitzer hat auch einen “Berater” – einen ehemaligen Spieler, der Paco und den Polen aus persönlichen Gründen und wegen der ausgesetzten Belohung fangen will.


Cast & Crew

Regie
Schauspieler

Kritiken (2) — Film: Mercenario – Der Gefürchtete

SoulReaver: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

[...] Wenn Ennio Morricones meisterhafte Komposition immer wieder erklingt, dabei aber nie den störenden Faktor wie sein ständiger Einsatz in Sergio Leones solidem Italo-Startschuss »Per un pugno di dollari« erreicht, dann ist das auch ein grundlegender Beweis dafür, wem das Genre-Zepter nun in Wahrheit gebührt und wer Atmosphäre erzeugen kann, anstatt sie mit einer dilettantischen Penetranz im Keim zu erdrücken. Der famose Shootout in der Stierkämpferarena bandagiert dann all die Elemente, die man von Corbucci und dem Genre im Allgemeinen bereits lieben gelernt hat und in diesem Moment ist der Meister in »Il mercenario« auf seinem inszenatorischen Gipfel angekommen, zusammen mit der entfalteten Wirkung von Morricones »L'Arena«. Am Ende reicht es dann zwar nicht ganz zum Meisterwerk, dafür ist Corbucci ein verdammt starker und keinesfalls substanzloser Western gelungen.

Kritik im Original 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Oceanic6

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Klasse !! <3


SoulReaver

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:-*


Oceanic6: CinemaForever

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8.0Ausgezeichnet

"Dream, Paco, but dream with your eyes open."
Erneut Dialoge, die tiefsinniger sind als man im ersten Moment glaubt, erneut Franco Nero in der Hauptrolle, erneut Sergio Corbucci als Regisseur, zudem Jack Palance als Bösewicht. Was kann da schon schiefgehen? Tatsächlich ist 'Il Mercenario' erneut ein Western, wie er im Buche steht. Und erneut quetscht Corbucci hier alle seine Adern, ob romantische, blutige, politische oder humorvolle, bis zum letzten Tropfen aus. Zwar gelingt ihm damit nicht sein bester Film, aber von Neuem ein Genrebeitrag aller erster Sahne. Der Film präsentiert Bilder für die Ewigkeit, witzige Dialoge und Situationen en masse, was aus 'Il Mercenerio' mehr eine Western-Komödie denn einen typischen Western macht. Dabei vergisst Corbucci aber nicht für die nötige Ernsthaftigkeit zu sorgen. Es muss/darf mitgedacht und mitgerätselt werden. Viele Symbole und wie in jedem seiner Filme eine ernstzunehmende politische Thematik prägen dieses…

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Oceanic6

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Nein, die besten Shoot-outs haben für mich immer noch Django, Spiel mir das Lied vom Tod und Zwei glorreiche Halunken! :) Dieses hier ist aber sicherlich unten den besten. -.-


filmschauer

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Eine gute Wahl. Ich mochte den Film und liebe die Morricone-Musik. Bitte noch mehr Corbucci-Reviews! :)



Kommentare (13) — Film: Mercenario – Der Gefürchtete


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EvertonHirsch

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Sehr actiongeladener Revolutionswestern, der zwischendurch aber auch durch einige Sprüche immer wieder für gute Laune sorgt und am Ende ein Duell bietet, das perfekt von Morricone unterlegt ist und mit guten Bildern eine wirklich sensationelle Atmosphäre erzeugt. Definitiv ein must see des Italowesterns.

Sehr gut gefallen hat mir vor allem Tony Musante, allerdings frage ich mich, wer für die Frisur von Jack Palance verantwortlich war.

"Wer mit dem Feuer spielt, verbrennt sich leicht die Finger"
"Ich trage Handschuhe"

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filmfreak23

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Es gibt ja dieses Phänomen, dass man sich lange nicht an eine Sache herantraut und wenn man es dann mal gewagt hat, dann kann man nicht genug davon bekommen.
Und das Genre des Spaghetti-Western ist aus meiner Sicht ein gutes Beispiel dafür.
Aber ich will ehrlich sein, es benötigte schon einen "Django Unchained" um mich endlich rumzukriegen.
Mir wurde klar, der Quentin und ich sind ja praktisch seelenverwandt und er liebt diese Filme genau so sehr wie ich seine Filme liebe, warum sollten diese also auch mir nicht gefallen?
Ich sage nur: Experiment geglückt!

Sergio Corbucci´s Aufstieg und Fall - Story, bei der es meiner Ansicht nach (korrigiert mich wenn ich falsch liege) keine klare Grenze zwischen Gut und Böse bzw. richtig oder falsch gibt, also durchaus eine gewisse Vielschichtigkeit vorhanden ist, vor dem Hintergrund der mexikanischen Revolution, ist durchweg mitreißend erzählt und mündet in einem grandiosen Finale.
"Mercenario" überzeugt durch viel Atmosphäre, außergewöhnliche und sehr präzise Regiearbeit, Wortwitz und vor allem durch Franco Nero.
Scheiß die Wand an, der Typ ist ja der Wahnsinn!!
Der braucht eigentlich in einer Szene nur anwesend zu sein und schon steigt die Qualität dieser deutlich und das Herz quickt vor Freude, wann immer die Kamera sich ausschließlich auf ihn konzentriert.
All seine Bewegungen und Gesichtszüge sind pure Coolness.
Was aber für mich das absolute Highlight darstellt, ist der Score von Ennio Morricone, der jedes mal wenn er ansetzte mein Grinsen breiter werden ließ, da er schon in "Inglourious Basterds" und in "Kill Bill:Volume 2" meine Ohren verwöhnte.

Fazit:
Ein raffiniertes, äußerst unterhaltsames und episches Stück Film.

PS:
Ich werde jetzt erst einmal die restliche Western-Unchained-Kollektion durchforsten, dann kommen die großen Kaliber wie die Dollar-Trilogie und "Spiel mir das Lied vom Tod".
Hach ja, das werden garantiert noch viele vergnügliche Stunden.

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JackoXL

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Genreikone Sergio Corbucci spielt sein Können konsequent aus und serviert mit "Mercenario" erneut Spaghettiwestern al dente. An seine Meisterwerke "Django" oder "Leichen pflastern seinen Weg" kommt er zwar nicht ganz ran, aber deshalb sind das auch Ausnahmefilme. Die Story von "Mercenario" ist nicht außergewöhnlich, er watet nicht knietief durch Pferdescheiße wie "Django" oder bietet ein frostiges Szenario wie "Leichen pflastern seinen Weg", dürfte das Herz jedes Italo-Western Fans trotzdem höher schlagen lassen. Wenn die Kamera Franco Neros tiefblaue Augen im Close-Up einfängt, Ennio Morriconnes Musik erklingt und die Kugeln fliegen (es gibt auch wieder ein Maschinengewehr, nur ohne Sarg) stimmt einfach alles. Die charismatischen Hauptdarsteller (neben Nero noch Tony Musante und Jack Palance) und die wunderschöne Giovanna Ralli sind ideal besetzt, die Actionsequenzen toll gefilmt, das (fast) finale Duell ist sensationell eingefangen. Corbucci setzt nicht nur auf seine gewohnte Härte, "Mercenario" hat durchaus auch viel Humor zu bieten, ohne das dies den Film in eine unpassende Richtung lenken würde. Außerdem erklärt Nero anhand einer nackten Frau sehr plastisch, wie eine Revolution funktioniert, vorbildlich, das nenne ich moderne Lehrmethoden.
Ausgezeichneter Genrevertreter vom Fachmann, was will man denn mehr?

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filmschauer

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Das Wort 'Spaghettiwestern' lese ich zwar nur äußerst ungern, die Wertung gefällt mir aber umso besser.


JackoXL

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Ich habe mir das ja nicht ausgedacht, ist halt ein fester Begriff. Klingt sehr abwertend, aber speziell du weißt ja, das ist nix schlimmes. Mir gefallen die Italos in dem Bereich in der Regel besser, als die "richtigen" Western. ;)


Looki

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Bewertung6.0Ganz gut

nette westernkost für zwischendurch, man erkennt auf jeden fall corbuccis handschrift, der film ist aber schon fast mehr mexico als spaghetti western. durch und durch gelungener filmscore von morricone dessen musiktitel man auch in Kill Bill wiederfindet. ich steh auf diese musik! ansonsten rau, dreckig, brutal, schöne shootouts und explosionen aber doch immer mit einer prise humor gewürzt. gute unterhaltung aber muss man glaub ich nicht unbedingt gesehen haben, in diesem sinne "viva la revolution"

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chmul_cr0n

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Revolution macht nen spaßigen Eindruck. :>

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phoenix409

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Bewertung7.0Sehenswert

Mehr Mexico- als Italowestern ist Corbucci's Revolutions-Siesta kein durchweg mitreißender, dafür aber ein durchweg sympathischer Film voll von raubeinigen Halunken, denen der Klang des Wortes "revolución" nicht nur so gut gefällt wie mir, nein, denen es tatsächlich auch noch nach konsequenter Ausführung derselben dürstet. Blöderweise sind sie allesamt intellektuell bescheidene Minenarbeiter, die eigentlich keine Ahnung haben, wie man sowas überhaupt macht. Da kommt der smarte Loner Kowalski, den man "den Polen" nennt, gerade recht. Denen, weil er ein gerissener Hund ist und was vom Revolutionshandwerk versteht und sich gegen Bezahlung als "ausführender Produzent" engagieren lässt und mir, weil niemand so genial-bescheuert Streichhölzer zu entzünden vermag. Die flinken Ratscher an verschwitzen Bärten, gut gefüllten Büstenhaltern und toten Fußsohlen sind Highlights, die mich neben Morricone's gut gelauntem "ay caramba!" darüber hinweg sehen lassen, dass "Mercenario" nicht immer so genau weiß, was er eigentlich erzählen will und deshalb schnell mal in die ein oder andere Länge gerät.

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Oceanic6

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Mit kleineren Längen gebe ich dir recht, ansonsten aber ein 1a Western. :)


DerDude_

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Bewertung7.0Sehenswert

Mercenario ist ein richtig guter Unterhaltungsfilm mit "Django"Franco Nero.Macht richtig Laune.

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derblonde

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Bewertung9.0Herausragend

Zählt definitiv zu den besten 8 Italowestern aller Zeiten und das ungekürzte DVD Release war längst überfällig.
Darstellerisch und musikalisch stimmt hier einfach alles.
Mein Lieblings-Corbucci, da in seiner Aussage nicht so nihilistisch wie Silencio und obendrein humorvoll.
Hätte Corbucci doch in alle seiner Filme soviel Leidenschaft gelegt, sein Gesamtwerk wäre eines der besten forever.

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maslobojew

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Bewertung7.0Sehenswert

Für mich einer der besseren Italo-Western. Dabei finde ich, dass Corbucci mit Il grande silencio (Leichen pflastern seine Weg) seinen mit Abstand besten Beitrag abgeliefert hat. Ich war allerdings schon hocherfreut, diesen Film endlich mal sehen zu können, denn eine DVD-Veröffentlichung war mir bis dato nicht bekannt. Den Soundtrack (Morricone) habe ich schon seit langem in meiner Sammlung und es war mir einfach schon deswegen wichtig, dieses Werk mal sehen und hören zu können. Unterhaltsam ist es, dabei kommt es an die Regieleistungen eines Sergio Leones nur punktuell heran, da stellt sich dieser Zauber bezüglich der Langzeitwirkung (Indikator: will ich immer wieder sehen), für mich wohl eher nicht ein. Trotzdem ein interessanter Zeitvertreib.

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JimiHendrix

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Einer der wirklich guten Revolutionswestern aus italienischer Regiehand.

Man muss in diesem Genre einfach nur Serio mit Vornamen heißen und schon ist einem das Talent gute Italowestern zu drehen in den staubigen Schoss gelegt. Egal ob Sergio Leone, Sollima oder Corbucci, sie alle leisteten die besten Beiträge zu diesem Spagetthiwesterngenre.

Sergio Corbucci schuf mit Fanco Nero als Sergej Kowalski einen der coolsten Polen im Filmgeschäft. Dieser abgezockte Blondschopf mit der Geldgier in den Augen und den listigen Plänen im Kopf sorgt den ganzen Film über für furore.

Auch Tony Musante, als tölpeliger Zufallsrevolutionsheld Paco Roman trägt mit seiner klamaukig-rauen Erscheinung gekonnt zu hohem Unterhaltungswert bei. Er kann sogar den Vergleich mit seinem weitaus bekannteren Remake-Kollegen Tomas Milian aus "Zwei Companeros" standhalten.

Jack Palance als pikfeiner Bösewicht nervte mich hier wiedermal, ich für meinen Teil finde, dass er nicht in dieses Genre passt, leider konnte er es nicht unterlassen auch im Remake seine Visage zum schlechtesten zu geben.

Die Idee der zwei ungleichen Typen gab es schon des Öfteren in diesem Genre, wenn wir dabei nur mal an die Allinaz von Tuco und dem Blonden aus "Zwei Glorreiche Halunken" denken, wird ein aufheulen in der Zwerchfellregion schon vorprogrammiert sein und so war es auch in diesem Film. Wenngleich das Paar Kowalski/Roman nur bedingt so kongenial harmoniert wie es The Good und The Ugly vormachen, es bleibt ein Erfolgsmodell.

Die Story ist einfach und belastet den Zuschauer nicht mit konzentrationsbedingten Kalorienfressern, sondern bietet ein lautes und actiongeladenes Feuerwerk an Gefechten, seien sie mit Waffen oder dem Mund geführt, hier ist fast jeder Sprüch ein Volltreffer!

Den wie so oft genialen Soundtrack von Ennio Morricone, kennen viele bestimmt aus diversen Filmen Tarantinos und sorgt auch hier für gute Stimmung und die typische Italowesternatmosphäre, welche immernoch keinen Wüstenstaub anzusetzten scheint, zumindest nicht für mich.

Generell ein Unterhaltungsfilm, der weniger Wert auf die Story legt, sondern eher auf Action. Der Pole und der Mexikaner sorgen für die nötige Würze an Humor und runden dieses solide Gericht aus Italien geschmackvoll ab.

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filmschauer

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Filme von Sergio Corbucci sind ja immer so eine Sache: Mal stoisch und karg wie in "Leichen pflastern seinen Weg", zynisch und brutal wie in "Django" oder auch absolut albern wie in "Der Supercop". Ich würde mich (bisher) nicht als Fan seiner Regiekunst bezeichnen, sei es auch aufgrund der oftmals merkwürdigen Drehbücher, manch schwachen Charakterzeichnungen oder atypische Kamerabewegungen. Auch im sogenannten Revolutionswestern "Mercenario" aus dem denkwürdigen Jahr 1968 fallen diese Punkte teilweise auf. Das Heranzoomen für extreme Close-Ups oder schnelle Wegzoomen sieht man hier sehr häufig, fast schon inflationär, woran man sich erst einmal gewöhnen muss. Der eigentliche Plot gestaltet sich zuerst als ziemlich einfach. Der Söldner Sergej (Franco Nero) bildet in der mexikanischen Revolutionsclique um Paco (Tony Musante) den maßgeblichen Kampfstrategen gegen das Establishment, lässt sich jedoch fürstlich dafür belohnen, was später zu Problemen führen sollte. Daneben gibt es noch mit Jack Palance als Ricciolo einen vermeintlich genialen Bösewicht, wird von Corbucci leider nicht allzu oft in Szene gesetzt. Das Hauptensemble komplett macht schließlich die bezaubernde Giovanna Ralli, die Mitte des Films dazustößt.

Die politische Note des Films wird natürlich überdeutlich, nicht zuletzt in der denkwürdigen "Kopf-Rücken-Po-Szene", bei der mal ganz grundsätzlich die Ursachen und Folgen einer Revolution erklärt wird. Diese Art von Humor ist auch eines der großen Stärken des Films, besonders durch die wechselhafte Laune von Tony Musantes Charakter. Hinzu kommen nette Explosions- und Schussszenen, unterlegt mit einem wieder einmal hervorragenden Score des Meisterkomponisten Ennio Morricone, dessen mexikanischen Klänge einen schon im Vorspann mitreißen. Lässt man die vereinzelten Hänger im zweiten Drittel des Films außen vor, dann bekommt man einen sehenswerten und unterhaltsamen Italowestern serviert.

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Oceanic6

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Seh ich jetzt erst deinen Kommentar. Schön geschrieben, stimmt schon, seine Kamerabewegungen, etc. sind schon ungewöhnlich. Damals zwar hoch kritisiert, kann man nicht verleugnen, dass er damit seinen ganz eigenen Stil geschaffen hat. Und genau das liebe ich auch an seinen Filmen! ;)


filmschauer

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Danke. Einen eigenen Stil hat er, ohne Frage.


Blonder

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Söldner hilft einem Revolutionär Revolution zu machen. Alles schön und gut, aber dafür muß er ihm an Hand eines Beispiels (einer nackten Frau) erst mal erklären, was überhaupt Revolution ist.
Die Geschichte wird sehr temporeich und mit viel Wortwitz erzählt und natürlich ist sie mit einem super Score (Morricone) untermalt.
Dieser Western ist wahrlich ein Klassiker des Genre und ich weiss jetzt endlich welcher Soundtrack noch in meiner Sammlung fehlt.

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JimiHendrix

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den soundtrack hab ich schon..und hab eben auch gesehen, dass es den film endlich hier zu kaufen gibt, fehlt nurnoch 4 für ein ave maria, dann ist das herz eines italowesternliebhabers vollkommen beglückt ;D


Blonder

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Hab ihn mir gleich gekauft, als er raus kam


TomThurau

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Bewertung5.5Geht so

Ein mittelmäßiger Film über coole Cowboys inmitten des blutigen mexikanischen Bürgerkriegs, der in vielen Bereichen versucht, sein großes Vorbild "The Good the Bad and the Ugly" zu imitieren. Obwohl der Autor Luciano Vincenzoni auch am Leone-Klassiker mit geschrieben hat und viele Szenen offensichtliche Anleihen sind (etwa an das große Finale von GBU auf dem Friedhof, das hier -- allerdings nicht als Finale -- in einer Stierkampfarena stattfindet), fehlt es überall an Größe -- das betrifft die Regie (Corbucci ist eben KEIN Leone, so sehr er sich auch bemüht, es fehlt schlicht am Gespür für die richtigen Bilder und richtigen Worte zur richtigen Zeit) und die vergänglichen Dialoge ebenso wie die Darsteller (Franco Nero ist über B-Streifen später nicht hinaus gekommen -- die kann er aber gut, und genauso siehts auch hier aus, was durchaus nicht durchweg negativ gemeint ist).

Das Bleibenste am Film ist sicher die Musik von Morricone, die ja regelmäßig von Quentin Tarrantino zitiert wird, u.a. prominent in Inglorious Basterds. Aber so großartig diese Musik auch ist (und sie IST grossartig) -- selten hat ein Regisseur so wenig aus seinen Ingredienzen zu machen gewusst, und so wird auch der geniale Soundtrack fast "versendet". Auch hier fehlt dem Handwerker Corbucci schlicht das Gespür für Takt und Rhythmus. Und auch Jack Palance gibt sich alle Mühe, als schmieriger, homophiler Gangster gut rüberzukommen -- sein "Curly" ist Zitat vieler Ganoven, aber auch Inspiration für seine spätere Oscar-Rolle in City Slickers.

Am Ende (und es gibt gleich mehrere davon, was den Film auch nicht wirklich besser macht) war ich ein wenig enttäuscht von soviel Routine und Unpassendem -- und gleichzeitig irgendwie auch froh, wieder einmal gelernt zu haben, was für eine Sternstunde des Films Sergio Leone gelungen ist. Leone hat übrigens ein paar Jahre später, fast als Nachhilfestunde für den italienischen Kollegen, gemeinsam mit seinem Autoren Luciano Vincenzoni auch den definitiven Western über die mexikanische Revolution gemacht -- Duck You Sucker oder Once Upon a Revolution. So macht man das, Herr C.!

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