Die Große Depression

Die Große Depression (2005), DE
Laufzeit 87 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Kinostart 01.09.2005

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von Konstantin Faigle,

Die große Depression handelt von der kollektiven deutschen Depression, jener teutonischen Schwermut, die so zentnerschwer auf uns Deutschen lastet – tragisch, faustisch und eben: sehr deutsch. Dabei sind wir im internationalen Vergleich sicherlich nicht die Depressivsten. Man denke da nur an die Ungarn, die Finnen oder an unsere unmittelbaren Nachbarn die Österreicher. Aber unsere spezifisch deutsche Schwermut zeichnet sich durch einen besonderen Umstand aus: Wir sind schwermütig, beobachten dabei unseren eigenen Zustand und werden darüber noch schwermütiger. Wir leiden und jammern bis ins Unendliche und wollen schließlich alles andere sein, nur nicht hier und jetzt und schon gar nicht deutsch…


Cast & Crew


Kommentar — Film: Die Große Depression

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Bewertung7.0Sehenswert

Nach dem Film hat man keinerlei Depressionen, da Konstantin Faigle eine bezaubernde Mischung aus Selbstsuche und Gesellschaftsportrait gelingt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist sowohl seinen Interviewpartnern, als auch sich selbst gegenüber schonungslos - aber nie respektlos. Da rücken dann auch die tiefschwäbelnden Eltern vor die Kamera und eigene Jugenddepressionen werden thematisiert, genau wie zeternde Ehefrauen. Insgesamt vermittelt Faigle einerseits mit sich selbst als jungem Deutschem und andererseits mit den wunderbar authentischen Menschen, die ihm bei seiner frischen Suche über den Weg laufen, dass Deutschland gar nicht soviel Grund hat, depressiv zu sein. Faigle hat etwas vom BR-Dokumentarist Franz Xaver Gernstl und seinen Reisen (nicht nur ins Glück) - davon brauchen wir sowieso mehr.

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