Geistertexter

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Bewertung5.5Geht so

Die Liebe zwischen Struensee und Königin erlebte ich im Kino nur als Behauptung. Nichts in dieser aufgesetzten Amour Fou, die in der ursprünglich gedachten politischen Erzählung zu viel Raum einnimmt, läßt sich aus meiner Warte als romantische Innigkeit oder aufrichtige und letztgültige Hingebung deuten. Beide Hauptdarsteller lassen die Tiefe der von ihnen abgebildeten Charaktere in meinen Augen blass und ohne Esprit im wankelmütigen Spiel zwischen Macht und Lust verkümmern. Hätte das große europäische Thema der Aufklärung statt des ausgewalzten Herzschmerzes detaillierter im Dialog und auch in differenzierteren Nebenfiguren abseits des gezeigten Gut-Böse-Schemas seinen Ausdruck gefunden und im eigentlichen Zentrum der Handlung gestanden, wozu auch der König Chistian (großartig Mikkel Følsgaard) und dessen verhaltensoriginelle Eigenarten gehören, dann wäre es womöglich tatsächlich der Film geworden, der den Preis für das Beste Drehbuch auf der Berlinale 2012 verdient gehabt hätte.

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