Die Legion der Verdammten

Les misérables (1982), FR/DE
Laufzeit 187 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 28.10.1983

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Die Legion der Verdammten - Bild 3882413
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mit Lino Ventura und Jean Carmet

1815. Nach neunzehn Jahren Zwangsarbeit wird Jean Valjean aus dem grauenvollen Bagno von Toulon entlassen. Fünf Jahre Strafe bekam er, weil er ein Stück Brot gestohlen hatte. Es wurden 19, weil er mehrmals zu fliehen versuchte. Doch nun will niemand einem ehemaligen Sträfling eine Kelle Suppe oder ein Lager für die Nacht geben. Erst durch Monseigneur Myriel, einen mildtätigen Bischof, erfährt Valjean menschliche Wärme und Zuwendung. So kann er wieder an das Gute im Menschen glauben und sich ein neues Leben aufbauen. Als “Monsieur Madeleine” bringt es Valjean in kurzer Zeit dank einer Erfindung zum wohlhabenden Fabrikbesitzer und zum beliebten Bürgermeister der Stadt Montreuil-sur-Mer. In seiner Fabrik arbeitet Fantine, die ihre uneheliche kleine Tochter Cosette bei den habgierigen, skrupellosen Herbergsleuten Thénardier für ein hohes Kostgeld unterbringen musste. Sie erpressen die junge Frau mit immer maßloseren Geldforderungen, bis sie letztendlich ihretwegen zur Hure wird. Zur gleichen Zeit kommt ein Mann in die Stadt, der Valjeans Schicksal gnadenlos bestimmen wird: Inspektor Javert, einstiger Oberaufseher im Bagno, für den ein Sträfling immer ein Sträfling bleibt. Von ihm hört Valjean, dass ein Unschuldiger wegen Raubes an seiner Stelle verurteilt werden soll. Valjean stellt sich den Behörden. Doch bevor er wieder unschuldig ins Gefängnis geht, muss er ein Versprechen erfüllen, dass er Fantine auf dem Sterbebett gab: Sich um ihre Tochter Cosette zu kümmern. Mit einem Großteil seines Vermögens in der Reisetasche entkommt er Javert und zwingt die Thénardiers zur Herausgabe des Mädchens. Mit dem Kind zusammen taucht er in Paris unter, wo ihn Javert beinahe erneut aufspürt. Sie finden Zuflucht bei Fauchelevent, der die beiden aus alter Dankbarkeit aufnimmt.


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shadowhunting

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Bewertung9.0Herausragend

Die französisch-italienische Co-Produktion "Les Misérables" zeigt eindrucksvoll, wie es Drehbuchautoren, Schauspielern und Regisseur gelingen kann, ein rundum faszinierendes Werk zu schaffen, welches halbstündig eine erneute, aber plötzliche Klimax dem Zuschauer vor Augen führt und dadurch die scheinbar ewigen 187 Minuten dank rasch wechselnden Schauplätzen, aber auch dank einfühlsamer Ruhe (zur Erzählung einer inhaltlich ausgewogenen, historisch sehr interessanten und auch dramaturgisch spannenden Geschichte) energisch und erquickend bleiben. Der dramatische und mitreißende Aufbau der authentischen Zeitgeschichte, die wohl durchdachten Szenenwechsel, die technisch exzellent dargestellte Kulisse und das begnadete Schauspiel des eher unbekannten Maskenmannes namens Lino Ventura. Der Hauptdarsteller, sei gesagt, ist nicht allgegenwärtig, aber seine wechselhafte Charakteristik prägt maßgeblich die Ausstrahlung aller Personen im Laufe der Geschichte und die deutlichen charakterlichen Merkmale der Zentralfigur schweben immer wieder in andere Szenen wie ein schemenhafter Geist hinein um wesentliche Unterschiede der unterschiedlichen menschlichen Wesenszüge aufzuzeigen und Gedankenspielen beim Zuschauer zu mobilisieren. Ein großartiges Artefakt der filmerischen Philosophie und historisch unüblichen Auslegung der wirren revolutionären Ära im Frankreich nach Napoleon Bonaparte, im Frankreich des langen 19. Jahrhunderts.
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