Die Letzte Metro

Le dernier Métro (1980), FR
Laufzeit 131 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 28.10.1981

6.8 Kritiker
12 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2 Community
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von François Truffaut, mit Gérard Depardieu und Catherine Deneuve

Der jüdische Regisseur Steiner versteckt sich im Keller seines Theaters vor den Nazis. Nur seine Frau Marion kennt das Versteck. Jeden Abend steigt sie hinab, erzählt von den Proben und dem Leben oben. Je länger Steiner sich verbergen muss, desto mehr verliert er den Bezug zur Realität und schon bald verliert er auch seine Frau Marion, die sich in den Darsteller Bernard verliebt. François Truffauts Besatzungsfilm ist alles andere als todernst. Mit Ironie und Spitzfindigkeit inszeniert der Regisseur ein geniales Wechselspiel aus Theater und Wirklichkeit. Mit zehn Césars ausgezeichnet zählt “Die letzte Metro” zu Truffauts höchst dekorierten Filmen.

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Kommentare (5) — Film: Die Letzte Metro

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Sonse

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Bewertung5.5Geht so

Eine Schauspielerin versucht das Theater ihres "ins Exil verbannten" Mannes während der Besetzung Frankreichs durch die Nazis zu leiten.
Mich hat "Die letzte Metro" kalt gelassen. Viel von Truffaut habe ich wahrlich noch nicht gesehen, aber bisher konnte ich mich für keinen Film darunter wirklich begeistern. In diesem Fall war ich ob des Themas (Theater, Fiktion und Realität etc.) sehr zuversichtlich und wurde leider enttäuscht. Sicher, ich könnte jetzt ein paar Szenen und die Schauspieler einigermaßen loben, sehr schnell wäre ich jedoch schon bei jenem zweischneidigen Lob "sieht alles ganz hübsch aus", das nicht zufällig klingt wie ein "hat sich allzeit bemüht..." im Zeugnis.
Auf dem Papier klingt "Die letzte Metro" vielversprechend und der Film hat auch sämtliche Zutaten für reichlich Drama oder zumindest gutes Charakter- bzw. Schauspielkino, doch irgendwie zieht er einfach nur an einem vorüber. Die anderen Kommentare hier beruhigen mich, da ich sehe, dass es nicht nur mir so ging. Lasst diesen Truffaut besser nicht euren ersten sein.

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Sonse

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blub


Kängufant

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Da blubbere ich doch glatt mal zurück, denn ich bin der mit dem BLUBB!


dae-su

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Nach Truffauts Erstling erst der zweite Film, den ich von ihm gesehen habe - und man sieht die Jahre der Reife, die die beiden Filme trennen. Und das meine ich völlig wertfrei jetzt.

Le dernier métro, den ich glücklicherweise OV im Kino sehen konnte, überzeugt mich vor allem durch sein Drehbuch: Äußerst komplex das Ganze, der Film thematisiert das besetzte Frankreich anhand eines Theaterbetriebs, deutet still die sexuelle Befreiung an, indem er um Deneuves Charakter die Dreiecksgeschichte spinnt, behandelt das Thema Homosexualität und seine politische Schlagkraft im Nazi-Regime. Jeder Charakter, egal wie klein die Rolle ausfällt, bekommt eine nachvollziehbare Entwicklung. Insbesondere Depardieus Bernard Granger überzeugt durch seine vielschichtige Persönlichkeit: Nach außen schürzenjagend-sympathischer Theaterstar, im Inneren aber voller politischem Wut und Wille, im Untergrund gegen die Besetzung zu kämpfen. Und unfähig, seine politische Überzeugung hinter schauspielerischer Professionalität zu verstecken.
Die Darsteller sind tatsächlich durch die Bank hervorragend besetzt. Depardieu und Deneuve spielen stark, besonders Heinz Bennent und Jean-Louis Richard überzeugen aber in starken Nebenrollen.
Naja, und die Inszenierung ist grandios! Viele kleine Einfälle und Tricks, die die 131 Minuten zu einer sehr kurzweiligen Angelegenheit machen - von Längen hab ich hier nichts gespürt. Allein die Kirchenszene: Wortlos, von einem alles übertönenden Kinderkirchenchor begleitet, findet eine der spannendsten Szenen des Films statt, die Flucht des Untergrundkämpfers vor der Gestapo. Oder der inszenatorische Bruch, wenn sich Truffaut selbst zu Wort meldet, das Geschehen vorspult und die Weiterentwicklung der Charaktere beschreibt, um dann zu sagen, dass seine Geschichte aber noch gar nicht fertig ist und noch auf ihren Epilog wartet: Gold. Ansonsten sorgt die sehr klassische, reife, theaterhafte Inszenierung für eben jene Stimmung, die dem Ende des Film zu seinem Effekt verhilft: Wenn das geprobte Theaterstück sich im Prinzip als "Stück im Stück" entpuppt, bleibt nur noch Staunen. Der leise Humor, vor allem getragen durch Depardieu, rundet "Le dernier metro" ab und macht ihn alles in allem zu einem sehr unterhaltsamen, wirklich guten (Spät-)Werk Truffauts. Daumen hoch!

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Kubrick_obscura

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Bewertung6.0Ganz gut

Ein später Truffaut, mein erster zugleich und leider nicht so herrausragend, wie ich erwartet hatte.
Es fällt schwer zu entscheiden, worum es in dem Film eigentlich geht. Es gibt sehr viele Reibungspunkte. Roter Faden der Handlung ist die Inszenierung eines Stücks, dessen Handlung uns aber mehr oder weniger vorenthalten wird. Parallelen zwischen Spiel und Realität vermeidet Truffaut, was schade ist. Hervorragend fallen dagegen die Schauspieler aus. Depardieu, Deneuve und all die anderen spielen sehr echt und nah. Das Szenenbild wirkt da umso künstlicher, was gewollt erscheint und eine Theaterästhetik vermitteln soll, aber da die Zusammenhänge zwischen Bühne und Welt sperrlich ausfallen, hat das ganze nicht viel Sinn. Zudem hat mich das kaum vorhandene Figurengeflecht gestört. Erst am Ende kristallisiert die Dreiecksbeziehung heraus, davor existiert jede Figur praktisch für sich, was für einige Längen sorgt.
Wenn sich am Ende ein roter Kreis um Deneuves Gesicht zieht und die Credits anfangen zu laufen, wähnt man sich in einer Art Fernsehfilm, obwohl ich diesen Film NIE als TV-Niveau bezeichnen würde.
"Die letzte Metro" ist Erzählkino in hoher Qualität, das manchmal an das Qualitätskino erinnert, was die Nouvelle Vague doch eigentlich überwinden wollte. Schade!

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Lars will

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Bewertung6.0Ganz gut

Die Deneuve in ihrer stärksten Rolle. Und ein Haufen liebenswerter Theaterbesessener um sie herum. DIE Liebeserklärung an die Bühne.

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alanger

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

auf truffauts grabstein liegen immernoch ganz viele metro fahrscheine.

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