Die Mandela-Verschwörung

Endgame (2009), US/GB
Laufzeit 109 Minuten, FSK 16, Drama

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von Pete Travis, mit Jonny Lee Miller und Clarke Peters

Südafrika gleicht in den 80er Jahren einem Pulverfass. Während Nelson Mandela im Gefängnis sitzt, kämpft der militante Flügel des ANC mit Bombenanschlägen gegen das verhasste Apartheidsregime. Der junge britische Manager Michael Young befürchtet den Zusammenbruch des Staates, der seinem Konzern Milliardenverluste einbringen würde. Um eine friedliche Lösung des Konflikts zu erreichen, bringt Young mit dem ANC-Vertreter Thabo Mbeki und Professor Esterhuyse als Repräsentanten der Buren zwei Schlüsselfiguren am Konferenztisch zusammen. Doch der südafrikanische Geheimdienst hat längst von diesem Treffen erfahren.


Cast & Crew


Kommentare (4) — Film: Die Mandela-Verschwörung

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aberaber

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Bewertung5.5Geht so

Gut gemeint heißt nicht immer auch gut gemacht...allerdings verschafft der Film einen gelungen Eindruck der "Pulverfass-Situation", der Ängste und der Gefahr zu der Zeit.

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BaltiCineManiac

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Dieses ursprünglich fürs Fernsehen gedrehte Politthrillerdrama, basierend auf dem Buch „The Fall of Apartheid: The Inside Story from Smuts to Mbeki“ von Robert Harvey, eröffnet dem Zuschauer auf geniale Art und Weise eine ganz neue Sichtweise auf das Ende der Apartheid. Es zeigt auf, dass im Angesicht der zunehmenden Rassenunruhen in den südafrikanischen Townships der 1980er Jahre, der dadurch voranschreitenden Instabilität des Landes sowie des immer diktatorischer werdenden Regierungsstils des damaligen Präsidenten Pieter Willem Botha die Sicherung wirtschaftlicher Interessen ausländischer Konzerne ausschlaggebend für eine der wichtigsten polithistorischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts war.

Dabei liegt der Hauptfokus des Films nicht, wie es der deutsche Titel vermuten lässt, auf dem im Gefängnis sitzenden Anti-Apartheid-Führer Nelson Mandela, sondern auf den Konsolidierungsgesprächen zwischen den führenden Vertretern des im Exil sitzenden ANCs und den Repräsentanten der weißen südafrikanischen Minderheit. Ein unscheinbar-bebrillter britischer Wirtschaftsagent namens Michael Young, gespielt vom matt-damon-haften Jonny Lee Miller, lädt auf einem mondänen englischen Landsitz eben jene Vertreter zu schwierigen, langwierigen, von Misstrauen und Rückschlägen geprägten sowie nicht nur dem südafrikanischen Geheimdienst beobachteten Gesprächen. Mit diesem von ihm im Auftrag des Goldminenkonzerns Consolidated Gold Fields initiierten „Endspiel“ drückte er eher unfreiwillig der Weltgeschichte seinen kaum bekannten Stempel auf.

Nelson Mandela, würdevoll interpretiert von Clarke Peters, tritt nur in einem Nebenhandlungsstrang in Erscheinung, in dessen Verlauf der südafrikanische BOSS-Chef Neil Barnard (wie immer klasse: Mark Strong) versucht, ihn gegen seine nicht inhaftierten, in die Gespräche involvierten Mitstreiter im Ausland auszuspielen. Die Hauptrollen fallen jedoch zwei anderen Protagonisten zu. Der gemäßigte Bure und in seinen Ansichten durchaus humane Philosophie-Professor William Estherhuyse und Thabo Mbeki, außenpolitischer Sprecher des ANC und zukünftig zweiter schwarzer Staatspräsident Südafrikas, stehen hier stellvertretend für die komplizierte Annäherung zwischen Weißen und Schwarzen und werden großartig von William Hurt und Chiwetel Ejiofor verkörpert. Zweiter erhielt hierfür seine dritte Golden-Globe-Nominierung.

Die nervösen, mit Handkamera gefilmten Bilder verleihen dem Film eine fiebrig-dokumentarische Dynamik, unterstützen perfekt die verschwörerische Atmosphäre der geheimen Treffen und machen den Zuschauer durch den teilweisen Einsatz einer hinter Gegenständen und Türrahmen hervorlugenden „Spanner“-Perspektive zum heimlichen Beobachter eines historischen Moments der Zeitgeschichte. Dies zieht ins Geschehen hinein und erzeugt Spannung. Unterstützt vom Schnitt verdeutlichen die kleinsten Kameraschwenks auf Gesichter, Gesten und Handlungen aller Beteiligten sehr präzise die emotionalen Befindlichkeiten der Protagonisten im Angesicht dieser politisch unruhigen Zeit, ob nun im kleinsten familiären Rahmen oder im größeren politischen Kontext.

Alles in allem ist Pete Travis ein intelligent inszenierter Genrefilm gelungen, der zurecht den Weg vom Fernsehen auf die Kinoleinwände einiger Festivals fand, generell aber viel zu wenig beachtet wurde.

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8martin

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Bewertung5.5Geht so

Der deutsche Titel soll wohl nur die Aufmerksamkeit auf den Prominenten lenken und das Interesse wecken. Der des Originals lautet “Endspiel“ und das trifft den Sachverhalt schon etwas genauer. Es ist das Ende der Apartheid in Südafrika. Das heißt, das Ende der uneingeschränkten Herrschaft einer kleinen weißen Minderheit, die mit einer faschistoiden Ideologie versucht hatte, an der Macht zu bleiben. Manche der damals angeordneten öffentlichen Maßnahmen kommen uns vertraut vor und erinnern an Nazi-Deutschland. Spätestens als ein international beachtetes Rockkonzert in England ’Freiheit für Nelson Mandela’ forderte, kannte jeder den in Südafrika seit Jahrzehnten einsitzenden Gefangenen. Travis hat versucht, diese Endphase mit den Vorverhandlungen darzustellen. Das geht natürlich auf Kosten der Dialoglastigkeit. Und das ermüdet etwas und setzt Detailkenntnisse voraus. Auch wenn mal ein Auto in die Luft fliegt. Sonst bleibt letztlich nur ein Dokument von historischer Bedeutung.Und von einem Drama kann überhaupt keine Rede sein. Wenn’s als Spielfilm etwas mehr hermachen sollte, braucht’s noch etwas mehr z.B. Nebenhandlungen und Details zum persönlichen Umfeld der Akteure oder auch mehr bildliche Umsetzung der Gespräche.

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Hypocrisy

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Bewertung6.5Ganz gut

Endgame ist ein sehr politisches Drama über das Ende der Apartheit im Südafrika der 80er Jahre.

Die Verstrickungen, Taktiken und Konstellationen der verschiedenen politischen Parteien, anbei das Einbeziehen einzelner Individuen zum Durchsetzen eigener Pläne, die Manipulationsvorgänge in der Bevölkerung und sogar die Konsequenzen im eigenen Lager, die eine leichte Abkehr der vergangenen Politik hin zu möglichen Kompromissen mit sich führt, wurden hier sehr detailliert dargestellt.

Trotz der vermeintlichen Verwirrungen beim Verfolgen der Handlung gelang es den Regisseuren, im Film immer das gemächliche Tempo beizubehalten, welches zwar hin und wieder an Langeweile grenzt, sich aber gleichzeitig genau so schnell entwickelt, wie dem Rezipient das Nachvollziehen der Vorgänge noch möglich ist.

Der Erzählstil ist hier fast dokumentatorisch und man wahrt sich immer eine leichte Distanz zu den Protagonisten - um der Objektivität willen.

Wen politische Verstrickungen interessieren, der sollte hier definitiv einen Blick riskieren.

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