Die Marquise von O...
Die Marquise von O... (1976), FR/DE Laufzeit 98 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 28.05.1976
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von Eric Rohmer, mit Edith Clever und Bruno Ganz
1799: Eine schuldlos von einem russischen Grafen geschwängerte Marquise wird, nachdem ihr Zustand ruchbar geworden ist, von den Eltern des Hauses verwiesen. Heinrich von Kleists Novelle wurde in Eric Rohmers sensibler Verfilmung zum demonstrativen Gegenteil eines sentimentalen Dramas. Mit Sinn für die Absurdität der Geschichte legt Rohmer die ironische Moralkritik der Vorlage bloß, um daraus ein heiteres Plädoyer für die praktizierte Menschlichkeit jenseits bürgerlicher Konventionen zu entwickeln.
Cast & Crew
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Eric Rohmer
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Edith Clever
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Bruno Ganz
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Edda Seippel
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Peter Lühr
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Ruth Drexel
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Bernhard Frey
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Regie
Schauspieler
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Hesso Huber
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Erich Schachinger
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Richard Rogner
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Thomas Straus
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Volker Prechtel
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Marion Müller
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Heidi Möller
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Franz Pikola
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Theo de Maal
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Petra Meier
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Manuela Mayer
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Eric Rohmer
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Eric Rohmer
- Genre
- Drama
Drehbuch
Filmdetails Die Marquise von O...
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Kommentare (2) — Film: Die Marquise von O...
Kommentar schreibenAkira_L 2011/08/27 00:05:34
Kommentar löschenUm der gebrechlichen Einrichtung der Welt willen, sei Eric Rhomer verziehen.
Eric Rhomers Leinwandversion von Heinrich Kleists Novelle „Die Marquise von O...“ ist die erste der drei Literaturverfilmungen dieser Geschichte. Dieser im Jahr 1975 in den Kinos erschienene Film behandelt eine auf einem wahren Geschehnis beruhende unerhörte Begebenheit, denn es rücken die Problematik einer unwissentlichen Vergewaltigung und die daraus zur damaligen Zeit Kleists resultierenden Folgen in den Vordergrund.
Zu Beginn des Films sitzen mehrere Männer in einem Lokal, die über eine Zeitungsannonce empört sind. Die Marquise von O... (Edith Clever) macht nämlich in einer Zeitungsannonce „bekannt, daß sie ohne ihr Willen, in andere Umstände gekommen ist, Der Vater zu dem Kinde, das sie gebären wird, ist hiermit aufgefordert, sich zu melden. Wir sind, aus Familienrücksichten, entschlossen, ihn zu heiraten.“
Durch einen Rückblick erfährt man, dass sie während eines Krieges in Oberitalien von russischen Soldaten angegriffen wurde und nach ihrer Rettung durch den Grafen von F in Ohnmacht fiel. Es werden Andeutungen an eine Vergewaltigung gemacht, die der Graf von F (Bruno Ganz) oder auch Leopardo (Bernhard Frey) hätten begehen können. Zudem spielen auch die Familienangehörigen der Marquise in dieser Geschichte eine wichtige Rolle. Die Reaktionen ihrer Eltern und ihres Bruders auf die Schwangerschaft sorgen für fatale Folgen für die gesamte Familie.
Die gesamte Verfilmung scheint Rhomer wie ein Krimi gedreht zu haben: Zunächst werden die möglichen Vergewaltiger vorgestellt, die russischen Soldaten, der Graf von F und Leopardo. Anschließend folgt die Tat, wobei der Zuschauer im Dunkeln tappt. Zum Schluss findet man dann den Täter heraus und offene Fragen werden beantwortet. Für Kenner der Novelle ist auch zu erwähnen, dass die Bedeutung des Schwanmotivs auch erst am Ende des Films klar wird, damit man nicht schon vorher weiß, wer der Täter ist. Deshalb wird der Aha-Effekt am Ende noch verstärkt. Diese Verschleierung des Ganzen ist sehr gut nachvollziehbar und gut durchgesetzt von Rhomer. Man kann sich dadurch sehr gut in die Rolle der Marquise versetzen und teilt ihre Unwissenheit und Verzweiflung.
Durch die schauspielerischen Leistungen, vorallem durch die von Edith Clever, durch die vorzeitliche Kleidung und die Kulisse werden auch Affekte und eine historische Amosphäre erreicht, wodurch dem ganzen Geschehen eine authentische Wirkung zukommt. Durch die Sprache Kleists ensteht außerdem noch ein Hauch von Poesie, welcher kombiniert mit den mitreißenden Gefühlen, die Clever uns vermittelt, das emotionale Schauspiel umso mehr verstärkt.
Die Szene der Vergewaltigung packt Kleist in einen einzigen Gedankenstrich und führt den Akt nicht weiter aus. Er überlässt dem Leser die Interpretation der Geschehnisse. Im Film war dieser Gedankenstrich kaum darzustellen, aber Rhomer hat dies filmisch und künstlerisch sehr geschickt und gelungen gestaltet, indem er den Vergewaltiger die Marquise einige Sekunden lang lustvoll betrachten ließ und anschließend einen weichen Schnitt machte.
Verfilmungen literarischer Werke beinhalten oft das Problem, dass die Leserschaft meist von der Umsetzung enttäuscht sind, da diese dem Buch oft nicht treu genug ist. Aber da es sich bei der „Marquise von O...“ um eine Novelle handelt, hätte es für Rhomer einfacher sein sollen, sie werktreu umzusetzen. Der Handlungsverlauf und auch die zeitliche Abfolge von Geschehnissen entsprachen außer einiger Außnahmen denen der Literaturvorlage. Die Handlungen sind sehr konzentriert und linear miteinander verknüpft, sodass der Film nur auf das Wesentliche abzielt und somit auch Kleists „Marquise von O...“ entspricht.
Zwar ist Rhomer der Novelle einigermaßen treu geblieben, jedoch wurde die Erzählung durch zu lange und redundante Dialoge langweilig und unerquicklich. Zwei mal musste man die scheinbar endlosen Konversationen zwischen der Marquise und ihrer Mutter (Edda Seippel) über sich ergehen lassen. Vielleicht hat Rhomer versucht, den Film um eine halbe Stunde in die Länge zu ziehen, damit dieser über die 100 Minuten-Marke kommen konnte. Anscheinend hatte er wohl nicht genug Stoff bei so einer kleinen Lektüre.
Nicht nur die Gespräche waren beißend. Einige Szenen und Heulereien der Schauspieler, die vermutlich durch dramaturgische Effekte den Zuschauer emotional fesseln sollten, sind unglücklicherweise missglückt und ziehen den Film teilweise ins Lächerliche. Wie hätte jemand, der die Lektüre nicht gelesen hätte, wissen sollen, ob der Obrist (Peter Lühr) nun weint oder sich die Nase putzt? Der Schuss des Kommandanten war ja auch beinahe tödlich, ich wäre nämlich fast vor lauter Lachen gestorben. Dennoch macht eben dies den Film so amüsant und auch kommen zugleich dem Zuschauer die Tränen. Allerdings weint man nicht wegen der Geschichte, sondern um die Geschichte wegen der Umsetzung.
Es wurde sehr stark darum bemüht, die Verfilmung der „Marquise von O...“ authentisch zu gestalten, sodass letztlich schöne Bilder und Kulissen entstanden. Der Film orientiert sich weitgehend an der Literaturvorlage sowohl sprachlich als auch inhaltlich. Andererseits verschenkt er diese Punkte, indem er zeitraubende und ausgedehnte Dialoge verwendet, die einen ermüdenden und faden Film mit abgeschwächten Spannungskurven hervorbringen. Man hätte die Höhe- und Wendepunkte durch Schreie oder sonstige Aktionen der Protagonistin (z.B.: „Du Teufel!!! Verschwinde aus meinem Haus!!! Ich hasse dich abgrundtief!!!“) auf dramatischer Ebene steigern können, anstatt durch leises Flüstern den Grafen zu verscheuchen: „Du bist es nicht. Geh weg.“
Nach eingehender Betrachtung und penibler Analyse komme ich zu dem Schluss, dass dieser Film in höchstem Maße sehenswert ist, aber nur für diejenigen, die sich an der Schönheit der Marquise und an der Inzest-Szene erfreuen wollen.
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Imagination 2011/08/27 00:07:49
Antwort löschenSchule? Ganz schlimmes Buch.
Akira_L 2011/08/27 00:12:27
Antwort löschenJap. Bin beim Aufräumen meines Desktops auf diese Hausarbeit gestoßen und wollte meine lebhaften Ausführungen der Welt mitteilen.
Louisaw 2011/03/03 22:11:37
Kommentar löschenDie eine Tochter der Marquise sieht tausend mal gruseliger aus als alle Mädchen aus Horrorfilmen (Bsp. The Ring) zusammen.
Ansonsten ist der Film okay.
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