Die Säge des Teufels

I corpi presentano tracce di violenza carnale (1973),
Laufzeit 79 Minuten, FSK 18, Horrorfilm, Thriller

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von Sergio Martino, mit Suzy Kendall und Tina Aumont

Eine italiensiche Universität der Kunstgeschichte wird von seltsamen Morden heimgesucht – die Tat eines Serienkillers. Der Satan in Menschengestalt stranguliert seine bildschönen, weiblichen Opfer um sie dann bestialisch zu zerstückeln. Panische Angst ergreift die jungen Studentinnen der Fakultät und so sehen Jane und drei ihrer Freundinnen nur einen Ausweg vor dem Grauen. Die Gefährtinnen fliehen in ein malerisches Provinzdorf um ihre Sorgen hinter sich zu lassen und schon bald kehrt der Alltag ein. Es könnte ein malerischer Urlaub sein, wäre die Bestie nicht auf ihrer Fährte.

Ein psychopathischer Serienkiller erschüttert eine italienische Universitätsstadt, in dem er bevorzugt junge, attraktive Studentinnen der Kunstgeschichte mit einem schwarz-roten Halsband stranguliert und ermordet. Anschließend zerstückelt der unbekannte Mörder seine Opfer mit einer Säge. Die Polizei tappt im Dunkeln. Die amerikanische Gaststudentin Daniela verdächtigt bald ihren glühenden Verehrer Stefano, einen sonderbaren Kommilitonen als den Täter und zieht gemeinsam mit Jane und zwei weiteren ausländischen Studentinnen der Fakultät in eine einsame abgelegene Villa, um der mysteriösen Mordserie zu entfliehen. In dem großen Anwesen fühlen sich die Freundinnen zunächst sicher und geborgen. Sie genießen ihr unbeschwertes Leben.

Eines Tages verstaucht sich Jane bei einem kleinen Unfall den Fuß und leidet fortan unter schlimmen Schmerzen. Am Abend nimmt sie daher die ärztlich verschriebenen Schlafmittel ein, um die Nacht beschwerdefrei zu überstehen. Als sie jedoch am nächsten Morgen irritiert erwacht, sucht sie verstört nach ihren Freundinnen, die – von ihr unbemerkt – in der Nacht Opfer des brutalen Killers wurden. Als Jane die blutüberströmten Leichen ihrer Gefährtinnen entdeckt, hört sie traumatisiert ein fremdartiges Geräusch, dass sie reflexartig in das Nachbarzimmer treibt. Dort muss sie mitansehen wie der maskierte Killer, es handelt sich um ihren Kunstprofessor, die leblosen nackten Körper der jungen Frauen mit einer Säge zerteilt, diese dann in einen Sack steckt, um sie im angrenzenden Waldgebiet zu vergraben.

Noch während seiner „Säuberungsaktion“ wird der Killer von Janes versehentlich begangenen Geräuschen aufgeschreckt, woraufhin er das Haus durchsucht, aber Niemanden entdecken kann. Der Unbekannte verriegelt die Villa hermetisch und sperrt unwissentlich die durch einen Treppensturz gehandicapte Jane in einem kleinen Zimmer ein. Am Abend kehrt er jedoch noch einmal in das ehrwürdige Gebäude zurück, um sich einer vierten Studentin zu „widmen“. Jane gerät hilflos in die Fänge des frauenhassenden Serienmörders, den sie als ihren einst verehrten Professor Franz identifiziert. Franz offenbart sich seiner Studentin und erklärt ihr, dass er, getrieben von einem Trauma in seiner Kindheit, förmlich aus Rache gezwungen wird die Morde an den „nichtswürdigen“ Frauen, die er als Puppen bezeichnet, zu begehen. Gerade in dem Augenblick als Franz Jane erwürgen will, wird er jedoch von Roberto, Janes behandelnden Arzt auf Krankenvisite, gestört. Franz lässt Jane leicht verletzt zurück und flüchtet mit dem Doktor in einen kleinen Geräteschuppen, wo es zu einem Zweikampf zwischen den beiden Männern kommt.

Am Ende des Films gelingt es dem Doktor leicht verletzt den Serienmörder Franz in Notwehr auszuschalten. In der letzten Szene nimmt er eine sichtlich erleichterte Jane in die Arme und beschließt mit ihr gemeinsam auf das Eintreffen der Polizei zu warten. Danach plant er die verängstigte Frau vom Tatort wegzuführen.


Cast & Crew


Kommentare (5) — Film: Die Säge des Teufels

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1000Mindhunter

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Bewertung7.5Sehenswert

Recht spannender Giallo, mit Figuren, die an Dummheit schwierig zu übertreffen sind. Aber im grossen und ganzen, ein effektiver Giallo.

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horro

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Bewertung7.5Sehenswert

Oh wie schön ... Sergio Martino präsentiert uns hier einen Giallo, der doch sehr stark und markant ins eher modernere Slasher-Genre abdriftet. Alle Elemente die zu einem waschechten Exploitation-Schocker dazu gehören, sind hier schön herausgearbeitet und klar vorhanden. Studentinnen in Italien geniessen alle Freiheiten der Siebzigerjahre und werden dabei Opfer eines Psycho-Killers. Dass ausgerechnet eine Säge hier das prägende Instrument darstellt, kommt ja auch nicht von ungefähr. Ausserdem vertragen sich Säge und nackte Mädchenkörper meist nicht gut und so wurde hier sicher auch Inspiration für so manchen Horrorfilm danach geliefert. Auch die schöne Symbolik von Puppen und Seidenschals ist hier aufs typischste eingeflochten und macht aus diesem Film einen prägenden Klassiker. Ein bisschen unpassend ist allenfalls, dass das Szenario durch sein Entstehungsjahr etwas zu stark im Hippiestil und mit freier Liebe angehaucht ist; wirkt eher störend für diese Geschichte. Irgendwie auch eine Stilstudie der europäischen Filmkunst und Technik in den Siebzigerjahren.

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horro

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@crab: es gibt da wie immer verschiedene Cover-Versionen; die hier auf MP gefällt mir aber auch ausserordentlich gut
@eXonic: die Version die ich hier vor mir habe stammt aus der "The X-Rated Italo-Giallo-Series No 1" von X Rated Kult DVD und gefällt mir soweit eigentlich ganz gut ... hat auch sehr viel Bonus-Material


mikkean

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Oh Mann, all die schönen Mädels, der derangierte hässliche Killer-Bruder und dann die vielen Kills. Ich fand ihn damals eher übertrieben und ziemlich aufgesetzt, aber mittlerweile haben ihn andere da meilenweit überholt.


eXonic

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Bewertung7.0Sehenswert

Es sollte lediglich ein weiterer Giallo des Sergio Martino werden, doch wuchs seine fünfte und schließlich letzte Auseinandersetzung mit dem Subgenre mit der Zeit zu einem filmhistorisch nicht ganz unwichtigen Werk heran, denn es gab gemeinsam mit Mario Bavas „Reazione a Catena“ die Blaupause für die vielen US-Slasher der 80er. Sogar noch heute dient vor allem „I Corpi presentano tracce di violenza carnale“ als Inspirationsquelle für Exploitation-Liebhaber wie Eli Roth, Robert Rodriguez oder Alexandre Aja, die immer wieder bemüht sind, die Stimmung der 70er in ihre Werke zu transferieren und gar offensichtlich Szenen kopieren, wie beispielsweise Aja in „Haute Tension“.

Allerdings handelt es sich nicht unbedingt um Martinos besten Film und im Vergleich mit den Gialli einiger anderer Regisseure zieht er oft den Kürzeren. Deshalb erscheint es zunächst auch etwas seltsam, warum denn gerade „Torso“, wie er in den USA vermarktet wurde, diesen Kultstatus genießt, da sich Kritikpunkte en masse darin finden lassen.

Schon der Einstieg fällt nicht gerade leicht, denn innerhalb weniger Minuten gliedern sich beinahe alle halbwegs bedeutsamen Charaktere in die Geschichte ein, die Aufgrund ihrer Vielzahl und Eindimensionalität teilweise schwer zu unterscheiden sind. Glücklicherweise handelt es sich hierbei um einen waschechten Giallo, was bedeutet, dass ein maskierter Killer sein Unwesen treibt, der schon recht bald an der Übersichtlichkeit für den Zuschauer arbeitet, denn wie der Originaltitel schon sagt, müssen Körper Spuren körperlicher Gewalteinwirkung ertragen. Dennoch: Probleme mit den Figuren bleiben weiterhin bestehen, denn trotz ihrer fortschreitenden Dezimierung ignoriert es Martino eine bestimmte Person zum Sympathieträger zu ernennen, bis letztendlich nur noch eine übrigbleibt.

Folglich entsteht als Nebeneffekt Spannungsarmut, wenn nicht gerade der Mann mit der Skimaske im dicken Nebel herumschleicht und auf seine Opfer wartet. Anscheinend hat Martino genau dieses Manko erkannt und wendet deshalb, damit man(n) nicht schon frühzeitig abschaltet, ein altbewehrtes und einfaches wie effektives Mittel an: Brüste. Schon in seinen vorigen Filmen ließ sich erahnen, dass Martino offenbar ein großer Fan des Busens ist, doch wie er in „I Corpi presentano tracce di violenza carnale“ den Sleaze in die Höhe treibt, ist selbst in der Welt des Giallos wahrscheinlich einmalig. Hier fehlen wirklich nur noch die Titten-Tapeten und Glocken-Gemälde. Etwa eine halbe Stunde vor Ende erfährt der Film dann aber einen Wandel: das Holz vor den Hütten ist mit der „Säge des Teufels“ in viele kleine Teile zerteilt und übrig nur noch eine der jungen Damen. Dass genau diese ziemlich prüde ist und nie die Hüllen fallen lässt, kommt Martinos Film jedoch nur zu Gute. Endlich konzentriert er sich nämlich darauf, ein enorm hohes Spannungslevel zu erzeugen und dieses auch zu halten. Etwas getrübt werden diese letzten Minuten leider nur noch durch das schwache, viel zu schnell heruntergespulte Ende, das kaum einfallsloser hätte sein können und in ähnlicher Weise schon in einigen anderen Gialli vorher zu sehen war.

Was sich Martino aus anderen Vertretern des Subgenres wiederum nicht abgeschaut hat, ist vor allem der edle Style, der viele dieser Werke oft erheblich aufwertet. Jedoch ist es genau diese Tatsache, die „I Corpi presentano tracce di violenza carnale“ so herausstechen lässt. Martino zieht den Giallo auf gewisse Weise durch den Dreck, ganz so wie es der Mörder auch mit einem seiner Opfer anstellt, und schafft mit seiner Ruppigkeit und Härte in der Inszenierung eine schmutzige Atmosphäre wie sie auch später so manche Backwood-Slasher versprühen sollten. Für das Subgenre nicht unüblich ist es auch die Tötungsszenen zu zelebrieren, sie als etwas Schönes darzustellen, doch selbst dem wirkt dieser Film entgegen: ziemlich schnell und grob vollführt der Killer sein Handwerk und sorgt auch für so manchen Ekel-Moment, auch wenn die Effekte als solche sehr deutlich zu erkennen sind. Ein Hauch von Trash liegt nicht nur deswegen in der Luft, was zum allgegenwärtigen Schmuddel-Charakter jedoch äußerst passend ist.

Im Vergleich mit Martinos anderen Gialli ist „I Corpi presentano tracce di violenza carnale“ bestimmt der mit den wenigsten originellen Ideen, der mit der vorhersehbarsten Geschichte und der unästhetischste. Trotzdem müssen sich – mit Ausnahme von „Lo Strano vizio della Signora Wardh“ - alle anderen Werke Martinos hinter ihm einreihen, denn dieser Mix aus Gewalt, Nacktheit und Spannung, wenn auch etwas unausbalanciert, tut genau das ganz hervorragend, wofür er gemacht wurde: unterhalten.

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lieber_tee

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Super Text. "Schon in seinen vorigen Filmen ließ sich erahnen, dass Martino offenbar ein großer Fan des Busens ist..." :)))
Die letzte halbe Stunde ist herrlich altmodisches Suspense-Kino ala mit-dem-Killer-allein-zu-Haus. Hat mir gut gefallen.


filmschauer

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Die Motive mancher Regisseure sind eben einfach zu durchschauen. ;)


lieber_tee

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Bewertung7.0Sehenswert

"Torso" aka "I Corpi presentano tracce di violenza carnale"
Handwerklich gut gemachter Giallo, der filmhistorisch als Vorläufer der US – Slasher gesehen werden muss und mit ein Hitchcock – Ähnlichen, halbstündigen Finale überrascht. Sleaziges 70er Jahre Kino aus Italien.

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derblonde

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Bewertung7.0Sehenswert

Sehenswerter Giallo von Sergio Martino. Musik, Schnitt und Kamera sind sehr gelungen. Da kommt der Rest zwar nicht ganz mit, aber das schadet auch nicht.
In Deutschland seltsamerweise noch auf dem Index und auch nur auf DVD ungeschnitten.

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