Die Sonne

Solntse (2005), FR/IT/CH/RU
Laufzeit 115 Minuten, Drama

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Die Sonne - Bild 1850344
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mit Issei Ogata und Robert Dawson

Tokio 1945. In seinem Luftschutzbunker empfängt der japanische Kaiser Hirohito über das Radio die neuesten Kriegsnachrichten. Es sind ausnahmslos Schreckensmeldungen über den Verlust japanischer Soldaten an der Kriegsfront. Japan steht kurz vor der Besetzung durch die amerikanischen Streitkräfte, doch das Volk scheint entschlossen, weiter zu kämpfen. Die antiamerikanische Propaganda stößt auf fruchtbaren Boden und die Soldaten leisten erbitterten Widerstand gegen die Eindringlinge. Auch Hirohitos Kriegsminister setzt trotz auswegloser Lage weiter auf den Patriotismus der Militärs; er werde die unzureichende technische Ausstattung der Armee schon kompensieren. Das japanische Volk werde schließlich von einem Kaiser göttlicher Abstammung geführt. Dieser Kaiser aber wird es nicht müde, gegenüber seinem Kabinett, aber auch seinen Dienern zu betonen, dass er einen Körper habe wie sie auch. Hirohito verlässt den Bunker nur, um sich seinen Forschungen in Meeresbiologie zu widmen. Versunken in das Studium kleiner Tierchen, die man nur in Japan findet, reflektiert Hirohito die Ursachen des Kriegs und die Auswirkungen, die die Niederlage auf sein Volk haben wird. Wieder zurück im Bunker formuliert er in einem Brief an seinen Sohn ein erstes Eingeständnis der Niederlage. Schon kurz darauf stehen die Amerikaner vor der Tür und der Kaiser wird durch die Ruinen Tokios ins Hauptquartier der Siegermacht gefahren – zu General Douglas MacArthur. Ihre Begegnung ist ein Schock der Kulturen: Das siegreiche Militär mokiert sich offen über einen “infantilen” Kaiser, der wie aus einer anderen Zeit zu kommen scheint. In ihren darauffolgenden Gesprächen geht es vor allem um die Zukunft Hirohitos – entweder als konstitutioneller Monarch oder als Kriegsverbrecher.


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8martin

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Bewertung4.5Uninteressant

Wenn man wie hier der japanische Kaiser 1945 immer noch in altehrwürdigen, erstarrten Traditionen des Hofzeremoniells versinkt, bleibt nur die rückwärtsgewandte Perspektive als einzige Option und verstellt den erkenntnisschaffenden Blick auf die momentane Situation. Der Tenno gibt sich der Lächerlichkeit preis, wenn er seinen göttlichen Status aufzugeben gewillt ist und sogar gegenüber seiner Frau ist der zur Emotionslosigkeit Erzogene ein kindisch bemitleidenswerter armer Tropf. Anspruchsvolle Doku für Sinologen.

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