Die Sonne, die uns täuscht 2
Utomljonnje Solntsem 2: Predstojanie (2010), Historienfilm
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von Nikita Mikhalkov, mit Nikita Mikhalkov
Der zweite Teil von “Die Sonne, die uns täuscht” führt den Anti-Kriegsfilm fort, der im zweiten Weltkrieg handelt. Der russische General Kotov überlebt wie durch ein Wunder Stalins Säuberungsaktionen, die auch für ihn den Tod vorgesehen hatten. Mittlerweile kämpft Kotov wieder an der Front. In der vom Krieg zerrütteten Sowjetunion kämpfen ehemalige Feinde zusammnen, um ihre Nation zu verteidigen.
Cast & Crew
-
Nikita Mikhalkov
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Nikita Mikhalkov
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Sergei Petrovich Kotov
Regie
Schauspieler
-
Nikita Mikhalkov
- Genre
- Anti-Kriegsfilm
- Zeit
- Zweiter Weltkrieg
- Handlung
- Front, General, Josef Stalin, Rote Armee, Stalinismus, Tochter, UdSSR, Vater-Tochter-Beziehung, Verteidigung
- Stimmung
- Aufregend, Berührend, Eigenwillig
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Drehbuch
Filmdetails Die Sonne, die uns täuscht 2
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Kommentare
Kommentar schreibenBigDi 2010/06/24 14:39:32
Kommentar löschen"Великое кино о великой войне" - großes, nein, gar episches Kino über einen großen Krieg. So lautet zumindestens der Werbeslogan für die Fortsetzung von Michalkows Oscargewinner "Die Sonne, die uns täuscht". Doch die tatsächliche Qualität des Werks ist davon so weit entfernt wie der Zweite Weltkrieg selbst von dem, was dem Zuschauer hier geboten wird.
Es ist ohnehin schon ein wehr schlechtes Zeichen, zwei Charaktere, deren Geschichte beriets im ersten Film abslout zufriedenstellen und wunderbar konsequent zu Ende geführt wurde, noch einmal zum Leben zu erwecken. Während Michalkow selbst dabei noch eine ganz ordentliche Figur macht (auch wenn er viel zu selten zu sehen ist, als dass er sein schauspielerisches Potenzial wirklich ausspieln könnte), wirkt Menshikow leider wirklich so, als wäre er aus dem Totenreich zurückgeholt wurde, um eine Mission zu erledigen, auf die er selbst überhaupt keine Lust hat. Immer wieder in eine Apathie verfallend, sagt er mit müder Stimme ab und zu seine Sätze, nur um danach wieder den Eindruck zu machen, als würde er am liebsten einfach nur einschlafen, um endlich seine (wohlverdiente) Ruhe zu haben. Doch die durch die großen Namen und eine glorreiche Vergangenheit getriebene Geldmaschine werkelt unbarmherzig weiter und setzt sich nun mitten in eine der schrecklichsten Zeiten der letzten Jahrhunderte.
Und gerade an dem großen Thema scheitert "Die Sonne, die uns täuscht 2", wo ein Scheitern nur möglich ist. Während die skurrile erste Szene (Kotov träumt davon, wie er Stalin bei sich empfängt und diesen in einer Schokoladentorte mit dessen Antlitz darauf ersticken lässt) mit ihrem sonderbaren Humor noch funktioniert, wirkt Michalkows Ironie im weiteren Verlauf des Films schlicht und einfach unpassend. Denn der Film will nicht eine Satire sein, sondern ein möglichst realistisches Porträt eines erbarmungslosen Kriegs.
Exemplarisch sei eine Szene im ersten Drittel genannt: Mehrere deutsche Flugzeuge entdecken ein Schiff mit russischen Flüchtlingen. Da dieses das Rote Kreuz trägt, entschließen sich die Deutschen, dieses nicht anzugreifen, sondern nutzen es für Übungsmanöver. Dabei versucht einer der Wehrmachtssoldaten, aus dem Fenster des Flugzeugs auf das Schiff zu, ähem, kacken. Beim zweiten Versuch wird er jedoch von einem der Russen auf dem Schiff mit einem zielgenauen Kopfschuss getötet. Sein Kamerad ist deswegen so schockiert, dass er das Schiff zerbombt, die meisten Menschen darauf sterben (überhaupt überleben anscheinend nur zwei, eine Frau, die wichtig für die Handlung ist, und ein Priester, der diese beim Treiben auf dem Meer schnell tauft).
Solche Szenen sind es, die für eine gehobene Augenbraue und den Gedanken "Und was sollte dieser Mist jetzt?" sorgen. Michalkow macht einen Film über den Zweiten Weltkrieg, der über diesen nichts zu sagen hat. In einigen wenigen Szenen versucht er, die Schrecken dessen durch eine besonders blutige Gewaltdarstellung zu zeigen, doch diese bleiben so rar gesät und wieder einmal so inszeniert und unglaubwürdig, dass es nicht dazu reicht, den Zuschauer wirklich zu fesseln. Zwischen seinen wenigen Schlacht- und Actionszenen verliert sich der Film in endlosen und langweiligen Dialogen, die drei Stunden ziehen sich wie Kaugummi und am Ende glaubt man gar nicht, dass man eben so viel Zeit mit diesem Film verbracht hat: Passiert ist nämlich so gut wie nichts. Die einzige Szene, die wirklich gut ist (das Massaker an der Dorfbevölkerung), kommt zu einem Zeitpunkt, an dem einen längst alles egal ist, und verliert dadurch auch jegliche Wirkung. Zudem wird sie von Michalkows Tochter gewürzt, die ein aussageloses Stück Glamour in einem Haufen Dreck ist und zu keiner Sekunde begeistern kann. Ansonsten wird man immer wieder Zeuge von dramaturgisch unerträglich gestellten Momenten, die mit Realismus nicht viel zu tun haben.
Und so bleibt der nachhaltigste Moment für mich der, in dem während einer sehr ruhigen Szene plötzlich ein Schuss erklang und meine Mutter so sehr erschreckte, dass sie zusammenzucken musste, als wäre sie getroffen worden. Und zwei Schauspieler sind auch dabei, die das Ganze in ihren wenigen Szenen erträglich machen: Makovezki, der einen angenehm ironischen und trotteligen Gegenpol zu Menshikows einschläfernder Leistung darstellt, und Mironov, der anscheinend ohnehin nicht schlecht spielen kann und für kurze Zeit dem Filme eine echte Wucht verleiht: "Die Elite der Roten Armee?! Was will ich mit deiner gottverdammten Elite?! Ein Meter achtzig Größe alle - soll ich jetzt zweistöckige Schützengräben für die machen lassen oder was?!"
Ansonsten verliert sich "Die Sonne, die uns täuscht 2" in endlosen Szenen, in denen nichts passiert, oder in viel zu kurzen Szenen, in denen zwar etwas passiert, aber stets auf eine so unglaubwürdige und unfreiwillig unkomische Art, dass man auf den Gedanken kommt, sich doch lieber noch einmal "Saving Private Ryan" anzusehen. Der bietet nämlich neben seinem üblen Patriotimus eine wirklich gute Inszenierung und einen Anfang, den man nie vergisst. Diesen Film vergisst man zu 90 % sehr schnell und den Rest nur nicht, damit man bei anderen Filmen dieser Sorte mehr Nachsicht zeigen kann: Es hätte ja so schlimm wie in Michalkows Vision des Zweiten Weltkriegs sein können.
Das Ende ist dem Gesamtwerk übrigens würdig: Ein tödlich verletzter Soldat bittet die Tochter von Kotov, ihm ihre "Titten" zu zeigen. Inmitten von Schutt und Asche und ganz vielen perfekt platzierten Feuerstellen entblößt sie ihren gesamten Oberkörper und bleibt regungslos sitzen, bis man in einer kurzen Schnittfolge sieht, was einen in der Fortsetzung erwarten wird: Nämlich noch mehr Blut und noch mehr Titten. Dass ich mir diese nach dieser Enttäuschung antun werde, bleibt jedoch fraglich. Michalkows Stil verkommt nach und nach zu Selbstzweck, der in dem Terrain nicht funktionieren will, der großartige Vorgänger wird auf die unwürdigste Art und Weise weitergeführt, die man sich nur denken kann (denn die Aussage des ersten Teils verpufft hier innerhalb weniger Minuten). Schade um Makovezki und Mironov.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Schlegel 2010/06/24 22:59:42
Antwort löschenStimmt, Menschikow war übel. In den 90ern war das einer meiner Lieblingsschauspieler. Älter werden wir aber alle.
BigDi 2010/06/25 13:28:12
Antwort löschenEr wollte erst ja auch gar nicht mitmachen, wenn ich mich recht erinnere.
Schlegel 2010/06/17 01:52:56
Kommentar löschenNicht die Propagandaschleuder, die ich erwartet habe, dafür ein endloses, selbstverliebtes Spektakel, das mit dem Vorgänger nur die Hauptdarsteller gemein hat. Der erste Teil war dramaturgisch zwar holprig, hatte aber etwas zu erzählen, und er hatte eine Haltung dazu. Teil 2 würfelt nurmehr ein Dutzend gedehnter Episoden zusammen, in denen der Main Cast zur Randerscheinung degradiert wird. Zum Ausgleich gibt´s dröhnende Materialschlachten, die sogar den "Barbier von Sibirien" weit hinter sich lassen. Jede Menge Knallchargen stolpern herum, gerne mit weit aufgerissenen Augen, wobei die Deutschen mal wieder den Vogel abschießen: Ausgestattet mit den Namen "KLAUS!" und "HANS!" geben sie sich derart grenzdebil, dass man sich fragen muss, wie sie es überhaupt schaffen, ihre Flammenwerfer zu halten. Dazu rührselige Bildsprache nach Art des Hauses: flatternde Schmetterlinge, tranige Kinderaugen, jaja, der Zweite Weltkrieg ist kein Zuckerschlecken.
Nikita Michalkow kann man getrost in einen Topf mit Zhang Yimou werfen. Beide haben sich in den 90ern um 180° gedreht (Nikita ein bisschen weniger 180 als Zhang) und stehen nun als Staatskünstler Nr. 1 auf dem Zenit. Für Michalkow heißt das, dass er "Die Sonne, die uns täuscht" zu einer Trilogie aufblasen darf, mit viel heisser Luft. Die Vorschau am Ende auf Teil 3 wirkt jedenfalls wie eine Drohung.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
BigDi 2010/06/18 10:28:46
Antwort löschenOha, den hat hier tatsächlich schon jemand gesehen. Werde ich bald auch tun, mal sehen, wie der so wird.
Schlegel 2010/06/18 21:34:58
Antwort löschenIst am ehesten noch ein Comic. Völlig überhöht, aber wozu, weiß man nicht zu sagen. Für den internationalen Markt gibt es übrigens eine um 30 min gekürzte Fassung. Hat meines Wissens der französische Weltvertrieb durchgesetzt. Wenn du die Originalfassung sehen willst, geht das wahrschl. nur noch in den GUS-Staaten.
BigDi 2010/06/18 22:38:19
Antwort löschenDa ich gebürtiger Russe bin, habe ich selbstverständlich die ungekürzte Originalfassung auf DVD zu Hause liegen - war ja nicht teuer (3 €, wenn ich mich recht erinnere). ;) Habe bisher ein paar Ausschnitte gesehen, fand ich recht witzig, was aber irgendwie nicht zum Werbespruch passt. Naja, ich bin mal gespannt, ob hier ein russischer "Saving Private Ryan" entstanden ist...
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Schlegel 2010/06/23 21:18:29
Antwort löschenUnd? Schreibst du noch nen Kommentar?
BigDi 2010/06/24 13:57:53
Antwort löschenMache ich gleich mal. ^^