Die Stadt der Blinden

Blindness (2008), JP/BR/CA
Laufzeit 121 Minuten, FSK 12, Drama, Science Fiction-Film, Kinostart 23.10.2008

6.5 Kritiker
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6.5 Community
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Die Stadt der Blinden - Bild 52591
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von Fernando Meirelles, mit Julianne Moore und Mark Ruffalo

Es beginnt ohne Vorwarnung: Am Steuer seines Autos wird ein Mann blind: Er sieht nur noch weißen Nebel. Allen, die er trifft, widerfährt das gleiche Schicksal: seiner Frau, seinem Arzt, dem guten Samariter, der ihn nach Hause brachte. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Krankheit und die Regierung fällt eine Entscheidung. Alle an der Weißen Blindheit erkrankten Menschen werden in einer verlassenen Heilanstalt interniert, wo schnell das Chaos regiert. Und mittendrin ist der einzige Mensch, der von der Epidemie verschont bleibt: Die Frau des Arztes.

Handlung

Der Anfang

Eine stark befahrende Kreuzung einer Großstadt: Die Ampel schaltet um auf Grün und ein Auto fährt nicht an. Der Mann am Steuer (Yusuke Iseya) ist plötzlich erblindet, sieht nur noch weißen Nebel. Er wird von einem Mann nach Hause gefahren, der wenige Tage später ebenfalls erblinden wird.

Die Krankheit greift um sich

Alle Menschen, mit denen der erste Erblindete in Kontakt tritt, werden nach und nach das Augenlicht verlieren: zunächst seine Frau (Yoshino Kimura), dann der Augenarzt (Mark Ruffalo) und die Patienten aus der Praxis. Lediglich die Frau des Arztes (Julianne Moore) bleibt verschont. Als die Krankheit auf die gesamte Bevölkerung überzugreifen beginnt, entschließt sich die Regierung dazu, die betroffenen unter Quarantäne zu stellen.

Die Anstalt

Sie alle werden in einer verlassenen Heilanstalt untergebracht, vom Militär streng bewacht. Die Frau des Arztes ist die Einzige unter den Blinden, die sehen kann, verschweigt diesen Vorteil jedoch vor allen, außer ihrem Mann. Sie ist für die Erkrankten ohne deren Wissen eine große Hilfe, führt sie durch die verwinkelten Gänge zu den Toiletten oder verteilt das Essen. Je mehr Menschen in die Anstalt kommen, desto schwieriger wird es, die Ordnung beizubehalten. Ausbruchversuche der Infizierten werden vom Militär gnadenlos bestraft. Schon bald herrschen Dreck und Verwahrlosung vor, es gibt nicht genug Essen und Rivalitäten zwischen den Stationen entstehen.

Machtübernahme

In kürzester Zeit erklären sich die Bewohner der Station 3, allen voran der König von Block 3 (Gael García Bernal), zum Anführer über alle anderen. Sie beginnen das Essen zu rationieren und nur gegen Geld, Schmuck und letztlich sexuelle Dienste der Frauen herauszugeben.

Der Aufstand

Mit Hilfe der Frau des Arztes gelingt ein Aufstand, bei dem die Anstalt in Brand gerät und die Überlebenden fliehen. Sie merken schnell, dass die Anlage nicht mehr bewacht wird und können so in die Stadt gelangen.

Die Gruppe

Eine kleine Gruppe um das Arztpaar, den ersten Infizierten und seine Frau, einem kleinen Jungen (Mitchell Nye), der Frau mit der Sonnenbrille (Alice Braga) und dem Mann mit der Augenklappe (Danny Glover), ziehen durch die Stadt, in der es keinen Strom, kein Wasser und keinerlei zivilisierte Zustände mehr gibt. Sie kommen in einem Cafe unter, suchen in einem Supermarkt Nahrung und ziehen dann weiter zum Haus des Arztes. Nachdem sie dort einige Tage gelebt haben, kann der erste Infizierte eines Morgens plötzlich wieder sehen.

Weiterführende Informationen

Wissenswertes zum Film

Weitere Informationen im Internet

Offizielle deutsche Website zum Film
Pressespiegel zum Film auf film-zeit.de
Linksammlung zum Film
Cannes-Festival eröffnet mit Stadt der Blinden; Artikel unter tagesspiegel.de
Offizieller Blog zum Film (port.)
Rezension unter outnow.ch
Rezension von Julia Stache unter stadtkind.de

Quellen

Presseheft des Verleihs

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Kritiken (10) — Film: Die Stadt der Blinden

Hausmeister: Nerdtalk.de

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7.0Sehenswert

[...] Ich empfehle den Film jetzt einfach mal. Zum einen, weil er durch Bilder und Töne eine außergewöhnlich dichte Atmosphäre schafft, zum anderen weil er im Gegensatz zu so vielen anderen Filmen mit ähnlicher Thematik eben nicht auf die schockierenden Effekte, sondern auf die Beziehungen der Betroffenen untereinander setzt, vergleichbar mit der Stephen-King-Verfilmung „Der Nebel“. Hier gruselt es einen nicht vor bösen Monstern, sondern vor dem Monster Mensch an sich – und das ist immer noch das erschreckendste.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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7.5Sehenswert

Die Parabel über ein Epidemie an Erblindungen wurde von Regisseur Fernando Meirelles in «Blindness» so beklemmend umgesetzt, wie sie von Saramago beschrieben wurde.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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7.0Sehenswert

Die Verfilmung kann durchaus – wenngleich mit manchen Abstrichen – als teilweise gelungenes Experiment gewertet werden, das die Erzählhaltung und die Implikationen Saramagos in vielen Momenten in stimmige, atmosphärisch dichte und beängstigende Bilder umsetzt und noch lange nach dem Verlassen des wohltuend dunklen Kinosaals in die gleißende Helle der Außenwelt nachwirkt. Allerdings wirkt die Grundsituation oftmals – und das liegt nicht allein an der gleißenden Kälte des alles überstrahlenden Weiß – wie eine kalte Versuchsanordnung, was durch die Personen, bei denen auf Eigennamen verzichtet wurde, noch verstärkt wird.

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tristessedeluxe: Filmtagebuch tristessedeluxe: Filmtagebuch

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8.0Ausgezeichnet

Das ja mal ein ungewöhnlich packendes Ding gewesen. Endzeitthriller, Sozialpsycho & Emo-Kitsch. Hab mich nicht gelangweilt. Ende bissle solala.

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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

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6.0Ganz gut

Die essentiellen Aspekte des Roman wurden elegant mit Saramangos Prosastil beibehalten. Regisseur Meirelles schiebt das Melodrama nicht zu seh an. Aber adaptiert von McKellar wirkt Die Stadt der Blinden unvollständig und oberflächlich, selbst mit dieser stimulierenden Besetzung.

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TheCorey: MovieMaze

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6.0Ganz gut

Unter den Blinden ist der Einäugige König. Die Redewendung kennt man ja und bedeutet, dass man selbst mit Mittelmäßigkeit noch jemandem überlegen sein kann, der schlechter dran ist als man selbst. Der portugiesische Schriftsteller José Saramango verfasste 1995 mit Blindness einen Roman, der in eine andere Richtung geht. Saramango entwarf eine Geschichte über eine Gesellschaft, die plötzlich blind wird. Nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. Wie bei einer Epidemie. Was der Portugiese anschließend skizziert ist eine sich selbst demontierende Gesellschaft, die abseits ihrer erschaffenen Bequemlichkeit kaum im Stande ist ihre zivilisierte Ordnung aufrecht zu erhalten. Lange Zeit galt Blindness als einer jener Romane, denen man das Prädikat „unverfilmbar“ anheftet.

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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5.5Geht so

Die Stadt der Blinden ist eine brillante Idee, der die Vision des Großartigen fehlt. Basierend auf José Saramagos ausgezeichnetem allegorischen Roman, beinhaltet der Film starke Darbietungen von Julianne Moore, Mark Ruffalo, Danny Glover und Gael Garcia Bernal und beginnt mit einer starken und verwirrenden Prophezeiung. Aber im mittleren Teil und nach der Auflösung des Films wird der Zuschauer zurückgelassen mit einem neugierigen, unzufriedenen, sogar niedergeschlagenen Gefühl.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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6.0Ganz gut

Schauplatz dieser Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von José Saramago ist eine namenlose Metropole, durch Dreharbeiten an verschiedenen Orten bewusst anonym gehalten, so wie auch die Figuren keine Namen tragen sondern als „Der Arzt“, „Die Frau des Arztes“ oder „Der erste Blinde“ bezeichnet...

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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

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8.0Ausgezeichnet

Meirelles bleibt Saramago treu, indem er dessen Gesellschaftsentwurf nicht in ein Spektakel der Spezialeffekte verwandelt; selbst als die Eingeschlossenen gegen Schluss ausbrechen und durch eine apokalyptische Stadt ziehen, widersteht er dem Impuls, sich in Bildern der Zerstörung und des Wahnsinns zu suhlen. Seine Protagonisten sind auch nicht lediglich Stellvertreter für Saramagos Thesen vom Menschen, sondern durchaus Individuen, denen im Verlauf der zwei Stunden eine Weiterentwicklung gestattet wird.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.0Sehenswert

BLINDNESS ist vor allem eine soziale Metapher, die in grellen Farben ausmalt, wie unter den sich selbst überlassenen Ausgeschlossenen die zivilisatorischen Schranken zusammenbrechen, Sitte und Anstand vor die Hunde gehen. Ein - u.a. durch eine Massenvergewaltigung - schockierender, ungewöhnlicher Eröffnungsfilm, der am Ende eine plötzliche Kurve ins sentimentale Happy End nimmt - davor aber auf der Klaviatur verschiedenster Gefühle spielt.

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Kommentare (58) — Film: Die Stadt der Blinden

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cts

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Bewertung5.0Geht so

Unlogisches Verhalten der Protagonisten (ja Film blabla) und zu langer Quarantäne-Part

Achtung Spoiler!
Der Part hätte beim ersten "Besuch" der Frauen auf Ebene 3 schon vorbei sein können, wenn die Tante die Schere gleich mitgenommen hätte... Aber dann hätte man wohl keine totgeprügelte Frau mehr zurückschleppen können usw.
Ach ka, hatte mir mehr erhofft, hatte jetzt nicht wirklich das Gefühl dass da alle erblindet waren... Das Warum-Weshalb-Wieso fehlte mir auch, auf einmal blind, am Ende dann auf einmal wieder sehen können, ja warum denn überhaupt???

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Pablo.CH

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Bewertung7.0Sehenswert

Wurde selten so aggressiv wie bei Stadt der Blinden!!Wen ich mit zwei gesunden Augen in dem Krankenhaus eingespert währe, hätte ich dem Stations-Arschloch als erstes mal einen Genickzwirbler verpasst..

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

PikAsso

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Ganz deiner Meinung :)) Wollte den Film schon deswegen ausmachen, habe es aber zum Glück nicht getan...


Pablo.CH

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Meine Freundin ging fast an die Decke, sagte immer schalt den scheiss um. Ich konnte aber einfach nicht umschalten und am Schluss hat es sich für beide gelohnt..


kinogaengerin

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Bewertung6.0Ganz gut

Man sitzt in seinem Auto, steht an einer Kreuzung und ist plötzlich blind. Was klingt, wie ein schlechter Horrorfilm, wird für eine ganze Stadt zum wahren Albtraum. Auch ein Augenarzt erblindet und soll mit anderen Betroffenen in eine Quarantäne-Station gebracht werden. Da seine Frau ihn nicht alleine lassen will, gibt sie vor ebenfalls blind zu sein, obwohl das nicht stimmt: "Das Einzige das schlimmer ist als zu erblinden, ist als Einzige zu sehen." Was soll man zu dem Film sagen? Die Geschichte ist durchaus solide, wird sogar in recht bedrückenden Bildern umgesetzt, die teilweise einfach ekelerregend sind. Dennoch wird der Fortgang verschleppt, alles plätschert insgesamt irgendwie vor sich hin. Auch das Ende ist vorhersehbar, passt aber dennoch zum restlichen Film. Dafür beeindruckt immerhin Julianne Moore als einzige Sehende in der 'Stadt der Blinden', was ich absolut nicht erwartet hätte. Der Film gehört daher zu der Kategorie kann man gucken, muss man aber nicht.

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_Garfield

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Ich fand den Quarantäne-Part (der ja einen Großteil der Handlung ausmacht) wirklich langweilig, der Rest dagegen war durchaus annehmbar. :)


Lola1972

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich kenne das Buch nicht und ich kenne keinen vergleichbaren Film. Daher ist er für mich einzigartig - Punktabzüge gibt es nur für das lahme Ende.

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aburn

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Bewertung5.5Geht so

Nicht wirklich außergewöhnlich, das Thema hat mehr Potenzial.

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WarrenAnname

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Ich zitiere den klügsten unter den bisherigen Vor-Rezensenten, denn er bringt das Problem auf den Punkt: "Sehr schlimm war diese spirituell angehauchte Endzeitstimmung gepaart mit der Gutmenschen-Ideologie, die sich durch den ganzen Film zog und mich fast zur Weissglut brachte. Am schlimmsten war der Mittelteil, in dem die weggesperrten Blinden (!) zu allzu typischen Machtbestien werden und die noch blinderen Frauen sich planlos unterwerfen, bis die Rettung durch die Seherin folgt." - Mit einem Worte: An den Haaren herbeigezogene Legitimationsideologie.

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J0J0

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Was um Himmels Willen ist denn eine Gutmenschen-Ideologien?!


ReubenCogburn

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Da musst Du WarrenAnname (genauer den Urheber der originalen Rezensur) fragen, was er damit genau meint.
Aber ich kanns ja mal versuchen (bin wieder nüchtern^^)
"Gutmensch" ist eine ironische Verkehrung des Wortsinns. Ihr "Gutsein" wird als übertriebenes Verhalten unterstellt. Eine Gutmensch-Ideologie ist für mich eine Bezeichnung für Vorstellungen und Werte eben dieser "Gutmenschen". Dieser Film will wohl, laut WarrenAnname, diese Ideologie (der "Gutmenschen") legitimieren, also rechtfertigen. So hab ich es verstanden.
Vielleicht kann Warren noch was dazu sagen ;)


Milchmädchenrechnung

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Bewertung7.5Sehenswert

Schräges Szenario. Keine neue Botschaft, doch Apokalypse mal anders. Sehenswert.

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BobbyIII

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Bewertung6.5Ganz gut

Puuhhh ... Irgendwo zwischen "Herr der Fliegen" und "Farm der Tiere" findet sich die Vorlage von José Saramago ein, welche von Fernando Meirelles gekonnt und drakonisch in harter, dreckiger und erdrückender Atmosphäre umgesetzt wird. Eine beängstigende Dystopie die mit dreckigen Bildern und stark erhellten Zwischenspielen gespickt ist. Ein interessanter Gegensatz dass eine Geschichte über Erblindung durch wirklich starke Bilder punktet. Leider beinhaltet der Film aber auch einige Stellen aus denen ich einfach nicht ersehen konnte welchen Zweck sie haben. In diesen (wenigen) Szenen wirkt der Film dann nicht gekonnt bedächtig inszeniert, sondern etwas langatmig. Dennoch unterhält der Film durch seine gute Atmosphäre, den Bildern und größtenteils auch den Schauspielern.
Und obwohl ich das Buch nicht kenne, gehe ich ganz stark davon aus, aufgrund der Grundthematik, filmisch umgesetzter Atmosphäre und darauf fundierend dass man Bücher zur filmischen Umsetzung immer kürzen muss, dass, es sich bei dem Buch um ein wirklich großes Werk handelt, an welches ich mich unbedingt einmal setzen muss.

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based_god

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich kenn das Buch nicht und kann es deshalb nicht mit dem Film vergleichen.

Der Film selbst hingegen ist top inszeniert (vom "City Of God"-Regisseur) und einem sehr guten Drehbuch. Es braucht fast eine halbe Stunde bis der Film in Fahrt kommt. Danach war ich aber derart "drinne", dass ich erstaunt war, dass die 2 Stunden schon um war.

Ein Thema das sehr spannend ist, mit einem grossartigen Soundtrack. Die Schauspieler sind stark, allen voran Julianne Moore und Mark Ruffalo und er regt zum Nachdenken an – Ich persönlich habe noch bis spät in die Nacht nachgedacht wie ich in gewissen Situationen reagiert hätte. Sowohl als Blinder als auch als Sehender...

SPOILER:
Die "Vergewaltigungsbegebenheit" – Naja, wie logisch das ist, lässt sich bestreiten, anders herum ist kann ich nachvollziehen das die Angst vor allem auch als Blinde sehr gross ist. Und man weiss ja auch nicht was draussen passiert, und dann hätte man ne Leiche in der Quarantänestation und mehrere die einen blindwütig (Haha Wortspiel) angreifen. Naja, ist schon ne schwere Situation...

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stuforcedyou

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Bewertung5.0Geht so

Teils bedrückend und nachdrücklich, aber auch sehr zähfließend erzählt und beim abhandeln seiner Botschaften nicht mehr als übliche Standardkost.

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servo80

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Bewertung7.0Sehenswert

Meirelles sucht sich die unbequemen Stoffe raus, das war schon immer so. Was anfangs wie ein Mystery- Thriller anmutet, entpuppt sich schnell als verstörende Dystopie über den schmalen Grad zwischen Zivilisiertheit und der puren Bosheit in jedem von uns.
Das wurde sicher schon vorher thematisiert, aber selten so schonungslos wie hier. Wenn sich die Frauen im Blindenghetto für Essen prostituieren, dann sind das Bilder, die in ihrer Intensität schwer zu ertragen sind. Und wenn letztendlich alle erblindet sind und die Gefangenen die Freiheit sehen, ist deren Chaos noch schlimmer als die zumindest überschaubare Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Gefangenschaft.
Inmitten des Chaos die einzige sehende Person, die versucht, die Last ihrer Mitmenschen auf den Schultern zu tragen und fast daran zerbricht. Julianne Moore spielt diese wie gewohnt beeindruckend und man kann die inneren Kämpfe, die sich in ihr abspielen, deutlich in ihrem Gesicht lesen.
Was bleibt nun am Ende? Der Regisseur will seinem Publikum etwas Hoffnung machen, ich hätte mir den Mut gewünscht, den Film in der unvermeidlichen Katastrophe enden zu lassen. Das ist neben der etwas drögen Inszenierung der einzige Negativpunkt.
Aber vielleicht braucht man diese Hoffnung auch, wenn einem klar wird, dass unsere Gesellschaft vielleicht gar nicht so weit von dem hier gezeigten entfernt ist.

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hoffman587

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Bewertung7.0Sehenswert

Blindness

Nicht zu sehen...ewig in den Fängen des Lichts....endlos scheint es zu sein...ein Licht, das keine Freude verbreitet....ein Licht das nicht rettet....blind für immer....vielleicht?....jeder Mensch für sich?....allein, in der Stadt der Blinden, schlussendlich auch ein Film von Fernando Meirelles namens "Die Stadt der Blinden" aus dem Jahre 2008, nach dem gleichnamigen Roman von José Saragamo.

Angefangen bei der relativ interessanten Geschichte, einer Story die eine bittere und harte Kritik an der Natur des Menschen äußert, eine Handlung, die wirklich bedrückend, geradezu tragisch, dazu anspruchsvoll: Urplötzlich erblinden die Menschen, in einer Großstadt, vielleicht eine Epidemie? Aus Angst, der Verbreitung des "Virus" oder der "Seuche" beschließt die Regierung, die Erblindeten in Quarantäne zu stellen, in eine alte Nervenklinik, doch unter ihnen ist auch eine Frau, die verschont blieb....zudem eskaliert dort bald die Situation und die Gewalt breitet sich aus...

Die Besetzung wurde natürlich auch exzellent ausgewählt, eindeutig und glasklar kann man sagen, dass der Film durch die fantastische Performance von Julianne Moore lebt, die hier alles aus sich rausholt, stark spielt oder übernimmt sie die Rolle der Frau, die anscheinend als Einzige sehen kann und so ihrem Mann, dem Arzt, so wie auch ihren "Mitgefangenen", in der Nervenklinik, helfen will, aber durchaus sollte man noch die guten Leistungen von Danny Glover als alter Mann mit der Augenklappe loben und auch Mark Ruffalo als Arzt.

Die Regie geht an sich schon in Ordnung doch, für mich erzählte Herr Meirelles sein Werk doch arg zu gemächlich und langsam, ohne wirkliche Stärke, denn so entstanden doch an und ab ein paar erhellende Längen, die sich im Film ordentlich platzieren, aber dennoch irgendwie interessant verpackt und anspruchsvoll erzählt und doch ist der Film nicht mitreißend genug, um vollkommen zu packen.
Dafür ist die Kameraarbeit wirklich brillant, schonunglos und geradezu brutal sind die Bilder, eine ungeschönte Realität, dokumentarisch gefilmt und auch die "erleuchtende" Optik, wurde mehr als interessant gewählt, um dieses bedrückende Gefühl, in gewisser Weise zu verstärken, jedenfalls ging es mir so, erschütternd bebildert, zutiefst verstörend und bitter, eine Kamera, die die Abgründe des Menschen gnadenlos porträtiert.

Und zu den Charakteren, die man hier wirklich nur schwer schreiben kann, will ich auch nur noch sagen, dass sie doch mit relativ viel Tiefgang skizziert wurden, aber ihre Hintergründe und ihre grundlegenden Identitäten beziehungsweise ihr Charakter bleibt doch für mich eher im Dunkeln, aber das muss nicht unbedingt als negativ aufgefasst werden...kann aber...

Trotz seiner doch vielen Schwächen, die es hier gibt, ist "Die Stadt der Blinden" insgesamt doch sehenswert, auch wenn ich mir sicher bin, dass der Film eigentlich nicht an den unverfilmbaren Roman von Saramago herankommt, trotzdem einen Blick wert, denn ich finde interessant ist er auf jeden Fall, da wäre aber noch in vielerlei Hinsicht Luft nach oben gewesen.

20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 9 Antworten

Sozionaut

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Ich habe zum Glück das Buch nach dem Film gelesen... Und war froh, da fällt mein Urteil etwas gnädiger aus...


Jack_Torrance

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@hoffi: Könnte sein ;-)


moviee

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Bewertung6.5Ganz gut

Ganz nettes Sozialdrama, von dem ich mir doch irgendwie mehr erhofft hatte.
Einige Zeit passiert garnichts, gegen Ende des Filmes bzw. zum zweiten Teil wird es dann doch einigermaßen spannend. Ganz gut, aber man hätte mehr daraus machen können.

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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Die Romanvorlage von José Saramago ist ein brillantes Konstrukt, das Fernando Meirelles erstaunlich umgesetzt hat. Die Blindheit, die sich hier wie eine Epidemie ausbreitet ist nur die Grundlage, auf der sich alle folgenden Entwicklungen abspielen. So bricht Chaos und Panik aus, es kommt zu Ausschreitungen und es stellt sich die Frage nach Anstand und menschlicher Würde. Geduld und Nachsicht aller Beteiligten werden auf eine harte Probe gestellt. Bei begrenzten Lebensmittelvorräten müssen sich Frauen prostituieren und auch eine eigene Herrschaftsform kristallisiert sich heraus. Action gibt es genug mit Feuer und steigender Gewaltbereitschaft. Plünderungen kommen uns recht aktuell vor, genauso wie der überall herumliegende Müll. Der besondere Kick ist, dass sich eine Frau (wie immer überzeugend Julianne Moore) als Sehende unter die Blinden gemogelt hat. Und so erhält die Gruppe eine Anführerin, die sieht, was hier wohl als provokante Forderung nach Allgemeingültigkeit gemeint ist. Dass die Stadt, in die sie wieder zurückkehren tot und versifft ist, ist nicht verwunderlich, sondern denkt diese intellektuelle Parabel einfach konsequent weiter. Beeindruckende Bilder von einer Endzeitstimmung, die eigentlich ein Neuanfang sein müsste. Anfangs schockierend mit einem fragwürdig offenen Ende.

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brainchild

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Bewertung7.0Sehenswert

Der etwas andere Zombiefilm ;)
Entgegen meiner Erwartung verfolgt "Die Stadt der Blinden" einen eher zwischenmenschlichen Ansatz anstelle einer zynischen Gesellschaftskritik. Sehenswert ist das definitiv, mehr aber auch nicht. Die Aussage der Parabel ist ziemlich simpel, dazu kommen ein paar Logiklöcher hinsichtlich Julianne Moores Rolle. Danny Glovers Figur hätte ich mir bedeutender gewünscht, als Erzähler wirkt er redundant. Mark Ruffalo überzeugt dagegen wie so häufig uneingeschränkt.

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agynessa

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Bewertung4.0Uninteressant

Habe mir als ich den Trailer dazu gesehen habe unglaublich viel von dem Film versprochen und musste nach dem schauen feststellen, daß ich mal wieder 2 Euro in der Videothek meines vertrauens verschwendet habe.

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Hoang-Thach-Vu

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Untergang der Menschheit durch den Verlust eines einzigen Sinnes wird im Film "Blindness" in so unglaublich faszinierenden und gleichzeitig dermaßen verstörenden Bildern dargestellt, dass ich diesen Film wohl für eine lange Zeit nicht mehr vergessen werde.

Mir hat er sehr gut gefallen =)

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greenlight

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Bewertung2.0Ärgerlich

Sehr schlimm war diese spirituell angehauchte Endzeitstimmung gepaart mit der Gutmenschen-Ideologie, die sich durch den ganzen Film zog und mich fast zur Weissglut brachte. Am schlimmsten war der Mittelteil, in dem die weggesperrten Blinden (!) zu allzu typischen Machtbestien werden und die noch blinderen Frauen sich planlos unterwerfen, bis die Rettung durch die Seherin folgt. Da fährt der Plot mit Scheuklappen auf der Einbahnschiene. Insgesamt ein sehr durchsichtiger und hohler Film. Ich wage zu bezweifeln, dass er der Vorlage gerecht wird, allerdings kenne ich diese nicht. Aber ich kenne The Constant Gardener und es schaudert mich erneut.

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sam_ace_rothstein

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Bewertung5.5Geht so

Die Idee ist Intressant. Ein Virus der alle Menschen erblinden lässt. Die Infizierten werden in ein Spital gesperrt und werden ohne Betreuung ihrem Schicksal überlassen. Ein Intressanter Gedanke und teilweise auch gut umgesetzt. Denoch konnte mich der FIlm nicht ganz überzeugen. Zu den Charakteren konnte ich keine Bindung aufbauen, sie waren mir ziemlich egal. Julliane Moore spielt gut, aber mit der Zeit ging sie mir als Anführerin der Blinden ziemlich auf die Nerven. Dafür fand ich einige Szenen in der Anstalt gut. Ein paar Szenen sind schockierend und machen nachdenklich, besonders weil es im wahren Leben wahrscheinlich ähnlich ablaufen würde.

Stadt der Blinden war nicht so gut wie ich es mir erhofft habe, dennoch war er nicht schlecht, weil der Grundgedanke sehr intressant ist und einige Szenen wirklich gelungen sind.

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KurAichan

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein toller Film der zeigt,wie wir Menschen in solchen Situationen handeln,ich denke aber das das Buch um einiges besser ist. Trotzdem sehenswert.

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