Die stumme Herzogin
Marianna Ucrìa (1997), IT/FR Laufzeit 99 Minuten, Drama
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von Roberto Faenza, mit Emmanuelle Laborit und Bernard Giraudeau
Palermo 1743: Der Großvater ist um seine 13-jährige Enkelin Marianna Ucria besorgt. Selbst der Anblick einer Hinrichtung kann den traumatischen Knoten in ihrer Seele nicht lösen, der sie zur Taubstummen gemacht hat. Als Herzog Pietro, ihr Onkel, sie heiraten will, fügt Marianna sich tapfer ihrem Schicksal. Sie schenkt dem grobschlächtigen alten Mann drei Töchter, jedoch nicht ihr Herz. Erst als sie ihm auch einen Sohn gebiert, gibt Pietro sie frei. Marianna zieht mit den Kindern in ein Landhaus an der Küste. Die Dienerin Fila wird zu ihrer Vertrauten. In der Bibliothek entdeckt Marianna die Abenteuer der Geistesgeschichte. Der couragierte Gebärdenlehrer Grass entfacht in ihr die Leidenschaft für die Ideale der Aufklärung. Als Marianna nach Pietros Tod das Gut erbt, irritiert ihr soziales Engagement die engstirnige Umgebung. Sie erlässt einem säumigen Schuldner die Hinrichtung und verliebt sich mit 40 insgeheim in Filas charmanten Bruder Saro, gibt ihrem Gefühl jedoch nicht nach und arrangiert Saros Heirat mit der schönen Peppinedda. Fila erträgt jedoch den Verlust ihres geliebten Bruders nicht und begeht eine Verzweiflungstat. Marianna befreit Fila mit Hilfe des ihr ergebenen Richters Don Camaleo aus der Irrenanstalt, doch als sie dort Filas Vergewaltigung mitansehen muss, wird sie abrupt mit ihrer traumatischen Vergangenheit konfrontiert. War Don Pietro die Ursache für ihr plötzliches Verstummen?
Cast & Crew
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Roberto Faenza
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Emmanuelle Laborit
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Marianna Ucria
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Bernard Giraudeau
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Laura Morante
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Philippe Noiret
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Signoretto
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Laura Betti
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Giuseppa
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Lorenzo Crespi
Regie
Schauspieler
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Roberto Herlitzka
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Duca Pietro
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Silvana Gasparini
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Fiammetta
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Leopoldo Trieste
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Fabrizio Bentivoglio
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Enzo Marino Bellanich
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Irene Ferri
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Eva Grieco
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Olivia Magnani
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Roberto Faenza
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Francesco Marcucci
- Genre
- Drama
Drehbuch
Filmdetails Die stumme Herzogin
Trailer zum Film Die stumme Herzogin
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Kommentare
Kommentar schreibenOlilotron 2008/11/14 14:35:43
Kommentar löscheneine perle im arte programm, zufällig entdeckt auf dem weg ins bett.
im ersten eindruck kommt das ganze geschehen zunächst relativ altbacken und langweilig daher, entpuppt sich dann aber immer stärker als fesselnder film, der vom subtilen psychodrama mit philosophischen nuancen bis hin zu einigen horrorartigen elementen alles bietet, was anspruchsvolle unterhaltung aus der masse hervorhebt.
seltsam verstörende farben, starke charakterzeichnung und eine fülle von subtilen motiven durchziehen den plot und fügen sich in der nachträglichen betrachtung zu einem sinnvollen ganzen.
mir scheint dem ganzen ein feministisch gefärbter anspruch zugrunde zu liegen. die protagonistin und auch einige andere nebenfiguren erfahren die präsenz des männlichen entweder als dogmatische repression oder aber als offene sexuelle vergewaltigung. das patriarchale ehesystem wird gestützt durch willige weibliche vollstreckerinnen, gefangen in einer nebelwand aus religösen fanatismen und sexueller bigotterie. selbst der jugendliche held, der, im gegensatz zu mariannas abstoßendem ehemann wohlgeformt und attraktiv daherkommt, erscheint im entscheidenden moment der körperlichen annäherung weniger als gleichwertiger partner, denn vielmehr als infantiler schutzbedürftiger einer intelektuell und moralisch höherstehenden frau. einzig der hauslehrer bildet eine freundliche außnahme in einer ansonsten abscheulichen männerwelt. dies kann er aber nur deshalb sein, weil sein verhältnis zur marianna nicht von sexueller begierde bestimmt ist, sondern von väterlicher zuneigung und intelektueller neugierde. er ist der ideale, liebende vater, der mariannas geliebter onkel nur vordergründig war. jener erweist sich in der auflösung gar als urübel und auslöser der sprachlosigkeit.
die konsequenz aus alldem zeichnet sich am ende dezent ab. marianna wendet sich nicht dem klassischen männlichen retter zu, sondern beschreitet einen radikal individualistischen weg: sie beginnt ein neues leben und wird auf ihrem weg dorthin begleitet von der schwester des jugendlichen erlösers. auch sie hat die männliche sexualität einzig als groteske hölle erlebt. so wenden sich die beiden frauen in der letzten einstellung ihrem eigenen geschlecht zu, denn dort ist, so die botschaft des filmes, einzig vernunft, trost und menschenliebe zu erwarten.
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8martin 2008/11/14 13:19:36
Kommentar löschenAls Kind missbraucht, wird Marianna stumm. Mit 13 wird sie an einen uralten Reichen verkuppelt, den sie zwar nicht liebt, ihn aber auch nicht abweist, weil sie Mitleid mit ihm hat. Die junge Frau bildet sich weiter, lernt die Gebärdensprache, die Gedanken der Aufklärung kennen, emanzipiert sich geistig und auch sexuell – lange vor der großen Französischen Revolution.
Wenn auch etwas bedächtig inszeniert – man hat eben noch Zeit fürs Detail – und mit opulenten Kostümen ausgestattet, schildert der Film sehr differenziert und sensibel den Weg einer Frau, die sich aus der sozialen Enge ihrer Jugend, aus einer Zeit (Mitte 18. Jht.) als die Kirche noch das gesellschaftliche Leben bestimmte, befreite. Als allein das Wort ’Freiheit’ schon mit Ketzerei gleichgesetzt wurde und ganz allgemein die Idee vorherrschte, dass die Vernunft die Sklavin der Leidenschaft sei. Sie findet ihre Stimme wieder, erlangt eine neue Freiheit und ist in der Lage, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Als ihr das alles bewusst wird, lässt sie ihr Land (zurzeit gerade tief verschneit) und ihre Vergangenheit (mit all den Verletzungen ihrer Seele) hinter sich und fliegt davon...
Ein zeitloses Thema, passend in harte Farben gehüllt; denn das gilt doch auch heute noch: nur mit Bildung, kann man sich aus dem Teufelskreis des Elends befreien.
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