Die süße Haut

La Peau douce (1964), PT/FR
Laufzeit 116 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 15.01.1965

8.5 Kritiker
4 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
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von François Truffaut, mit Jean Desailly und Françoise Dorléac

Pierre Lachenay ist verheiratet. Bei einer Geschäftsreise lernt er die wesentlich jüngere Stewardess Nicole kennen und beginnt eine Affäre. Hinter dem Rücken seiner Frau arrangiert er fortan regelmäßige Treffen, bleibt vermeintlich länger im Büro oder verreist gemeinsam mit Nicole. Doch schon bald verdächtigt ihn seine Frau. François Truffaut inszeniert die angebliche Liebesgeschichte als einen geradlinigen Kriminalfilm. Konsequent erzählt er von den emotionalen Verstrickungen eines Ehemannes, der zwischen zwei Frauen und Gefühlswelten hin und her schwankt und schließlich zu Fall kommt.


Cast & Crew


Kommentare (3) — Film: Die süße Haut

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Joe Gillis

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der (schwache) Mann, die (temperamentvolle) Frau, die (zwanglose) Geliebte. Die (eingefahrene) Ehe, die (kurze) Affäre, der (plötzliche) Tod. Die Liebe? Eher nicht. – Im Mittelpunkt: Pierre Lachenay (Jean Desailly), ein homme de lettres, der Vorträge hält über Balzac und das Geld oder über die letzten Tage von André Gide, verheiratet, ein Kind. Er schlittert in ein hektisches Verhältnis mit der blond-unkomplizierten Stewardess Nicole (Françoise Dorléac), zu deren sorgloser Frische er sich so wenig bekennen kann, wie er sich zur Trennung von seiner brünett-blutvollen Gattin (Nelly Benedetti) entschließen mag. Pierre ist – sein Nachname deutet es an – lâche (= feige), ein Typ ohne Courage, der sich vor Entscheidungen drückt, bis andere (die Frauen) für ihn (und damit für sich selbst) die befreienden Entschlüsse fassen. In der Anlage ein Ehebruchs- und Eifersuchtsdrama, verarbeitet François Truffaut das banale fait divers zur klinisch-distanzierten, in eine Vielzahl von kurzen Eindrücken zerlegten Studie einer wüstenhaften männlichen Gefühlslandschaft: »La peau douce« konstatiert Symptome kommunikativer Impotenz bei gleichzeitig aufleuchtender intellektueller Brillanz, schildert das Nebeneinander von triebhafter Ziellosigkeit und dem Unvermögen, (eigene wie fremde) Empfindungen zuzulassen oder zu begreifen. Das somnambule Leben des Protagonisten, für den ob seiner Indolenz keine Empathie, nicht einmal Mitleid, nur seelenkundliches Interesse aufkommt, endet gewaltsam beim Mittagessen im Restaurant – der finale Knalleffekt setzt den Schlußpunkt unter etwas, das nie wirklich begonnen hat.

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Joe Gillis

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:)


alanger

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ach ja, schön hier immer deine texte zu lesen. eine oase in der wüste sozusagen :)


Framboise

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Bewertung9.5Herausragend

Elegisch und kühl: Sex gibt's bei der heißblütigen Gattin in der erkalteten Ehe, Sehnsucht und platonische Treffen mit der Geliebten. Unaufhaltsam hinab in den Abgrund mit Emotionskrüppel Pierre Lachenay und hinauf in den Olymp der Stars mit Françoise Dorléac!

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Ein kühles, fast sachliches Drama. Die Dinge nehmen ihren Lauf und sind nicht aufzuhalten. Sehr fesselnd - einfach klasse!

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