Die Taschendiebin - Kritik

Ah-ga-ssi / AT: Agassi; Ahgassi; The Handmaid; Mademoiselle; Lady; The Handmaiden

KR · 2016 · Laufzeit 145 Minuten · FSK 16 · Drama, Thriller · Kinostart
Du
  • 6

    Bei mir schwingt eine kleine Portion Enttäuschung mit ! Meine Erwartung und Vorfreude war groß , da die Bewertungen hier meist hoch hinaus ranken und ich schon viele gute asiatische Filme schauen durfte . Zunächst ein Lob an Schauspiel und Bebilderung .Die Darsteller sind alle sehr gut , und die Kostüme und Location sehr schön Auch die eigentliche Handlung ist ganz gut , aber keineswegs überragend oder außergewöhnlich . Es werden ein paar Wendungen/Überraschungen eingebaut , von der mich aber nur die erste Überzeugt . Ein wichtiger Part ist sicher auch der erotische Anteil um zu verstehen wie die Beziehungen der Filmcharaktere zueinander ist . Aber dieser Anteil ist viel zu groß , zu lang , zu aufdringlich . Bei der Vorlesung musste ich ja noch lachen , aber sich eine ganze Zeit diese Sexspielchen anzuschauen nervt ...dazu gibt es andere "Filme" , da bräuchte ich keinen "spannenden" Spielfilm für . Für mich : Ansehnlich aber irgendwie auch sehr Schade !!!

    3
    • 7 .5

      Ein sehr sehenswerter Film, daher 7,5/10 Punkten! :)

      Der Film ist halt in 3 Teile unterteilt und der erste Teil ist so gut, dass ich dem Film da sogar 10/10 geben würde. Die anderen Teile sind auch gut, aber man merkt, dass sich der Film da teils zieht, auch wenn die Story sehr gut und wendungsreich ist und auch die Schauspieler verdammt gut sind! Aber dadurch, dass er sich dann in 1-2 Szenen doch etwas zieht, bekommt er von mir nur 7,5/10 Punkte. Auch aus dem Hintergrund, dass der Flim meiner Meinung nach bei weiteren Sichtungen nicht mehr so viel Spaß macht, wenn man weiß wieso das alles passiert^^

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      • 8

        Erinnerte mich etwas an „Die Töchter des chinesischen Gärtners“

        Sicher ist der Film nix für jedermann. Man muss für so was schon eine Antenne haben. Sonst kann man den Film auch einfach stink langweilig finden.

        Wer aber eine Antenne für so was hat, wird bestimmt begeistert sein. Eine sehr tolle Atmosphäre. Ausstattung, Stil und Flair sind klasse. Spricht einfach die Sinne an. Und man kann dem wenigen stundenlang zusehen. Wirklich viel passiert ja nun nicht. Und der Film geht über 2 Stunden.

        Ich muss aber auch zugeben im 2,,3 Teil erschloss sich mir die Handlung ab und zu doch nicht ganz. Etwas viel Zeitebenen. Dazu das ein oder andere wirkte doch etwas skurril.

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        • 9 .5

          Chan-wook Park kann auch anders und das sehr sehenswert. Ich muss zugeben, dass ich von dem Setting, der Inszenierung und der Kameraarbeit ganz angetan war. Die Handlung ist ebenfalls durchdacht mit ihren Intrigen und Wendungen. Definitiv ein neues Meisterwerk!

          • 9
            sachsenkrieger 29.07.2017, 08:20 Geändert 29.07.2017, 08:21


            Ich las gestern, der Film sei ein Märchen im Gewand eines Thrillers. Mehr kann und sollte man auch schon nicht verraten, denn das geldgierige Gewand des Films, entblößt auf eine subtil spannnende Art und Weise, die darunter nach Freiheit gierenden Körper, Geister und Seelen. Die persönliche Freiheit, musste man sich in allen Zeitaltern und Gesellschaften, meistens bitter erkämpfen. Besonders Frauen können davon wohl ein ewigwährendes, bittersüßes Lied singen. Park Chan-Wook überwältigt den Zuschauer mit einer komplex-verschachtelten, mehrlagigen und tiefgründigen Geschichte, die er meisterhaft inszeniert hat. Wunderschöne und wunderschön musikalisch untermalte Bilder, wundervolle Sets, phantastisch agierende Schauspieler, allen voran die beiden Hauptdarstellerinnen ... DIE TASCHENDIEBIN ist ein herausragender Film über eines der wichtigsten Dinge im Leben: Die Freiheit...

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            • 8
              lieber_tee 17.07.2017, 19:00 Geändert 18.07.2017, 02:14

              Süßes Gift.
              Park Chan-Wook's Heimkehr in das Süd-Koreanische Kino ist eine ebenso grausame wie mehrdeutige Geschichte über List und Perversität, in der Sex nicht nur Leidenschaft, sondern auch Freiheit bedeutet. Die Umsetzung des englischen Romans von Sarah Waters in das von Japan besetzte Korea der 30er thematisiert den Konflikt zwischen den beiden Ländern als ein Universum, in dem Männer ihre niederen sexuellen Instinkte als (literarische) Hochkultur ausleben, Weiblichkeit sadistisch ausbeuten. Aber das „starke Geschlecht“ ist nur eine Marionette von vermeintlich unschuldigen Frauen, deren dunkle Seite von zwei begabten Schauspielerinnen (Kim Tae Ri und Kim Min-Hee) subtil verkörpert werden.
              „Die Taschendiebin“ ist in drei Teile gegliedert, erzählt wie eine ineinander verschachtelte Matrjoschka, aus deren jeweiligen Oberflächen sich die wahren Absichten bzw. Blickwinkel heraus schälen. Mit bemerkenswerter Eleganz, der Struktur eines Thrillers folgend, entsteht ein Schachspiel, wo Verschwörungen, Verrat, Lügen und eine lesbische Liebe mit einander verschmelzen. Liebe ist ebenso Täuschung wie Befreiung. Kino ist Manipulation und Illusion. Mit schnittigen Dialogen, pikanter Erotik und schwarz-humoriger Ironie werden die männlichen Machtverhältnisse ad absurdum geführt, die Kamera schwebt dabei durch die edel ausgestalteten Kammern und Kellern. Der Geschlechter- und Klassenkampf ist hier eine perfide Rache von Unterdrückten, der Ausgebeuteten.
              8 unverheiratete Frauen.

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              • 10

                So unglaublich und einer dieser Filme, bei dem einen die Superlative ausgehen.
                Diese Bilder sind so unglaublich gut, die Farben so stimmig, die Stimmung so sanft und hinreißend aufgebaut. Fesselnd in der Geschichte, das Setting einmalig zu nennen und die Schauspieler brillieren.

                Schlicht und ergreifend das, was man ein Meisterwerk nennt.

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                • 10
                  ElsaWaltz 11.07.2017, 01:33 Geändert 11.07.2017, 11:30

                  Dieser Kommentar enthält Spuren von Spoilern

                  "My Tamako, my Sookee."

                  Die Taschendiebin. The Handmaiden. Agassi.
                  Dieser Film ist eine Wucht. Eine erzählerische Wucht, eine schauspielerische Wucht, eine emotionale Wucht.

                  "Die Taschendiebin" fasziniert.

                  Es ist zum einen die Zeit und das Land in dem die Handlung spielt. So anders als die westliche Gesellschaft, so anders als alles, was ich bis jetzt in Filmen gesehen habe. Jeder Schauplatz ist auf seine Weise… ja was? Erdrückend wie das Herrenhaus? Gruselig wie der Keller? Frei wie die Landschaften? Irgendwie alles zugleich. Man möchte selbst durch dieses Haus schreiten, den Garten erforschen, aber bloß nicht dem Herzstück zu nahe kommen. Der Bibliothek. Und was für eine Bibliothek es ist. So beeindruckend sie auch wirkt, so gruselig sind die Lesungen, die in ihr gehalten werden.

                  Fesselnd. Ein Wort das das beschreibt was die Schauspieler sind. Sie fesseln den Zuschauer durch ihre Blicke und ihre Bewegungen. Die Chemie die zwischen den beiden Hauptdarstellerinnen entsteht raubte mir immer wieder den Atem. Kim Min-hee brilliert als zuerst verletzliche und dann starke Fräulein Hideko und Kim Tae-ri zeigt mit der Darstellung von Sook-hee eine der für mich besten schauspielerischen Leistungen der letzten Jahre. Ha Jung-woo als zwiespältiger Graf Fujiwara und Cho Jin-woong als perverser Onkel Kouzuki runden das Schauspielquartett ab und zusammen ziehen die Schauspieler den Zuschauer in einen Strudel voller Emotionen.

                  Zauberhaft. Cho Young-wuk ist der Künstler hinter der Filmmusik. Der Soundtrack ist Kunst. Er schmiegt sich an die Bilder und füllt die Szenen aus, er weckt Emotionen, die noch tiefer liegen als dass sie die Bilder hervorbringen können. Hin und wieder erinnert mich die Melodie an Downton Abbey, einmal meinte ich eine gewisse Ähnlichkeit zu „Der schmale Grat“ zu vernehmen. Aber die Musik ist in ihrer Art einzigartig und einfach wunderschön.

                  Die Geschichte ist betörend, gruselig, erschreckend und feinfühlig. Sie ist lustig und traurig.

                  „Das erotische Kino lebt“ steht auf der DVD. Ja das tut es. Und es ist verdammt gut!

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                  • 10

                    Typisch, Park Chan-wook.

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                    • 9

                      Moah! Der alte Park hats mal wieder geschafft. Wenn man ihn mit Kubrik vergleichen würde, wäre das hier wohl sein Eyes Wild Shot. ;-D
                      Anfangs noch eher wie ein etwas schleppendes Historiendrama spinnt der Film ganz langsam und ohne dass man es gewahr wird seine Fäden um dann einen Twist nach dem anderen abzufeuern.

                      Kleine Bemerkung Über Twists
                      Ein Film sollte nicht nur vom Twist leben. Der Twist im Film, kann diesen aber ungemein bereichern, wenn der Film an sich schon gut genug ist und eigentlich ohne auskäme. So sehe ich dass zumindest.

                      Auch wenn bei der Taschendiebin die Twists sich gegen Ende jagen und ich aus der Überraschung nicht mehr ganz raus kam, muss ich doch sagen, dass der Film irgendwie nicht davon lebt. Alles fügt sich so angenehm böse zusammen und die Philosophie kommt auch nicht zu kurz.
                      Es ist gemein, nachdenklich stimmend, verschoben, spielt mit „Alt Herren Fantasien“ und löst den ganzen selbst gesponnenen Knoten doch recht elegant.
                      Nach Stoker hatte ich schon angst, der alte Park würde jetzt in der USA versumpfen und langsam vom Meanstream aufgefressen werden. Zum glück eine unbegründete Angst.

                      SOILER:

                      Ehrlich gesagt ist die Taschendiebin das bessere Bound. Alles was Bound von 1996 versucht hat zu machen, macht die Taschendiebin nur noch besser.

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                      • 7 .5

                        Eine sehr skurrile Geschichte, die unterhaltsam erzählt wird. Teilweise grotesk und comichaft. Die Liebesszenen fügen sich atmosphärisch nicht immer nahtlos ein, sind jedoch relativ gefühlvoll umgesetzt worden. Durchdacht, wenn auch nicht immer plausibel. Allein schon wegen dem Bild und dem Witz sehenswert.

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                          SpiceWeasel 27.06.2017, 15:51 Geändert 27.06.2017, 15:52

                          Chan-wook Park hat es wieder getan, er hat mich mal wieder in Staunen versetzt.

                          Allerdings nicht von Anfang an, was nicht heißt dass der Beginn des Films schlecht war sondern das er mich an leicht erotische Groschenromane erinnert hat was die reizenden Hauptdarstellerinnen und die traumhaften Aufnahmen aber locker ausgeglichen haben.

                          Ab dem wunderbaren Twist in der Mitte kommt aber eine neue Spannungsebene dazu und der Film gewinnt ungemein an Fahrt.

                          Die Genialität der ersten Hälfte liegt daran das sie dem Zuschauer oder in diesem Fall dem Voyeur einen Spiegel vorhält und diesen auch noch perfekt in die Geschichte zu verweben.
                          Chan-wook Park verführt und gleichzeitig führt er seinen Zuschauer an der Nase herum, was bei so einem erfahrenen Meister Regisseur ein wahres Vergnügen ist.

                          Auch wenn ich bei dem genialen letzten Drittel (wie großartig war denn bitte die Kellerszene!) meinen eigenen hippokratischen Spiegel vorgehalten bekommen habe wirkt es nie belehrend oder anmaßend und das zu schaffen ist wahre Kunst.

                          Der deutsche Titel ist mal wieder ein absolutes Negativbeispiel vor dem Herrn!
                          Nicht nur unpassend sondern verrät er auch einen wichtigen Handlungsverlauf. Autsch!

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                          • 9

                            Das vertrackte Storytelling bietet ein perfides Konstrukt, was mich über die üppige aber zur keiner Zeit langatmigen Laufzeit von 145 Minuten überragend unterhalten hat. Die in 3 Akte unterteilte Geschichte wird von einer stets stimmigen musikalischen Begleitung untermalt und die bestens aufgelegten Schauspieler fügen sich hier nahtlos ein. Asiatisches Kino auf höchstem Niveau.

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                            • 6

                              Das war vorerst mein letzter Versuch mich dem koreanischen Kino zu nähern. Mir sind die Filme alle zu pompös und zu theatralisch. Die Bilder sind aus ästhetischer Perspektive betrachtet sicherlich technisch gehoben, aber sie transportieren zu keiner Sekunde die Stimmungen im Film. Dabei ist die Story in Die Taschendieben gar nicht mal schlecht, und unkonventionelle Erzählstrukturen sind ebenfalls mein Ding. Doch hier hatte ich das Gefühl den Film mindestens zwei Mal hintereinander zu sehen. Das hat mir nicht zugesagt. Hinzu kommt, dass der Film wirklich zuviele Längen hat, so dass nur wenige wirklich gute Momente übrig bleiben. Ich will nicht von einem schlechten Film reden, aber wirklich sehenswert ist der Streifen auch nicht.

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                              • 7 .5

                                Chan-wook Park beweist auch hier wieder einmal, dass er zu den Top Regisseuren gehört. Die Geschichte ist anfänglich etwas zäh. Wenn man aber weiter schaut, erfährt man, wie wichtig der erste Teil des Filmes für die darauf folgenden Teile ist. Dann ist man froh, durchgehalten zu haben. Insgesamt wirklich sehenswerter Streifen.

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                                • 8 .5

                                  Hier kann ich einem Vorredner dahingehend zustimmen, dass wenn man hier etwas zum Film schreibt unweigerlich zu viele Informationen zum Geschehen preisgeben wird. Da ich keinem die Spannung nehmen will, kann ich nur auffordern sich selbst ein Bild zu machen. Es passiert viel und es ist ...

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                                  • 9

                                    Perfekt.

                                    Naja, fast perfekt.
                                    Inszenatorisch mit Sicherheit perfekt.
                                    Die Darstellerriege ist eine Augenweide, die Musik wunderschön und die Geschichte ein narrativer Schleiertanz zwischen Thriller und Melodram.
                                    Insgesamt ein wundersames Zusammenspiel aus Verbrechen, Verführung und Voyeurismus.

                                    Vielleicht doch perfekt.

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                                    • 10

                                      Vorhin zum dritten mal gesehen! Ich liebe diesen Film und ich liebe die beiden Hauptdarstellerinnen. Sie harmonieren einfach perfekt zusammen und die Intensitaet die sie erzeugen ist ueberwaeltigend. Ihre Darstellung ist sehr authentisch und emotional. Ich liebe vor Allem Kim Tae-Ri. Sie sieht nicht nur unglaublich suess aus (Die vllt. suesseste/schoenste Frau die ich je gesehen habe), sondern vertieft sich so sehr in ihre Rolle, dass ich all ihre Emotionen spueren kann. Meisterhafte Leistung! Der Film ist intelligent, spannend, ruhig und schnell zugleich, erotisch, intensiv und feministisch. Und fuer mich ist Kim Tae-Ri und Kim Min-Hee das tollste Leinwandpaar ueberhaupt. So als waere ihre Beziehung im Film real! Auch die Wendungen und das Drehbuch sind perfekt. Hinzu kommt die wundervolle und zur Handlung passende Musik und faszinierende Bilder. Ich bin sehr begeistert von diesem Meisterwerk. Dieser Film gehoert zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Fuer immer und Ewig!

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                                      • 8

                                        tolle abwechslungsreiche spannende Story, super Schauspiel, Tolle Ausstattung und Kostüme, perfekte Sets, Kamera und Schnitt sind nicht negativ aufgefallen, hatte ich auch nicht so drauf geachtet. Eine große Prise Erotik. Und eine gar nicht auffallende Synchro (positiv gemeint). Absolute Empfehlung

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                                        • 7 .5

                                          Nachdem die 1. Hälfte etwas zäh war, hat mich die 2. Hälfte schwer begeistert. Der Film beinhaltet einige gute Twists und zudem kreative Ideen. Auch das Ende bzw. den Ausgang des Films fand ich sehr gelungen bzw. befriedigend. :-)

                                          • 5 .5

                                            Die ab Beginn von Teil 2 bezüglich des Ausgangs klare Story entfaltet leider keinerlei Sogwirkung, lässt mich emotional unbeteiligt das vorzügliche Set bestaunen, plätschert dahin, genügt sich gleichsam selbst. Die erotischen Szenen zum Ende des Films lassen jede prickelnde Sinnlichkeit vermissen. Offenbar findet der Film aber - zu meinem Unverständnis - ein geduldiges und wohlwollendes Publikum.

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                                            • 6

                                              [...] In seinen besten Momenten spielt Die Taschendiebin mit den Wechselwirkungen aus Macht, Abhängigkeit und Leidenschaft, denn die Bedürfnisse aller Protagonisten sind miteinander verwoben und ihr Verhältnis zueinander befindet sich stets im Fluss, was dem Film sein Suspense verschafft. Parks Werk sinniert über den schmalen Grat zwischen Leidenschaft und Fetisch, zwischen positiven Kräften, die die Figuren antreiben und negativen, die sie in den Untergang ziehen. Dabei gelingt es dem Regisseur fabelhaft, das Geschehen wahlweise durch ein wohlwollendes Augenzwinkern zu ironisieren, oder es aber leicht spöttisch zu hinterfragen und als grotesk zu entlarven. Die Exzesse aus Parks früheren Werken finden sich auch hier, allerdings deutlich vergeistigt – wo die Gewalt von Oldboy oder Sympathy For Mr. Vengeance die Körper der Figuren malträtierte, verkehrt Park den Ansatz in Die Taschendiebin ins Gegenteil und schildert gleich im doppelten Sinne die Befreiung aus geistiger Gefangenschaft durch die Freuden der Körperlichkeit. [...]

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                                              • 8

                                                Oh, den sollte man sehen.
                                                Zu schreiben was da passiert ist, ist schon ein Spoiler.
                                                Kim Tae-ri, von der werden wir hoffentlich noch mehr sehen.

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                                                  J.F.Lannister 30.05.2017, 23:47 Geändert 30.05.2017, 23:54

                                                  Freilich ohne "Fifty Shades of Grey" gesehen zu haben, so entspricht "The Handmaiden" doch in etwa dem Idealniveau, welches so ein Erotikdrama meiner Meinung nach aufweisen muss. Ein Film, der sich nicht nur auf die Erotik beschränkt, sondern auch an seinen Charakteren interessiert ist. Abseits der hocherotischen und großzügig zur Schau stellenden Sexszenen baut Park Chan-wook seinen Film als Kriminaldrama auf, welches sich mit Themen wie Liebe, Sexualität(sfindung) und (Selbst)Verrat auseinandersetzt. In seiner Gesamtheit ist "The Handmaiden" zwar etwas zu lang geraten, vermag es jedoch gekonnt, mit den Erwartungen des Zuschauers herumzuspielen und ihn an der Nase herumzuführen. In Hauptdarstellerin Kim Tae-ri habe ich mich übrigens sofort verliebt!

                                                  Was ich nachträglich allerdings ziemlich schade finde, ist die Abänderung des Titels. Im Deutschen total lahm und eindeutig "Die Taschendiebin", im Englischen schon besser und zweideutig "The Handmaiden". Am besten gefällt mir jedoch der mehrfachdeutige Buchtitel "Fingersmith", den hätte man meiner Meinung nach beibehalten sollen.

                                                  Ansonsten kenne ich von Park zwar nur "Oldboy", dennoch würde ich "The Handmaiden" eindeutig als klassichen Park-Film bezeichnen. Der Begriff "Fingern" wird von ihm sehr weitläufig interpretiert, weswegen ich auch den Buchtitel präferiere. Die Sexszenen haben es dermaßen in sich, dass man sich als Zuschauer fast schon so vorkommt, wie dieser notgeile Altherrenclub, der sich im stillen Kämmerlein zu vorgelesener Erotikliteratur am liebsten einen von der Palme wedeln möchte. Well played, Park!
                                                  Verstörend wird es, wenn Park (imaginäre) Hentai-Elemente in die Sex-/Gewalterotik miteinfließen lässt. Verdammt, dieser Riesenkrake im Aquarium war ziemlich creepy und während der Endszene hätte es mich nicht gewundert, wenn sich da auf einmal ein Monstrum à la "Fluch der Karibik" oder Cthulhu auf dem Meer erhebt!

                                                  Für mich ein toller Film, aber nicht zwangsläufig weiterzuempfehlen. Man muss schon Fan des südkoreanischen Kinos und insbesondere Fan von Park Chan-wook sein, um "The Handmaiden" etwas abgewinnen zu können.

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                                                  • 9

                                                    Yes! Unser Kino bringt den noch. Morgen wird gesichtet.

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