Die Tränen meiner Mutter

Die Tränen meiner Mutter (2008), DE
Laufzeit 93 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 06.11.2008

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Die Tränen meiner Mutter - Bild 1176153
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von Alejandro Cardenas-A., mit Fabian Busch und Joachim Paul Assböck

Eine geräumige Fabriketage in den 80ern. Den zehnjährigen Alex und seine Eltern Carlos und Lizzy hat es auf der Flucht vor der argentinischen Militärjunta nach Westberlin verschlagen. Während seine Eltern mit unterschiedlichem Erfolg versuchen, sich an die neuen Lebensumstände fern der Heimat zu gewöhnen, lernt Alex, dass auch eine skurrile WG eine “richtige” Familie sein kann. Weder seine sich langsam entwickelnden, geheimnisvollen telekinetischen Fähigkeiten, noch die erste Liebe können jedoch verhindern, dass Alex’ Eltern sich nach und nach voneinander entfernen: Lizzy fühlt sich in Deutschland und mit ihrer Arbeit als Journalistin wohl, Carlos dagegen zieht sich immer mehr in sein Künstler-Schneckenhaus zurück. Dass ausgerechnet Anita, die spanische Freundin von Mitbewohner Jürgen, zu Carlos durchzudringen scheint, passt Alex gar nicht in den Kram.

Handlung

In der FremdeDer 25-Jährige Alex (Fabian Busch) ist gerade in Buenos Aires angekommen. Er ist auf dem Weg ins Krankenhaus zu seinem Vater, der im Sterben liegt. Auf dem Weg dorthin beginnt er, sich an seine Kindheit im West-Berlin zu erinnern. Seine Eltern sind Anfang der achtziger Jahre gemeinsam mit ihrem Sohn vor der argentinischen Militärjunta geflohen und landen schließlich in Berlin. In einer Kreuzberger Fabriketage voller seltsamer Menschen findet die Familie eine neue Heimat.

Schwierige ZeitenMit der Zeit fängt er langsam an, sich an Berlin zu gewöhnen und es als sein zu Hause zu betrachten. Die Erinnerungen an das Leben in Argentinien verschwimmen dagegen. Eines Tages entdeckt er aber etwas Ungewöhnliches – mit der Kraft seiner Gedanken kann er Dinge bewegen ohne sie zu berühren. Auch seine Eltern, Lizzy (Erica Rivas) und Carlos (Rafael Ferro) haben zunächst große Probleme, sich in der Fremde einzuleben. Lizzy beginnt bald erfolgreich Dokumentarfilme zu drehen, Carlos jedoch schafft es als Zeichner nicht, Fuß zu fassen. Während Lizzy sich mit der neuen Situation mehr und mehr arrangiert, kommt Carlos in Berlin einfach nicht zurecht. Er fühlt sich missverstanden und als Außenseiter und muss sich zudem mit Gelegenheitsjobs rumschlagen.

Das Ende einer FamilieEs kommt, wie es kommen muss: Die Beziehung der beiden gerät ins Straucheln. Alex bemerkt diese Entwicklung und versucht mit aller Macht und der ganzen Kraft seiner Gabe die Liebe seiner Eltern zu retten. Gleichzeitig sieht er sich mit den ganz alltäglichen Problemen und Abenteuern seiner Zeit konfrontiert. In der Schule muss er sich vor den anderen behaupten. Als sein Vater aber eine Beziehung zu einer Mitbewohnerin anfängt, zerbricht das Familienglück endgültig. Die Eltern trennen sich und sein Vater kehrt schließlich nach Argentinien zurück.

Wissenswertes
Der Film lief 2008 beim 11th Shanghai International Film Festival im Wettbewerb, Kameramann Florian Schilling gewann den Preis für die beste Kamera.
Alice Dwyer gewann beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2008 in Saarbrücken den Preis als beste Nachwuchsdarstellerin.

Weitere InformationenWeiterführende Informationen im Internet
Pressespiegel zum Film auf film-zeit.de
Trailersammlung auf moviemaze.de
Rezension von Joachim Kurz auf kino-zeit.de

Quellen

  • 37795279001_1039751000001_48d3f667c4a82-thumb-square
  • Die Tränen meiner Mutter - Bild 1358678
  • Die Tränen meiner Mutter - Bild 1358691
  • Die Tränen meiner Mutter - Bild 1358704
  • Die Tränen meiner Mutter - Bild 1358717

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Cast & Crew


Kritiken (4) — Film: Die Tränen meiner Mutter

Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.5Ausgezeichnet

Selbst die WG-Mitbewohner sind jenen Menschen nachgezeichnet, mit denen der Filmemacher und seine Eltern einige Jahre ihres Lebens in einer gemeinsamen Wohnung teilten. Vielleicht ist das ja der Grund, warum Die Tränen meiner Mutter ein außerordentlich gefühlvoller und sehr stimmiger Film geworden ist, der aus der Perspektive von Alex über Fremdheit und Entfremdung erzählt, ohne dabei larmoyant oder peinlich zu werden.

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W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien... W. Hamdorf: Deutschlandradio, film-dien...

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5.0Geht so

An vielen Stellen wirkt „Die Tränen meiner Mutter“ wie das verfilmte Tagebuch eines Heranwachsenden. Das vermittelt eine autobiografische Nähe, aber führt auch dazu, dass viele Ideen und Handlungselemente nur angerissen, aber nicht konsequent weiterentwickelt werden: etwa Alex telekinetische Fähigkeiten oder seine erste Liebe. Insgesamt steht diese Erinnerung an eine Kindheit im Exil aber durchaus in einer Reihe mit anderen deutschen Filmen, in denen Zeitgeschichte durch den Filter der kindlichen Wahrnehmung zur angenehmen Nostalgie wird. Manchmal wünscht man sich bei solch sympathischer Retro-Kultur den Trommler Oskar Matzerath zurück.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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6.0Ganz gut

Dieser Coming-of-Age-Film beschreibt sensibel und humorvoll die zerrissene, aber auch aufregende Kindheit eines außergewöhnlichen Jungen an der Schwelle zur Pubertät, und malt nebenbei ein farbenprächtiges und dennoch sehr authentisch Agfa-Color-blasses Kaleidoskop der politischen und gesellschaftlichen Ereignisse in den 80er Jahren. Manche Begebenheit des...

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johanna: movie-screening.de johanna: movie-screening.de

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8.5Ausgezeichnet

Sensibel werden aus der Perspektive des Kindes die unterschiedlichen Gefühle einer migrierten Familie erzählt. Die innere Zerissenheit des Vaters und der Versuch der Mutter, ihre Trauer um den in Chile verlorenen Bruder zu überwinden, stehen im Mittelpunkt eines phantasievollen, aber auch ernsten Blicks auf die Bewohner einer Berliner Wohngemeinschaft der 80er Jahre: die argentinische Familie, das spanisch-deutsche Paar, die junge schweigsame Punkerin, der ältere Herr und sein Pfleger, der eigentlich Filmregisseur ist, und der Frauen-Liebhaber. Sie alle vereint die Suche nach einem kleinen Stück Glück und die Liebe zu Filmen.

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Kommentare (2) — Film: Die Tränen meiner Mutter

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annaberlin

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Bewertung7.0Sehenswert

Eigenartiger, aber berührender Coming-of-Age-Film, der ganz anders daherkommt als andere deutsche Coming-of-Age-Filme. Die Geschichte der innerlich zerrissenen Familie, die vor der argentinischen Junta ins Berlin der 80er zieht, die dort in einem Industrieloft in einer WG lebt und deren Sohn Alex in einem solchen Umfeld aufwächst, ist absolut authentisch umgesetzt. Komisch wirken da die "Superkräfteszenen", die irgendwie unpassend sind. Und leider wirkt auch das Ende ziemlich aufgepropft, man hätte doch gerne mehr über das Schicksal des Vaters und Argentinien oder eben der Mutter und Berlin erfahren. Das bleibt leider im Skizzenhaften.

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carlotta

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Super Film.

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