Die Tragödie der Belladonna

Kanashimi no Beradona (1973), JP
Laufzeit 89 Minuten, FSK 16, Animationsfilm, Fantasyfilm, Erotikfilm, Drama

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8.1 Kritiker
3 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.9 Community
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von Eiichi Yamamoto,

Am Vorabend der französischen Revolution wird das schöne Bauernmädchen Jeanne von einem tyrannischen Fürsten vergewaltigt. In ihrer leidvollen Qual erscheint Jeanne der Teufel in Phallusform und verwandelt ihre Angst in sexuelle Hingabe, um sie in seinen Bann zu ziehen. Ihre neugewonnene diabolische Macht erzeugt respektvolle Furcht unter den Dorfbewohnern. Aber jeder, der seine Seele an den Teufel verkauft, wird einmal den Preis dafür zahlen.


Cast & Crew


Kritiken (2) — Film: Die Tragödie der Belladonna

alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ... alexandra seitz: Berliner Zeitung, tip, ray ...

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8.0Ausgezeichnet

"Die Tragödie der Belladonna" verknüpft Motive aus dem Leben der Jeanne d'Arc mit Themen des 1862 erschienenen Buchs "La Sorcière" ("Die Hexe") von Jules Michelet und ist eine erotische Phantasmagorie, die "wild" zu nennen eine grandiose Untertreibung wäre.Der Betrachter sieht sich vielmehr konfrontiert mit einem psychedelischen, visuellen Rausch, der Narration in assoziativen Montagen auflöst und knallfarbig explodierende Albtraumlandschaften im Wechsel mit statischen Aufnahmen zartgestrichelter Pastell-Zeichnungen präsentiert.Doch "Die Tragödie der Belladonna" erzählt auch die Geschichte einer Frau, die ihre Macht entdeckt, in einem feudalistischen Mittelalter, das mächtige Frauen als Hexen auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen pflegt.

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Fricki76: Asianfilmweb.de

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9.0Herausragend

Als das einfache Bauernmädchen Jeanne und ihr Verlobter Jean den lokalen Fürsten vor der Hochzeit um dessen Erlaubnis bitten, fordert der Despot sein Recht ein, die Hochzeitsnacht mit der Braut zu verbringen. Verzweifelt kehrt sie nach der Vergewaltigung zu ihren Bräutigam zurück, der über dem Schock dem Wahnsinn anheim fällt. Um ihrem Geliebten in der Not zu helfen, verkauft sie sich dem Teufel in Gestalt eines Phallus. Zunächst nur mit ihrem Körper verfallen, schließt sie später um Jean erneut zu helfen, einen endgültigen Pakt mit dem Leibhaftigen. Um den Preis ihrer Seele verhilft sie zunächst Jean zu Ansehen und Reichtum, wird jedoch von den Menschen als Hexe verstossen...

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Kommentare (6) — Film: Die Tragödie der Belladonna

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Ich_mache_Seife

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Bewertung9.5Herausragend

Wahnsinn ist wohl das Wort, welches sich unweigerlich mit diesem Meisterstück verbinden lässt.
Nach dem fulminanten Spektakel MIND GAME habe ich es eigentlich nicht mehr für möglich gehalten, nochmals auf eine solche gewaltig - fantastische Reise mitgenommen zu werden. Nichts anderes als eine kreative Supernova offenbarte sich meinen Augen. An nicht wenigen Stellen hat es mir ein Lächeln entlockt, weil es einfach so genial-bizarr und kunstvoll zuging, dass ich fast die Herrschaft über meine Sinne verlor. Hier werden wörtlich die Möglichkeiten der visuellen Komponente des Medium Films gesprengt, besser noch pulverisiert, wobei BELLADONNA dann doch wieder an seine eigene Grenze stößt - denn mehr Kunst geht nicht.

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VisitorQ

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Bewertung7.5Sehenswert

Fantastischer Film. Bizarr, verstörend und so verdammt toll erzählt. Wer außergewöhnliche Filme mag, kommt an "Die Tragödie der Belladonna" nicht vorbei.

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Acry

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film wie eine Bildergalerie. Die Bilder (und es sind wirklich Bilder, keine nur kurzaufblinkenden Zeichnungsfetzen) erzählen fast mehr als die Geschichte selbst und sind auch der Grund dafür, warum mich der Film so beeindruckt hat: Man findet im Laufe der Museumsgalerie alles: Farbenfrohes, Schwarz-Weißes, Psychedelisches, Altmodisches, herkömmliche Animezeichungen, fantasievolle Portraits, kreative Hintergrundgestaltung, originelle Symbolik und Nacktbilder zur Genüge. Rein visuell und auch akustisch also ohne Frage ein mutiges Meisterwerk, welches sich von Genrekollegen abhebt und perfekt zeigt, wozu der Trickfilm fähig ist. Leider scheint es so, als würde heutzutage der Zeichentrick der Animation weichen müssen, was man nach dem Anschauen von Belladonna noch bedauernswerter findet, da ich mir zumindest mehr von solchen charaktervollen zeichnerischen Kunstwerken wünschen würde.

Neben den schönen Bildern besitzt der Film auch eine passende Geschichte. Die Hauptfigur Jeanne, zunächst eine ehrenvolle junge Dame, wird vom König mehr oder weniger vergewaltigt. Um die daraus resultierenden physischen und psychischen Schmerzen zu vergessen, lässt sich Jeanne mit dem Teufel ein (symbolträchtig in Penisform ->sehr knuffig!) und verkauft ihm zuerst ihren Körper, dann auch ihre Seele. Im Gegenzug bekommt sie ein gesichtertes Leben mit ihrem Ehemann, welches aber von Anfang an sehr fragil erscheint.
Letztendlich ist die Protagonistin auf sich allein gestellt und schwankt wegen der teuflischen Manipulation zwischen Gut und Böse, Heilung und Tod, Hoffnung und Scheitern. Das Ganze ist toll anzusehen und hat natürlich auch emanzipatorische Ansätze: Die Frau tut, was sie will mit wem sie will, und obwohl sie oft der Verzweiflung nahe ist, umgibt Jeanne den ganzen Film über eine mystische, kraftvolle Aura.

Weitere interessante und irgendwie passende Fakten zum Titel „Belladonna“:
>Die Tollkirsche ist eine Giftpflanze, deren Fruchtsaft früher von den Frauen verwendet wurde, um die Pupillen ihrer Augen zu vergrößern. Durch die großen Pupillen wurden die Frauen zur Belladonna, zur schönen Frau. Die Tollkirsche ist jedoch eine starke Giftpflanze, die man nicht unverdünnt anwenden darf. < Dies trifft auch auf die Belladonna im Film zu: sie ist schön, mysteriös und magisch, aber man sollte ihr nicht zu nahe kommen.

Fazit: Sehenswert und einzigartig!

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JimiHendrix

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"...symbolträchtig in Penisform ->sehr knuffig!" wusste es doch, dass du den süß finden würdest, zumindest im anfangsstadium^^


Acry

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ja, später ist er dann nicht mehr so süß...aber dafür hat er dann sicher andere Qualitäten :D


JimiHendrix

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein bewusstseinserweiterndes jugendstilgeprägtes Zeichentrickkleinod, was mit surrealistischen Szenen und prächtig colorierten Standbildern neue Türen in komplett andere Welten aufwuchtet und zur cineastischen Tiefenpenetration des Hirns bestens geeignet ist, ein sporadisch animiertes Kunstwerk, was mit sexuellem Anmut gen Höhepunkt drängt.

Der Regisseur sowie dessen Produzent müssen sich wahrscheinlich ein wenig Tollkirsche (Atropa belladonna) einverleibt haben, bevor sie sich an der Konstruktion dieses Werkes versucht haben. Denn die Tollkirsche hat ihren Namen nicht von ungefähr, da ihr Verzehr Tollheit auslösende Faktoren in großem Stil herbei führt.

Was der regissierende Eiichi Yamamoto da zusammen mit seinem kongenialen Partner Osamu Tezuka, welchem die Grundideen zu diesem Meisterstück zuzuordnen sind, abliefern entspricht einer Ansammlung von psychedelisch anmutenden Gemälden.

Von der ersten Minute an pocht Yamamoto auf die unterhaltsame Beweglichkeit der einzelnen Bildmeisterwerke, so dass eine berauschende Komposition zu ihrer Entfaltung gebracht wird, die ich in dieser Form vergebens suchte ("Mind Game" ist aber vorgemerkt).

Für die geschichtlichen Rahmenbedingungen bedient sich Yamamoto aus vielerlei Töpfen, zum einen erinnert die Figur der Jeanne an die "Jungfrau von Orlèans" und zum anderen lassen die Grundgerüste der Story ein gewissen Gleichnis zu Jules Michelets Buch "Die Hexe" erahnen.

Die Erzählung ist in Europa des späten Mittelalters einzuordnen und befasst sich mit dem glücksverliebten Paar mit dem ach so treffenden Namen Jeanne und Jean, es ist Liebe mit Bestimmung, sie beschließen vor Gott den Bund der Ehe einzugehen und der Fürst erhebt samt Hofstaat Anspruch auf die erste Nacht mit der noch junfernhäutchenbehafteten Jeanne.

Diese sexuellen Torturen erwecken bei ihr das Gefühl der Ohnmacht und der Verletzlichkeit, auch Jean scheint an dieser ordungsgerechten Vergewaltigung seiner neuen, entjungferten Gemahlin seelisch zu zerschellen. Jeanne wünscht sich so sehr, etwas gegen diese seelische Mattheit tun zu können und ihr erscheint ein kleines süßes Glied, welcher sich im späteren Verlauf als Satan entpoppen sollte. Er bringt Jeanne wieder zum Lachen und stößt sie zu unermesslich erregenden Höhepunkten und wir dürfen dem Bewusstseinshöhepunkt visuell wie tonal beiwohnen. Der Teufel fordert von Jeanne die bedingungslose Annexion ihres Leibes und ihrer Seele.

Dieser Werk, was wohl an einen LSD-Trip erinnern soll, entlarvt sich als bunter Farbtopf, den man mit brachialer Inszenierungsgewalt um die Ohren geschlagen bekommt, bis man besinnungslos zu Boden wankt und sich diesem künstlerischen Erguss mit Haut und Haar hingibt.

Das berauschende Score lieferte kein geringerer als die japanische Jazz- und Japrock Legende Masahiko Satō. Gerade bei so einem Flm, der fast ausschließlich für das Szenenbild und von der musikalischen Untermalung steht, ist Satōs Beitrag von unermesslichem Wert. Er schafft mit diesem krautrockverwanten Soundstil eine apokalyptisch-rockige Stimmung, dich mich vom ersten Moment an in ihren Bann zog.

Ich empfehle dieses Meisterwerk jedem Liebhaber des Animegenres sowie den psychedelischen Filmausflüglern uneingeschränkt. meine Erstsichtung erfolgte auf Anime-Loads.org. War danach so begeistert, dass ich die DVD in meinen Besitz bekommen musste, ein wahrlicher Kunstschatz!

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JimiHendrix

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deswegen sagte ich ja auch "erahnen" habe mir die inhaltsangabe durchgelesen, das muss reichen ;)


Acry

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LOL :D


CarrionFairy

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kein Interesse

jaja, mir erscheint auch jeden abend der teufel als phallus.
manchmal sogar als drei auf einmal. manchmal auch in der mittagspause beim kaffeetrinken, in der schlange beim aldi (und zwar in dem regal zwischen den bantam-tabakpäckchen), in der s-bahn und manchmal sogar auf youporn.
passend dazu heißt die produktionsfirma des films "mushi pro".

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CarrionFairy

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der frühling ist inspirierend. hormone... überall halbnackte männer und so...


ihre-herrlichkeit

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Eine Schweinerei ist das. Sowas lenkt doch ab! Ich bin für die Einführung von Burkas für Männer.


T.E.S.S.A

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Bewertung9.5Herausragend

Großartig!

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