Die unbarmherzigen Schwestern
The Magdalene Sisters (2002), GB/IE Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 09.01.2003
10 Bewertungen
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259 Bewertungen
19 Kommentare
Keine
von Peter Mullan, mit Geraldine McEwan und Anne-Marie Duff
Die Magdalenen-Heime in Irland wurden geleitet von den Barmherzigen Schwestern (Sisters of Mercy). Ihr Auftraggeber: die katholische Kirche. Familien und Waisenhäuser schickten dorthin junge Mädchen. Waren sie erst einmal dort, wurden sie eingesperrt und mussten in Wäschereien arbeiten, um dabei ihre Sünden zu bereuen. Diese “Sünden” waren unterschiedlichster Art: Ausreichend war die Tatsache, eine unverheiratete Mutter zu sein oder zu hübsch oder zu hässlich. Zu dumm oder zu schlau. Oder das Mädchen war Opfer einer Vergewaltigung und hatte es gewagt, darüber zu sprechen. Um diese Sünden zu bereuen, arbeiteten die Mädchen 364 Tage im Jahr ohne jeden Lohn, man ließ sie hungern, sie wurden geschlagen, verspottet und vergewaltigt. Und ihre neugeborenen Kinder wurden ihnen weggenommen – wenn es sein musste, mit Gewalt. Ihre Strafe war unbeschränkt – oft lebenslänglich. Tausende von Frauen lebten und starben in diesen Anstalten. Das letzte Magdalenen-Heim in Irland wurde erst 1996 geschlossen.
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Cast & Crew
- Genre
- Drama
- Ort
- Irland
- Handlung
- Erziehungsheim, Mädchen, Mädcheninternat
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Kritiken (3) — Film: Die unbarmherzigen Schwestern
Anj S: Mann beisst Film
Kommentar löschenDer Film „Die unbarmherzigen Schwestern“ erzählt schnörkellos von dem Überlebenskampf der Menschlichkeit, die selbst unter furchtbarsten Bedingungen bestehen bleibt und gibt einen realistischen Einblick in das Leben hinter den Mauern der Magdalenen-Heime, auch wenn es laut einer ehemaligen Insassin alles noch viel schlimmer war als eigentlich gezeigt wird. Kaum zu glauben also, dass Schätzungen zufolge ca. 30.000 Frauen in den Heimen gelebt haben, von denen das letzte erst 1996(!) geschlossen wurde. Weder ein großer Meilenstein in der Filmgeschichte, noch mittelmäßig oder gar schlecht, ist das Drama in erster Linie interessant und erschreckend. Beinahe wie eine Dokumentation und ohne große Effekte und Spannungsspitzen verfolgt man als Zuschauer ungläubig eine Geschichte, die aufgrund ihrer Ehrlichkeit so fesselnd und undenkbar zugleich ist.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenAuf die so genannten "Magdalenen"-Heime in Irland, die es noch bis vor wenigen Jahren gab, ist hierzulande kaum jemand aufmerksam geworden. Eigentlich hätten Menschenrechtsorganisationen, Psychologen, Pädagogen und Feministinnen gegen Gewalt und Terror in diesen katholischen Anstalten für angeblich sündhafte Mädchen protestieren müssen. Das ist seltsamerweise nicht passiert. So konnten sie bis in die 1990er Jahre hinein wirken, das letzte schloss erst 1996. Der schottische Filmemacher Peter Mullan hat zumindest im Nachhinein
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Tytus Sun, 04 Oct 2009 09:24:21 -0000
Antwort löschenGut gesagt!
Der film zeigt das Ware gesicht der Kirche, wie sie in einigen Ländern auftritt.
Wer glaubt das dass Propaganda ist, solte mal ein Blick nach Polen werfen, was die Kirche sich dort erlaubt ist einfach gesagt grotesk!
Für uns hier unvorstellbar.
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen[Der Regisseur] erzählt seine Geschichte mit unverbrauchten, aber stets präsenten Laiendarstellern in einem spröden, kühlen Duktus, der dem strengen Heimalltag adäquat entspricht. Dabei sind die Dialoge zweitrangig; es werden vor allem Blicke inszeniert, verschämte, erboste, verbitterte. Das Nicht-Hinsehen-Können, Nicht-Wahrhaben-Wollen der Angehörigen wird damit ebenso thematisiert wie das Verstummen der Mädchen.
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Kommentare (16) — Film: Die unbarmherzigen Schwestern
natedb Wed, 30 Jan 2013 21:41:10 -0000
Kommentar löschen"The Magdalene Sisters" ist kein leicht zu verdauender Film. Geschildert wird die Geschichte aus der Perspektive dreier Frauen - oder besser gesagt Mädchen - die sich aus verschiedenen Gründen "versündigt" haben und daraufhin, von der Famile verstoßen, von der Gesellschaft geächtet - in ein Magdalenenkloster eingewiesen werden um sich von ihren sogenannten Sünden reinzuwaschen.
Im folgenden Verlauf wird beinahe nüchtern das sadistische Regime der scheinheiligen Nonnen über ihre Insassen geschildert - ein Unrecht folgt dem nächsten.
Peter Mullan dokumentiert in seinem preisgekrönten Missbrauchs-Drama auf kühle, distanzierte Weise den harten Alltag der Mädchen und schafft gleichzeitig ein Sittengemälde des Irlands der 60er.
Dies ist spannend, kompromisslos, bitter und wirklich harter Tobak!
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TinaCocaine Thu, 24 Jan 2013 14:28:28 -0000
Kommentar löschenEin großartiger Film, der sehr viel Traurigkeit in mir auslöst. Sehr dramatisch, genial geschauspielert und er behandelt ein überaus wichtiges Thema. Ein Film, der mir wieder einmal vor Augen führt, warum ich nicht Mitglied der (katholischen) Kirche sein möchte - was nicht heißen soll, dass ich etwas gegen gläubige Menschen habe! Ich find´s einfach nur krank, was heutzutage im Bezug darauf noch alles abgeht - einfach schockierend, demütigend und Menschen verachtend! Jedenfalls ist "Die unbarmherzigen Schwestern" einfach ein ganz toller Film, der wirklich ans Herz geht (auch wenn die Darstellerinnen nicht gerade die hübschesten sind :-p)!
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Simon Moon Thu, 24 Jan 2013 19:54:31 -0000
Antwort löschenSollte man im Religionsunterricht verwenden dieses Drama.
TinaCocaine Thu, 24 Jan 2013 21:10:22 -0000
Antwort löschenAuf jeden Fall! Wird nur wahrscheinlich kein Reli-Lehrer mitmachen :-)
evil Wed, 23 Jan 2013 20:49:26 -0000
Kommentar löschenEindrucksvoll gespielt! Berührender Film. Zeigt die Ohnmacht gegenüber der unanfechtbaren religiösen Autorität.
Unglaublich, dass solche Einrichtungen noch bis in die 90er möglich waren.
Toller Film... :)
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uncut123 Wed, 23 Jan 2013 21:36:54 -0000
Antwort löschender film ist echt erschreckend...müsste ich auch mal wieder sehen
flami Mon, 25 Jun 2012 19:03:16 -0000
Kommentar löschenGanz ehrlich, wieviele von uns moviepiloten hätten gewusst, was dort in irland bis vor zwanzig Jahren für eine grausame Scheiße abgezogen wurde?! Ich finde es immer sehr beeindruckend und unfassbar traurig, wenn ich solche sachen erfahren kann/darf. Man muss die schauspielerische Leistung aller mitwirkenden SEHR loben! Wer hat die Frauen nicht gehasst ? Und wer hat nicht mit diesem armen Seelen mitgelitten?
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BustaBuzz Wed, 29 Feb 2012 21:49:42 -0000
Kommentar löschenSIE SIND KEIN MANN GOTTES! SIE SIND KEIN MANN GOTTES! SIE SIND KEIN MANN GOTTES!
to be continued
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Tytus Wed, 29 Feb 2012 12:08:34 -0000
Kommentar löschender Film ist keine Phantasie und offenbart einige Kapitel der Kath. Kirche, die dies am besten vergessen würde, auch in Deutschland oder Österreich war das die Katholische "Fürsorge"
hier ein Artikel auf SPON
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-27163301.html
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guggenheim Tue, 28 Feb 2012 13:35:27 -0000
Kommentar löschenLange, lange habe ich nach diesem Film gesucht, nun habe ich ihn durch Zufall entdeckt und wiedererkannt. Wer konnte schon ahnen, dass der Titel so naheliegend ist. "Die unbarmherzigen Schwestern" habe ich vor ein paar Jahren gesehen und nie wieder vergessen - naja, den Filmtitel schon, nicht aber den Inhalt, denn der ist sehr aufwühlend und macht wütend. Ein stark gespieltes und schonungsloses Drama, bei dem man des Öfteren den Drang verspürt, tatkräftig einzuschreiten, wenn es denn nur irgend möglich wäre.
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Verlah Sun, 09 Oct 2011 15:20:34 -0000
Kommentar löschenEin Film, der zugleich zornig und traurig macht. Ein Film, der wahrscheinlich vor allem durch die düstere und beklemmende Atmosphäre, die er erzeugt, beeindruckt. Ein Film, der Gewalt in seiner physischen als auch psychischen Form thematisiert. Und der dabei zeigt, dass die Opfer oft keine andere Möglichkeit als den Totstellreflex haben. Die Tatsache, dass dieser Film auf der Realität basiert, macht ihn umso schockierender.
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Hellbilly Sun, 25 Sep 2011 21:23:30 -0000
Kommentar löschenStarker Film über ein sehr interessantes Thema.
Hatte von der Existenz solcher Heime bislang rein gar nichts gehört, aber passt irgendwie in mein Bild der katholischen Kirche. Den Glauben kann man einfach wunderbar als Deckmantel und Rechtfertigung missbrauchen. Von Lappalien bis zu schlimmsten Verbrechen kann man so alles mit der eigenen Doktrin in Einklang bringen. Und wenns dann doch mal rauskommt, ist man mittlerweile im Totschweigen auch geübt.
Nächstenliebe kann man dummerweise halt dermaßen offen interpretieren…
Fabelhaft gespielt, eindringlich und dennoch ziemlich neutral erzählt. Ein filmischer Tatsachenbericht, der anscheinend noch die Softcore-Variante der wirklichen Zustände in diesen Heimen aufzeigt.
Einige kleinere Längen treten auf, allgemein aber durchaus ein fesselnder Film. Vor allem die Ruhe, mit der alles inszeniert wird, hat mich gepackt. Natürlich gibt es wie bei jedem anderen Spielfilm einen Spannungsbogen, aber nur in seltsam verhaltener Form. Dominierend sind unaufgeregte und scheinbar monotone Bilder und Dialoge. Auch die Gleichgültigkeit und Kälte der Schwestern einerseits und die Verzweiflung, Trauer und Wut der Gefangenen andererseits werden dem Zuschauer nicht mit voller Wucht entgegengeschleudert. Man weiß jederzeit was Sache ist, bleibt gleichzeitig aber auch immer etwas außen vor. Erinnert phasenweise an einen Dokumentarfilm, geht aber nie soweit, dass man als Zuschauer teilnahmslos vor dem Fernseher sitzen würde.
Eine komische Mischung, die aber funktioniert.
Der klagende Zeigefinger seitens der Regie wird auch nur versteckt erhoben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hinter dem Film die Intention steht, die Kirche in einem möglichst schlechten Licht dastehen und sich selbst als Moralapostel abfeiern zu lassen. Solch subtile Mittel passen nicht zur gewählten Inszenierungsform.
Jeder der etwas Hirn hat, kriegt mit, was hier verbrochen wurde, ohne mehrmals mit der Nase draufgestoßen zu werden. Solche Menschen sind dann auch in der Lage, sich selbst ein Urteil zu bilden. Wem dieses bisschen Hirn abgeht, der würde sich den Film sowieso nicht zu Ende anschauen.
Kann ich nur empfehlen – und zwar allen, egal ob überzeugter Katholik oder militanter Atheist. Niemand wird sich brüskiert abwenden müssen. Niemand wird in seiner Überzeugung grundlegend bestärkt werden. Aber jeder wird interessante Einblicke und Denkanstöße erhalten, die er dann ganz individuell ausbauen kann.
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teusus Sun, 25 Sep 2011 10:30:19 -0000
Kommentar löschenIch habe diesen Film noch nicht gesehen, auch noch nie etwas von diesen Magdalenen-Heimen in Irland gehört. Der Trailer (auf den ich hier auf Moviepilot zufällig gestoßen bin) und die Kommentare dazu haben mich aber gleichzeitig schockiert aber auch neugierig gemacht. Dies wird einer der nächsten Filme sein, den ich mir ansehen werde. Auch werde ich mir über Internet noch mehr Informationen dazu einholen. Unglaublich, dass so etwas real bis 1996 existieren konnte ohne das die Welt aufschrie!
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teusus Sun, 25 Sep 2011 13:03:51 -0000
Antwort löschenIch würde diesen Film gerne mit 9.5 bewerten, allein schon aufgrund des Trailers und der Kommentare und damit er auf meiner Merkliste ganz nach oben rutscht.
Aber ich sollte wohl den Film erst selber sehen und dann fair bewerten. Da gebe ich "ihre-herrlichkeit" und "Greetling" natürlich recht.
ihre-herrlichkeit Sun, 25 Sep 2011 13:05:42 -0000
Antwort löschenWenn du einen Film bewertest, ist er nicht mehr in deiner Merkliste.
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ihre-herrlichkeit Sun, 25 Sep 2011 13:14:25 -0000
Antwort löschenÜbrigens läuft der heute Abend um 20.15 auf Tele5.
teusus Sun, 25 Sep 2011 15:53:59 -0000
Antwort löschenja, hab's auch grad entdeckt, trotzdem Danke für den Hinweis. Ihr seit echt auf Zack hier !!!
Dr.Hasenbein Tue, 01 Feb 2011 01:46:09 -0000
Kommentar löschenEin Film der mich immer wieder mitnimmt und in mir so wütende Reaktionen auf die Bösen Schwestern, Eltern und die Gesellschaft hochbringt wie es auch jedes mal Einer flog übers Kuckucksnest schafft.
Es ist wirklich schrecklich und traurig das es solche Anstalten wirklich gab.
Die Darsteller spielen auf beiden Seiten ihre Rollen sehr gut.
Und in manchen Szenen wenn die Nonnen die Mädchen schikanieren erinnert mich der Film an Filme wie das Experiment.
Der Mensch an sich scheint einfach böse zu sein sobald er Kontrolle über andere Menschen hat die sich nicht wehren können.
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fabel Fri, 28 Jan 2011 19:06:45 -0000
Kommentar löschenDie Rollen in diesem bedrückenden Report über die Erziehungsheime für die aus verschiedensten, oftmals ziemlich lachhaften, Gründen dorthin gesteckten Mädchen sind klar verteilt.
„Man wird nicht Nonne, um vor dem Leben davonzulaufen. Nicht, weil man etwas verloren hat, sondern weil man etwas gefunden hat.“
Gefunden haben sie eine harte Hand, mit der sie ein hartes Regiment als tyrannische Wärterinnen führen. Die weiblichen „Häftlinge“ müssen einige Repressalien von ungeplanten Friseurbesuchen, über ständiges Auspeitschen bis hin zu Vergleichen der ganz besonderen Art über sich ergehen lassen. Harte körperliche Arbeiten in der Wäscherei, öffentliche Bloßstellungen und barsche Umgangs- und Befehlsformen vonseiten der Nonnen machen das Leben auch nicht gerade viel einfacher. Die armen Mädchen, größtenteils wegen nichtiger Vergehen eingebuchtet, haben von nun an nicht mehr vor, sich das gefallen zu lassen, und nehmen ihre Schicksale selber in die Hand ...
Der schottische Regisseur Mullan legt hier zwar den Finger richtigerweise in eine tiefe Wunde, über die seit Jahrzehnten ein eiserner Mantel des Schweigens gelegt wurde, aber er kann sich erfolgreich der Versuchung zur Wehr setzen, eine böse Hetzjagd auf die katholische Kirche zu eröffnen. Stattdessen zeichnet er hier kein realitätsfernes Bild, sondern eines, das aktueller nicht sein könnte.
Die Gräueltaten der Bevollmächtigten, die sich nach außen als fromme Christen ausgeben, deren Führung sich aber als alles andere als christlich herausstellt, mögen auf dem ersten Blick überzogen und übertrieben wirken – bei genauerer Betrachtung wirkt´s allerdings weitaus weniger schlimm, sondern schlichtweg realistisch. Wie wir in Zeiten von schier unaufhörlichen Beichten von Kirchenmännern und Erlebnisberichten von Betroffenen wissen, ging es damals wirklich so oder so ähnlich zur Sache. (Wobei der Gebrauch des „zur Sache Gehens“ in diesem Falle nicht als böse Zweideutigkeit meinerseits verstanden werden sollte ...)
Prinzipiell steh ich einer so klaren Einteilung in Gut und Böse skeptisch gegenüber – in diesem Fall ist sie mehr als angebracht und mehr als packend, vor allem schäume ich nicht vor Wut, weil der Regisseur darauf verzichtet, die Nonnen als übermäßig unmenschlich darzustellen. Zwischen all den bösen Aktionen schimmert hin und wieder beim genaueren Hinsehen Menschlichkeit durch. Da gibt es eine Szene, in der ein Vater seine ausgebrochene Tochter, die fertig ist mit allen Nerven und sich gegen die Rückkehr sträubt, zurückbringt in den Schlafsaal des Heims und die anderen sich dort befindlichen Frauen als Huren bezeichnet, wild fluchend seine Bahnen zieht und seiner Tochter mit auf dem Weg gibt, sie nie wieder sehen zu wollen. Während man in ähnlichen Filmen eine Ohrfeige oder einen bösen Spruch durch eine der Schwestern erwartet hätte, macht Mullan es hier anders. Behutsam fordert die anwesende Schwester die jungen Frauen zum Schlafen auf. In ihrem Gesicht erblickt man menschliche Wesenszüge, in ihrer Stimme spürt man mal etwas Wärme. Mullan verwehrt sich dem Trend und setzt einen eigenen, realistischen Maßstab. Groß gemacht!
Während es filmisch sowohl in der Strukturierung als auch in den Grundzügen des Plots ein wenig hollywoodesk (danke Stalker) hapert, kann der Film sich durch eine andere Sache zu einem großen Film aufschwingen und sich sein Prädikat AUSGEZEICHNET verdienen. Es ist einfach diese ungeheuer erschütternde Wirkung, die der Film auf uns niederprasseln lässt, die den Streifen so authentisch macht. Wir wissen, es ist aktuell, wir wissen, es war so damals, doch jetzt haben wir auch Bilder, die uns die unglaublichen Leiden der Opfer noch deutlicher vor Augen führen. Gut zu erkennen sind diese Leiden an den dargestellten Mädchen. Ihre Seelen gehen nach mies gelaufenen Ausbrüchen und gescheiterten Versuchen, sich selbst des Lebens zu entledigen, zu Bruch. Die anfängliche Stärke geht verschwunden, die Verzweiflung siegt, das böse Grauen übernimmt das Zepter.
Man kommt zu erschreckenden Erkenntnissen: „Wir sind Büßerinnen, wir müssen leiden“ und verliert den Mut. Untereinander herrscht plötzlich schlechte Stimmung und manch Zickenkrieg wird eröffnet. Doch auch wenn das fleischgewordene Böse sich am Sonnendeck zu befinden scheint, das Ziel namens Freiheit ist noch nicht gänzlich von der Bildfläche verloren.
Die Figuren als solche wirken glaubhaft, ihre charakterlichen Veränderungen ebenso wie ihre Taten aus dem Leben gegriffen und filmisch nicht zugunsten der Dramaturgie verunstaltet. Das Ende ist dann zwar wieder vorhersehbar, hollywoodesk eben, aber ansonsten gibt’s nichts zu meckern.
Nicht eine einzelne Dame für sich, sondern alle im Kollektiv lösen großes Mitgefühl aus. Man leidet mit allen, man spürt die Qualen von jeder, man hofft auf ein gutes Ende für jede von ihnen. Mitnehmend! Stark! Auszeichnend!
Eine Mischung aus einem auf dem ersten Blick handelsüblich wirkenden Plot, der aber mehr als nur 0815 ist in der tieferen Ausarbeitung, einer ebenso üblich wirkenden Zeichnung des Bösen, die aber glücklicherweise nichts verteufelt, und einem leidenschaftlich spielenden Ensemble machen diesen Einblick in die Leiden unendlich vieler Frauen der damaligen Zeit zu dem, was er letztlich ist – bedrückend realistisch!
„Gut, Sonya. Furz ihr ins Gesicht.“
„Nein, ich furz ihr nicht ins Gesicht.“
„Los! Deine stinken mehr als meine.“
*FURZ*
„Wie machst du das nur?“
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8martin Tue, 18 Jan 2011 16:25:46 -0000
Kommentar löschenBisher kannte man Peter Mullan nur von vor der Kamera, hier steht er dahinter (hat allerdings einen kurzen aber eindrucksvollen Auftritt als prügelnder Vater). Mit diesem Film hat der gebürtige Schotte ein Thema aufgegriffen, dass in Irland lange Zeit für Furore gesorgt hatte. Alle wussten davon, aber keiner redete darüber. Sicherlich hat er sich damit bei der katholischen Kirche keine Freunde gemacht. Die Betroffenen - und davon leben immer noch sehr viele - jubelten nicht, sondern vergossen Tränen der Rührung, denn der Film hat die Erinnerungen an all die Demütigungen und menschenverachtenden Exesse in den Magdalene Heimen für ’gefallene Mädchen’ wieder hochkommen lassen. Es waren KZ-ähnliche Zustände, die aus Verbitterung Hass entstehen ließen. Die Realität war noch viel schlimmer als das hier Gezeigte. Man begreift die unglaubliche Macht der katholischen Kirche, die sich auf den tiefen Glauben der Bevölkerung gründet und die nur deswegen ein ungeheuerliches menschliches Drama Jahrzehntelang unangefochten inszenieren konnte. Der deutsche Titel hilft uns. In Irland kennt jeder die Magdalena Schwesternheime. Sehenswert weil immer noch aktuell, filmisch toll umgesetzt und schauspielerisch überzeugend.
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tom777 Sun, 16 Jan 2011 22:33:35 -0000
Kommentar löschenEin ambitioniertes auf Tatsachen basierendes Drama das über einen Skandal berichtet der von der Allgemeinheit viel zu lange relativ unbeachtet blieb.Leider bleibt der Film aber viel zu zahm und verschenkt viel Potenzial.Da wo anderswo gerne bei solcher Art Filmen übertrieben und extrem dramatisiert wird zeigt Peter Mullen weit weniger schlimmes als sich laut Aussagen von ehemaligen Insassen tatsächlich dort abgespielt hat und darüber hinaus hat der Film bedauerlicherweise auch einige Längen.
Das der Film bei Kritikern und insbesondere der Jury von Venedig um jubelt wurde hat wohl eher mit dem schockierenden Inhalt als mit der überragenden Qualität des Streifens zu tun,der zwar solide gespielt und keineswegs schlecht ist aber doch auch um einiges besser hätte sein können.
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Filmkenner77 Wed, 06 Oct 2010 12:01:15 -0000
Kommentar löschenHervorragend gespieltes Porträt über religiösen Fanatismus und Doppelmoral. Absolut sehenswert!
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Skyver Thu, 24 Jan 2008 16:08:31 -0000
Kommentar löschenBitte lieber Moviepilot, verschone mich mit solchen Filmen als Tip für mich!!!
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reveal Fri, 10 Jun 2011 21:10:29 -0000
Antwort löschenDie Bitte wäre wahrscheinlich erfolgreicher und der Kommentar hilfreicher, wenn du 'solche' etwas genauer spezifizieren könntest...