Die Verachtung - Kritik

FR/IT 1963 Laufzeit 103 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 29.08.2002

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Kritiken (4) — Film: Die Verachtung

Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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4.0Uninteressant

aka. Misogyny - The Movie

10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

il padrino

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Der Film ist brillant, ich finde an ihm nichts frauenfeindliches.


Trimalchio

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Gibt es auch nicht. Die "Feindlichkeit" entsteht nur durch den Produzenten, der alles zerstört. Da dieser sehr negativ dargestellt ist, stellt sich Godard klar auf die Seite der Frau.


SoulReaver: CinemaForever

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8.5Ausgezeichnet

[...] 'Die Verachtung' enthält so viel Wahrheit über das Leben und über die Liebe, ohne dabei auch nur eine Sekunde den Zeigefinger zu erheben und belehren zu wollen. Mit Sicherheit ist der Film nicht für jeden geeignet und auch um das Wort gewöhnungsbedürftig kommt er nicht herum. Doch für diejenigen, die Godards Eigenart verstehen und sich ihr hingeben können, wird das hier zu einer wahren Offenbarung. Ein Film zwischen Illusion, Traum und Realität. Ein Film über Wünsche und Verluste. Ein Film über dich und mich. So ist das Leben, so sind nur wir. [...]

Kritik im Original 26 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

regiseurin

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Hmm!!!! Eine FAST perfekte Kritik gewesen und nachdem mein lieb gemeintes(!!!) Hilfskommentar welches helfen wollte die Kritik zu perfektionieren gelöscht wurde (-.-) und die Fehler ausgebessert wurden ist sie nun perfekt :) Wunderbar geschrieben <3


SoulReaver

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:D Geht doch. Danke <3


Flibbo: Wie ist der Film?

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6.0Ganz gut

[...] Die verschiedenen Komponenten finden zusammen in einem ereignisarmen aber bedeutungsschwangeren Film, dominiert von einer ausgeklügelten Kameraarbeit und einem kurzen, immer wiederkehrenden musikalischen Thema, das die Melancholie im Repeat-Modus bedient. Auf der einen Seite ist „Die Verachtung“ ein wirklich geschickter Experimentalfilm, auf der anderen Seite ein selbstverliebtes Stück intellektueller Kunst von einem Künstler für Künstler, und solche, die es gerne wären.
Dass die Bardot nur deshalb so oft nackt zu sehen ist, weil Godard die nervigen Bitten der vor Misserfolg an den Kinokassen geängstigten Produzenten ironisch überspitzt erfüllte, ist eine Info, die einem zugespielt werden muss. Mit diesem Zusatzwissen kann der Film noch einen Extrapunkt gewinnen, bleibt aber dennoch eine harte Nuss. Intelligent und hübsch anzusehen, aber, je nach Blickwinkel, genauso faszinierend wie einschläfernd.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever

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10.0Herausragend

Allein schon das wunderschöne Camille-Thema was immer und immer wieder angespielt wird, macht diesen Film zu einem ganz großen Werk.
Godard ist hier sogar ungewohnt zugänglich und entfaltet ein klar gezeichnetes und spannendes Bezienungsdrama in dem sich die Bardot und Piccoli zu Grunde richten dürfen.
Das ist aber nur der rote Faden, denn Godard vergrößert die Geschichte, bläht sie förmlich auf epische Maße aus. Das fast gänzliche Erzählen in Totalen, die breiten Scope-Bilder im beeindruckenden Ambiente des Mittelmeeres.
Godard weitet seine Bezeihungsgeschichte auf die Kultur-Wirtschaft der Filmindustrie aus und lässt den alten Fritz Lang als allwissenden Kommentator auftreten. Durch die analoge Gegenüberstellung mit Homers Odysseus, gelingt Godard dann ein Glücksgriff par excellence. Er schafft es die Beziehung von Camille und ihrem Mann zum Menscheitsmythos zu erheben.

4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (32) — Film: Die Verachtung


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Kalkwerker

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Die Kritik am Filmgeschäft fand ich jetzt nicht so neu und aufregend, aber die prominente Besetzung doch seht gelungen.
Die simple und auch grausame Wahrheit, wenn man die Achtung vor dem Partner verliert, ist es vorbei mit der Liebe und eine Umkehr nicht mehr möglich, wird sehr gekonnt umgesetzt und verleiht dem Film einen sehr tragischen Zug, der am Ende etwas überzogen(körperlicher Tod nach dem Tod der Liebe ), seinen Abschluss findet.
Sehr beeindruckendes Werk mit einer überzeugenden Bardot.
Nach dem etwas enttäuschenden "Außer Atem", werde ich nun doch noch einige Godard's probieren...:-)

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mariega

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Bewertung10.0Herausragend

Je T'aime Ich liebe Dich
Totalement Gänzlich
Tendrement Zärtlich
Tragiquement Tragisch

Le Mépris, c'est l'histoire d'un FiLM QUi SE FAIT et d'un COUPLE QUI SE DÉFAIT.

Die Verachtung, ist die Geschichte eines Films in seinem Aufbau und einer Ehe in ihrem Abbau.

Dans le CiNÉMA comme dans la VIE, il n'y a rien de secret, rien à élucider, il n'y a qu'à VIVRE et à FILMER.

Im Kino ist es wie im Leben, es gibt keine Geheimnisse, nichts zum Aufklären. Man braucht nur zu leben und zu filmen.

bedenklich? 21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 8 Antworten

mariega

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Oh, diese deutsche Sprache manchmal!!! : ... Ehe in IHREM (nicht seinem, oder? ;)) Abbau :)! Falls du so was siehst, bitte melden ;)! Merci!


Brentano

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Eine EHE die zerbricht, übrigens, die sich auflöst

"dans la vie il n'y a rien de sécret eh bien, rien que de la rigolade ou quoi, "?désolé!


PaulthePirat

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Bewertung7.0Sehenswert

Über das, was der Film mir sagen will oder was denn nun wirklich die Quintessenz des Filmes ist, kann ich nur spekulieren und mich gleichzeitig meinen Vorrednern anschließen. Tatsache ist: dem Film fehlt es an Spannung, an Steigerung. Er fließt im immer gleichen Tempo vor sich hin, mit den immer gleichen Fragen ("Warum?" "Why?") und den immer gleichen Dialoginhalten. Ständig will jemand etwas erklärt haben, das sein Gegenüber nicht erklären kann oder will und alles dreht sich nur im Kreis. Natürlich ist es offensichtlich das alle Figuren ein enormes Kommunikationsproblem haben, Paul und Camille auf ihrer Beziehungsebene und Jerry, Paul und Fritz vor allem auf sprachlicher Ebene. Daraus einen ganzen Film zu machen finde ich zumindest fragwürdig. Denn außer der Bardot (um Himmels Willen, diese Bardot!), wegen der ich den Film überhaupt zu Ende gesehen habe, und ihrer unfassbaren Beine, bleibt am Schluss nicht viel mehr in Erinnerung. Schade, ich hatte mir mehr erhofft.

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David "Noodles" Aaronson

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Bewertung7.0Sehenswert

Wie es ausschaut werden Godard & Ich, in nächster Zeit zumindest, keine Großen Freunde mehr – na das können wir beide verkraften. Nach nunmehr 4 gesehenen Filmen, empfinde ich "Le Mépris" als seinen bis dato besten.
Ich liebe generell Streifen welche sich ums Filmemachen drehen, wobei sich bei Onkel Godard selbstverständlich noch eine verschwurbelt satirisch-analytische Note hinzugesellt. Aber so viel über Business sagt er gar nicht aus; klaro der Produzent ist ein Schwein & Fritz Lang sieht aus wie mein Opa.

Im Kern allerdings: die zu Ende gehende Beziehung des Ehepaares Javal. In unermüdlicher Penetranz werden banale Sätze sowie Fragen formuliert (dabei hauptsächlich vom Ehemann). Unerbittliches Nachfragen, ständiges eines sich der jeweiligen (gleichbleibenden) Situation versicherndes Nachfragen. Öder Trott mit immerzu der gleichen Musik unterlegt. Dabei scheint die Situation (die Ehe) schon längst verloren. Doch dann tut Godard etwas Großartiges, nach den wiederholten anschwellen der scheinbar absichtlich(?) leicht nervig gestalteten Tristes brechen die Figuren in kurzen inneren Monologen aus & berichten befreit von ihren Leiden & Sehnsüchten. Eine geniale Szene, die das vorige wie eine wohlüberlegte & notwendige Vorbereitung erscheinen lässt. Da die innere Welt eben innen bleibt, geht es danach konsequent wie gewohnt bitter weiter. Und möglicherweise sind die Dialoge gar nicht so weit von der Realität entfernt - das ist/wäre schon sehr niederschmetternd...

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hollygolightly1

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Wie kann man denn Godard hassen? Ich vergöttere ihn :D


David "Noodles" Aaronson

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In meinem Pantheon stehen andere. Hassen tue ich ihn natürlich auch nicht ;)


Trimalchio

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Bewertung9.0Herausragend

Bientôt sur cet écran! La femme, l'homme, l'Italie, le cinéma. Avec Brigitte Bardot et Michel Piccoli, L'Alfa-Roméo, le music-hall, la statue grecque, le revolver. Le nouveau film traditionnel de Jean-Luc Godard! La gifle, la chambre à coucher, le baiser, la salle de bains. Avec Jack Palance, Gorgia Moll et Fritz Lang! Le fou, la starlette, le vieil homme, la mer. D'après le célèbre roman d'Alberto Moravia!
La tendresse, la vengeance, les caresses, la souffrance. Photographié dans toute la magie du et Franscope et du Technicolor! L'escalier, la promenade, le livre, le bateau. Une tragique histoire d'amour dans un décor merveilleux! Les disputes, le soleil, la trahison, la mort. Une merveilleuse histoire d'amour dans un décor tragique! L'amour, l'obscurité, les malentendus, la beauté fatale, fatale...
Vielleicht der Film mit dem schönsten Trailer aller Zeiten!

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hollygolightly1

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Oh ja, der Trailer ist p-e-r-f-e-k-t. Der beste, den ich je gesehen habe :)


Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Film, der mich konfus verdutzt und zugleich innig entzückt zurückgelassen hat. Le mépris. Die Verachtung. Verachtung füreinander und Verachtung für die Filmindustrie bei gleichzeitiger Liebe für das Medium selbst. Kaltes Ehedrama trifft Homers Odyssee, bei scheinbarer Leere seltsam faszinierend und in stilvoller Atmosphäre und wunderschönen, verzaubernden Bildern prächtig erblühend.

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Lorion42

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Bewertung7.0Sehenswert

Vielleicht sollte man bei Godard nicht mit "Außer Atem" anfangen. Dieser hier hat mir ungleich besser gefallen. Er hat mir gezeigt, dass Godard mehr kann als andere Filme zu zitieren und mit neuen Techniken zu experimentieren, sondern dass er auch Geschichten erzählen kann. Und obwohl die Geschichte ziemlich banal ist, bietet er viele Interpretationsmöglichkeiten. Und das obwohl das Thema Begierde bereits in der Einleitung genannt wird. Doch für heutige Seegewohnheiten ist der Film ziemlich langweilig. Die Dialoge sind belanglos, die Bilder sind wenig beeindruckend und die Musik nervt nach der 17 Wiederholung doch ein wenig.

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ezemeze

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Bewertung1.0Ärgerlich

Le Mépris tut einfach weh wenn man ihn anschaut, und das ist wahrscheinlich auch die Intention dahinter. Das ganze gibt mir Augenkrebs und einen Hirntumor, d.h. er bricht die bereits unterschwellige Struktur, die Sehgewohnheiten ins Extremste auf, so dass es einem auffällt und wirklich als unerträglich störend empfunden wird. Le Mépris ist ungefähr so, als wäre John Ford für den Film "Kalter Hauch" mit Charles Bronson verantwortlich.
In der Hinsicht hat Godard es dann auch bei mir geschafft. Je déteste cet oeuvre, je n'ai que de mépris pour ce film. Bien joué, Godard, bien joué, cinématoclaste.

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Audreyfan

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich weiß nicht, was es ist. Ich habe mit diesem hier jetzt 3 Filme von Godard gesehen und immer wieder lassen sie mich ratlos, fasziniert, eingeschüchtert zurück.
Die Geschichte von "Die Verachtung" war so simpel, dass ich keine Erwartungen hatte. Um ehrlich zu sein, wollte ich nur endlich mal einen Film mit Brigitte Bardot sehen. Ja, vielleicht traf mich deshalb die Komplexität von diesen Film so dermaßen. Ich kann noch nicht mal sagen, was denn jetzt so komplex hier dran ist, da mir die Worte fehlen. Ich kann das Gesehene nicht in Worte fassen, da alles sich im Vergleich zu der Schönheit dieses Filmes so...billig anhört. Ich glaube es müsste eine komplett neue Sprache erfunden werden, damit man "Die Verachtung" anähernd beschreiben kann.
Gaaah, Godard, du verwirrst mich! :D

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Audreyfan

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Ach, dann dürfte ich wohl sehr viele Filme nicht mögen^^


Emilio Arnau

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Die Frauenfeindlichkeit ist, glaube ich, auch nicht Godards Frauenfeindlichkeit, sondern die des Charakters - benutzt als Mittel der Verfremdung.
Nach dem Sichten von 'Außer Atem' fragte ich mich auch, ob Godard frauenfeindlich war - konnte ja sein, Ingmar Bergman war ja auch nicht gerade unschuldig dabei - aber wenn man sich den Kurzfilm 'Charlotte und ihr Typ' anguckt, merkt man wie Godard eben diese Frauenfeindlichkeit vorführt und die Sympathie des Zuschauers doch immer bei der beinah wortlosen Frau lagert.


Jantanplan

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Bewertung9.0Herausragend

Die Unvereinbarkeit von Mann und Frau vor dem Hintergrund der Unvereinbarkeit von Wort und Bild.
Godards eigentliche Verachtung scheint hierbei dem Wort, also der Sprache zu gelten. Die ewigen Dialoge zwischen Camille Javal (BB) und Paul Javal (Piccoli) über Sein und Schein ihrer Ehe sind hierfür das beste Beispiel, aber auch die vielsprachigen Konversationen zwischen Paul, Prokosh (Palance) und Lang (Lang) in Cinecitta, im Kino und am Set auf Capri stiften mehr Verwirrung, als dass sie tatsächlich helfen würden, die Konflikte zwischen den einzelnen Figuren zu bereinigen. Wenn man diese Analogie weiterspinnt, kommt man zu dem Schluss, dass das männliche Geschlecht für das gesprochene Wort steht, während das weibliche eher für alles Visuelle und in dem Sinne auch Schöne steht. Paul ist Schriftsteller und somit abhängig von Wort und Ratio, er versteht nicht, wieso sich Camille immer mehr von ihm entfernt und er hat keine Chance, zu keinem Zeitpunkt, zu verstehen was in Camille vorgeht, seine Odyssee kann er also niemals erfolgreich beenden. Camille hingegen ist schön und begehrenswert( eine Tatsache, die alle Sprach- und Zeit-Barrieren überschreitet), irrational und geheimnisvoll, als Variante von Penelope ist sie für Odysseus (also Paul) unerreichbar, denn sie liebt ihn einfach nicht mehr (Punkt-Aus-Nikolaus).
Ähnlich hoffnungslos verläuft auch die Beziehung zwischen Produzent und Regisseur im Film, Jack Palance als Jeremey Prokosh scheint gar nicht dazu in der Lage zu sein, zu verstehen in welchem Zusammenhang das geschriebene Wort im Drehbuch mit den daraus entstandenen, von Fritz lang inszenierten Bildern steht. Fritz lang wiederum wird als allwissende, fast gottgleiche Instanz inszeniert, er steht über den Dingen und scheint auf gewisse Weise deren Verlauf vorauszuahnen. Das gesprochene Wort nutzt er fast ausschließlich reflexiv, als Zitat von Dante über Hölderlin bis hin zu BB! (Bertolt Brecht), oder mit eigenen Worten gibt er stets nur das von sich, was er als gegebenes Naturgesetz hinnimmt, oder zumindest für nachdenkenswert hält.
Wenn am Ende Camille und Prokosh gemeinsam verunglücken und sterben, scheint dies für Paul Javal eine Art Erlösung und das Ende seiner persönlichen Odyssee zu sein, wobei Godard ihn so angelegt hat, dass man als Zuschauer wenig Hoffnung hat, dass er im Weiteren noch so etwas wie Erkenntnis oder gar Glück erreichen wird.

Ich habe mir den Film jetzt dreimal innerhalb einer Woche angeschaut und bin immer noch leicht irritiert darüber, dass er mir so gut gefällt. "Le mépris" ist ohne Zweifel sehr elitär mit Tendenzen zur Arroganz, aber er ist eben auch sehr intensiv. Die Szene in der halb fertigen Wohnung, in der sich Piccoli und Bardot quer durch alle Zimmer streiten und Konversation innerhalb einer Beziehung immer mehr ad absurdum führen ist mit das Beste, was ich je gesehen habe. Ich bin mir aber in keiner Weise sicher, ob das, was ich da oben so von mir gegeben habe irgendeinen Sinn ergibt, oder ob ich nicht, wie Paul Javal, nur den unendlichen Reizen der einzigartigen BB verfallen bin. Dieser Mund... und dieser Po... Ich glaub, ich schau ihn mir gleich noch mal an!

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Jantanplan

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Danke!
Sehr schöner Film :)


Joeyjoejoe17

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Eine Spoilerwarnung am Anfang, dann wärs perfekt.


Hendrik

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Bewertung7.0Sehenswert

Bei Eheproblemen ist Mord keine Lösung und auch nicht notwendig wenn einem das Schicksal wohlgesonnener ist als Odysseus damals - so in etwa würde ich den Inhalt meines ersten Godards beschreiben. Bei besagtem Ehestreit empfand ich übrigens, das trotz einer klaren Hauptfigur von Seiten des Regisseurs für keine Seite Partei ergriffen wurde. Dazwischen kreative Differenzen, Fritz Lang, blauer Himmel, 24.000 Baci, Statuen, Querverweise auf andere Kulturerzeugnisse und eine auch mal bis zum Hals barfüßige Brigitte Bardot. Fühle mich zwar nicht 100%ig in der Lage diesen Film angemessen zu bewerten, die 7,0 steht jetzt aber erstmal...

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nerdkiller

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das war er also, mein erster Film von Jean-Luc Godard, einem Mann von dem ich schon viel gehört, aber nichts gesehen hatte.

Und ich muss sagen: Sehr gut!
"Die Verachtung" ist nämlich ein hochinteressanter, komplexer und tiefgründiger Film über die Liebe und das Filmgeschäft. Wirklich ein Film der ganz besonderen Sorte.... Ich würde fast schon sagen, dass er mich "verzaubert" (oder wie auch immer man das nennen soll) hat. Denn dieser Film lebt nicht nur von seinem Plot und dem Tiefgang, er ist zugleich auch ein grandioses Zusammenspiel von Kamera, Musik und tollen Darstellern, allen voran die bezaubernde Brigitte Bardot, aber auch der Auftritt von Fritz Lang als er selbst war mehr als sehenswert!
Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich schwer, einen Kommentar zu diesem Film zu schreiben, er ist einfach ein Erlebnis der besonderen Art, jeder sollte ihn für sich selbst entdecken und mögen. Denn, so wie ich Godard bisher einschätze, ist die Tatsache, dass man diesen Film schwer beschreiben kann, genau das, was er erreichen wollte. Und das hat er.
Ich werde dem Film erstmal bei 8,5 Punkten lassen, aber eine Zweitsichtung wird auf jeden Fall kommen.

Fazit: Komplexer, tiefgründiger und gefühlvoller Film, der den Zuschauer fordert, aber dennoch sollte man ihn gesehen haben.

Bin jetzt mal auf die weiteren Godards gespannt...

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Daymare

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Bewertung6.0Ganz gut

Die an sich gute Handlung hätte meiner Meinung nach durchaus etwas mehr Theatralik und Dramatik in der Umsetzung vertragen! So plätschert der Film doch äußerst gemächlich vor sich hin...

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Markbln

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Bewertung7.0Sehenswert

Wenn das Kino sich selbst reflektiert, wird mir oft schlecht. Diese Masturbation ist meist so prätentiös, dass sich bei mir sämtliche Haare sträuben. Godard, eh einer der arrogantesten im Business, nimmt Schmolllippe Bardot samt Filmgatte Piccoli und Regielegende Lang vor die Linse, um seine bedeutungsschwangere Botschaft und die große Frage in die Welt zu lassen, ob man jetzt nach Capri fahren soll oder nicht. Die Geschichte um eine endende Liebe ist fast banal, die Musik redundant, der Stil dagegen ausufernd. Film ist Illusion. Godard weiß genau was er tut. Seine Bilder haben sich ins kollektive Filmgedächtnis gebrannt. Er zeigt der Welt, was er liebt und was er hasst. Und dem Nachwuchs, wie man Form über Inhalt stellt. Das ist stilistisch ein Meilenstein. Mir insgesamt aber zuviel Manierismen und Zitiererei, zuviel Analyse. Als Pflichtveranstaltung in Sachen Filmgeschichte dennoch sehenswert, als ästhetische Betrachtung sogar schön.

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hollygolightly1

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Bewertung9.0Herausragend

Godards "Le Mépris" ist nicht nur eine Liebeserklärung an das herkömmliche Kino, sondern auch ein philosophisches Ehedrama höchster Klasse.
Brigitte Bardot und Michel Piccoli spielen Camille und Paul Javal, ein Ehepaar, dessen Beziehung Risse bekommt, als Paul sich um ein Filmprojekt kümmern soll. Die gestörte Kommunikation zwischen den beiden nimmt ihren Lauf.
Sowohl Camille als auch Paul haben jeweils eine ambivalente Einstellung gegenüber dem anderen. Es ist ein Beziehungschaos, welches nicht zuletzt durch die filmtechnische Inszenierung intensiv und angespannt erscheint.
Godard verzichtet bei dem in CinemaScope gedrehten Film nicht auf Details, sondern überzeugt mit hervorragender filmischer Hellsichtigkeit und einem großen Löffel Leidenschaft.
Anspielungen auf andere Filme sowie die auf die Psyche des Menschen, der Aufbau des Films, die vorzügliche Kameraarbeit und realitätsbezogene Dialoge machen "Le Mépris" zu einem cineastischen Leckerbissen. Die Filmmusik ist hinreißend und stark und dient als immer wiederkehrendes und ausdrückliches Leitmotiv.
Dadurch dass die technische Arbeit an Perfektion grenzt, wird das Auge des Zuschauers ungewollt auf die äußere Fassade gelenkt, sodass vom Inhalt gezwungenermaßen einiges verloren geht.
Zugegeben, Godard sowie der Film als solcher erscheinen stark selbstverliebt. Aber genau das macht den Stil aus. Es gibt da überhaupt keinen Anlass, den Film deshalb nicht zu mögen. Wenn ein Film narzisstisch sein darf, dann einer wie der hier. Der Klasse hat.
Insgesamt ist "Le Mépris" ganz großes Kino, das Cineasten in jedem Fall gesehen haben sollten, wenn sie Filme wirklich leidenschaftlich lieben. Kino, so wie es sein sollte.

"C’est formidable le cinéma. On voit des filles avec des robes. Le cinéma arrive et on voit leurs culs."

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Markbln

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"Dadurch dass die technische Arbeit an Perfektion grenzt, wird das Auge des Zuschauers ungewollt auf die äußere Fassade gelenkt, sodass vom Inhalt gezwungenermaßen einiges verloren geht. " Komischer Satz, der Film ist eine einzige Fassade und Illusion, aber passt zu Godards Arbeit.


ElMagico

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Seltsamer Film. Einfach weil er oberflächlich oft so sinnentleert erscheint. Weil er einem oft das Gefühl vermittelt, dass ihm der Schein wichtiger als die Substanz ist. Weil all die ästhetischen Bilder, all die Reminiszenzen und Querverweise konträr zu einer fast schon krude wirkenden Geschichte stehen, die auch mehr Situation als Geschichte ist.
Im Laufe der Zeit schleicht sich Homers "Odyssee" immer mehr in das Geschehen ein, so wie es die alten Griechen schon bei Joyce "Ulysses" taten...Godard setzt aber glücklicherweise kaum Vorkenntnisse voraus. Wie gesagt: ein seltsamer Film, der auch durch seine Akteure wenig Halt bieten kann. Zu eigenartig verhält sich hier jeder, zu abstrus verläuft die Kommunikation der Charaktere untereinander. Allein die immer wieder auftauchende Musik verspricht einem das da noch etwas Grosses kommen wird. Denn diese eine, immer wiederkehrende Melodie ist schlicht und einfach grossartig!
Ich konnte "Le Mépris" für mich nie wirklich einordnen, kann es jetzt noch nicht. Der Film ist oberflächlich wirklich eine Luftblase. Oft wirkt er wie ein Traum, irgendwo surreal, irgendwo aber auch einfach nur banal komisch. Ein Film in dem selbst die Bildkompositionen einem irgendwie suspekt vorkommen. Denn alles hier hat seinen Platz, seine Farbe...aber ob es eine Bedeutung hatte? Ich weiss es nicht.
Aus diesem durcheinander von Bezügen zu Film, Kunst, Architektur und Literatur, aus diesem Nebel aus unnormalen, surreallem Verhalten, stieg dann aber plötzlich eine unausgesprochene, bittere Wahrheit empor, die im Film nicht zu sehen war und doch für mich körperlich spürbar war. Tief im Film war für mich plötzlich eine Aussage da, eine richtig gemeine, aber doch wahrhafte. Das es halt einfach manchmal so ist. Einfach weil es so ist. Schwer zu erklären...ich kann da eigentlich nur "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" als Vergleich heranziehen, der ähnlich wie "Le Mépris", in all seiner Seltsamheit und Skurillität eine niederschmetternde Wahrheit inne hatte.
Für mich toll...aber denke bei diesem Film muss jeder selbst für sich entscheiden ob Niete oder Meisterwerk.

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ElMagico

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Da sind Szenen drin die so trocken "Wahres Leben" sind...die erschüttern mich immer ziemlich.


Anoirja

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Aha, verstehe - auch wenn ich das selbst ganz anders empfunden habe.


a_krueger

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Bewertung5.0Geht so

Ich bin recht Filmerfahren, habe eine humanistische Bildung genossen und bin auch sonst nicht so ganz blöd. Und es gibt einige FIlme von Godard, die ich sehr gerne mag. Aber das hier habe ich komplett NICHT verstanden.

Immerhin ist BB fast den kompletten Film über nackt. Dafür gibt es schon mal 5 Punkte.

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dae-su

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Godards Spiel mit dem Medium Film. Mit der Person Brigitte Bardot. Mit dem Namen Fritz Lang. Und mit dem Verhältnis Mann-Frau.

Wie ein logischer Rahmen scheint der Bruch mit dem Dispositiv den Film beginnen und enden zu lassen. Ebenso logisch scheint es, die Geschichte des Films im Film, die Odyssee, als die Irrfahrt von Michel Piccoli (als Odysseus?) durch die Handlung des Films zu lesen. Aber macht man es sich damit nicht zu leicht? Godard bleibt einem eine Antwort schuldig und variiert munter weiter Sätze, Themen, Bilder: Lässt sie sich doppeln, spiegeln, auf- und wieder abtauchen. Wie man "Le mépris" nun sehen möchte, bleibt jedem Zuschauer selbst überlassen. Die große Kunst Godards ist es, sich zurückzunehmen (sieht man mal von seinem Lang-Huldigigungs-Cameo als Regieassistent ab) und stattdessen anzubieten. Andeutungen und Nicht-Auserzähltes bietet er an, um doch eine im Grunde so einfache Geschichte zu erzählen, von dem Mann und der Frau, die sich irgendwo auf dem Weg verlieren. Grundlos? Auch das bleibt offen. Obwohl die Geschichte geradlinig und mit nur wenigen (dafür großen) Zeitsprüngen fast in Echtzeit erzählt wird, wird dem Zuschauer keine Lösung angeboten für die Wendungen und Entscheidungen, die die Figuren treffen. Da wird es mitunter auch mal anstrengend, dem streitenden, sich im Kreise drehenden Paar bei seinen Anschuldigungen, Vermutungen und Vorwürfen zuzusehen. Aber so ist es schließlich auch im "echten" Leben, außerhalb des Kinos, in Echtzeit eben. Womit wir wieder beim Bruch mit dem Dispositiv wären. Was willkürlich wirkt, in Montage, Handlungsverlauf und Inszenierung, ist ein durchdachtes, stark strukturiertes und stellenweise geniales Machwerk eines Großmeisters des Kinos zu seiner Hochzeit.

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Tyler__Durden

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Schönheit. Blendende Schönheit. Die Gottheit der Kunst, personifiziert durch Bardot, durch ihren Körper, ihre Alabasterhaut, voller Glanz so pur und ungezähmt nur verbunden mit ihm, der einen Liebe, des Künstlers. Er aber, zwar nicht mit böser Absicht aber eben unbedacht der Reinheit dieser Bindung und ohne Kontrolle, sie zur Hurerei gezwungen, zum Gut gemacht, aus ihrer Sicht immerhin. Verkauft. Verkauft an den Kapitalist. Eine Tat, blind sie doch war, nicht wieder gut zu machen. Die Bindung sie bricht, sie bricht, er versteht nicht, sie bricht weiter. Eine Liebe gestoppt von den eigenen Emotionen welche tief unter der Oberfläche nicht wissen wie es sich zu verhalten gilt wenn alles was gesagt und gefühlt wird an einander vorbei geht. Hass? Der Hass auf die Unachtsamkeit. Angst? Die Angst vor der Verlassenheit. Eine Tragik, so griechisch wie das blau im Meer, endet eben nicht mit Verachtung sondern in Stille. Silencio...

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Benni-THE-KING

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mischung aus L'Avventura und Achteinhalb. Noch dazu in Italien. Und halt einfach mal deutlich unterhaltsamer.
Und ja die Szene mit der "nackten" Bardot am Anfang und die kompletten 30 Minuten in der Wohnung sind grandios.
Überhaupt ist alles irgendwie schön. so rein ästhetisch

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