Die werckmeisterschen Harmonien
Werckmeister harmóniák (2000), HU Laufzeit 145 Minuten, Drama
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von Béla Tarr, mit Lars Rudolph und Hanna Schygulla
In der ungarischen Tiefebene macht ein Zirkus Halt in einer Kleinstadt. Die Attraktion ist ein riesiger ausgestopfter Wal. Aus dem ganzen Land reisen Menschen an, um das tote Tier zu sehen. Durch die großen Menschenmassen bricht schon bald das Chaos aus und eine Woge der Frustration im Land entläd sich in der kleinen Stadt.
Cast & Crew
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Béla Tarr
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Lars Rudolph
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) János Valuska
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Hanna Schygulla
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Tünde Eszter
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János Derzsi
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Man In The Broad-Cloth Coat
Regie
Schauspieler
- Genre
- Psychodrama, Drama
- Zeit
- 2000er Jahre
- Ort
- Ungarn
- Handlung
- Frustration, Kälte, Massenwahnsinn, Prinz, Provinz, Wal, Zirkus
- Stimmung
- Eigenwillig, Hart
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- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!












Kommentare (4) — Film: Die werckmeisterschen Harmonien
Kommentar schreibenBigDi 2011/05/12 13:36:45
Kommentar löschenSchwarz-Weiß-Ästhetik lebensecht intensiv neudefiniert.
Eine Kamera, welche das Gezeigte in jeder einzelnen Sekunde als stilles und doch sinnesbetäubendes Kunstwerk zu genießen weiß.
Gesichter wie Abgründe, in welche man langsam, aber unaufhaltsam hinabgleitet.
Ein toter Wal als Attraktion, als Begegnung mit der Größe und der Vergänglichkeit des Lebens.
Die Ruhe vor dem Sturm, phlegmatisch, aber langsam aufquillend, und dann:
Ein Mitternachtshassaufruf der personifizierten Zerstörungslust und wir marschieren schweigend mit, um etwas heraufzubeschwören, was wir niemals...
Und für den Rest davor wie danach finde ich nicht bloß keine Worte, ich suche nun gar nicht mehr...
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Tyler__Durden 2011/05/12 14:29:50
Antwort löschenWenn ich nur an das Ende denke. Dieser Szenerie, dieser Musik. Mann das war schon was besonderes.
the traveler 2011/02/09 22:44:08
Kommentar löschenAbgesehen von den ersten beiden Episoden von "Soy Cuba" hat mich bisher nie ein Film so sehr allein durch das reine Zusammenspiel von Bild und Ton - losgelöst von der Erzählung an sich und losgelöst von gesprochenem Wort - berührt wie "Werckmeister Harmoniak". Und damit meine ich nicht sowas wie diese meterhohe Gänsehaut, die ein "Spiel mir das Lied vom Tod" beim Showdown verursacht, sondern tiefe emotionale Betroffenheit.
Schon das Intro - Valuska's Demonstration einer Sonnenfinsternis mit Hilfe der Kneipen-Trunkenbolde - ist ein Genuss, eine genialer 11-minütiger Shot und wirkt sogar noch stärker und expositorisch, wenn man den Film schon einmal gesehen hat.
Die ca. 140 Minuten verteilen sich auf gerade mal 39 Kameraeinstellungen ähnlicher Länge und Intensität.
Der Film erzählt die Geschichte einer ungarischen Kleinstadt, irgendwo verloren im Nirgendwo. Zeitlich angesiedelt irgendwann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, nicht genau definierbar. Wirtschaftliche Depression, rationierte Mahlzeiten, bittertrockene Kälte führen zu Furcht vor einer ungewissen Zukunft und ein unzufriedenes, perspektivloses Volk versinkt in Missgunst, Fremdenhass, destruktivem Zorn und überschreitet die Grenzen von Moral und Ethik.
"Werckmeister Harmoniak" ist eine abstrakte, traumartige Allegorie auf die dunklen Zeiten der Menschheitsgeschichte - besonders eindringlich ist eine Szene, die wahrscheinlich Jeden an eines der bekanntesten Bilder aus dem wohl dunkelsten Kapitel unserer Neuzeit erinnern wird - aber auch auf die Zukunft. Denn solche Zeiten stehen der Menschheit irgendwann wieder bevor, so entfernt vielleicht, aber auch so gewiss wie die nächste Sonnenfinsternis. Und das ist wohl auch das Schicksal der Menschheit, so unbeeinflussbar wie die Rotation der Planeten um die Sonne. Aber auch diese dunklen Zeiten vergehen irgendwann.
Das sagt uns Valuska, als er uns im Intro die Sonnenfinsternis demonstriert und am Anfang fällt es schwer, seine Ausführungen zu verstehen. So geht es auch dem Kneipenbesitzer Hagelmayer, der das Treiben der Betrunkenen schließlich beendet.
"That's enough! Out of here, you tubs of beer!"
Valuska: "But Mr. Hagelmayer, it is still not over."
Aber am Ende verstehen wir und auch Hagelmayer scheint zu begreifen, wenn sein ernster Blick die erste meisterhaft inszenierte Szene beendet.
http://www.youtube.com/watch?v=8W08B4bR8Bg
P.S.: Für mich neben Mulholland Dr. der beste Film des Jahrtausends bisher.
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Tyler__Durden 2011/02/09 23:13:21
Antwort löschenDer Überfall und speziell das Ende sind immer noch mit die intensivsten Szenen die ich je im Kino miterleben durfte.
Großer Film. Großer Kommentar.
the traveler 2011/02/10 19:29:38
Antwort löschenDanke. Die Überfall-Szene meine ich.
Tyler__Durden 2010/09/30 23:30:16
Kommentar löschenDas war Kino so gut das man gen Ende hin sich ertappt wie man aufhört zu Atmen weil man keinen Ton machen will. Kino das einem die Worte verschlägt und über das man eigentlich nichts schreiben sollte. Den wie in Gottes Namen kann man Kunst beschreiben? Gar nicht. Enttäuschung und Scham wenn man es doch versucht. Mein erster Ausflug nach Tarr-Land und schon bin ich gewillt Asyl bei ihm zu beantragen, also filmisch gesehen. In seinen Welten volle Traurigkeit will ich jetzt nicht unbedingt freiwillig leben, so voller aufkeimendem Faschismus. Aber genau deshalb so mit einer der formell stärksten Filme der letzten Dekade. Und einer der wenigen Filme die so nur im Kino möglich sind. Einzigartig.
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BigDi 2011/02/13 00:39:43
Antwort löschenDeine Wetung ist aber mächtig gesunken. :P
Tyler__Durden 2011/02/13 09:15:33
Antwort löschenPrinzipien und Meinungen können sich in vier Monaten mächtig ändern.^^
Erst war es eine 9,5 dann kurz ne 10 und nach wiederholtem sehen jetzt eine 8,5. Soll nicht heißen das er grundlegend schlechter geworden ist nur war die Wirkung, zwar immer noch enorm, aber nicht mehr ganz so stark wie beim ersten male. Deshalb der Punkteabzug. Aber 8,5 ist immer noch, in meiner Welt zumindest, eine verdammt gute Wertung die dem Film gut steht da dieser einfach verdammt gut ist. Nur für eine 9,5 geschweige denn eine 10/Lieblingsfilm hat es dann leider nicht gereicht.
Einzigartig war das alles aber trotzdem. :)
BigDi 2011/02/13 21:59:52
Antwort löschenKann ich nachvollziehen, mich packen viele Filme bei einer Zweitsichtung auch nicht so stark wie bei der ersten, aber ich belasse die meisten Wertungen dennoch weit oben, da mir die Filme auf gedanklicher Ebene dann einfach verdammt viel bedeuten.
8.5/10 würde ich dem Film gerade auch geben, denke ich. ;)
Tyler__Durden 2011/02/13 23:09:12
Antwort löschenIch rede mir ja immer ein das es Unfair den Filmen gegenüber wäre welche selbst nach der 4 oder 5. Sichtung noch überzeugen oder in ihrer Wirkung sogar noch zunehmen. Das macht das abwerten von bestimmten Filmen dann doch etwas einfacher. :)
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BigDi 2011/02/13 23:28:55
Antwort löschenInteressante Herangehensweise, aber manches habe ich so stark in mein Herz geschlossen, dass mir die Erinnerung wichtiger ist als das wiederholte Erlebnis. ;)
Und etwas wie "Kill Bill", was mich wirklich unheimlich geprägt hat, kommt dann eben nicht unter 9.5 und 10...^^
Tyler__Durden 2011/02/14 13:09:45
Antwort löschenSame here. Dem Herrn der Ringe werde ich z.B. auch nie seine 10 wegnehmend dafür hängen da zu viele Erinnerungen dran.
xtheunknown 2009/11/19 21:57:04
Kommentar löschenbela tarr´s stil ist schon einzigartig. alle paar minuten ein schnitt und die kamera auch bei ganze alltäglichen dingen durch die szene wandern lassen gehören zu seinen markenzeichen. so dauert es z.b. minuten bis der traktor nachts mit anhänger und einem riesigen walfisch eine strasse langfährt. aber das ganze ist so faszinierend das man seinen blick nicht abwenden kann. die fast zweieinhalb stunden können sicher etwas anstrengend sein, aber wer auf aussergewöhnliche filme steht lässt sich davon nicht abschrecken.
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