Wilde Maus - Kritik

Wilde Maus / AT: Die wilde Maus

AT/DE · 2017 · Laufzeit 103 Minuten · FSK 12 · Komödie, Drama, Kriminalfilm · Kinostart
Du
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    Herrlich skurriles Regiedebut über das Leben und den eigenen Platz in der Welt. Eine kleine Vorstellung gibt es im Podcast: http://enoughtalk.de/sneak-talk-015-wilde-maus-maerz-2017/

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    • 6

      Achterbahnfahrt ins Ungewisse (Wild Maus)

      Gemeinsam mit einem Bekannten ging ich heute Abend in das kleine aber feine Programmkino, um den ersten Streich von Josef Hader zu sehen. Der Film bot sich einfach an. Silence wurde bereits aus dem Programm gestrichen und Life war mir zu konventionell für diesen Abend. So entschieden wir uns für österreichisches Kino. Mache ich persönlich viel zu selten.

      Der Regisseur, der gleichzeitig die Hauptrolle übernimmt, spielt darin Georg (50), der aus heiterem Himmel seine Anstellung als Musikkritiker bei einer Zeitung verliert. Die Jüngeren scheinen wohl billiger zu sein. Von diesem lebensverändernden Ereignis aus, spinnt sich schön langsam ein Abwärtsstrudel aus Rachegefühlen, Frust, Verzweiflung, Lügen und nicht durchdachten Kurzschlussreaktionen. Dabei ergeben sich erzählerisch sowohl Licht- und Schattenseiten.

      Als erstes zu erwähnen ist die sehr angenehme und entspannte Grundstimmung. Man ist weit weg vom klassischen deutschen Fremdscham-Auf-die-12-Humor. Wobei zu sagen ist, das die Trailer ganz falsche Erwartungen im Zuschauer wecken. Die waren nämlich auf Komödie geschnitten. Wild Maus ist meiner Meinung nach ein Drama mit komischen Elementen. Schwarzer, bitterböser Humor versucht aus den wirklich nicht sonderlich witzigen Augenblicken im Leben, doch etwas erheiterndes heraus zu kitzeln. Josef Hader´s Schauspiel passt sich dieser gelungen Atmosphäre super an. Nichts ist auf die Pointe getrimmt, niemand wartet auf den nächsten großen Lacher. Hat mir sehr gut gefallen. Auch das man stellenweise minutenlang die Stille zulässt bzw. bewusst auf Gags verzichtet, hat gut gepasst.

      Im Verlauf des Film, ist kein Spoiler, lernt Georg Erich(Georg Friedrich) kennen, einen ehemaligen Schulkollegen, der auf dem Prater in Wien arbeitet. Diese Figur gibt dem Geschehen auf Grund seines besonderen Wienerslangs(Wird schwierig zu verstehen sein für alle nicht Dialekt-Sprechende) eine zum totlachen witzige Nuance. Gemeinsam wollen sie eine Achterbahn auf Vordermann bringen.

      Dann wäre da noch seine Ehefrau Johanna (Pia Hierzegger, welche auch im wahren Leben die Partnerin von Josef Hader ist), sie ist Therapeutin und diese Tatsache wird sehr clever in die Geschichte eingebaut. Doch sie eröffnet auch einen zweiten Handlungsstrang, rund um den den Wunsch doch noch ein Kind zu bekommen, wo die Figur doch bereits 43 ist. Und der Ehemann 50. Ob das noch klappt und wie ist das, so spät noch Eltern zu werden? Und das wo er gerade seinen Job losgeworden ist.

      Auch noch wichtig ist der Ex-Chef von Georg, Waller(Jörg Hartmann), mit diesem hat der Hauptprotagonist noch eine Rechnung offen, die er unbedingt begleichen will. Er hat ihn ja schließlich rausgeschmiessen. Was im ersten Moment so einfach klingt, ist praktisch eine ziemliche Herausforderung. Wie rächt man sich?

      Ihr seht, im Regiedebüt tun sich viele Problemfelder gleichzeitig auf. Vielleicht zu viele, denn der Film verliert durch die Vielzahl etwas den Fokus. Zumindest meiner Meinung nach. Es konnte sich so den einzelnen offenen Baustellen nicht intensiv genug gewidmet werden. Die Geschichte ist nicht stringent erzählt worden. Ein Handlungsstrang weniger hätte dem ganzen gut getan. Auch lässt der Showdown mich mehr Fragen stellen, als er mir beantworten kann. Und konsequent ist er mir auch nicht genug. Ein bisschen mehr Dramatik und Abgründigkeit hätte mir noch viel besser gefallen. Sehr schade. Viele Handwerklich Fehler sind zu bemerken.

      Was mir insbesondere auffiel, ist wie plump hier die Geschichte konstruiert wurde. Es ist nicht immer gut, wenn man sich die Welt zu einfach und unnötige verschachtelt baut. Und sich am Ende alle Figuren durch Zufall irgendwie kennen, spätestens da steige ich aus.

      Für mich ist es alles in allem betrachtet ein geglücktes Debüt, das viel Potential für seine folgenden Projekte erkennen lässt. Jeder fängt mal klein an. Wer sich nicht zu viele Gedanken über Logik macht, wird hier bestimmt seinen Spaß haben. Allen anderen würde ich raten, sich das doch nochmal genau zu überlegen. Gibt aktuell im Kino bestimmt bessere Alternativen (Moonlight, Life, Logan, Elle, Mein Leben als Zucchini oder Die rote Schildkröte)

      Von mir bekommt Wilde Maus 6 von 10 möglichen Punkten.

      • 6

        Josef Haders erster Regiearbeit, für die er auch Drehbuch und Hauptrolle übernahm, fehlt der urkomische Irrsinn seiner Brenner-Filme. Man ahnt, was der Film hätte sein können, wenn er seinen Protagonisten weniger ernst genommen hätte. [Christina Tilmann]

        • 6

          Bei dieser Achterbahn-Fahrt stürzen leider Hoffnung auf den Schauspieler Hader und Begeisterung für den trefflichen Kabarettisten rapide ab. [...] Das alles wird leidlich witzig und recht lahm erzählt. Es bleibt ein schönes Plakatmotiv von Hader on Ice und die Vorfreude auf Hader unter anderer Regie. [Günter H. Jekubzik]

          • 6 .5

            Es ist der wunderbare Wiener Schmäh [von Wilde Maus], der vieles in der Geschichte rettet, der es nicht an Zutaten mangelt, aber an Schärfe. [Bettina Peulecke]

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            • 8

              Ganz nett, doch das Ende ist zu offen. Stellenweise wirkt die Handlung künstlich in die Länge gezogen.

              • 6 .5

                [...] Rasch stellt man fest, dass die Tragikomödie Wilde Maus zwar reich an bissigen Pointen und Dialogen ist, jedoch in der Personenzeichnung, vor allem aber an mutigen dramaturgischen Entscheidungen schwächelt. [Gabriele Summen]

                • 8 .5
                  DraMaZua 27.02.2017, 08:28 Geändert 27.02.2017, 08:31

                  Wilde Maus ist - wie man es von Josef Hader erwarten konnte - ein guter, interessanter Film. Trotz allem ist der Herr Hader doch für so manche Überraschung gut, so ist der Film nämlich deutlich ruhiger als zu erwarten war. Die Gagdichte ist im Vergleich zu den Brenner-Filmen oder den Kabarett-Programmen recht zurückgeschraubt, dafür hantiert Hader bei den vorhandenen zum Schmunzeln einladenden Szenen mit der ganz feinen Klinge und schafft so doch die eine oder andere Szene, die man wohl noch länger im Gedächtnis behalten wird. Die Dialoge sind gut, die Story zwar nicht zu 100% gelungen, aber durchaus interessant, und was mich am meisten gewundert hat: Der Film schaut optisch sehr gut und definitiv nicht wie eine österreichische Produktion aus. Alles in allem ein sehr gelungenes Regiedebüt vom Herrn Hader und ich bin auf sein nächstes Projekt gespannt, sei es ein Film oder endlich mal wieder ein neues Kabarett-Programm. Und ein kleiner Tipp: Trailer nicht anschauen, ich bin mir sicher, dass ich den Film noch besser gefunden hätte, hätte ich so manche Szene nicht bereits aus dem Trailer und den Teasern gekannt.

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                  • 6
                    loveissuicide 24.02.2017, 09:37 Geändert 25.02.2017, 13:36

                    Perfekt fürs TV um 20:15, aber kein wirlicher Renner. Den Hype find ich übertrieben. Na gut, das hatte ich mir vorher schon gedacht, da bin ich bestätigt worden. Hader spielt ganz gut, aber irgendwie spielt er immer dieselbe Rolle. Hätte genauso gut ein Brenner ohne Krimihandlung sein können.

                    Am Rande: in einer Szene ist mir aufgefallen, dass ein Sprecher im Fernsehen gemeint hat, die Öresundbrücke verbinde Kopenhagen mit Stockholm. Das ist natürlich Blödsinn. Über diese Brücke gelangt man nach Malmö. Sorry fürs Klugscheissen ^^

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                    • 7 .5
                      doktormovie 23.02.2017, 21:50 Geändert 23.02.2017, 21:51

                      Wilde Maus ist, wie erwartet, viel trockener, zynischer und schwärzer als die Durchschnittskomödie, von welcher ich zumindest schon übersättigt bin. Josef Hader persifliert hier tragikomisch und sarkastisch das Bürgertum. Die Stärke des Films liegt aber sicher in seiner Situationskomik, erstaunlich wie Hader das auf die Leinwand bringt. Leider wirkt der Film leider nicht ganz in sich geschlossen, vermutlich aufgrund des Endes (welches aber sicher so gewollt war). Und Georg Friedrichs Charakter bekommt auch leider nicht genug Tiefe.

                      Trotzdem ein sehr, sehr unterhaltsamer Film, den ich jeden Freund des österreichischen Films und des schwarzen Humors nur ans Herz legen kann!

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                      • 7 .5

                        Die Schauspieler:

                        Zugpferd in „Wilde Maus“ ist natürlich Josef Hader selbst, der die Hauptrolle des vom Leben gebeutelten Georg spielt. Mit gewohntem Pokerface stützt sich Hader auf seine Kabaretterfahrung und lässt in seinem, wie immer, gekonntem Schauspiel, schwarzhumorige Pointen und aus dem Leben gegriffene Dramatik zu einer köstlich unterhaltsamen Legierung verschmelzen. Seine Film - und auch reale Lebenspartnerin Pia Hierzegger, die schon mehrere Male mit Hader vor der Kamera stand, fügt sich als Georgs Frau Johanna nahtlos ins Geschehen und brilliert in ihrer Rolle auch durch die erkennbare physische Veränderung ihres Rollencharakters, welche sie äußerst glaubhaft umsetzt. Der deutsche Schauspieler Jörg Hartmann spielt die Rolle von Georgs erklärtem Feindbild – dessen Chef Waller. Mit charmantem Auftreten und sonorer Stimmlage erschafft Hartmann einen Charakter dem man, trotz des Auftretens als eigentlicher Antagonist, nicht böse sein kann und wirkt wie ein mimischer Ruhepol. Frischgebackener Berlinale Preisträger Georg Friedrich überzeugt als Georgs ehemaliger Schulkollege und jetzigem Freund Erich. Friedrich lässt in Mimik und Spielstil Erich`s bisher nicht einfaches Leben, sowie dessen leichte Einfältigkeit einfließen und gibt so dem klischeehaften Praterproll ein Gesicht, als hätte er nie etwas anderes gemacht als die wilde Maus zu bedienen. Denis Moschitto kann in seiner Rolle des Sebastian, ein homosexueller Therapiepatient von Johanna, schon beinah als „süß“ bezeichnet werden. Eigentlich als der solide unterhaltsame Sidekick auftretend, trägt sein Charakter dennoch zu einem Twist im Film bei, der einen Handlungsbogen schließt, bei dem Moschitto sein Schauspiel noch untermauern kann und die Zuseher zum schmunzeln bringt.
                         
                        Der Film:

                        Hader tut was Hader kann. Das bringt es auf den Punkt. Gekonnt setzt er als Drehbuchautor, Hauptdarsteller und in diesem Fall auch zum ersten Mal Regisseur, auf die wahren Stärken des österreichischen Films. Schwarzer Humor vom feinsten und eine etwas satirische Erzählstruktur wird uns in „Wilde Maus“ serviert. Hader konzentriert sich in seinem Buch, an dem er drei Jahre lang geschrieben hat, auf Themen wie sie wohl jeder kennt und somit auch mit dem wahren Leben assoziiert werden können. Der Umbruch mehrerer Leben, die bis zu einem gewissen Punkt in ihrem Mikrokosmos verweilten und sich in der Sicherheit eines geregelten Lebens einigelten, werden jäh aus ihrer Blase gerissen und müssen sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit ihrer Existenz stellen. Gerade Hauptprotagonist Hader als Georg stürzt sich mit einer wunderbaren Inbrunst in seine plötzliche Midlife Crisis und harmoniert, in seinen ungewollten Bemühungen die Beziehung zu seiner Frau Johanna zu terminieren, unglaublich gut mit seiner realen Partnerin Pia Hierzegger. Auch die im Alter eventuell beeinträchtigte männliche Potenz und die Auswirkung äußerer Umstände auf diese, wird mehrfach im  Schlagabtausch zwischen Johanna und Georg behandelt, was wahrscheinlich auch wunderbar als Bühnenprogramm funktionieren würde. Insgesamt lebt „wilde Maus“ von seinen hervorragenden Darstellern und der herrschenden Chemie im Ensemble. Haders Regiedebut erweist sich als äußerst durchdacht, in Erzählstruktur und Charakterzeichnung gibt es aber noch erkennbare Defizite. Diese werden aber oftmals kompensiert, durch so mache schwarze Pointe von Georg, der sich mit den Gesetzen der Physik konfrontiert sieht und erkennt, dass jede Aktion eine vergleichbare Reaktion nach sich zieht. „Wilde Maus“ beinhaltet die sich durch den ganzen Film ziehende schöne Message dass, egal was auch kommen mag, die zwischenmenschliche Kommunikation immer noch das Herzstück unseres Seins darstellt. Auf wunderbar satirische Art und Weise führt uns Hader vor Augen in welche Richtung sich Menschen bewegen, wenn dementsprechende Kommunikation nicht praktiziert wird und dass sich manchmal ein paar einfache Worte, zur Klärung eines ach so großen Problems positiv auswirken könnten. Auch einen Seitenhieb auf die wachsende Präsenz von Schusswaffen in Privathaushalten und die Leichtigkeit diese zu erhalten, wird in die Geschichte auf komische Art und Weise eingebaut. Hervorgehoben sollte auch noch die gut platzierte Musikuntermalung des Films sein. Gezielt werden nicht, wie andernorts, leicht verdauliche Musikstücke, sondern die Situation anfachende und Unruhe stiftende, klassische Melodien benutzt, welche die hervorragende Kameraarbeit von Andreas Thalhammer und Xiaosu Han in ihrer Wirkung sehr gut unterstützt. Inhaltlich gibt es noch genug Raum nach oben, wobei es wohl Geschmackssache ist, dass manches im Raum stehen - und der Fantasie überlassen bleibt. Ist die Geschichte um den Rachefeldzug gegen den dienstlichen Vorgesetzten ja nicht neu, entwickelt sich aber im Lauf des Films zu einem nicht von Hollywood überwürzten „Kill the Boss“ mit Lokalkolorit und „Wiener Schmäh“. 
                         
                        Fazit:

                        Josef Haders Regie Erstlingswerk erweist sich als pechschwarze, durchwegs amüsante und sich mit so manchem Gesellschaftsproblem des Durchschnittsbürgers beschäftigende satirische Komödie, die zwar inhaltlich nicht viel Neues bietet und auch in der einzelnen Charakterzeichnung noch tiefer gehen könnte, jedoch aber alles bietet was den österreichischen Film wie man ihn kennt und liebt auszeichnet und mit einem hervorragenden Darstellerensemble einen unterhaltsamen „Heimatfilmabend“ garantiert.

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                        • 6

                          Ordentliches Werk. Ich bin jetzt kein Josef Hader Fan, fand die Vorschau allerdings ansprechend und so hab ich ihn jetzt heute sehen können. Scheint im deutschen Ausland erst ein paar Wochen später anzulaufe. Ich bin prinzipiell zufrieden, allerdings wäre wie es bei so vielen Filmen der Fall ist mehr drin gewesen. In Sachen Humor bietet "Wilde Maus" für mich viele "stille" Lacher, also kein künstliches "wir müssen jetzt lustig sein", viel mehr dieser Situations- und Beobachtungshumor würde ich meinen. Das hat schon was. Auch das österreichische Flair, die Sprache, Ausdrücke und bekanntes Verhalten fand ich ansprechend. Hader's Charakter ist prinzipiell mit genug Sympathie versehen, sonst würde sein Handeln gar nicht als zu einem gewissen Grad amüsant durchgehen können. Immerhin hätte er seinen Schlamassel von Anfang an verhindern können, nur wer einmal lügt und dann um die Originallüge zu schützen weiter lügt, kommt halt irgendwann nicht mehr weiter. Auch die Figur seiner Frau war interessant, natürlich aber nur zweite Geige, wenn Hader Hader spielen lässt. Trotz aller gelungener Unterhaltung und Reflektion für mich als Zuseher für mein eigenes Leben, gab es auch klare Längen und Handlungsstränge, die in diesem insgesamt ruhigen Werk nicht wirklich irgendwo hinführen. Bin dennoch zufrieden, mal etwas Abwechslung zu den sonst laufenden meist amerikanischen Produktionen.

                          • 7

                            "Als werde die österreichische Komödie unter die Dusche geschickt. In Josef Haders Regiedebüt sieht man zwar den Prater zu wenig, dafür aber einen Film, in dem es erstaunlicherweise ums Ganze geht." [Lukas Stern]

                            • 8

                              Wilde Maus ist eine geniale Farce [...] mit vergebenden Untertönen selbstironischen Humors. Es mag nicht der forderndste Film der Berlinale sein, aber mit Abstand der lustigte. [Stephen Dalton]

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                              • 7

                                Leider übernimmt Goiginger auch Iñárritus Hang zu überzogener Melodramatik – aber eine mitreißende Fahrt bietet sein Werk allemal. [Andrey Arnold]

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                                  Josef Haders Regiedebüt Wilde Maus ist ein seriöse Komödie für Normalverbraucher, die außerhalb von Deutschland wohl kaum einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. [Jay Weissberg]

                                  • 8

                                    [...] Besonders gelungen ist die Darstellung von Georgs Midlife-Crisis, in die sich der Mittfünfziger mit Freuden zu stürzen scheint. Dessen Kündigung („Ich bin eine Instanz! Es wird Leserbriefreaktionen geben!“) trägt ebenso zur plötzlich aufkeimenden Lebensunsicherheit des einst so scharfzüngigen und unverwüstlichen Kritikers bei, wie die aufkommenden Zweifel an dessen Potenz, die von Freundin Pia in den Raum gestellt werden. Dennoch denkt Georg gar nicht daran, seine Probleme zu beheben und widmet sich stattdessen ausgiebig dem eigenen Müßiggang. Auf dem Rummelplatz, der hier zur letzten Zufluchtsstätte für die Außenseiter und Verlierer der Gesellschaft wird, schmiedet er Rachepläne gegen seinen Chef, der ihn so unsanft aus seinem bequemen Lebensalltag befördert hat. Die Abrechnung des ehemaligen Feuilletonisten mit der Gesellschaft fällt dabei herrlich kleingeistig und direkt aus: Mit einem Autoschlüssel bewaffnet, übt er Vergeltung am Lack des vom Chef so innig geliebten Autos. Dass dies nur der Anfang eines sich immer weiter hochschaukelnden Konflikts sein wird, an dessen Ende nur die totale Eskalation stehen kann, ist von Anfang an klar. [...]

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                                    • 7 .5

                                      Josef Haders Regiedebüt Wilde Maus ist komisch und dramatisch, gespickt mit viel trockenem Humor, nie überzogen, gesellschaftskritisch, aktuell und eine gelungene Studie über ein bürgerliches Leben, welches jäh aus dem Ruder gerät. [Julia Stache]

                                      • 7 .5

                                        Famose Figuren, starke Situationskomik samt funkelnder Dialoge. In Wilde Maus stimmen nicht nur sämtliche Pointen, sondern einfach alles: Gut. Besser. Hader! [Dieter Oßwald]

                                        • 8 .5

                                          Durfte es im Testscreening sehen und war hellauf begeistert. Genau das, was man sich von einem Hader erwarten darf! Und die Fragerunde danach mit Josef Hader war auch super, eine echte Filmempfehlung für Liebhaber des österreichischen Films.

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