Die Zweigeteilte Frau

La Fille coupée en deux (2007), FR/DE
Laufzeit 115 Minuten, FSK 16, Thriller, Komödie, Kinostart 10.01.2008

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6.9 Kritiker
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von Claude Chabrol, mit Ludivine Sagnier und Benoît Magimel

Die schöne fünfundzwanzigjährige Gabrielle ist hin- und hergerissen zwischen Charles, einem berühmten Schriftsteller und notorischen Frauenverführer, und Paul, dem attraktiven aber unsteten Erben eines Familienvermögens. Als sie sich seinen Annäherungsversuchen widersetzt, entwickelt Paul einen wilden, verrückten Hass auf den Rivalen. Ein gefährlicher Reigen aus Liebe und Eifersucht beginnt.

Die Deutschland-Premiere des Films findet am 10. Januar 2007 statt.

Handlung

Erste Begegnung

Der Autor Charles Saint-Denis (François Berléand) lebt mit seiner Ehefrau (Valeria Cavalli) außerhalb von Lyon in einer großen Villa. Um sein neues Buch vorzustellen, organisiert seine Agentin und langjährige Freundin Capucine (Mathilda May) eine Promotiontour in der Stadt. Dazu gehören Fernsehinterviews und Signierstunden. Während eines Auftritts beim örtlichen Fernsehen trifft er auf die junge Gabrielle (Ludivine Sagnier), die dort als Wetteransagerin arbeitet.

Zweite Begegnung

Während einer Signierstunde im Buchladen ihrer Mutter (Marie Bunel) treffen die beiden erneut aufeinander. Charles ist zwar verheiratet, aber jederzeit für eine Affäre offen. Da es ihm die hübsche Frau angetan hat, verabredet er sich mit ihr und nimmt sie am nächsten Tag mit auf eine Auktion. Dort ersteigert er für sie eine teure Erstausgabe und nimmt sie anschließend mit in seine Stadtwohnung.

Die Affäre beginnt

Dort kommt es zu errsten sexuellen Kontakten. Gabrielle wird Charles Geliebte und verfällt dem weitaus älteren Mann völlig. Sie erfüllt ihm alle sexuellen Wünsche, auch wenn sie erniedrigend sind. Ohne ein Wort des Widerstands begleitet sie ihn in einen Privatclub, eine Art Swinger-Club, wo er sich mit seinen Geschäftsleuten, u.a. auch Capucine, trifft. Als er eines Tages zu einer Geschäftsreise aufbricht und diese zum Anlass nimmt, die Affäre plötzlich zu beenden, bricht für Gabrielle eine Welt zusammen. Sie verfällt in tiefe Depressionen.

Ein Freund in der Not

Hilfe findet sie zu diesem Zeitpunkt in Paul Gaudens (Benoît Magimel), dem Sohn einer reichen Familie, den sie ebenfalls bei der damaligen Signierstunde kennengelernt hat. Seitdem wird sie von Paul umgarnt, der Charles als seinen größten Rivalen sieht. Für den Sohn aus reichem Hause war es bisher nie ein Problem, seine Wünsche erfüllt zu bekommen, umso mehr hatte er unter der Affäre zu leiden. In der Trennung von Gabrielle und Charles sieht er seine Chance gekommen.

Der Antrag

Er lädt Gabrielle auf eine Reise nach Lissabon, wo er ihr nach einigen Tagen einen Heiratsantrag macht, den sie annimmt. Charles erfährt zufällig durch die Nachrichten von der Verlobung und anstehenden Hochzeit und reagiert gekränkt. Er stellt Gabrielle bei ihrer Hochzeitskleidanprobe zur Rede. Trotz offener Aussprache zwischen den beiden möchte Charles seine Frau nicht verlassen.

Das bittere Ende

Nach der Hochzeit wird die Beziehung des jungen Paares zunehmend kompliziert. Paul leidet an krankhafter Eifersucht und Gabrielle findet in seiner Familie wenig Zuspruch. Als das Paar eine Wohltätigkeitsveranstaltung besucht, auf der auch Charles anwesend ist, kommt es durch Paul zum Eklat.

Das Ende des Films im Spoiler!

Weiterführende Informationen

Mehr Informationen zum Regisseur Claude Chabrol und seinen Werken

Weitere Informationen im Internet

Rezension von Christian Simon unter moviegod.de

Quellen

Presseheft des Verleihs

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Cast & Crew


Kritiken (6) — Film: Die Zweigeteilte Frau

Gnislew: Sneakfilm - Kino mal anders

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8.0Ausgezeichnet

Claude Chabrols Film “Die zweigeteilte Frau” ist ein packender Beziehungsthriller aus Frankreich. Wo französische Komödien oft am internationalen Filmgeschmack vorbeizielen, reiht sich “Die zweigeteilte Frau” in die lange Reiher anspruchvoller, guter Filme aus Frankreich ein. Nicht nur für Genrekenner ist dieser Film eine gute Wahl für einen packenden Filmabend.

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Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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4.5Uninteressant

Chabrol, 77, produziert unermüdlich Film auf Film. "La fleur du mal" (2003) funktionierte noch als zynische Abrechnung mit der sogenannten besseren Gesellschaft in der Kleinstadt, und "Geheime Staatsaffären" (2006), in dem sich eine Staatsanwältin vergeblich abmühte, aalglatte Wirtschaftsbosse vor Gericht zu bringen, war ohne Glanz abgefilmt, hatte aber immerhin ein Thema. "Die zweigeteilte Frau", Chabrols 69. Regiearbeit, besteht weder dramatisch noch cineastisch - vielleicht brauchen auch französische Altmeister ab und zu eine Pause.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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8.5Ausgezeichnet

Wohl kaum ein anderer Regisseur kennt sich so gut in der modernen High Society aus wie der französische Altmeister Claude Chabrol. Nahezu alle seine Filme spielen in diesem Milieu. Während jedoch einige seiner Spätwerke der Handlung nach sehr konstruiert wirkten, kommt nun mit „Die zweigeteilte Frau“ endlich wieder ein sehr scharfsichtiges, realistisches, zu dem vor Witz sprühendes Gesellschaftsporträt ins Kino.
(Offenbach Post)

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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7.5Sehenswert

Routiniert konjugiert der 77 Jahre alte Zyniker Claude Chabrol in "Die zweigeteilte Frau" die Wahnsinnigkeiten vergeblicher Liebe: Die Möglichkeiten, sich lächerlich oder unglücklich zu machen, sind zahllos wie die Trivialromane. Doch wie in allen Klischees steckt auch in Chabrols Figuren ein Kern an Wahrheit.

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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

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6.0Ganz gut

Chabrol ist zu schlau, um seine Altherrenfantasien nicht auch als solche bissig zu reflektieren. Dennoch stellt sich die Frage, wer sich hier eigentlich "zweigeteilt" hat.

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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.0Sehenswert

LA FILLE COUPÉE EN DEUX heißt Chabrols Werk auf französisch, das ist viel besser als der unpräzise deutsche Titel (nicht nur weil er betont, dass es sich bei Gabrielle um ein Mädchen handelt), denn geteilt wird hier gar nichts; "coupée" heißt schneiden. In einem Chabrol-Film, und das gehört zu den vielen Stärken dieses wahren Hitchcock-Erben, kann das nun alles bedeuten: Schizophrenie, ein Serienkiller oder ein Zaubertrick.

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Kommentare (6) — Film: Die Zweigeteilte Frau

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krömmel

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Bewertung4.5Uninteressant

Man kann nur vermuten, dass bei diesem Film Claude Chabrols Altersmilde und -müdigkeit mit im Spiel waren, denn Handlung, Atmosphäre und Akteure haben nicht mehr Esprit als ein eingeschlafener Fuß.
Wo bleibt die kühle Eleganz und der Wortwitz alter Tage? Und vorallem: Was hat sich jener bei der Konzeption und Besetzung seiner Hauptfiguren gedacht?
Ludivine Sagnier ist zweifelsohne eine talentierte Jungschauspielerin, bleibt jedoch innerhalb der gesamten Handlung blass und fad wie ein schlaffer Händedruck.
Auch die beiden männlichen Hauptfiguren holen nicht viel mehr raus, was angesichts eines derart beliebigen Handlungsstranges wohl auch hinfällig ist, denn tatsächlich werden Altherrenphantasien der klischeehaftesten Sorte präsentiert: Die blonde, bauernschlaue Muse des großen intellektuellen bon savant und ein konkurrierender blonder Jüngling aus bourgeoiser Yuppie-Familie. Gähn.
Zweifelsohne das langweiligste Machwerk aus dem Oeuvre Claude Chabrols.

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Stefan Ishii

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich finde, dass "Die zweigeteilte Frau" der möglicherweise beste Film aus Claude Chabrols späten Phase ist. Dies ist jedoch meine persönliche Meinung. Mich jedenfalls hat das Werk begeistert in seiner Vielschichtigkeit, Subtilität und Zurückhaltung: Subtil in der Darstellung einer verrückten und perversen Welt; zurückhaltend in der schauspielerischen Interpretation der Gefühle.

Ich fand es besonders erstaunlich, dass die junge und lebensfrohe Ludivine Sagnier in "Die zweigeteilte Frau" zwar nicht ganz so unterkühlt wirkt wie die typischen Chabrol'schen Frauen (wie die von mir "vergötterten" Stéphane Audran oder Isabelle Huppert), jedoch die gleiche innere Stärke und zurückhaltende Selbstsicherheit verkörpert wie eben jede Frauen. So habe ich sie bisher noch nie gesehen.

Einzig die letzte Szene wußte mich nicht zu überzeugen. Die Idee und Symbolik dieser Sequenz ist sicherlich toll, passt aber für meinen Geschmack nicht ans Ende dieses Filmes und ist auch vielleicht etwas übertrieben.

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Brigittes Helm

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Vielleicht macht das ja die Klasse von Chabrol aus, dass seine Filme so unterschiedlich gesehen, gedeutet und bewertet werden wie in diesem Fall durch dich und durch mich.;-). Für mich ist dieses Spätwerk ein bisschen zu sehr Altherrenfantasie der dekadenten und gleichzeitig zahnlosen Art, die mir eigentlich am A. vorbeigeht. Mir fehlt dabei halt das alte Chabrol-Gift und bis auf die sehr gute Hauptedarstellerin die Klasse früherer Chabrol-Akteure. Aber ist in jedem Fall Geschmackssache.


Stefan Ishii

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Du hast natürlich auch recht. Das mit der Altherrenfantasie war mir auch durchaus bewußt, aber ich denke, das dies aus einer leicht anderen Motivation heraus so realisiert wurde. Schließlich ging es Chabrol ja auch durchaus um die pervertierte Sichtweise einer gewissen Gesellschaftsschicht. Tatsächlich habe ich persönlich mit keinem der beiden Männer sympathisiert. Aber gerade das macht für mich den Film stark. So lastet das Schicksam umso stärker auf Ludivine Sagniers Figur.


Brigittes Helm

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Bewertung4.0Uninteressant

Der vor-vorletzte Chabrol ist leider auch einer seiner schlechtesten und überflüssigsten. Das Drehbuch zerfahren, die Handlungsstränge wenig überzeugend. Daran kann auch die mit Herzblut und sehr engagiert spielende Ludivine Sagnier nichts ändern. Die begabte Blondine, die ja im französischen Film den Posten der unverfälschten Prolligen unter den Frauendarstellerinnen besetzt hält und irgendwie so gar nicht klischeehaft französisch wirkt, hält mit ihrem frischen Spiel den müde vor sich hinplätscherden Film sehr engagiert auf Kurs. Eigentlich hätte ihr Chabrol die Füße küssen müssen, wie sie diesen Murks charmant rettet. Leider können ihr die anderen Darsteller mit Ausnahme von Mathilda May nicht das Wasser reichen. Der Film hat viel zu viele Längen und ermüdet irgendwann. Keine Sternstunde des Chabrol-Universums.

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Der Franzose

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Bewertung9.0Herausragend

Einfach schön anzuschauen diese aufgeweckte spritzige Ludivine Sagnier.

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annaberlin

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Bewertung4.5Uninteressant

Der schlechteste Chabrol, den ich kenne. Ludivine Sagnier, Francois Berléand und Benoît Magimel spielen zwar überzeugend, können jedoch in dieser trivialen Geschichte auch nicht das Ruder herumreißen.

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lucie

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Bewertung4.0Uninteressant

Ein typisch französischer Film. Zu viel Geschichte in zu wenig schlecht erzählten Film. Aus den Staaten kommen dafür Filme mit zu wenig Geschichte in zu viel Film. Es gibt zum Glück von beiden Seiten auch richtig schön erzählte Filme, mit jeweils viel oder wenig Geschichte drin.

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