Distanz

Distanz (2009), DE
Laufzeit 82 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 19.08.2010

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5.8 Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
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von Thomas Sieben, mit Ken Duken und Josef Heynert

Im Film Distanz begegnen wir Daniel, der völlig in sich zurückgezogen lebt und stoisch seine Arbeit als Gärtner verrichtet. Niemand in seinem Umkreis dringt zu ihm durch. Doch eines Tages macht Daniel die Bekanntschaft mit der jungen Kollegin Jana. Langsam entwickelt sich zwischen den beiden eine Beziehung und zum allerersten Mal beginnt sich der Protagonist von Distanz einer anderen Person zu öffnen. Doch dieses Glück währt nicht lange, denn bald entdeckt Jana ein dunkles Geheimnis. (TM)

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Kritiken (6) — Film: Distanz

Thomas Abeltshauser: Die Welt Thomas Abeltshauser: Die Welt

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7.5Sehenswert

Nachwuchsregisseur Thomas Sieben, der in seinem Debütfilm sein eigenes Drehbuch inszeniert, liefert ein Psychogramm ohne Psychologisierung. Mit langen Einstellungen, sparsamen Dialogen und dem Verzicht auf Filmmusik lehnt er sich dabei stilistisch stark an die Filme der so genannten „Berliner Schule“ an und zeigt wie diese nüchtern den Alltag von Menschen. [...]
Der eigentliche Mittelpunkt der Charakterstudie freilich ist Hauptdarsteller Ken Duken, der das ohne Fördergelder finanzierte Independentdrama auch mitproduziert hat. Er spielt den Soziopathen zurückgenommen und mit leerem Blick als wortkargen Mann ohne Eigenschaften und wirkt, ebenso wie der gesamte Film, gerade deshalb so nachhaltig verstörend, weil er dem Zuschauer einfache Erklärungsmuster vorenthält.

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J. Zylka: Der Tagesspiegel J. Zylka: Der Tagesspiegel

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5.5Geht so

Manchmal wirkt der Zwischenraum, den der Regisseur zwischen Zuschauer und negativem Helden aufbaut, allzu gewollt. [...]
Aber im Gegensatz zu den anderen Soziopathen der Filmgeschichte, Henry aus „Portrait of a Serial Killer“, Travis aus „Taxi Driver“ und natürlich Hannibal Lector bleibt Daniel Bauer, der stille Killer, durch die titelgebende Distanz denn doch zu weit weg. Er weckt Interesse – wie überhaupt der mutige, ambitionierte und dem Independent-Kino verpflichtete Film. Doch im Rätseln darüber, was dahintersteckt, wo Bauers Problem denn nun wirklich liegt, im Auswerten der extrem kargen Information über den Antihelden, geht die Neugier irgendwann ein bisschen flöten.
Das Ende, das auch nicht mit viel mehr Erkenntnis aufwartet als der Anfang, ist konsequent und angenehm antididaktisch. Allein: Ohne Erkenntnisgewinn bleiben Geschichten, so absurd sie auch sind, an der Oberfläche hängen.

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Stefanie Zobl: Fluter Stefanie Zobl: Fluter

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6.5Ganz gut

Bedauerlich ist, dass Sieben offensichtlich nicht auf die Tragfähigkeit der Handlung durch die Hauptfigur allein vertraut und die ansonsten stimmige Geschichte mit der etwas unglaubwürdigen Liebesgeschichte aufweicht.

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Alexandra Wach: film-dienst.de Alexandra Wach: film-dienst.de

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5.0Geht so

Man nehme eine in sich gekehrte Natur in Gestalt rauschender Baumgipfel, eine „präzise“, „objektiv“ beobachtende Kamera, ein den Zuschauer ostentativ nicht bevormundendes Drehbuch, das weder Erklärungen liefert noch Position bezieht, und einen einsamen männlichen Helden, der offenbar den richtigen Zeitpunkt verpasst hat, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Fertig ist [...] ein Exportartikel, der sich auf internationalen Festivals inzwischen großer Beliebtheit erfreut, und das, obwohl es sich seine Macher hinter ihrem asketischen Schutzwall gemütlich gemacht haben und nur noch bis zur Perfektion polierte Varianten der immergleichen Studien am lebenden Objekt präsentieren.

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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

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7.0Sehenswert

Die zurückhaltende Art seines Protagonisten überträgt sich auch auf den minimalistischen Inszenierungsstil von Thomas Sieben, dem mit seinem Erstling ein gelungener Einstand als Regisseur gelungen ist: Er kommt ohne viele Worte und Dialoge aus, sondern lässt vielmehr die Gesichter seiner beiden in jeder Szene überzeugenden Hauptdarsteller sprechen. Dabei hält die Kamera die Figuren gegenüber dem Zuschauer ebenso auf Distanz wie Daniel andere Menschen. Außerdem verrät uns Sieben fast nichts über den Hintergrund seiner Charaktere. So weiß man nicht, was in der Vergangenheit die Ursache für Daniels innerliche Menschenverachtung sein könnte.Trotz all dieser den Zuschauer auf Abstand haltenden Zurücknahme gelingt Sieben das Kunststück, dass man mit Daniel und Jana mitfühlt und ihre Handlungen zumindest im Ansatz nachvollziehen kann. So schafft es dieses ohne großes Budget und rein digital gedrehte Filmdebüt, das vor einem Jahr auch die Berlinale-Sektion Perspektive deutsches Kino eröffnete, einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Zuschauer bis zum Ende bei der Stange hält.

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Sebastian Gosmann: Schnitt Sebastian Gosmann: Schnitt

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5.5Geht so

Distanz ist der mutige Versuch eines filmischen Psychogramms, ohne das Handeln der Protagonisten auch nur ansatzweise zu erklären. Die Charaktere bleiben uns fremd, der Interpretationsspielraum groß und der Film entsprechend unverbindlich in seiner Aussage.

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Kommentare (3) — Film: Distanz

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Werthenbach

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Bewertung2.5Ärgerlich

Selten einen so schlechten Film gesehen. Drehbuch grottig. Ich ärger mich so sehr, dass ich vor dem Filmkauf nicht erst hier geschaut habe.

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ungesagt

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Bewertung0.0Hassfilm

drehbuch:miserabel:
dialoge:hölzern,steif,unglaubwürdig.
die figuren wirken in ihrem handeln lächerlich.
der film ist nicht dramatisch,er ist schlecht.

wenn das deutschlands nachwuchregie ist,dann:gute nacht.

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Sigmund

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warum so streng? Über alle genannten Punkte könnte man auch das Gegenteil sagen. Wenn man schon so verreißt, dann doch bitte anhand von konkreten Beispielen aus dem Film.


ungesagt

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ich k a n n keine bsp aus dem film rauspicken, weil der g e s a m t e film, jede einzelne sequenz, ein bsp i s t.


davidpm

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Bewertung5.0Geht so

Solide erzählt, inhaltlich absolut abgründig. Was den Film schwierig und leider auch mittelmäßig macht, ist der bei dieser Drastik fehlende Ansatz zur Erklärung des Hauptcharakters. So bleibt man ziemlich allein mit der Aufgabe stehen, zu erklären, warum ein Mensch Massenmörder ist.

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