Django - Kritik

ES/FR/IT 1966 Laufzeit 90 Minuten, FSK 18, Western, Kinostart 02.11.1966

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Kritiken (3) — Film: Django

Julio Sacchi: Das Manifest

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8.5Ausgezeichnet

Corbucci zieht den Western in den Dreck. Sein Antiheld bringt wortwörtlich den Tod in das Schlammloch von Stadt, das von niederträchtigen Charakteren bevölkert wird. Mit roten Masken auf den Köpfen bricht der KKK des Sterbens über die verrottete Landschaft herein und macht auch vor Unschuldigen nicht halt. Django, der Wiedergänger, ersteht mit Stigmata an den Händen wieder auf und serviert das letzte Gericht. Ein Urknall. "Hallo Meisterwerk!" (Christian Kessler)

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Flibbo: Wie ist der Film?

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7.0Sehenswert

Während Regisseur Sergio Leone mit der von Clint Eastwood angeführten Dollar-Trilogie („Für eine Handvoll Dollar“, „Für ein paar Dollar mehr“, „Zwei glorreiche Halunken“) den Italo-Western etablierte, startete Kollege Sergio Corbucci denselben grimmigen Gegenentwurf zum US-Western in einer billigeren, noch extremeren und so auch spaßigeren Variante. Corbuccis erster großer Hit „Django“ stößt den Wilden Westen – das frühere gelobte Land – eiskalt in sein Grab und schaufelt es zu. Doch gleichzeitig lassen neue Ansätze das Genre als reißerisches Erwachsenenkino noch einmal aufblühen. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Oceanic6: CinemaForever

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10.0Herausragend

"I sure never thought I'd end up grave-digging and not even getting paid for it, either. Anyhow, it's better to be above ground doing that than below ground doing nothing."

Der Western ist ein dehnbarer Begriff, denn er ist für mich das vielseitigste Genre überhaupt. Alles ist anzutreffen, ob Humor, Drama, Action, Tiefsinn, Emotionen, Politik oder Romantik. Umso erstaunlicher ist es, wieviele Eigenschaften Regisseur Sergio Corbucci in seinem Western 'Django' miteinfließen lies. Der Film zeigt einen der einprägsamsten Anti-Helden der Filmgeschichte, besitzt zudem große historische Relevanz. Der Einfluss der amerikanischen Geschichte, zum Beispiel des Kukluxklans oder der politischen Lage während des Kalten Krieges, liegt nahe.

Trotz all seiner Härte und seines politischen Zusammenhangs ist 'Django' dennoch so unterhaltsam wie kein anderer Western. Im einen Moment wird gemordet oder gefoltert und im nächsten Augenblick ein Gespräch…

15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

Oceanic6

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@filmschauer: Danke für den Tipp, ist gleich mal vorgemerkt. -.-


shadowhunting

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Legendärer Italowestern, der sich nicht nach Wunschvorstellungen und Mythen orientiert, sondern auf unvorstellbar ehrliche Weise zeigt, wie dreckig die Realität eigentlich ist. "Corbucci schafft es Illusionen von Gerechtigkeit zu erzeugen, die letztlich auch zum Scheitern verurteilt sind." Die Kernaussage deiner perfekt geratenen Kritik! Es ist eben nur eine Illusion, dass es eine vollkommen gerechte Welt gibt und diese gesellschaftskritischen Töne konnte keiner besser in seinen Filmen bzw. Italowestern verarbeiten, wie Sergio Corbucci.



Kommentare (75) — Film: Django


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judischnudi

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Bewertung9.0Herausragend

Das ist mir bisher vielleicht ein- oder zweimal passiert: Das Wörtchen "Fine" flimmert mir aus dem Bildschirm entgegen und ich drücke prompt auf die "Alles auf Anfang"-Taste. Schon schmettert das bewegende Lied erneut zu mir auf's Sofa und Django - halb schreitet er, halb schleppt er sich - bahnt sich seinen Weg durch den winterkalten Schlamm. Ohne darüber nachzudenken, musste ich den Film einfach zweimal hintereinander sehen.
Das liegt zu einem großen Teil an dem sehr dominanten Score, der die karge Ausstattung wunderbar ausmalt und den ich noch einmal genießen wollte. Der zweite Grund, warum ich den Film dann sogar noch ein drittes Mal angefangen habe, ist der Protagonist. Ausgestattet mit einer Coolness, die den Matsch unter seinen Füßen gefrieren lassen müsste, beherrscht Django jede Szene. Er muss nur seine eisblauen Augen unter der Hutkrempe aufblitzen lassen. Getrieben von dem monumentalen Gefühl der Rache, über deren Ursache man in nur zwei Sätzen erfährt und es ist alles gesagt - minimalistisch, aber umso unglaublicher, mit welcher Präsenz der erst 25-jährige Franco Nero spielt.
Geschickt verbindet Corbucci knackige Oneliner, Slapstick-Momente und zynischen Witz mit einer Rassismuskritik und fein gesetztem Pathos. Dazwischen blitzt immer wieder eine Brutalität auf, die so inszeniert ist, dass einem die Schmerzen in Mark und Bein bzw. in Ohren und Hände fahren. Selbst das neonrote Blut wirkt eher verstärkend als verfremdend. Der grandiose Showdown lässt keine Wünsche offen.
Außerdem fühle ich mich Franco Nero besonders verbunden, weil er am selben Tag Geburtstag hat wie ich (ja, ja, albern). Ab jetzt stoß ich auf dich an, Django!

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judischnudi

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Die 10 gibt's für Nero. Ich schrecke immer vor der Gesamtwertung 10 als "Lieblingsfilm" zurück. Vielleicht ja nach der nächsten Doppelsichtung.


Andy Dufresne

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Du kannst die 10 auch ohne Herz geben.
Also einfach auf die 10 klicken, fertig.
Für "Lieblingsfilm" muss man rechts neben der 10 auf das Herz klicken, erst dann wird aus der "normalen" 10 ein "Lieblingsfilm".


Acry

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich würde mich eigentlich nicht als Western-Fan bezeichnen, aber „Django“ hat mir wirklich gut gefallen. Vielleicht liegt es daran, dass „Django“ nur an der Oberfläche ein Western ist und darunter eigentlich noch viel mehr zu bieten hat: Der Film hat nicht nur einen sehr starken symbolischen Charakter (der Sarg, Kreuze etc.), sondern zeigt auch einen verletzlichen, desillusionierten Helden, der zwar Gerechtigkeit sucht, aber nicht gerade die fairsten Mittel dafür einsetzt. Die Shoot outs sind jedenfalls größtenteils ziemlich beeindruckend, besonders wenn man mit dem sonst klassischen Duell rechnet.
Zusätzlich besitzt der Film noch eine sehr präsente gesellschaftskritische Ebene, auf der Rassismus, Gewalt, Religion, Politik und Geldgier kritisch hinterfragt werden. Und als wäre das nicht schon genug, um einen innovativen Western zu kreieren, arbeitet Corbucci auch visuell gegen die üblichen Genrekonventionen: Das Setting ist sehr gut gelungen und der Schlamm verdeutlicht noch einmal, wie schmutzig die Welt doch geworden ist.

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schwedenretter

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Bewertung7.0Sehenswert

Die Handlung mit dem Goldraub fand ich ziemlich unglaubwürdig, ansonten würde ich auch die realistische Prügelei und die starke Endszene herausheben. Die Brutalität ist hier nicht so breit gesät wie bei modernen Machwerken, sie kommt Nadelstichartig und kann so noch schocken.

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EvertonHirsch

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein Western nach meinem Geschmack. Hart, dreckig und brutal. Starker Anfang und starkes Ende. Dazwischen hatte ich das Gefühl, dass sich ein paar Längen eingeschlichen haben. Die Kampfszene Djangos mit dem Mexikaner fand ich besonders gut umgesetzt.
So muss ein Western sein

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christian-bauer

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Bewertung7.5Sehenswert

Django, dieser gefühlskalte Mistkerl. Man leidet mit ihm, man hofft mit ihm, man hasst ihn, man jubelt mit ihm. Tolle Umsetzung eines dreckigen Westerns in dem man mit dem (Anti)helden jede Situation mitfühlt.
Ich konnte während dieses 60er-Jahre-Klassikers selbst nichts mehr anfassen, weil ich plötzlich solche Schmerzen in meinen Händen verspürte.

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sam_ace_rothstein

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Bevor ich endlich mal meine Django Unchained Kritik schreibe, möchte ich gerne noch kurz etwas über diesen Western Klassiker sagen, der mit Tarantinos Film eigentlich nur eines gemeinsam hat, der Name.

Franco Nero spielt den Einzelgänger Django, der in eine kleine Wüstenstadt kommt, um sich am Mörder seiner Frau zu rächen und auch sonst ordentlich aufzuräumen.

In Django werden in den ersten 5 Minuten mehr Menschen erschossen, als in manch anderem Film in der gesamte Laufzeit. Der Film ist auch heute noch sehr brutal, vorallem die Ohrszene. (die für Tarantino eine grosse Inspiration für Reservoir Dogs war)

Django ist anders als die üblichen Western, der Film hat nichts mit dem romantischen Westernimage zu tun. Die ganze Stadt ist dreckig und fällt auseinander. Die wenigen Menschen die dort noch Leben machen einen mehr als erbärmlichen Eindruck und auch Django selbst ist alles andere als der typische Westernheld. Der Humor ist sehr schwarz, auch das passt nicht zum typischen Western.

Django konnte das Westerngenre ein klein bischen revolutionieren und dank Django Unchained kommt dieser tolle Film endlich mal wieder zu etwas mehr Beachtung.

Unbedingt anschauen! Nur schon die Anfangsszene,als Django mit seinem Sarg durch die Wüste spaziert und im Hintergrund das Django Theme läuft ist die paar Euro für die Dvd wert :)...

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Spike1990

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Bewertung7.0Sehenswert

Django ist DER Anti-Held des Italo-Western. Der Soundtrack von Luis Bacalov ist genial und wird auch in Tarantinos "Django Unchained" verwendet

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ElMagico

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Bewertung7.0Sehenswert

Magic folgt dem Zeitgeist. Naja nicht wirklich, aber da "Il grande silenzio" bei mir ansteht, dachte ich, dass auch "Django" sich mal wieder dem Test der Zeit unterziehen könnte. Und ja doch, er besteht ihn. Zwar gerade noch so, aber in diesem von mir gern vernachlässigten Genre, ist er einer der Filme, die einem doch in Erinnerung bleiben. Vollends kann ich den Film jedoch nicht abfeiern und mit dem Begriff Kult tue ich mir eh immer recht schwer.
Was ist es aber dann, dass dieser Film von vielen so innig geliebt wird. Die Story an sich kann es nicht sein. Sie solide, besser als man es von vielen anderen Western gewohnt ist, gerade was das Herkunftsland Italien betrifft. Aber sie ist nichts besonderes und hat trotz noch nicht einmal 90 Minuten Spielzeit hier und da ihre Längen.
Auch ist "Django" bei weitem nicht so brutal, wie man es vermuten mag. Er hat zwei deftigere Szenen, ist aber ansonsten ziemlich blutleer. Er hat halt einen immensen Bodycount, aber um ehrlich zu sein: Die Leute fallen hier auch um wie die Fliegen. Das ist gut gemacht und ich mag es ja wenn mehr geschossen als geredet wird, aber denn Status des Films erklärt dies auch nicht für mich.
Bleibt es an der Figur des Django festzumachen und ich denke, das ist wohl auch des Rätsels Lösung. Django ist ein feuchter Männertraum. Eine Figur mit der Mann sich identifizieren kann und auch will, denn im Gegensatz zu vielen seiner US-Amerikanischen Vorgängern ist er moralisch sehr zweifelhaft. Er ist nicht ansatzweise der leuchtende Held, der man selber eh nie sein kann. Cowboys machten immer das richtige, waren immer gut und bekamen meist ja auch die Frau am Schluss, doch eines hatten sie selten: Ihren Spass. Spass in einer Männerdefinition.
Django ist frei. Niemand steht über ihn und er macht was er will. Er ist niemanden verpflichtet und alles was er tut, geschieht aus seiner eigenen Lust heraus. Er begibt sich auch in keine Abhängigkeit gegenüber Frauen. Dadurch muss er auch nie über seine Gefühle reden oder nachdenken. Er hilft ihnen, wenn er will, und wird durch unverbindlichen Sex dafür bezahlt. Er bleibt aber frei. Er kann auch Böses tun, verwerfliches, er ist nur sich selbst Rechenschaft schuldig und kokettiert eh immer mit dem Bild des gebrochenen Mannes, was für Männer doch schon immer eine höchst willkommene Ausrede für ihr Tun war. Hinzu kommt, dass er intelligenter ist als sein Gegensacher, die ja eigentlich in einer übermächtigen Zahl im gegenüber stehen. Doch er ist eben schlauer und ist auch technisch im Vorteil und kann so die Hilflosen retten. Ja, Django hat die größere Wumme. Und welcher Mann will das nicht. Männerträume sind Kinderträume...und die bedient "Django" vollends.
Damit hätte der Film bei mir aber nicht eine solch gute Note bekommen. "Django" kann tatsächlich mehr, auch wenn ihm hier teilweise der Zufall wohl gesonnen war. Der Film besitzt eine wirklich hinreißende Farbgebung, suhlt sich aber gleichzeitig Knietief im Dreck und Schlamm. Das war so überhaupt nicht geplant, aber dem Film gibt es eine ganz eigene Aura, die natürlich auch seinem Heldenbild hervorragend entgegenkommt. Es ist eben alles etwas anders als sonst. Die restlichen Charaktere sind optisch alle mit einem Seltsam recht gut umschrieben. Die Locations versprühen im Zusammenspiel mit all dem Dreck eine extreme Tristesse. Irgendwie ist hier nichts schön. Ausser den Augen Frano Neros und Loredana Nusciak.
Für mich nicht der Überfilm, selbst unter den wenigen Western die ich kenne. Aber sehenswert ist er auf alle Fälle, allein Aufgrund dieses phänomenalen Settings.

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ElMagico

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Damn! Ich habe seit 3 Tagen die Titelmelodie im Kopf und trällere unkontrolliert "Django" vor mich hin! Könnte mich bitte jemand erschiessen? :)


Le Samourai

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Geht mir seit Django Unchained schon so, also vier Wochen. :D
Das ist unheilbar!


beast667

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Bewertung9.0Herausragend

Was ein Western. Mann mit Sarg sagt alles. So oft kopiert, aber nie erreicht.

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hrxuuuu

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Bewertung7.5Sehenswert

Da ich demnächst das neue Meisterwerk von Quentin Tarantino "Django Unchained" mir anschauen werde, habe ich mir das Original von 1966 zu gemüt geführt. Django erzählt zwar keine innovative Story, wird aber dadurch geprägt wie das Western-Feeling und Franco Nero miteinander spielen. Zu letzt kommt noch der atemberaubende, spannende Endkampf wo dem Held seine Hände genommen werden... Klasse!!!

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schwedenretter

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Wenn sie dem jetz echt die hände abhacken, verklag ich dich wegen spoilern


hrxuuuu

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Ist icht gespoilert, da ihm seine Hände nicht genommen werden, sondern etwas in einer anderen Art.


brigerbaerger

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

…schon nur die Eingangssequenz mit Franco Nero, der sich und seinen Sarg durch diese matschige Einöde schleppt, zusammen mit dem gesungen Titelsong ist einfach genial! Was einem danach in nicht mal 90 Min. gezeigt wird, habe ich als eine Geschichte in verschiedenen Akten gesehen:

1. Akt: Django, der das Mädchen aus den Händen der Häscher befreit
2. Akt: Django, der dem Stadtpatriarchen eine Lektion erteilt
3. Akt: Django, der einen alten Freund trifft
4. Akt: Django, der zusammen mit seinem Freund das Geld des Stadtpatriarchen stielt
5. Akt: Django, der seinen Freund bestiehlt und sich mit dem Mädchen aus dem Staub macht
6. Akt: Django, der von seinem Freund bestraft wird
7. Akt: Django, im "Duell" mit dem Stadtpatriarchen

Durch diesen Ablauf ergeben sich jeweils rund 10 Min. Sequenzen, die alle für sich interessant, spannend, zum Teil auch witzig und dann doch mit einer gewissen Härte daherkommen. Sie lassen mit zunehmender Laufzeit immer tiefer in die Person dieses einsamen Reiters, seinem Sarg und seiner Vergangenheit blicken. Der Film lässt Franco Nero auch die Möglichkeit, die verschiedenen Seiten seines Helden zu zeigen, dessen Charakter keinesfalls so eindimensional "gut" ist, was mich dann doch auch (positiv) erstaunt hat. Beindruckt hat mich auch die wirklich dreckige und heruntergekommen Stadt, die völlig im Schlamm und Morast versinkt, was auch bildlich sehr gut zur Story passt. Hier ist nichts von all der schönen Hollywood-Prärie mit ihren Sonnenuntergängen zu sehen. Irgendwie erfrischend trostlos und eben anders. Insgesamt ein sehr gelungener Streifen, der auch eigene Interpretation oder aufgrund von genauen Beobachtungen weitere Schlussfolgerungen über unseren Anti-Helden zulässt. Auch sehr realistisch-tragisch kommt die Gesellschaftskritik daher, wie z.B. Rassismus anhand des Abschiessens der Mexikaner als Ersatz für die Tierjagd. Dass hier die "Bösen" in roten Kapuzen daherkommen, mag wohl an den Ku-Kux-Klan erinnern, war aber meines Wissens nur dazu da, um die Gesichter der eingesetzten örtlichen Laiendarsteller zu verdecken, die die anderweitig beschäftigten Nebendarsteller ersetzen mussten. Ist ja unbewusst auch schon leicht rassistisch angehaucht ;o). Hier ist Sergio Corbucci auf jeden Fall ein sehr facettenreicher, dramatischer und auch brutaler Western gelungen, der mich über die ganze Laufzeit in seinen Bann ziehen konnte.
Was mich etwas irritiert hat ist die Musik im Film. Es war zwar interessant zu hören, dass z.B. beim Eintreffen der Mexikaner lustige mexikanische Musik gespielt wurde, zum Film selber hat es meiner Meinung nach dann aber doch nicht so gepasst. Dies als kleiner Wehrmutstropfen, der von hohem Niveau runtertropft…

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JackoXL

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

- "Schaff' die Toten weg!"
- "Mm, wo soll ich die hinbringen? Auf unserem Friedhof draußen haben wir doch gar nicht genug Platz!"
Das müsste auch ein verdammt großer Friedhof sein.
Ein Mann und sein Sarg.
Sergio Leone hatte gerade seine Dollar-Trilogie beendet und damit den Italo-Western auf eine nicht für möglich gehaltene Ebene gehoben, da kam Sergio Corbucci und kreierte ganz nebenbei einen weiteren Meilenstein des Genres. Mit wenig Budget, mit deutlichen Anleihen an Leone's Trilogie-Auftakt "Für eine Hand voll Dollar" (welcher auch "nur" ein Remake von Akira Kurosawas's "Yojimbo" war), dafür aber einem deutlichem Schuß Dreck, Blut und Rotz.
Es riecht nach Pferdescheiße und Pulverdampf. Gefühlt knietief zieht Django seine Spuren durch eine karge, gottverlassene Landschaft, in der Major Jackson und sein Red-Riding-Ku-Klux-Klan ihr Unwesen treiben. Das Corbucci's Film etwas schäbiger und roher wirkt als die von Leone macht seinen Charme aus und bis heute zu einer Genreperle. Die ursprünglich budgetbedingten Umstände sind sein Pluspunkt. Corbucci versteht es, seine bescheidenen Mittel zu seinen Gunsten zu nutzen. "Django" soll härter, wilder und skrupelloser wirken, als alles zuvor. Mit einer ungewohnten Kompromisslosigkeit lässt Franco Nero die Katze aus dem Sarg, allein für diesen simpelen Einfall ist der Streifen legendär geworden. Zurecht, dem immer noch ist das Bild des wortkargen Fremden mit der Totenkiste im Schlepptau ein denkwürdiges Motiv. Sobald der Deckel aufgeht, ist Gänsehaut unvermeidlich.
Corbucci serviert seinen einfachen Plot unglaublich zielgerichtet, mit einer wahnsinnigen Durchschlagskraft. Der Bodycount ist für eine damaligen Produktion einmalig, die expliziete Gewaltdarstellung sorgt selbst heute noch für kurzes Aufzucken. Franco Nero wurde mit dem Film zum Star und warf damit einen Schatten, aus dem er selbst nie mehr hinaustreten konnte. Fluch und Seegen zugleich, doch im Endeffekt kann er dafür nur dankbar sein. Neben Clint Eastwood ist er dadurch das Gesicht des Italo-Westerns, vielleicht sogar etwas mehr als der große Blonde. Zumindest für mich.
"Django" scheint wie der schmuddelige Bruder der Dollar-Trilogie, der erst aus dem Keller gelassen wurde, nachdem ihm die Tür geöffnet wurde. Um so dratischer durfte er dann im Matsch spielen und sich dafür so richtig dreckig machen. Ein Genuß, diesem Drecksbalg dabei zuzusehen, wie es sich hemmungslos austobt. Heute heißt das Ritalin und stille Treppe, damals hieß das "Django".
Pädagogisch besonders wertvoll.

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JackoXL

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Auf jeden Fall und vielen Dank! :)


Hartigan85

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Sehr treffend, hab ihn auch gerade gesehen zur Einstimmung auf Tarantinos Django. Und nen Ohrwurm hab ich jetzt auch^^


Sebastian Shinoda

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Kurz vor Django Unchained nun anfang des Jahres endlich mal nachgeholt ... begeistert

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adamma

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Bewertung9.0Herausragend

Der Mann mit dem Sarg - eine Ikone!

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TheDrPepperPower

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Bewertung6.0Ganz gut

Nachdem ich mir kürzlich wieder einmal Sergio Leone's perfekten "Once Upon a Time in the West" angesehen habe und mich nun voller Vorfreude auf Tarantino's bald anstehenden "Django Unchained" vorbereiten wollte, habe ich mir heute endlich den Namensvetter "Django" zu Gemüte geführt. Allerdings konnte dieser meine hohen Erwartungen kaum erfüllen.

Obwohl Leone's oben genanntes Meisterwerk sowie sein "The Good, the Bad and the Ugly" zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehören, würde ich mich nicht uneingeschränkt als Western-Fan bezeichnen. Irgendwie erscheinen mir im Vergleich zu diesen beiden Meilensteinen der Filmgeschichte alle sonstigen Western, die ich bis jetzt gesehen habe, als relativ nichtig. Die Messlatte, die Leone mit diesen beiden Filmen gelegt hat, ist für mich bis jetzt von keinem anderen Western auch nur ansatzweise erreicht worden - und genauso verhielt es sich heute mit "Django". Zwar ist dieses Werk keineswegs ein schlechter Film, da es doch einige charismatische Darsteller, allen voran Franco Nero, zu bieten hat und außerdem mit hervorragender Musik und einigen netten Ideen bestechen kann, aber dennoch war am Ende mein allgemeiner Eindruck von einer mittelstarken Enttäuschung geprägt, weil die Story letztendlich nur wenig Außergewöhnliches zu bieten hat und vor allem die Actionszenen und das generelle Pacing inzwischen doch arg in die Jahre gekommen sind. Um es ein wenig überspitzt zu sagen, hatte ich beim Schauen immer ein wenig mehr das Gefühl, einen "alten Schinken" zu sehen als einen zeitlosen Klassiker.

Alles in allem ist "Django" ein Film, der heutzutage wohl eher durch seine historische Relevanz als durch seine filmische Brillianz beachtenswert sein dürfte und daher Leone's gleichalten Meisterwerken nicht das Wasser reichen kann. Im Gegensatz zu diesen ist "Django" nur eine Empfehlung für absolute Western-Fans.

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Mac_C_Tiro

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Sehr durchdachter Kommentar, Respekt! Trotzdem glaube ich das Du hier die enorm dystopisch wirkende Bildsprache und deren verstärkenden Einfluss auf die Brutalität und Gewalt der Handlung unterschätzt. Auf mich wirkte Django früher eher als Endzeitfilm der einfach nur im Gewand eines Westerns bzw. im Setting des Genres daherkommt.


TheDrPepperPower

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Ich glaube ein Remake könnte diesem Film ganz gut tun. Für mich kam die Brutalität nämlich aufgrund der ein wenig billig aussehenden Effekte oft nicht stark genug rüber.


Mr. Pink

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Bewertung7.5Sehenswert

Django. Ein Mann und sein Sarg. Ein unsympathischer, aber auch saucooler Held, staubig und knochentrocken wie die Wüste selbst, durch die er in diesem dreckigen, brutalen Western zieht.

"Es gibt bloß eins, was wichtig ist: Dass man sterben muss."

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can22

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Mehr KULT geht nicht....

+ sau cooler "Anti-Held", der einen Sarg hinter sich her zieht ( wie geil ist das denn bitte ;) )
+ eine hinreißende Schauspielern
+ genialer Soundtrack
+ geniale Dialoge, z.B: Django: "Ich habe gefragt, wie viele Leute du noch hast, du Schwein!"
Jackson: "Vierzig."
Django: "Na, ist doch schön. Dann bring beim nächsten Mal alle vierzig mit. Dann ist das ein Abmachen. Wann ist egal. Ich bin immer hier. Ich warte auf dich."

....nie war der wilde Westen dreckiger und blutiger als in Django, kein anderer ist unterhaltsamer, deswegen absolut ein Lieblingsfilm!!!

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uncut123

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Bewertung7.5Sehenswert

der hatt gesessen...echt geiler streifen!!

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Aldo_Valletti

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Bewertung4.5Uninteressant

Habe es in Voraussicht auf den Tarantino Django es nun endlich Django am Stück gesehen ohne vor langeweile abzuschalten.
Versteht mich nicht falsch der Film ist Kult die Musik ist Kult einzelne Szenen mit viel Pathos gemacht und was sollen eigentlich diese roten Masken. Hier traut man dem Publikum nicht einmal zu zwischen den Parteien zu unterscheiden. Letztlich sind die Schauspieler mittelmäßig bis schlecht und er zieht sich doch teilweise sehr. Als Trash-Film betrachtet würde ich ihm eine bessere Note geben, doch dafür wurde er zu aufwendig produziert.

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Aldo_Valletti

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Zum Nero oder Tarantinos? Ich sehe Trailer höchstens nach dem Film an.


matze-pu

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Ich hab den Trailer zu Tarantinos Film gesehen und fands erschreckend langweilig.


Andy Dufresne

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Bewertung9.5Herausragend

Dreckig, dreckiger, Django!
Zeitlos, zeitloser, Django!

Im wahrsten Sinne des Wortes, ein dreckiger, zeitloser Film.
Dreckig in der Optik, dreckig in der Moral, dreckig in der Atmosphäre.
Sauber allerdings in seiner Ausführung, in der Leistung der Schauspieler und natürlich in seiner Wichtigkeit und Bedeutung für alle dreckigen Western die nach ihm kamen und sich auf ihn beziehen.

Zeitlos in all den genannten Punkten.

Vom Einfluss her der Bob Dylan des dreckigen/kritischen Westerns/Actionfilms.
Für mich vergleichbar mit Die Hard.
Bruce Willis und Franco Nero, Die Hard und Django:
Das sind die Originale, tausend mal kopiert, nie erreicht.

Django, der Namensgeber für Jango Fett,
Django, einer der Hauptideengeber von Tarantino,
Django, einer der Gründungsväter des modernen Actionfilms.
Django, ein Mythos und eine Überlegende.
Django, eingegangen in die Filmgeschichte, die Popkultur und nicht zuletzt in mein Filmliebhaber-Herz.

Von der Wucht her hat nur noch ein anderes,
dreckiges Gesamtkunstwerk aus dem Jahr 1966 eine ähnliche Durchschlagskraft entwickelt: Mike Tyson.

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Poor Boy

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Ich hab gerade mal bei amazon nachgesehen,der ist ab 18 ungeschnitten.Das macht die Sache sympatisch,lach.


Andy Dufresne

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