Django Unchained - Kritik

US 2012 Laufzeit 165 Minuten, FSK 16, Drama, Western, Actionfilm, Kinostart 17.01.2013

Setze Django Unchained auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!

Was moviepilot noch bietet: Mach die TOUR.
Melde dich an!

Setze Django Unchained auf die Merkliste und wir sorgen dafür, dass du keine News zum Film mehr verpasst!
Auf Merkliste

Kritiken (47) — Film: Django Unchained

sebastian.hallmann.77: Review-Corner.de sebastian.hallmann.77: Review-Corner.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]“Django Unchained” ist eine unterhaltsame Hommage an so ziemlich jeden Westernfilm, den ich kenne. Brilliant besetzt und auf die typische Art und Weise Tarantinos erzählt, ist er absolut ansehbar. Von einem Meisterwerk ist er, wie für mich jeder Film des guten Mannes, aber doch weit entfernt, denn mitunter ist seine Erzählweise doch ermüdend (was ich jetzt aber nicht ausschließlich auf diesen Titel beziehe) und die Slapstik-Elemente, seine Sinnlos-Dialoge wie auch die hier mehr als überzogene Gewaltdarstellung hätten in meinen Augen nicht sein müssen.[...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

ChristiansFoyer: Cellurizon.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...]High noon, alle raus aus dem Saloon, Tarantino hat einen Western gedreht! Einen Spaghetti Western! Oder eher einen Spaghetti Southern! Oder noch eher: einen Tarantino-Film.[...]Und obwohl (oder weil?) Tarantino sich weitenteils an den Grundformalien des Westerns ausrichtet und dabei natürlich wieder eine Unmenge an bemerkenswerten Szenen und Dialogen herausspringt, er ungewohnt geradeaus erzählt, die Schießeisen rauchen und die Pferde galoppieren lässt… er nailed das Ding diesmal einfach nicht. Da hat sich etwas verselbständigt zwischen hier und „Inglourious Basterds“, oder, keine Ahnung, vielleicht auch schon lange vorher: „Django Unchained“ ist wie eine Aufführung von Tarantino-Figuren, die (ob sich ihrer selbst bewusst oder nicht) einen Tarantino-Film nachspielen, voll in Kostüm und Maske. Welch eine idiosynkratische Paraphrase! Tarantino zusehen, wie er Tarantino beim Inszenieren eines Western inszeniert. Irgendwie lässig. Irgendwie reizvoll. Irgendwie… nichts. Klingt komisch oder unsinnig? Mag sein. Ist aber genau so. Wie gewohnt gibt es einige Szenen in „Django Unchained“ nur, weil Tarantino sie cool findet und ihm, ganz Fanboy, wahrscheinlich der Hosenknopf aufspringt, während er sie dreht. Wie zum Beispiel der Cameo-Auftritt des Original-Django Franco Nero. »‘jango. The ‘D’ is silent« »I know.« Ist Tarantinos Spaghetti Western, pardon, Southern also nicht mehr, als das 160minütige Manifest der Aufgabe vor dem eigenen Kult?[...]

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

Vic Mackey

Antwort löschen

Ich hab nie einen Kommentar zu "Django" geschrieben, da ich nie wirklich ausdrücken konnte, was mich am Film stört. Du hast es voll getroffen, toller Kommentar.


ChristiansFoyer

Antwort löschen

Freut mich und danke ;)


Hitmanski: It's just a film, Reihe Sie...

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Am Ende brennt alles nieder. Wieder einmal. Nachdem im finalen Inferno der INGLOURIOUS BASTERDS die Hitler-Entourage verheizt wurde, darf in Tarantinos neustem Streich nun die Sklavenhaltermentalität der Südstaaten von den Flammen vernichtet werden. Der Brand als Reinigungsprozess. Diese Schlusseinstellungen, das Ergebnis eines abgeschlossenen Reifungsprozesses als Regisseur? Wohl kaum.

Quentin Tarantino scheint im Alter Gefallen an diesen großen Gesten, am Vertrauen auf die Kraft des Kinos und die Beschwörung dieser "alles ist möglich"-Mentalität gefunden haben, aber hinter jenen ikonischen Einstellungen fällt es schwer, etwas über den bloßen Selbstzweck hinaus zu finden. DJANGO UNCHAINED ist natürlich weniger schwarze Emanzipationsphantasie, als schlicht ein launig verfilmter Groschenroman aus der Feder von Mister PulpFiction geworden, der mit dem Label einstiger Genrehelden hausieren geht. Niemand scheint sich dessen mehr bewusst zu sein, als Tarantino selbst, der den Tonfall seines Werks munter zwischen Albernheit und Zynismus hin und her schwanken lässt, und es im letzten Drittel überdeutlich als exploitationhafte Vendetta zu erkennen gibt. Wieder einmal.

Der neu interpretierte DJANGO bietet bei alledem ein paar Kabinettstückchen, die alleine das Ansehen rechtfertigen; aber er kämpft wie so oft auch gegen die ihm immanente Bedeutungslosigkeit an: Ein weiterer Flickenteppich der Filmgeschichte; ein Western aus postmoderner Perspektive von einem Regisseur, der seit über zwei Jahrzehnten Western-Elemente und Kino-Historie zusammenklöppelt. Stillstand auf hohem Niveau, wieder einmal.

21 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten

der cineast

Antwort löschen

Bemerkenswert: DJANGO UNCHAINED hat weniger mit einem (Italo)-Western zu tun, als jeder seiner anderen Filme.


SamRamJam

Antwort löschen

@cineast: das ist doch quatsch. Klar, bei KillBill klang die Liebe zum Western immer mal wieder durch (was sicher aber auch an der engen Verflechtung von Western und Eastern liegt) und bei IB hat er sich noch weiter ausgetobt. Aber selbstverständlich ist Django nichts weiter als die reinste Konservenbüchse vergangener Western. Anderes zu behaupten gipfelt doch schon Richtung: Der ist so auffällig ein Western das er irgendetwas anderes sein muss

@hit: super getroffen :D


Beeblebrox: dasfilmfeuilleton.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Dieser Kraftakt steht am Ende einer größtenteils linear erzählten Geschichte – ebenfalls fast ein Novum für Quentin Tarantino. Bisher zeichnete sich der Aufbau seiner Filme als kreative Konstruktion verschiedener Episoden beziehungsweise Szenerien aus. 'Inglourious Basterds' bestand beispielsweise nur aus fünf großen Akten, die alle ihre eigene Atmosphäre entwickelten. 'Django Unchained' eröffnet die mannigfaltigen Möglichkeiten des ortsgebundenen Szenarios erst mit der Ankunft in Candyland. Wo zuvor gelegentlich die Stringenz fehlte und die vielen glorreichen Momente teilweise an Stückwerk krankten, zieht Quentin Tarantino spätestens in diesem letzten Kapitel sämtliche Register seines Könnens. Im einfallsreichen, packenden und unterhaltsamen Dialogfeuerwerk läuft das Ensemble zu ungeahnten Höchstformen auf und eine brillante Pointe jagt die nächste. Am Ende hat Quentin Tarantino also nicht nur einen referenziellen Italo-Western gedreht, sondern die universale Kinomagie mit einfallsreichen Mitteln auf Zelluloid gebannt und – ganz zu schweigen von übrigen Raffinessen – seine erste mitreißende Liebesgeschichte erzählt.

Kritik im Original 14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

vannorden

Antwort löschen

Ihr nehmt doch Drogen. Nirgends ein Wort von To. Ihr und eure Phantasiewelten :P


Beeblebrox

Antwort löschen

Alles, was ich schreibe, ist ehrlich. Zumindest meistens. Aber im Fall von Tarantino immer. Vielleicht ist es ein Missverständnis, dass der obige Text unparteiisch sein soll – immerhin geht es mir darum, meine Begeisterung für den Film in Worte zu fassen. In diesem Sinne nehme ich dein „poetisch“ als Kompliment auf und versichere dir gleichzeitig, dass ich – zumindest imho – ebenso in der Lage bin, Werke wie Once Upon A Time In The West derartig zu beschrieben, wie man sogar an dieser Stelle (http://www.moviepilot.de/news/7-openings-die-matthias-in-filme-katapultieren-118898) nachlesen kann:
„Nervenaufreibende Anspannung am Eisenbahngleis – Ein fast verlassener Eisenbahnhof wird von tödlicher Stille dominiert. Jede Regung und Bewegung sorgt für Aufmerksamkeit. Genau in dem Moment, als drei bewaffnete Männer mit langen Mänteln die knarzenden Bretter am Bahngleis betreten, bleibt selbst das unscheinbare Summen einer Fliege nicht unbemerkt und sorgt für langsam aufkommende Schweißperlen auf den Gesichtern der Anwesenden. Ein Zug durchbricht die angespannte Atmosphäre und nachdem die eiserne Dampflokomotive schnaubend im monotonen Staub der Prärie verschwindet, ist von der anderen Seite des Gleises der zitternde Klang einer Mundharmonika zu hören. Wenig später greift das ganze Orchester das Main Theme von Ennio Morricone auf und zum Höhepunkt fallen Schüsse wie Peitschenhiebe, bis am Ende nur noch das Knarzen eines drehenden Rades im wehenden Wind für unangenehme Stimmung sorgt: Spiel mir das Lied vom Tod.“


Hisayasu S: DAS MANIFEST.COM

Kommentar löschen
4.5Uninteressant

You can't take the Tarantino out of Quentin - und der zeigt sich hier mal wieder von seiner geekig-unangenehmsten Seite: Mindestens 100min zu lang, Waltz nervt schon nach 10, meine Oma bewegt sich weitaus schneller von der Stelle als der maximal aufgepumpte Minimalplot und die Actionszenen mit ihren kindischen Rumgespritze kommen rüber wie diese Pro 7-Filmveralberungen. Und wie wichtig sich der Film nimmt bzw. wie QT hier krampfhaft versucht vor allem im letzten Drittel einen neuen schwarzen Mythos aufzubauen ist schlichtweg zum unterm Tisch schämen.

Positiv: Sehr gute, aber total verschenkte Besetzung. DiCaprio so entspannt wie nie, bester Jackson-Auftritt der letzten 20 Jahre, Goggins so Redneck wie immer (kann er halt), Johnson ebenfalls erfreulich etc. etc. und etc. - alles umsonst, denn das schlappe, unfokusierte, zerfaserte, total gestelzte Drehbuch lässt sie die meiste Zeit schmählich im Stich. Da QT auch auf Regie-Ebene kaum was einfällt, entsteht stellenweise der Eindruck (vor allem bei der Endlos-Schwafel-Orgie auf dem Candyland-Anwesen) man guckt Schauspielern bei den Proben zu.

Das mit Tarantino wird langsam aber sicher ne regelrechte hit-and-miss-Angelegenheit: Im Prinzip müsste der Nächste ja wieder total geil werden.

P.S.: Die "Nigger"-Diskussion ist total überflüssig: DER Film hat 1000 andere Probleme.

14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

MurmelTV

Antwort löschen

Gerade die "Endlos-Schwafel-Orgie auf dem Candyland-Anwesen" ist dank DiCaprio doch so grandios. Immerhin liefert er hier die beste Leistung seiner Karriere ab!
Kann die Kritik aber durchaus nachvollziehen, abgesehen vom Waltz, den ich mal wieder großartig fand in der Kutsche mit dem Wackelzahn. Viel Witz hat der Film jawohl, das musste ihm doch wenigstens lassen, wenn dir der Rest schon nicht gefällt! ;D


Oekolampad

Antwort löschen

Waltz ist der Einzige, der diesen Film sehenswert macht...


Dr. Borstel

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Tarantino bricht alle Konventionen, bloß nicht die selbstgesetzten. Spielt es eine Rolle? Womöglich nicht. Django Unchained ist ein durch und durch (gewollt) cooler Streifen, ohne die Frische und Genialität eines Pulp Fiction, aber dafür mit ausnehmend guter Unterhaltung und dem wahrscheinlich einzigen legitimen Einsatz von Rap-Musik in der Geschichte des Westerns.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir 1 Antworten

jTscherb

Antwort löschen

Schließlich ist es ja ganz egal, was QT macht, es ist immer geil!(Auch wenn es denn Müll ist)


CINEMAN.ch

Kommentar löschen
10.0Lieblingsfilm

"Django Unchained" war kaum in den US-Kinos angelaufen, da lief die Skandalmaschine schon heiß. Angefeuert hatte sie nicht zuletzt Spike Lee, der befand: Die traumatische Erfahrung der Sklaverei tauge nicht zum Spaghetti-Western. In der Tat ist es so, dass Tarantino von der Sklaverei erzählt und sich dabei einmal mehr vor den B-Movies der Vergangenheit verneigt. Das zeigt schon der Titel, der auf Sergio Corbuccis "Django" aus dem Jahre 1965 anspielt. Inhaltlich allerdings geht Tarantino eigene Wege.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Mr.Vengeance: Lost In Imagination

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Auch ein eher schlechter Tarantino ist noch ein brauchbarer Film. Aber da hat der gute Mann schon so viele bessere Filme gedreht. Eine Variation der Variation der Variation. Es regnet nicht nur genre- sondern auch tarantinotypische Versatzstücke aus Gesten, Songs, Kamerafahrten und Figuren. Und trotz der guten Leistung von Waltz weiß man gleichzeitig: ein viertes Mal funktioniert das nicht. Nicht frei von Schwächen und Längen - aber dennoch ein guter Film. Eher Reservoir Dogs und Death Proof als Kill Bill, Inglourious Basterds und Jackie Brown. Aber vielleicht hat sich Tarantino auch einfach gefunden und DJANGO ist der Film, wie er Filme drehen kann und will.

5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

kobbi88: Die Drei Muscheln

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

"It's a German story. There's always a mountain."
.
Tja, das war er nun, der lang erwartete Spaghetti-Western von Quentin Tarantino. Einem meiner Lieblingsregisseure. Aber war es jetzt das Meisterwerk, was wir alle erwartet haben, was ich erwartet habe? Nunja, das sicher nicht. Für mich zählt er auch eher zu den schlechteren Filmen von QT. Zumindest nach zweimaligem schauen (einmal auf Deutsch, einmal auf Englisch). Aber das ist natürlich auch nicht besonders schwer, bedenkt man doch, dass Tarantino so viele überragende Filme gemacht hat und noch keine richtige Pflaume dabei war (sogar Death Proof ist in seiner originalen Grindhouse-Version noch sehenswert).
Okay, aber hier soll es nun um Django Unchained gehen. Also der Reihe nach, als erstes zu den Schauspielern.
Jamie Foxx, den ich eigentlich nicht besonders mag, macht seine Sache eigentlich ganz gut. Cool isser zumindest.
Leonardo DiCaprio, den ich im Gegensatz zu Foxx wirklich sehr mag, spielt schon deutlich besser. Herrlich überdreht.
Bei Christoph Waltz kann man meiner Meinung nach nicht von einer guten schauspielerischen Leistung sprechen, da er einfach nicht schauspielern musste. Der Typ hat sich nicht verstellen müssen. Er hat einfach ganz normal seine Zeilen aufsagen müssen und sich dabei so verhalten wie immer. Wenn einem der Charakter also gefällt, dann ist es hier also wie ich finde die hervorragend geschriebene Rolle von Tarantino, nicht aber unbedingt das gute Spiel von Waltz. Also, sein Charakter war trotzdem hervorragend. Aber es ist auf keinen Fall eine oscarwürdige Schauspielleistung. Es war keine Schauspielerei. Es war Waltz, wie ich glaube, dass er auch privat ist.
Kerry Washingtons Charakter war mir etwas zu blass. Hübsches Beiwerk, mehr nicht.
Aber einer übertrifft alle, und das ist Samuel L. Jackson. Er bringt alle Facetten überragend rüber. Egal ob nun etwas verwirrt-trottelig, hasserfüllt, nach Macht strebend, bösartig, lustig. Alles bringt er mit einer Natürlichkeit rüber, unterstützt durch hervorragende Körpersprache, dass ich für IHN einen Oscar fordere. Nicht für Waltz.
Natürlich sah man auch hier wieder Gesichter, die man aus dem Universum von QT kennt. Tom Savini, Michael Parks, Michael Bowen und Zoe Bell. Und auch der Regisseur selbst hat einen bombigen Kurzauftritt
.
Die Story, das Drehbuch, die Charaktertiefe: einfach hervorragend. Tarantino schreibt hier so viele kleine Details hinein, erweckt diese Welt zum Leben. Dazu kommt die zu Kunst erhöhte, übertriebene und groteske Gewalt. Blut, Gliedmaßen, Fleisch spritzt, verstümmelte Leiber fliegen durch die Luft. Allerdings hat er noch viel mehr Gewaltformen parat, unter anderem den absolut brutalen, weil extrem realistischen Sklavenkampf und verschiedene Formen psychischer Gewalt. Allerdings finde ich, dass man als Zuseher durchaus in der Lage ist, die Gewalt im Film von der Realität zu unterscheiden (und das ist auch gleichzeitig mein Statement zur Diskussion um die Gewalt in Tarantino-Filmen). Dies alles kombiniert mit einem Spiel aus Licht und Schatten, Zeitlupen und einem tollen Score. Und natürlich sind da noch die Dialoge. Allein schon die Szene mit dem Ku-Klux-Klan… mit Abstand der lustigste Tarantino.
.
ABER
Eben dieser Humor ist es auch, der dem Film phasenweise zum Verhängnis wird. Manchmal überschreitet Tarantino die Grenze, wann es genug mit Humor ist. Da kann er sich wohl selbst nicht mehr zurückhalten, findet einfach nicht die Notbremse.
Ähnlich verhält es sich mit der Gewalt. Auch hier gibt es Stellen, da ist es einfach nicht mehr schön anzusehen, einfach über den Punkt.
Spannung ist eigentlich gar keine vorhanden. Man weiß von vornherein, wie es ausgehen wird. Was Tarantino aber erfolgreich schafft: Der Weg dorthin, die kleinen Details, die sind nahezu unvorhersehbar, was den Film, wenn schon nicht spannend, zumindest abwechslungsreich macht.
Naja, und als letzter Kritikpunkt: Die letzte gute halbe Stunde kann auch in Punkto Unterhaltung nicht mehr mit dem ersten Teil mithalten.
Und auch beim Erzählen von tollen Geschichten, eigentlich eine seiner Stärken, zeigt Tarantino erstaunlich wenig Kreativität.
.
Auch wenn diese Kritikpunkte "Django Unchained" für mich zu einem der "schlechteren" Filme, oder ich sollte besser sagen nicht ganz so ausgezeichneten Filme macht, so bleibt dennoch ein wirklich starker Film, der im O-Ton noch mal deutlich besser wirkt als im Deutschen (habe beide Versionen gesehen), mit Sicherheit so viele Lacher hervorbringt, wie kein anderer Tarantino-Film zuvor, aber leider auch nicht an Pulp Fiction, Reservoir Dogs und den „Halb-Western“ Inglourious Basterds herankommt.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 6 Antworten

Eponine07

Antwort löschen

Der Punkt über Christoph Waltz gefällt mir! Finde du hast damit absolut recht!


kobbi88

Antwort löschen

Dankeschön. Ja, allein, wie er sich in Interviews immer gibt, dann erkenne ich keinen Unterschied zu seinem Spiel hier. :) Vielleicht spielt er natürlich auch sonst in der Öffentlichkeit eine Rolle, dann ist es natürlich schon toll ;)


Timo K.: Blockbuster Entertainment

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Zuerst die Namen. Gigantisch werden sie über die gesamte Breite des Bildes gezogen. Quentin Tarantino. Jamie Foxx. Christoph Waltz. Leonardo DiCaprio. Samuel L. Jackson. Sie wirken wie die Riesenpflanzen, die aus dem Boden geschossen kommen und vollständig ausgewachsen sind. Wir sehen diese Namen, können nicht wegschauen, wir werden gezwungen sie zu sehen, weil vom Restbild nichts mehr übrig bleibt, das es zusätzlich zu sehen gibt, so erhaben, so überzeichnet schmiegt es sich der dahintreibenden Landschaft im Hintergrund an. Nicht die Landschaft verschluckt. Die Schrift schluckt die Landschaft.

Das kreischende Django-Theme glorifiziert unterdessen den Einstiegsmoment eines Liebhabers, der bereits mit Hilfe der Schriftzüge seine Liebe zum Kino und dessen heroische Draufgänger und schillernde Champions kinematografisch bekundet, und der auch in "Django Unchained" zum zweiten Mal innbrünstig von der gefährlichen Dimension der Liebe erzählt. Seine Adjutanten, seine Helfershelfer, diese überdimensionierten Namen, wirken wie Götter, die sich im Western zufällig verirrt haben. Und wir werden diesen Göttern folgen. Und notfalls mit ihnen quatschen.

In "Django Unchained" geht es fortwährend viel um Liebe. Nach "Jackie Brown", Tarantinos wahrhaftigem Liebesgedicht an Pam Grier und dem schwarzen weiblichen Kino, schreibt er nun in "Django Unchained" ein wahrhaftiges Liebesgedicht an Django, dem kultigen Kopfgeldjäger, füllt aber auch die Adresszeile des Briefempfängers auf: Die schwarze Bevölkerung per se ist um einen Brief gefragt, der nur aus Liebe besteht. Wie ähnlich sich "Jackie Brown" und "Django Unchained" nicht nur von der Hautfarbe, sondern vielmehr aufgrund der Eigentümlichkeit einer elegischen Liebeserklärung sind, reflektiert Tarantino bereits in der Einführung des jeweiligen titelgebenden Antihelden, indem er sie formal spiegelt.

Sowohl Pam Grier als auch Jamie Foxx werden in langsamen Schwenks von der Seite gezeigt, wohingegen die Zeit an ihnen vorbei zu schwimmen scheint. Grier auf Rolltreppen, Foxx gefesselt, beide sehen müde aus, innerlich ausgemergelt, und beiden eröffnet sich eine Existenzperspektive eines besseren, erfüllenden Lebens. Beide sind jedoch moralisch zweideutig zu lesen, weil sie, um ihr Ziel zu erreichen, eben moralisch differenzierter handeln müssen, damit eine innerfilmische Liebesbeziehung zustande kommt, die schlussendlich ihre Erfüllung in der (eskapistischen) Flucht mit der Liebe im Herzen findet, wenn der Film endet: Grier im Auto, lächelnd; Foxx auf dem Pferd, glücklich. Herausgekommen ist Tarantinos zweiter afroamerikanischster Liebesbeweis an das schwarze männliche Kino, märchenhafte, lediglich semipolitische (im Grunde gleicht die angerissene Sklavenkritik mehr einem MacGuffin), nur bedingt westernspezifische Poesie über Menschen von der Sorte, dass der gewinnt, der zunächst alles verloren glaubte.

"Django Unchained" schließt überdies an die visuelle Erdung "Jackie Browns" an. Die stilistische Ausnahme im letztgenannten Film dürfte die dreifach getaktete Shopping-Sequenz sein. "Django Unchained" wiederum bricht mit der überkochenden, orgiastischen Ausdrucksenergie eines Quentin Tarantino dort, wo er an einer Stelle eine anachronistische Texttafel einblendet, die über das weitere Geschehen aufklärt. Sonst mäandert der Film innerhalb eines abgesteckten dramaturgischen Rahmens durchaus subtil in der naturalistischen Bilderstürmerei des Westerns (Lagerfeuer und unzählige Bergketten gehören dazu).

Vorrangig durch wabernde Blutsäfte sowie spritzende Blutstreifen (das grotesk rot gestrichene Zimmer), Schnee, donnernden Rock und ironische Trotteleien widerspricht der Film trotzdem dem Topoi einer genreimmanenten Zweierfreundschaft wenn nicht äußerlich vollständig, so doch teilweise. Das Schöne daran ist, dass es Tarantino wieder schafft, über bloße postmoderne Eierschaukelei, über den bloßen unabänderlichen Eindruck des Moments, hinaus zu gelangen, hin zu einer Ebene, die das für sich allein stehende Abfertigen von Seheindrücken und cinephilen Erfahrungen einen singulären Formwillen in einem eigenen tobenden, ungestümen Universum generiert, der nahezu einmalig alles mit allem mehrdeutig collagiert.

Zu bedenken wäre allein schon diese assoziative Intertextualität! Irgendwann tuckern die Kutsche und ihr Gespann den Weg entlang. Hip-Hop verfremdet die Situation. Ausgerechnet Hip-Hop, das keinen Bezug herstellen mag und jenem Selbstzweck untergeschoben scheint, den eigenen unorthodoxen Musikgeschmack zu bestätigen und letztlich abzufeiern. Doch wo es im Hip-Hop, im Rap neben sozialkritischen Inhalten auch um das Thema der Straße geht, um ihre tödliche Beschaffenheit und deren Gefahr, immer wieder zu ebendieser zurückzukehren, ergibt es Sinn, dass die Kutsche und ihr Gespann auf dem Weg, auf der Straße vor allem, einer Musik entgegenfahren, die meist von (amerikanischen) Künstlern interpretiert wird, deren oberflächliche, ausgestellte Merkmale wie ihr Gold- oder Silberschmuck und schnelle Autos gern als Maskerade forciert werden – in diesem Film ist es dann die Kutsche, die sich völlig unbefangen und sehr, sehr stolz zum Zeigeobjekt eigener Schaumschlägerei in den Weiten des Raums affirmativ darstellt. Mustergültig codiert.

Als wäre das nicht genug, jongliert Tarantino gewohnt mit den Qualitäten mythologischer Versatzstücke (nordische Erzählungen, der Walkürenritt), putzigen Kurzauftritten (Tarantino, Franco Nero) und teutonischer Spitzbübigkeit (zwischen Deutschland und dem Nachbarn Österreich), die er oft karikiert und in den Dienst stellt, nicht vordergründig aus der Popkultur zu schöpfen, sondern ebenso die Kulturgeschichte zu plündern, um dahin zu gelangen, eine der Trivialität enthobene Verweissprache zeitlich auszuweiten, die selbstständig und ohne Hilfe die eindrücklichen Bilder erschafft: Der wackelnde Zahn etwa. Django (Foxx) setzt sich in einer anderen Szene vor der Explosion die Sonnenbrille auf oder ist dann wieder kurz davor, eine Träne zu verdrücken. Wir wissen, das ist cool oder traurig, aber es ist auch eine ganz besondere persönliche Ästhetik, ein postmoderner Heldenmythos, aus dem thematisch Zusammengesetzten davor.

Obgleich "Django Unchained" erzählerisch einem Novum ähnelt – Tarantino erzählt auf seine unkonventionelle Weise in gleichmäßigen chronologischen Schritten –, ist nicht zuletzt die Ablöse Sally Menkes im Schnitt verantwortlich, dass Tarantino genauso in der Zeit voranspringt, wie er dies seit "Reservoir Dogs" zu tun gedenkt: Der Schnitt Fred Askins wirkt unsauber, holprig und ist kaum am eleganten Übergang zweier Einstellungen interessiert. Er wirkt ruppig und rabiat, aber auch dem grimmigen Westernsujet angemessen. Etwas Authentisches und Reines hat das, und es ist schwer zu leugnen, dass der sprunghafte Schnitt wieder einmal die an und für sich stringente Geschichte in viele kleinere und größere, wichtigere und unwichtigere Einzelsegmente zersplittert, in raffinierte Kurzgeschichten und dem Sinn der nächstfolgenden Situation entgegenlaufende Abschweifungen (der Kapuzengag), was in aller Konsequenz schließlich dem Showdown eine zerstörerische Kraft verleiht, die nach dem eigentlichen Höhepunkt einen weiteren und noch einen weiteren blindlings anhängt.

Dort werden die Erzählbrüche wahrscheinlich am deutlichsten. Der minutiöse Szenenaufbau vom debattierenden Dialog (beim "Totenschädel-Dinner"), der durch sein psychologisches Gewicht vor latenter Anspannung nahezu explodiert, zum kaltschnäuzigen Dialog, dessen Wörter diesmal aus Waffen abgefeuert werden, erinnert bewusst an die Kneipenszene oder die breitgetretene Kinosequenz aus "Inglourious Basterds" und an so viele markante Tarantino-Situationen aus den unterschiedlichsten Filmen, dass das in drei Akte eingeteilte Antiklimax-Finale in "Django Unchained" keine Drehbuchschwäche bedeutet, sondern mit Hilfe des Schnitts eine Zerfaserung und Zerdehnung ins Unendliche erfährt, die sich, entgegen aller Tarantino-Vorgängerwerke, noch einmal steigert und fast in die Abstraktion kippt.

Infolge der Besetzung hat Tarantino insbesondere mit dem hemmungslos chargierenden, gegen den Strich gecasteten Leonardo DiCaprio einen Coup gelandet. Denn dieser Leonardo DiCaprio schmückt als einziger den Kontrast eines süffisanten Bösewichts, der kein Bösewicht ist – er heißt "Candie" und ist immer süß und sauer, aber nie tödlich scharf. Er ist ein Plantagenbesitzer, versinkt jedoch mit jeder weiteren Minute in eine bockige Haltung, die einem Kleinkind zugemutet wird, das angesichts eines verlorenen Schnullers die Tränen wasserfallartig fließen lässt. Dieser Candie braucht nicht bedrohlich zu sein, um bedrohlich zu handeln; er braucht nur bedrohlich zu gucken, um zu wissen, dass sich dahinter nur ein verkniffener Ausdruck von gezwungener Autorität verbirgt. Dazu passt es auch, dass die angesteckte Blume, ausgerechnet etwas Süßes und Unschuldiges, seinen Abgang besiegelt.

Tarantino komplettiert seinen Film mit einem sardonischen Christoph Waltz, der der Prestigerolle Hans Landas Facetten hinzufügt, die aus einem quirligen Quatschkopf einen kultivierten Kunstversteher in der Prärie machen, ohne diesmal allzu dick aufzutragen, wohingegen Jamie Foxx einen melancholisch-passiven Django verkörpert, der sich seine Coolness erst Stück für Stück erarbeiten muss. Zusammen mit einem (wirklich!) bedrohlichen Samuel L. Jackson in einer furiosen Paraderolle wurde im Kino lange nicht mehr so realistisch und kinetisch gestorben und erschossen. Es scheint, als ob sich Tarantino jedes Mal neu entdeckt und die postmoderne Kinotranszendenz für sich gepachtet hat. Das ist der Unterschied, und das ist Magie, die mit sich selbst und dem Zuschauer euphorisch tanzt.

24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 5 Antworten

Eins Zwo Drei

Antwort löschen

ein begriff der kritikern fremd sein sollte


Eins Zwo Drei

Antwort löschen

nichts desto trotz wunderbar geschrieben!


Movienerd: Movienerd.de Movienerd: Movienerd.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Dass der Film dabei dennoch über weite Strecken großartig unterhält ist Tarantinos Liebe zu seinen Charakteren, den Schauspielern, die diese zum Leben bringen, seinen großen Bildern und seiner Montage zu verdanken. Mühelos variiert er die Genres, pendelt zwischen schwarzer Komödie, typischer Western Ikonografie und trashigem Blaxploitationkino. Sein gewohnt stilsicher kombinierter Musikcocktail tut sein Übriges. Da verzeiht man dann auch, wenn sich gerade zum Ende nach dem als eigentlich ausgemachten Finale das richtige noch etwas hinauszögert, bis es schließlich von einer Musiknummer nach der nächsten begleitend ausgeführt wird.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Patrick Wurster: www.indiskretion-ehrensache...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Die Doppeldeutigkeiten fangen bereits beim nach Sergio Corbuccis Italo-Western benannten Titelhelden an und der Blaxploitation-Klassiker schlechthin steht genauso namentlich Pate wie Bürgerrechtler Martin Luther King und die Nibelungensage. Während der 165 Minuten entwickelt sich eine auffallend linear erzählte Story um den schwarzen Siegfried, die Quentin Tarantino mit kultigen Charakteren, grandiosen Dialogen, Ennio-Morricone-Kompositionen auf HipHop-Beats, zwei furiosen Showdowns und der für ihn typischen Rachefantasie vergilt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Julio Sacchi: Das Manifest

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Mit Italowestern hat das alles entgegen landlaeufiger Meinung absolut nichts zu tun - und wenn, dann eher mit Ulknudeln wie "Beichtet Freunde, Halleluja kommt" als mit Django. Eine ausgesprochen alberne Komoedie ist das geworden - Tiefpunkt die quaelend lange Ku Klux Klan-Szene - in der Waltz' dauerironischer Tonfall in seinen Monologen alsbald anzustrengen beginnt. Der froehliche Schwank wurde von Tarantino erstaunlich uninspiriert, mitunter sogar richtiggehend langweilig in Szene gesetzt und erfreut als Nummernrevue mal mehr und mal weniger. Di Caprio ist grossartig, Jackson war nie besser, aber trotz vergnueglicher Momente verhaelt es sich alles wie mit den Cameos: Manche inspiriert (Dern, Parks), manche erwartbar (Nero), manche ueberfluessig (Savini, Jonah Hill, Zoe Bell). Nach langen drei Stunden mit viel, viel Gesabbel bleibt die Frage: Was solls?

Der kluge Weisse schult den dummen Bimbo: Die Schwarzen machen in diesem Film vor allem grosse Augen, ausser Foxx und Jackson müssen alle fein die Schnauze halten.

18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten

Le Samourai

Antwort löschen

Na dann scheinst du ebenfalls nicht das Geringste begriffen zu haben...


Fazit:

Antwort löschen

Ich will das Detail nennen. Es geht um die "Löcher in meiner Kaputze" Szene. Nicht um den Szenenplot als ganzes.

Sei es drumm...für mich ist das viel zu durchschaubar und langweilig...man erwartet es und bekommt es...

Linear hast das Zauberwort...

Für Tarantino einmal ein Fremdwort...


Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

[...] Bei seiner mittlerweile achten Regiearbeit legt Tarantino mit Django Unchained ein gleichermaßen überzeugendes Werk vor, das wie gewohnt gespickt ist mit allerlei Reminiszenzen in Wort, Bild und Ton. Ich werde mich hüten, mir anzumaßen, auch nur die Hälfte der Anspielungen bemerkt und angemessen gewürdigt zu haben, doch funktionieren seine Filme ja Gott sei Dank stets nicht nur auf der Meta-Ebene, sondern wissen auch inszenatorisch zu überzeugen. Im Grunde ist sein neuestes Werk eine weitere Variation des Rache-Themas, das es ihm in den vergangenen Jahren merklich angetan hat, doch findet er dennoch wieder einmal einen eigenen Stil und ihm Redundanz vorzuwerfen würde an Polemik grenzen, auch wenn es mir gleichermaßen fern liegt, den Herrn in den Himmel zu loben, wie mancher Fanboy es ein ums andere Mal gerne tut. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Unglaublicher, auf mehreren Ebenen unterhaltsamer, Derwisch von Film. Gewiss als Kommentar, bzw. Statement zur Skalverei etwas arg zusammenkonzipiert, aber mal ehrlich, was soll's? "Django Unchained" läuft wie eine gute geölte Dampflok, vermischt effektiv und erinnerungswürdig Stile, Fakten und Fiktion und macht einfach nur Spaß. Zugegeben, die Entertainment-Lok gerät in den letzten 20-30 Minuten schon etwas ins stocken, im Gesamtbild ist das aber nur ein kleiner weißer Bereich, auf einer blutbeschmierten Weste.

38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

dustyOn3

Antwort löschen

Sehr schön auf den Punkt gebracht.


Kill_Diether

Antwort löschen

Ja genau so. Kerry Washington aka Broomhilda und das Ende, da lässt die Lock Dampf ab.


Andreas Stadler: http://darkagent.blogsit.net

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Alles in allem ist “Django Unchained” ein extrem gelungener Film und eine unbedingte Empfehlung für alle Freunde der guten alten Western Filme.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Eins Zwo Drei

Antwort löschen

Aboslutes Nein, Fan für alte Western Filme? Ich bitte dich!


Mr.Film: City of Cinema

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Über 3 Jährchen ist es schon wieder her, das Tarantino uns mit einem seiner Werke erfreut hat. "Inglourious Basterds" war es damals, 2009. "I think this just might be my Masterpiece", hat Lt. Aldo Raine dort mal gesagt und auch wenn er damit nicht direkt den Film an sich angesprochen hat, so muss ich zugeben, dass der Film ein Erlebniss war, wie man es von Tarantino gewohnt ist. Meine Lieblinge, die noch weiter vorne stehen, sind aber "Kill Bill" und "Reservoir Dogs". Kann sich jetzt, 2013, "Django Unchained" vielleicht an den beiden vorbeischlängeln?

Ich meine, die Sterne standen gut dafür. Der Western wuchs mir sowieso immer mehr ans Herz, der Cast quillte über von tollen Menschen und auch sonst sah das alles verdammt schick aus. Und dann war es auch endlich soweit, der Film lief und bereits nach wenigen Sekunden wurden Django (Jamie Foxx) und Dr. King Schultz (Christoph Waltz) vereint. Dann die ersten Worte, mitunter von Waltz. "Überragend!". Das war der erste Gedanke den ich (mal wieder) zu diesem Herren hatte. Und diese Meinung änderte sich (mal wieder) kein einziges Mal. Wenn die Welt gerecht zugehen würde, würde er dieses Jahr noch einen Oscar als bester Nebendarsteller bekommen. Gespannt war ich außerdem auch auf Leonardo DiCaprios Auftritt. Leider muss man knapp 1 Stunde auf den Herren warten, aber dann, dann ist er vollkommen da und buhlt mit Waltz um die Krone des besten Schauspieler des Films.

"Gentleman, you had my curiosity, but now you have my attention."

Ich möchte mich gar nicht drauf festlegen, wer denn nun besser war, die beiden waren einfach so fesselnd und gottgleich (ja, ich hab's gesagt!), dass man sich da nicht unbedingt ein Urteil erlauben sollte. Anders ist das für mich bei Foxx, er stand ganz klar im Schatten der Zwei und war für mich auch mit die uninteressanteste Figur. Was natürlich schade ist, der Film handelt nunmal über ihn. Da war ich dann auch etwas enttäuscht, Django war in meinen Augen eine Tarantinountypische Figur, bzw. war jeder andere Protagonist aus seinen Filmen einnehmender und nicht so blass. (Haha, 'blass', der Witz wäre früher bestimmt auch gut angekommen).

Aber Django an sich war ehrlich gesagt nicht die einzige Enttäuschung. Der Film musste auch einige Abstriche machen. Vor allem zum Ende hin. Wo mich die erste Stunde dermaßen gefesselt hat, und wo ich mir nur gedacht habe, dass wenn der so weiter geht wir hier ein außergewöhnliches Meisterwerk haben, wirkte der Rest stufenweise immer etwas schwächer. Versteht mich nicht falsch, der Film driftet nie in ein schlechtes Niveau ab, doch war der Qualitätsunterschied ziemlich stark zu merken. Das Ende an sich ist auch nicht das, was ich mir von einem Tarantino erwarte. Erinnert ihr euch an "Kill Bill"'s Ende? DAS ist ein Finale wie man es von dem Meister sehen möchte. Da werden nochmal alle Emotionen, die man den Film über gesammelt hat durchgeschüttelt und hochgekocht. Das, was ich hier vermisst habe.

"Oh, and on the off chance there are any astronomy aficionados amongst you, the North Star is THAT one."

"Django Unchained" ist aber sicherlich nicht das, was man einen schlechten Film nennt. Wäre man von Tarantino nicht durch seine Vorgänger bereits so beeinflusst worden, würde dieser Film sicherlich auch bei den Schlechtrednern viel besser ankommen. Und auch die Diskussion, ob das nun ein Western sei oder nicht, finde ich ehrlich gesagt etwas lächerlich. Für mich, als nicht Genreaffinen, hat es sich genauso angefühlt wie einen, und selbst der werte Regisseur sagt das mehr als deutlich. Und zeigt es natürlich. "Django Unchained" ist ein Tarantino, dem eine geringere Laufzeit besser gestanden hätte, denn auch wenn es hier viel zu erzählen gab, so war sicherlich nicht alles von Bedeutung oder gar interessant.

Doch kann man den Quentin mal wieder nur für seine Detailverliebheit lieben, die wird wohl nie wieder verlieren. Was auch gut so ist. Und auch das Händchen für erstklassige Schauspieler hat er noch in seinem Besitz. Ein anderer als DiCaprio hätte die Szene, in der er ausversehen auf eine Glasscherbe schlägt, wohl sofort abgebrochen. Er jedoch schafft somit einen wahrlich ikonischen Moment. (Man muss mal auf seine Mimik achten, daran merkt man dass das kein bisschen geplant war).

Verpassen sollte man Tarantino's neueste Schöpfung auf keinen Fall, die Offenheit das Thema der Sklaverei, die damals ja absolut normal war, so direkt anzugehen, ist einfach einen, achwas, mehrere Blicke wert. Und auch hier bin ich mir sicher, dass man bei jedem weiteren Male, wenn man den Film in den Player wirft, immer wieder etwas neues entdeckt.

22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten

alex023

Antwort löschen

Hatte bei dem Kommentar eine schlechtere Bewertung erwartet (hab das auf deinem Blog gelesen, daher hab ich die erst am Ende gesehen). Insgesamt kommt das hin, ich konnte aber drüber hinweg sehen. ;)


Mr.Film

Antwort löschen

Ach nö, 7 hätte es alleine für die erste Stunde schon gegeben :) Werde ich beim nächsten mal vielleicht auch, denn Django wird sicherlich öfters geschaut. Wie (fast) jeder Tarantino.


goodspeed: ANIch / UFA Fiction / OLOsBLOG

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Lange ließ er auf sich warten, Quentin Tarantinos Spaghetti-Traum. In Anbetracht dessen, schmeckt seine Django-Pasta nun überraschend weichgekocht. An Napoli fehlt es nicht, aber an der gewissen Würze. Fast möchte man glauben, der Regisseur wäre nicht nur äusserlich weich geworden. So romantisch und für seine Verhältnisse versöhnlich wie er sich dieses Mal gibt, sah man den Cineasten noch nie.

Franco Neros Auftritt ehrt den Film, trotzdem erweist sich Django Unchained als erklärte Spaghettiwestern Hommage als bei weitem nicht so treffsicher wie sein Protagonist. Als souveräne aber schlichte Zusammenstellung lieb gewonnener Tarantino-Stilmittel hat Django dagegen mehr Glück. True Grit als Reinterpretation eines Klassikers und Abgesang an den alten American Western wusste in dieser Hinsicht weniger gekünstelt mehr zu überzeugen als Tarantinos Version des Mannes mit dem stummen "D".

Die größte Leistung gelingt Tarantino damit, Jerry Goldsmith, Ennio Morricone und Luis Bacalov unter einem Filmdach zu vereinen - auf eine Weise. wie es nur Tarantino darf ohne dafür geteert und gefedert zu werden.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Flibbo: Wie ist der Film?

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

[...] Vergleichsweise mutig stellt sich „Django Unchained“ einem der dunkelsten Kapitel US-amerikanischer Geschichte – der Sklaverei, geschickt aufgepeppt durch eine überraschende Liebesgeschichte. So manche Szenen über die menschenverachtenden Verhältnisse damals gehen an die Nieren, da, wo sie hinsollen, doch zerfällt dieser ernsthafte Blick, wenn er mit völlig überzogenen, blubbernden Blutgelagen bei Schießereien gepaart wird. Beides hat seinen Reiz, nur fehlt der gemeinsame Nenner. Homogener wirkt da schon die hervorragende Kameraarbeit, die Retro-Reißzooms, moderne Steadicam-Standards und Tarantinos persönliche Vorlieben (Vogelperspektiven, Kreisfahrten, wenige Nahaufnahmen) zu einem spannenden Stil vereint. [...]

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

JackoXL: Die Drei Muscheln

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] Als letzte Gratwanderung lässt sich die Gewaltdarstellung aufführen. Kritiker des Regisseurs regen sich gerne darüber auf und wenn sie es wollten, gäbe es hier oberflächlich wieder genug Brennstoff. Wer genau hinsieht dürfte jedoch erkennen, dass Tarantino sehr wohl weiß, wann und wie er trennen muss. Genau damit dürfte er Kritikern eigentlich das Wasser abgraben. Augenscheinlich dreht er hier vollkommen am Rad: Bei jeder Schusswunde spritzt die Blutsuppe wie nach einem Hieb mit dem Vorschlaghammer auf einen Sack überreifer Fleischtomaten. Absurd und gnadenlos überzeichnet. Aber: In diesen Momenten trifft es immer nur die Schurken. Wie in einem Comic, in einem Splatterfilm, nie ernstzunehmen oder bösartig. Es gibt zwei Momente, in denen die Gewalt jedoch viel grausamer wirkt und Tarantino sich deutlich zurücknimmt. Dann, wenn es die Sklaven trifft. Hier gibt es keinen Sprühregen aus Blut, es wird nicht das johlende Publikum bedient. Das ist ernsthaft inszeniert, durch seinen Realismus viel grausamer, aber genau dadurch nicht voyeuristisch oder respektlos. Jetzt weiß jeder im Kinosaal, der Spaß ist vorbei. Tarantino stellt damit unter Beweis, dass ihm sehr wohl bewusst ist, wann Gewalt als groteske Unterhaltung dienen kann und wann sie verschrecken soll. [...]

Kritik im Original 28 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 27 Antworten

Hornblower

Antwort löschen

@Jacko: Gestern gesehen - ich kann fast alles unterschreiben, was Du in Deinem (mal wieder tollen) Ausgangskommentar sagst.


JackoXL

Antwort löschen

@Horni: Gestern war wohl offizieller Django-Tag, mein Dashboard ist voll von Bewertungen. ;) Vielen Dank!


Xander8112: Xanders Blog

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...]
Heiteres Zitateraten wechselt sich mit brachialer Gewalt ab: Tarantinos “Django Unchained” ist eine linear erzählte Hommage an den Western, die aber mit zunehmender Laufzeit so ihre Längen hat. Eine grandiose One-Man-Show von Christoph Waltz, blutige Schießereien und ein erinnerungswürdiger, filmischer Abgang von Tarantinos Cameo: Dieser Django ist einer der guten!

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Xander8112

Antwort löschen

Ich wollte immer schon mal jemanden kennenlernen, der über weltweiten Kinoeinnahmen täglich auf dem Laufenden ist. Und dann ist das gleichzeitig noch der größte Sergio Leone UND Charlie Chaplin Fan aller Zeiten, das berührt mich doch sehr.
(Und das auch nur, weil dein Kommentar, wie meiner, in Deutsch verfasst ist).
Ansonsten fällt mir zu deinem Kommentar doch herzlich wenig ein, schade.


_Garfield: Blogbusters

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

„Django Unchained“ macht Spaß, keine Frage. Er ist stark inszeniert, überraschend witzig und Waltz rockt tatsächlich auch den zweiten Tarantino in Folge. Gerade während des ersten Drittels legt Tarantino ein ungeheures Maß an Tempo vor und differenziert auch überaus passend zwischen zwei Formen der visuellen Gewalt. Anschließend macht sich vor allem die immense Laufzeit von 160 Minuten, als auch diverse, ungewohnt schwache Drehbuch-Entscheidungen bemerkbar. Darunter hat in erster Linie DiCaprio's seltsam gehemmt geschriebener Antagonist zu leiden, der selten dem Anspruch einer echten Bedrohung gerecht wird und gerade in den Szenen mit Waltz mehr oder weniger deutlich den kürzeren zieht. Dieser ist sowieso eine Sensation für sich und weiß der immer-präsenten Landa-Figur einige neue Facetten hinzuzufügen.

Der Sklaverei als dunkles, historisches Kapitel weiß Tarantino meistens mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu begegnen. Die Auseinandersetzung bleibt zwar über die gesamte Laufzeit hinweg oberflächlicher Natur, doch gerade in den richtigen Momenten nimmt sich Tarantino's überbordende Inszenierung im richtigen Maße zurück. Die Gewalt an Sklaven ist hier nüchtern und bitter, während ihre Peiniger (eine von vielen Parallelen zu „Inglourious Basterds“) blutige Vergeltung erfahren. In gewisser Weise ist es aber auch ein etwas billiges Vergnügen; Tarantino schürt gezielt Empathie für die Opfer, baut klare Feindbilder auf und gibt uns schließlich genau das, was wir sehen wollen. Der Zuschauer bleibt unangetastet und Tarantino macht es ihm (zu) leicht, sich vom hier gezeigten Rassismus zu distanzieren. Aber vielleicht ist genau das sein Weg und solche Ansprüche bei dem hier gezeigten Fun-Splatter unangebracht.

Unter der Orientierungslosigkeit des ungewohnt schwammig geschriebenen Skripts hat schließlich auch das wunderbar harmonierende Duo Waltz/Foxx zu leiden. Tarantino scheint nie so wirklich zu wissen, wohin die Reise denn nun eigentlich gehen soll, verbaut befremdliche Cameos, spult nur noch seinen größtenteils fantastischen Soundtrack zu redundanten Splatter-Orgien ab und weiß das fast vollkommene Fehlen einer wirklichen Bedrohung nie wirklich zu kompensieren. „Django Unchained“ gerät zum Klischee, hakt nur noch Stationen ab und mündet schließlich in einem ebenso vorhersehbaren, wie gut zwanzig Minuten zu spät kommenden Showdown. Doch keine Sorge: Es bleibt dennoch ein guter Film - aber eben auch „nur“ ein mittelmäßiger Tarantino.

Kritik im Original 25 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Norriz

Antwort löschen

Uneingeschränkte Zustimmung. Ein guter Film, aber ein schwacher Tarrantino.


CineKie: CineKie.de

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

“Django Unchained” ist ein guter Film, aber beileibe nicht das, was aus ihm hätte werden können. Der Beginn ist grandios, doch im Mittelteil baut der Film stark ab und wirkt zuweilen arg langatmig, was ich so von Quentin Tarantino nicht erwartet hätte. Egal, alleine Christoph Waltz und Samuel L. Jackson sind das Eintrittsgeld wert. Und Quentin-Tarantino-Fans schauen sich ohnehin jedes Werk des Meisters an. Insofern: Viel Spaß im Kino!

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Cristina Nord: taz Cristina Nord: taz

Kommentar löschen
5.5Geht so

An diesem Spektakel kann sich nur der erfreuen, dem die Kapuze so verrutscht ist, dass er blind für die abgrundtiefen Widersprüchlichkeiten des Sujets geworden ist.

Kritik im Original 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

audio

Antwort löschen

Ja klar, ich dachte schon, du meintest das, was Cristina Nord geschrieben hat ^^


Apophis

Antwort löschen

Ich meinte das. Aber die Frage von dir @audio ist schon gerechtfertigt.


Simon Spiegel: NZZ Simon Spiegel: NZZ

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Obwohl Tarantino mit 'Django Unchained' gleichsam zu den Urquellen seines Kinos findet, ist der jüngste Film des Meisters nicht sein bester. Das hat mehrere Gründe, einer davon ist sein schon früher beobachtbarer Hang, Szenen bis zum Extrem auszudehnen und gleichzeitig den Plot immer mehr zu reduzieren. Tarantino ist ein mit vielen Talenten gesegneter Regisseur; vom Dialog über die Schauspielerführung, die Musikauswahl, das Rhythmusgefühl und das visuelle Erzählen bis zur rohen cineastischen Wucht [...]. Doch das Bauen eines Plots, eines grossen erzählerischen Bogens, gehört nicht zu seinen Stärken, was sich nicht zuletzt an seiner Vorliebe zeigt, die Filme in Kapitel zu zergliedern [...]. Oft fällt dieses Manko nicht weiter auf, da die einzelnen Szenen mehr als genug Energie besitzen, um den jeweiligen Film vorwärtszutreiben.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Endlich wieder ein rundum gelungener Tarantino. Während Death Proof bis auf wenige Momente ziemlich lahmte und mich auch Inglorious Basterds nicht völlig überzeugen konnte (alle Szenen zwischen Brühl/Laurent bremsten den Film gnadenlos aus), ist Django, trotz spürbarer Überlänge, enorm unterhaltsam und mitreissend.

Sein Spaghettie-Southern (wie er es selbst nennt) bietet alles um selbst Westernverächter zu begeistern, denn er bringt endlich wieder das im Überfluss, was in seinen letzten beiden Filmen nur partiell enthalten war: Brillante, groovende, witzige Dialoge, die an keiner Stelle langweilen oder in einfaches Gelaber abdriften, wie es leider in Death Proof mehrfach passierte und auch bei den Basterds, wenn Waltz gerade nicht dabei war.

So genial Waltz Rolle als Landa auch war, hier darf er nochmal eine Schippe drauflegen und beweisen, dass er als (zwar ambivalenter) aber dennoch positiver Charakter genauso faszinierend sein kann, wie als Schurke. Sein, in Anlehnung an Martin Luther King Dr. King Schultz getaufter, Kopfgeldjäger ist der treibende Motor, der den Film souverän durch seine mäandernde Story dirigiert. Dabei überrascht zwar nicht der Wortwitz, aber die Menge an Humor die Tarantino dem Film gegönnt hat. Denn bei aller Ernsthaftigkeit die hinter den Bildern rund um das Thema Sklaverei zu spüren ist, ist Django Unchained unverschämt witzig. Ja er scheut nicht davor zurück selbst an Monty Python gemahnende Szenen einzubauen, in denen kreuzdämliche KuKluxKlan-Anwärter über das für und wider von Kapuzen diskutieren.

Diese Szene mit Jonah Hill irritiert zwar, weil sie stimmungsmäßig so völlig anders ist als der restliche Film, sie wirkt wie ein Einschub, ein Nachsatz - aber sie ist gerade in ihrer übertriebenen Länge so absurd komisch, dass man ihr nachsieht den Erzählfluss zu unterbrechen.

Es erstaunt aber sowieso, wieviel man dem Film nachsieht, der gar nicht versucht es optisch mit Leone und Co. aufzunehmen und dessen Vistas zwar zweckmässig gefilmt, aber nicht legendär beeindruckend daherkommen. Tarantino filmt und inszeniert souverän, slick und gut anschaubar ohne dabei den Stil eines klassischen Spaghettie-Westerns nachzuäffen. Wo bei Grindhouse noch die Imitation überwog, ist er hier selbstsicher genug seinen Western ganz eigenständig und ohne Retrolook zu drehen - ohne dabei was Szenen und Musik angeht (das Original-Django-Theme ist dankenswerter Weise dabei und auch der Rest des Soundtracks ist gewohnt eigenwillig eingängig) auf Referenzen zu verzichten.

Fast wirkt es, als wäre Tarantino erwachsener geworden und würde entspannter erzählen. Klar, er findet nicht recht zu einem Ende und hier und da hätte gekürzt werden können, aber es gibt keine Stelle, auf die man den Finger legen möchte und denkt "Die hätte rausgemusst". Djangos Annäherung an Schultz, der Exkurs in deutscher Sagenkunde, die Lehrzeit, die ersten Abenteuer sind ebenso spannend, wie der eigentliche Hauptgang, wenn es nach Candyland geht um Djangos Frau aus dem Besitz von Calvin Candie zu befreien.

Leonardo Dicaprio spielt diesen bubihaften Sklaventreiber mit diabolischer Freude und angemessenem Overacting, das hier aber perfekt passt. Genauso wie Samuel L. Jacksons Stephen - einer extrem smarten und ebenso bösartig-gefährlichen Figur. Stephen wird zum eigentlichen Gegner Djangos, während Schultz sich an Candie abarbeiten darf und damit eine stimmige Dualität erzeugt.

Lediglich Kerry Washington als Brunhilde/Broomhilda bleibt unterfordert, denn die Damsel in Distress die ihr Tarantino geschrieben hat, bleibt eben passiv und demütig. Was für ihre Figur passt, ihr aber nicht viel Interpretationsraum und Chancen zum Glänzen lässt.

Was auch einer der wenigen Kritikpunkte ist, die man an den Hauptfiguren anbringen könnte: Jamie Foxx Django ist optisch dank eindrucksvoller Maske und Frisur viel besser als erwartet, wird aber dennoch von der kraftvollen Figur des Dr. King Schultz gnadenlos in den Schatten gestellt. Ja die Figur ist so übermächtig, dass Tarantino sie selbst aus dem Film entfernen muss, um Django endlich Raum zum Atmen zu geben und zu beweisen, dass er der Titelheld des Films ist.

Foxx ist nämlich durchaus okay. Ich hatte viel Schlimmeres befürchtet nach den ersten Trailern. Er macht seine Sache ganz gut, aber er ist bei aller Sympathie kein BadMofo, kein Clint Eastwood, kein Franco Nero (auch wenn er mit ebendem eine sehr schöne Cameo-Szene teilt). Seine Stimme ist zu sanft, zu weich. Man nimmt ihm ohne Probleme die Liebe zu seiner Frau ab und dass er alles für sie tut, was man ihm nicht so ganz glaubt ist die obercoole Sau die "I like the way you die, Boy!" ausspuckt. Insofern wirkt das Ende, dass ihm einige sehr stylishe Posen gönnt, wie Tarantinos Art der Wiedergutmachung dafür, dass Django gerade in der ersten Hälfte des Films nur der Sidekick von Schultz ist.

Dabei ist die Machtverschiebung die sich mit dem Handlungswechsel nach Candyland andeutet durchaus geschickt inszeniert, denn je mehr sich Schultz und Django in Candys Reich wagen, desto unsicherer wird sich Schultz, desto mehr schwindet seine Überlegenheit und desto aktiver wird Django der zu allem entschlossen ist, um seine Frau zu retten. Das ist klug und schlüssig gedacht, leidet aber doch immer noch daran, dass Django selbst in Candyland wieder und wieder in den Hintergrund tritt und Samuel L. Jackson, DiCaprio und Waltz die Leinwand dominieren.

Das ist schade, weil damit die Chance verschenkt wird, Django schon mit diesem Film zu einem ähnlich legendären Helden, wie seinerzeit den alten Sargschlepper Franco Nero zu machen. Und ob ein nach dem Ende durchaus vorstellbares Sequel je Realität wird, darf bei Tarantino durchaus bezweifelt werden.

Unterm Strich bleibt trotz allem ein grandioser, wortgewaltiger, witziger und auch überraschend anrührender, ja fast erwachsener Tarantinofilm, der trotz seiner over-the-top Gewaltexzesse nie ins sadistische abgleitet und ganz beiläufig mehr Denkanstösse zur Sklaverei-Vergangenheit der USA liefert, als dies Spielbergs-Lincoln-Epos mit seiner Heldenverklärung schafft.

Django. Ansehen.

38 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

HulktopF

Antwort löschen

naja batz bei kill bill 2 wars schon spührbar


Prechtl

Antwort löschen

Laurent war einfach nur lästig.


Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

'Django Unchained ist eine sehr anschauliche Geschichtsstunde mit Humor, Grässlichkeit und einem furiosen Finale in mehreren Akten. Tarantino mag als Lehrer nicht immer den richtigen Ton treffen. Als Erzähler hat er jedenfalls eine versöhnliche Lektion parat: Der Held wird nicht von Rache getrieben, sondern von der Liebe.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Stefan Benz: Echo - Online Stefan Benz: Echo - Online

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Django Unchained reiht sich ein neben 'Kill Bill', 'Death Proof' und 'Inglourious Basterds' als neues Schlachtfest für Tarantino-Fans und Freunde des ebenso durchgestylten wie durchgeknallten Genrekinos.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Katja Nicodemus: NDR Katja Nicodemus: NDR

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Quentin Tarantino [spielt] mit opernhaften Überhöhungen, mit Großaufnahmen und harten Schnitten. Lustvoll inszeniert er brutale Schießereien mit übertriebenen Blutfontänen, jagt ganze Anwesen mit Dynamit in die Luft. [...] Trotz aller Grausamkeiten, [...] gelingt Tarantino die waghalsige Gratwanderung zwischen Unterhaltungskino und Amerika-Kommentar.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

José Garcia: Textezumfilm

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

Dramaturgisch fällt bei „Django unchained“ insbesondere seine chronologische Erzählstruktur auf. Hatten seine früheren Filme „Pulp Fiction“ (1994) und „Kill Bill“ (2003-2004) verschiedene Zeitebenen miteinander vermischt, so entwickelt sich die Handlung seines aktuellen Filmes bis auf einige Rückblenden, in denen die Liebe zwischen Django und Broomhilda beschrieben wird, erstaunlich linear. Außerdem sind solche Liebesgeschichten bei Tarantino äußerst selten. Auch die Männerfreundschaft zwischen Dr. Schultz und Django mag zwar für den Western genretypisch sein. In der Tarantino-Welt sucht sie dennoch ihresgleichen. Im Gegensatz zu seinem letzten Film „Inglourious Basterds“, der eine im Nazideutschland angesiedelte reine Märchenphantasie war, nimmt offenbar Regisseur Tarantino in „Django unchained“ Bezug auf die reale Geschichte der Sklaverei in den Vereinigten Staaten.

Bei der deutschen Filmpremiere in Berlin führte der Regisseur selbst dazu aus: Die Handlung seines Filmes „sollte vor dem Hintergrund der Sklaverei spielen, damit man die Brutalität wirklich sieht, mit der Amerikaner ihre schwarzen Sklaven behandelt haben“. Auf die Frage, ob die Sklaverei in Amerika mit dem Holocaust verglichen werden könne, antwortete Tarantino: „Amerika ist für zwei Holocausts in seinem Land verantwortlich: für die Ausrottung der indianischen Ureinwohner und für die Versklavung von Afrikanern, Jamaikanern und Westindern in der Zeit des Sklavenhandels. Das wird Ihnen als Deutsche seltsam vorkommen. Sie sind alle gezwungen worden, sich bis zur Bewusstlosigkeit immer und immer und immer wieder mit der Schuld Ihres Volkes auseinanderzusetzen. Den Amerikanern ist es gelungen, irgendwie darüber hinwegzugleiten.“

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, dass in „Django unchained“ die Gewalt realistischer dargestellt wird als in früheren Tarantino-Filmen. Zwar gibt es auch sozusagen „verspielte“ Blutexzesse – wenn sich etwa Baumwollblüten rot färben. Aber in seinem neuen Film wirkt die Gewalt auch wirklichkeitsnäher, und dies bereits bei der Eingangssequenz, als die Narben der Peitschenhiebe auf den Rücken der angeketteten Sklaven überdeutlich ins Bild gerückt werden. „Django unchained“ ist schließlich aber auch ein Schauspielerfilm: Nicht nur Christoph Waltz stellt sein nuancenreiches Spiel unter Beweis. Je länger die Handlung voranschreitet, desto deutlicher erspielt sich Jamie Foxx die Hauptrolle. Aber auch Leonardo DiCaprio genießt sichtlich seine Rolle als allherrschendes Scheusal. Nicht zu vergessen Samuel L. Jackson, der als Haussklave mit seinem Herrn um die Rolle des Oberfieslings wetteifert.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir 1 Antworten

styx.canomo

Antwort löschen

aber warum nur 6,5 punkte? deine kritik klingt mindestens nach 8-9.


SoulReaver: CinemaForever, D3M

Kommentar löschen
5.0Geht so

[...] Die Geschichte um den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz und dem Sklaven Django, die sich zusammen durch die Welt schlagen und nach Broomhilda, der Frau von Django, suchen, ist grundsätzlich eine reizvolle, die Umsetzung hingegen ist jedoch bis in die kleinsten Winkel konstruiert, sprich, wer hier Überraschungen erwartet, der befindet sich auf dem Holzweg. Tarantinos einst ungehemmter Mikrokosmos ist nicht mehr der filmische Spielplatz für brillante Dialoge, vorgetragen von herausragenden, immer kultverdächtigen Charakteren, eingefangen in einer Welt, in der nichts heilig ist - außer die Filme selbst. Hier erfahren wir über weite Strecken die andere Seite des verehrten Regisseurs. Während Christoph Waltz seine Sache erneut sehr gut macht, Jamie Foxx die meiste Zeit damit zu tun hat, möglichst cool in die Kamera zu blicken und Samuel L. Jackson als Onkel Tom-Verschnitt endlich wieder eine gute Leistung zeigt, hängt Leonardo DiCaprio als Calvin Candie zumeist in den Seilen. Schlecht ist er nicht, nur die Rolle steht ihm einfach nicht und egal was DiCaprio unternimmt, ob er zügellos schreit oder charmant grinst, ob er an seinem Strohhalm schlürft oder seine Schwester abknutscht, man kauft es ihm nie wirklich ab. [...]

Kritik im Original 32 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 58 Antworten

Super8951

Antwort löschen

http://www.youtube.com/watch?v=ojTKkfgvwvU


Fazit:

Antwort löschen

@ SoulReaver: CinemaForever

100% Agree


Betsy Sharkey: Los Angeles Times Betsy Sharkey: Los Angeles Times

Kommentar löschen
9.5Herausragend

In "Django" ist Tarantino ein freier Mann und schaffte einen gut verständlichen, faszinierenden, provozierenden, entsetzlichen, urkomischen, erheiternden, verletzenden und völlig unterhaltsamen Film.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Nathan Rabin: The Onion (A.V. Club) Nathan Rabin: The Onion (A.V. Club)

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Die schmutzigen und leicht erregbaren Fingerabdrücke von Tarantino finden sich in jedem Bild von Django Unchained wieder.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

Kommentar löschen
5.0Geht so

Ab der zwei-Stunden-Grenze ging für mich Django Unchained die Puste aus und der Spaß war dahin. Er ist einfach sehr lang, oder fühlt sich zumindest lang an.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Rex Reed: The New York Observer Rex Reed: The New York Observer

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Django Unchained ist genau das, was man vom Pulp Fiction-Regisseur Quentin Tarantino erwartet hat. Er ist lang, schockierend, vulgär, hart, übertrieben und so politisch unkorrekt, dass man eine neue Definition des Wortes braucht, doch gleichzeitig ist er ebenso mutig, originell, hypnotisierend, stilvoll und einfach nur gute Unterhaltung.

Kritik im Original 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

dangro: Critic.de dangro: Critic.de

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Geschichte ist Filmgeschichte, und die Koordinaten sind längst abgesteckt. Tarantino tobt im eigenen Universum.

Kritik im Original 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

A.O. Scott: New York Times A.O. Scott: New York Times

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Genau wie Inglourious Basterds ist Django Unchained auf verrückte Weise unterhaltsam, ein bisschen unverantwortlich und wiederum ethisch so ernsthaft, sodass er mit seiner Verspieltheit völlig im Einklang ist.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Simon Eberhard: Outnow.ch Simon Eberhard: Outnow.ch

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Django Unchained ist ein Tarantino, der sich durch die Attribute auszeichnet, die die meisten seiner Filme prägen: starke Dialoge mit makabrem Humor, stimmig eingesetzte Musik, zahlreiche Referenzen, comichaft überzeichnete Brutalität und natürlich exzellente Schauspieler.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

BuzzG: filmfutter.com, kino-zeit.d...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

"Die Kunst des Zitierens hat Q&T noch immer nicht verloren – doch das ist nicht alles, was seinen Frontalangriff auf den Italowestern so unwiderstehlich macht: Im Mittelpunkt stehen natürlich wieder die Schauspieler, die der Kultregisseur mit seinen knackigen Dialogen erneut zum Äußersten treibt. Christoph Waltz ist herausragend wie eh und je, Foxx findet zu alter Stärke zurück und Leonardo diCaprio glänzt in seiner ungewöhnlichen Rolle als fieser Sklaventreiber. Für Anhänger der früheren Genrewerke gibt es einen markanten Gastauftritt von Original-”Django” Franco Nero und Klänge von u.a. Riz Ortolani und Ennio Morricone. Was aber noch viel wichtiger ist: Im Gegensatz zum streckenweise arg zähen Inglourious Basterds macht dieser “Tarantino” einfach wieder verdammt viel Spaß!"

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Owen Gleiberman: Entertainment Weekly Owen Gleiberman: Entertainment Weekly

Kommentar löschen
6.0Ganz gut

Die erste Stunde ist etwas... einfach. Es gibt eine lustige, possenhafte Szene mit einer frühen Version des Klans (der Witz ist, dass sie nicht außerhalb ihrer Kapuzen gucken können), aber Django bringt es nicht zu vollem Tarantino-Fieber bis es in das große Haus des Calvin Candie (Leonardi DiCaprio) geht, einem verschlagenen Plantagen-Besitzer.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

LuGr: MovieMaze / multimania u.a.

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Django Unchained ist eine Liebeserklärung - an ein längst untergegangenes Genre, an die 35 Millimeter-Projektion, ans Kino an sich und natürlich auch ans postmoderne Tarantino-Universum. Aber so charismatisch und stilsicher, dass der Cineast selbst bei zelebrierter Langsamkeit schwerlich widerstehen kann.

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 4 Antworten

Oceanic6

Antwort löschen

Dann solltest du das auch schreiben, wenn du das Sub-Genre meinst. Denn das Genre ist nun mal der Western. :)


LuGr

Antwort löschen

Steht doch auch geschrieben, wenn man denn mal die "Kritik im Original" liest ;).


Oceanic6: CinemaForever

Kommentar löschen
4.0Uninteressant

[...] Wer gehofft hatte, dass “Django Unchained“ der wahr gewordene Traum eines jeden Western-Fans werden würde, dem dürften spätestens dann die Nerven durchbrennen, sobald der Rap-Song “100 Black Coffins“ einsetzt. Das ist weder eine Liebeserklärung an den Spaghetti-Western noch eine gelungene Redefinition, sondern eine Schändung.

Kritik im Original 27 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 39 Antworten

Jenny von T

Antwort löschen

Willkommen im deutschen Mitläufertum.


julius.hibert

Antwort löschen

Die letzten beiden Kommentare heben sich dann wohl gegenseitig auf.


Filmering: Filmering.at

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Quentin Tarantino läuft zwar weiterhin seinem nächsten Meisterwerk hinterher, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass auch Django Unchained ein höchst unterhaltsamer und stilsicherer Film geworden ist, der seine Fans mit Sicherheit zufrieden stellen wird. Der Blaxploitation-Spaghetti-Western mischt Komödie, brutales Sklavendrama, Rachethriller und garniert all dies mit einer Vielzahl an wunderbaren Charakteren, tollem Soundtrack, großartigen Bildern und vor allem einem umwerfenden Cast. Jamie Foxx trägt souverän durch den Film, zum Showstealer werden aber vor allem die Nebendarsteller rund um den überragenden Christoph Waltz. Lediglich im letzten Drittel geht der simplen Story etwas die Luft aus und es ist schade, dass es Tarantino nicht gelingt die Figur von Kerry Washington interessanter zu charakterisieren. Doch trotz den kleinen Problemchen ist Django Unchained ein ausgezeichneter Unterhaltungsfilm, der die Tarantino-Fans mit Sicherheit glücklich machen wird.

Kritik im Original 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Eric Kohn: indieWIRE Eric Kohn: indieWIRE

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Teilweise eher ähnlich wie Der wilde wilde Westen als mit den verbissenen und derben Qualitäten versehen, die viele ernsthafte Western haben, bricht Django Unchained von Anfang an mit einer gedanklichen Brillianz hervor, die nie wirklich zu ihrer unbeholfenen Handlung passt. Trotzdem ist es ein Schwindel erregender Ritt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Peter Debruge: Variety Peter Debruge: Variety

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Der Virtuose Tarantino hat zwei Dinge perfektioniert: die Inszenierung von Mexican Standoffs und schwindelerregende Dialoge mit verzögerter Genugtuung. Beides können wir in Django Unchained erleben. [...] Wunderbar eingefangen von Robert Richardson... Django Unchained zollt nicht nur den vielen cinematischen Einflüssen Tarantinos Respekt, sondern auch dem Land selbst, das einen Weg aus der Sklaverei finden musste. Atemberaubend!

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Todd McCarthy: Hollywood Reporter Todd McCarthy: Hollywood Reporter

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Quentin Tarantino schreibt Geschichte mal wieder neu - was er mit Inglourious Basterds den Nazis antat, tut er nun mit Django Unchained den Sklavenbesitzern an. [...] Doch das größte Problem des Films ist, dass sein Hauptcharakter etwas untergeht neben den Charakteren Schultz, Candie und Stephen, die einfach auffälliger sind.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Peter Travers: Rolling Stone Peter Travers: Rolling Stone

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Django Unchained ist ein beglückender Rausch, unerhört unterhaltsam und, verdammt, einfach nur unglaublich.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten


Kommentare (846) — Film: Django Unchained


Sortierung

Troublemaker69

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Sehr gelungener Film, der kritisch und dabei humoristisch die Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg betrachtet.
Der Film ist trotz Überlänge durchgehend spannend und unterhaltsam.
Im Tarantino üblichen Stil bildet das Drehbuch auch einige Hommagen an ältere Italo-Western.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

ArtYunkie

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ohne Frage ein typischer Tarantino. Für jemanden der keine geistige Verwendung von langen Dialogen hat, ist dieser Film selbstverständlich nicht geeignet. Mir persönlich gefällt dies und die saubere Ausdrucksform eines Christoph Waltz machen dies mehr als erträglich. Was mir ein wenig gefehlt hat ist eine wirklich saubere Schauspielleistung oder die spezifische Darstellung davon. In Basterds war es Waltz der ein überzeugte. In Kill Bill David Carradine, bei Pulp Fiction Samuel L. Jackson. In Reservoir Dogs Michael Madson.
Und gerade weil Django Unchained ja, wie man es von Tarantino gewohnt ist, ein solches breites Spektrum von Darstellergrößen aufweist wie Kerry Washington, Jamie Fox, DiCaprio und den genannten Christoph Waltz, enttäuscht ein wenig die mangelnde Beteiligung dieser Protagonisten. Aber so ist das bei guten Filmen, das Drehbuch steht im Vordergrund.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Deathstroke

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Auf jeden Fall ein sehr guter Film. Vorallem wer sich für das "Western" Genre und die damaligen Verhältnisse interessiert auf jeden Fall lohnenswert!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

omegaVi

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Leider ziehen sich die Dialoge und die Szenen im Herrenhaus viel zu sehr in die Länge, der Film hätte mich viel mehr in seinen Bann gezogen, wenn er nur halb so lang gewesen wäre. Da allerdings die erste Hälfte viel besser war und auch die Schauspieler mal wieder richtig gut aufspielen, war er trotzdem ganz ansehnlich. Trotzdem: Einmal gucken reicht, meiner Meinung nach überbewertet.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

kons.bangeas

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Wider mal ein Klassisch guter Film wie von Tarantino gewohnt mit Der wohl besten Schauspielerischen Leistung Leonardo dicaprio und ich frage mich immernoch warum es für die Roll nicht mal eine Oscar Nominierung für ihn gab.


bedenklich? Kommentar gefällt mir 1 Antworten

BjoernS

Antwort löschen

Ich muss ehrlich sagen, dass ich Sam Jackson am eindrucksvollsten fand, dicht gefolgt von Christoph Waltz. DiCaprio war jedoch auch gut.


cinenerd

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Eigentlich müsste ich für den Film 2 Bewertungen abgeben. Eine für den ersten Teil bis Stelle, wo in dem noblen "Herrenhaus" die ehemaligen Sklaven sich von ihrer Herrin verabschieden sollen. Bis dahin hat mir der Film sehr gut gefallen und ich hätte ne 8-9 vergeben, weil die Story sehr unterhaltsam war und wie nach und nach gegen die Sklavenhalter vorgegangen wurde. Nach langer Zeit wieder mal einen Western zu schauen war schon sehr nett. Allerdings warum danach der Film in einen splatterartigen Rachefeldzug ausarten musste, entzieht sich meiner Logik. Für diesen "alles wird blutrünstig niedergeschossen"-Teil gebe ich einen Gnadenpunkt. Dies führt dazu, dass der eigentlich schöne Film für mich in die Kategorie fällt: hab ich gesehen - aber einmal reicht vollkommen. Für die, die reichlich spritzendes Blut mögen, dürfte der Film allerdings besser geeignet sein.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Chev-Chelios

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

Ich habe mich schon vor seinem erscheinen sehr auf diesen Film gefreut, hatte allerdings auch bedenken, das er bei 166 Minuten Spieldauer doch über einige Längen verfügt, da das bei anderen Tarantino Filmen (exemplarisch sei hier mal Death Proof genannt) durchaus der Fall ist. Dieses ist aber in keinster Weise eingetreten. Ich habe einen erstklassigen Film gesehen und das Kino inklusive Pause nach 3 Stunden mit dem Gefühl verlassen "Schade, schon zu ende". Tarantino hat sich mit diesem Film selbst übertroffen. Er bot allerbeste Unterhaltung über die gesamte Länge. Es lohnt sich auf jeden Fall diesen Film im Kino anzuschauen, da die Größe der Leinwand ebenfalls einen nicht unerheblichen Teil des Filmgenusses ausmacht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

BlackLevel

Kommentar löschen
Bewertung0.0Hassfilm

Das Tarantino das Western-Genre liebt und verehrt, ist kein Geheimnis. Dem entsprechend sollte man meinen, dass der Regisseur hier in seinem ersten eigenen "Western", sein ganzes Herzblut hineinsteckt.. Aber Pustekuchen!!

Erstens ist es gar kein richtiger Western, sondern vielmehr ein sogenannter Southern.

Zweitens gibt es massive Schwächen im Drehbuch, der Film wirkt total konstruiert und pendelt zwischen krampfhaft dramatischen und comic-haft überzeichneten Szenen.

Drittens - Die Hauptrolle ist mit Jamie Foxx vollkommen und absolut fehlbesetzt!

Viertens - Was soll denn bitte Hip-Hop Mukke in einem Western?!?

Sicherlich konnte ich auch den ein oder anderen positiven Aspekt erkennen, aber aufgrund der genannten Punkte ist einfach der gesamte Film, bei mir unten durch..

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

New Cameron

Antwort löschen

Naja, ich würde eher sagen der Regisseur liegt dir einfach gar nicht, Tarantino war nie jemand, der in seinen Filmen, dagewesenes noch einmal abgespult hat, der den gefühlt tausendsten Western/Thriller/oder sonstwas noch mal umbedingt gedreht haben wollte, er nimmt eher vorhandenes Material und erschafft was neues, was groteskes. Er geht neue Wege.

Dass du ihm 0.0 Punkte gegeben hast, sagt mir einfach, dass du nur was abgespult haben wolltest, zum zigten male das Gleiche sehen wolltest, weil das dein Anspruch, dein Horizont entsprach. Hip Hop, woher hat es seinen Ursprung, für was steht diese Musik in bei den Schwarzen in den Staaten? Es geht hier um Herrn und deren Sklaven

Dass er jedoch was Neues entworfen hat, sahest du gar nicht, weil es deinen Erwartungen nicht entsprach.
Es gibt ein Zitat über Tarantino bei dem es heisst, viele Regisseure machen Filme, Tarantino jedoch macht Kino, und wenn man mich fragt, trifft es genau zu


BlackLevel

Antwort löschen

Im Bezug auf meinen Erwartungen bzw Ansprüchen bzgl. des Filmes, hast wahrscheinlich gar nicht so Unrecht..

Das Tarantino mir nicht liegt, stimmt sogar, war aber nicht immer so..


EinfacherPilot

Kommentar löschen
Bewertung3.5Schwach

Auch wenn bei einem Tarantino Film die Leichen richtig bluten müssen und der Meister bei diesem Western noch vorher im Fleischerfachgeschäft vorbeigeschaut haben mag,möchte Ich vor allem die beiden Nebendarsteller hervorheben.Aber gleichzeitig als völlig deplaziert
für dieses Genre abtun.Leonardo als Kassengarant und der frisch gekürte Oscargewinner Waltz in einem Film mit den völlig überzogenen Dialogen des Regisseurs,da kann man keine Mimik einsetzen und dem Zuschauer nach dem Hundertsten Western erzählen:so dass ist die Weißheit die ich euch heute verkaufen möchte.Vermochten die launigen Dialoge in Slomotion gesprochenem Antikriegsepos Inglorius Bastards noch eine richtige Spannung vermitteln,tritt hier das genaue Gegenteil ein,es langweilt nur.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Nikoprot

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ein fantastisches Wunderwerk von einem Film. Tarantino nähert sich dem Thema Sklaverei mit einem unverkrampften, trashigen Charme, ohne es dabei ins Lächerliche zu ziehen oder gar zu verharmlosen. Das Ergebnis ist moralisches Bravourstück und blutig-brillanter Unterhaltungsfilm zugleich, und zudem einer der besten Filme seiner Karriere.
164 Minuten geht dieser filmische Spagat und besonders gegen Ende zieht er sich ein bisschen. Um 10-20 Minuten gekürzt und der Film wäre perfekt. Doch auch so ist DJANGO UNCHAINED ohne Zweifel eines der Kino-Highlights des Jahres 2012. Kaum eine Minute vergeht ohne eine "Big Sister" (so nennt Tarantino die perfekte Kameraeinstellung), die Musikauswahl ist herausragend und die Schauspieler einfach unfassbar gut. Jamie Foxx gibt einen grimmigen-coolen Django, Waltz übt sich einmal mehr in Wortakrobatik und macht seinen treffsicheren Zahnarzt Dr. King Schultz postwendend zu einem der besten Charaktere im Tarantino-Universum. Auch die Bösewichter sind grandios, DiCaprio glänzt zuerst als faulzahniges Monster, nur um dann später als naives Riesenbaby und Marionette seines Haussklaven Stephen entlarvt zu werden. Den gibt Sam Jackson mit einer mimischen Diabolik, bei der sich einem die Nackenhaare aufstellen.
Nicht nur einer der besten, sondern auch der ambitionierteste und lustigste Film, den Tarantino je gemacht hat. Ein großer, bunter und vogelwilder Spaß, zugleich aber auch Anti-Rassismus-Plädoyer und Genre-Huldigung. Und vor allem anderen immer noch unverkennbar ein Tarantino-Streifen. Was für eine Urgewalt von Film!

bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

Val Vega

Antwort löschen

Ein grandioser Kommentar zu einem grandiosen Film - gefällt mir!


Nikoprot

Antwort löschen

@Val: Danke! :)


XariaSeverin

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eigentlich müsste der Film von mir 10.0 kriegen, weil es der erste Tarantino ist, den ich nicht ziemlich bis unheimlich schlecht finde :D
Wie man direkt bemerken wird, bin ich kein großer QT Fan und werde das wohl auch nie (ausgenommen die Soundtracks zu den Filmen, die fand ich bisher immer klasse) aber ich hab es so oft versucht und saß nur noch den Kopf schüttelnd vor'm Fernseher, dass ich es irgendwann einfach aufgab und sobald ich den Namen Tarantino hörte, alle mal schön allein schauen ließ.
Mit einer entsprechenden Null-Erwartung und Gott-sei-dank-ist-es-spät-dann-kann-ich-ungestraft-einschlafen Haltung ging ich an Django Unchained ran, als ich mich breitschlagen ließ und Tadaaa! Ich hab geschmunzelt, gelacht fand ihn interessant, gut gedreht und hab mich hinterher richtig gefreut, diesen Film gesehen zu haben. Christoph Waltz ist einfach so großartig, besonders in dieser Rolle, dass man alleine deswegen den Film gesehen haben sollte, egal, was man ansonsten von den Tarantino-Splatter-Schwachsinn auch halten mag. Ich hab schon immer geahnt, dass der liebe Quentin doch auch mal was gutes drehen können muss ;)

Einzig die manchmal sehr übertrieben blutigen Szenen hätte man sich meiner Meinung nach sparen können, die sind der Grund, warum ich seine Streifen nicht so mag, das erscheint mir überflüssig.
Django war echt ein cooler Film, zwei, drei Gemetzelszenen waren absolut unnötig und ich fand, dass er teilweise wirkliche Längen hatte, aber ich freue mich, dass ich all den QT Liebhabern nicht mehr sagen muss, sie sollen mich bloß mit dem Rotz zufrieden lassen, sondern dass der Film wirklich gut war und traue mich jetzt vielleicht doch sogar mal noch an einen oder zwei ran, die ich bisher wegignoriert hatte, mit nicht zu großer Erwartung, aber ein wenig Hoffnung.

Also: Sollte da draußen noch irgendwer außer mir Tarantinos Filme nicht mögen (mir scheint immer, ich bin da recht alleine) trotz allem Django versuchen, mich hat der trotz aller Vorurteile überzeugt.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Filmfan30

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Niemand spielt den Bösewicht besser als das ehemalige Milchbubi aus Titanic. Leonardo Di Caprio war grandios und alle anderen Rollen top-besetzt. Was kann man sich mehr wünschen? Selten so gelacht und mitgefiebert.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

manuel.luger.3

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

So muss ein moderner Western aussehen, neben "Todeszug nach Yuma" der zwar etwas ernster ist, der beste Western den ich gesehn hab

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten

Maniac

Antwort löschen

@Samweis_Gamdschi , ich sagte ich tuh mich schwer , gesehen dennoch schon einige , überzeugen konnte mich bis dato aber nur wenige-
Der von dir angesprochene Klassiker Spiel mir das Lied vom Tod und Die glorreichen Sieben z.Bsp. sind wirklich sehenswert.

@pischti den kenne ich noch garnicht, danke fr den Tip , vorgemerkt :)


manuel.luger.3

Antwort löschen

Naja, werd mir mal ein paar rauspickn, bezweifle zwar sehr stark dass ich jemals Westerfan werde, aber vielleicht is ja mal was sehenswertes für mich dabei, sonst bleib ich einfach bei meinen Actionfilmen...


Shio

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

...überbewertet... schauspielerische leistung steht ausserfrage aber das allein ist nicht alles. story ist altbacken udn dialoge sehr zeh teils... spannung is kaum vorhanden... wenn der film nur halb so lang gewesen wäre, könnte ich die guten kritiken vielleicht nachvollziehen, so nicht.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Val Vega

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Leider neigt sich meine Tarantino-Werkschau langsam dem Ende zu und so kommentiere ich nun den letzten Tarantino. „Django Unchained“ ist nun also nach „Kill Bill” und „Inglourious Basterds” Tarantino’s erster wirklicher Italowestern – wenn auch einer mit einer Menge Blaxploitation Einfluss.
Über zwei Dinge wurden bei diesem Film ja lange gemeckert und lamentiert. Die Gewalt und der vermeintliche Rassismus. Doch ist das eine durch das andere bedingt. In „EDjango Ucnhained“ gibt es hauptsächlich zwei Arten der Gewalt: Psychische und physische. Wir haben diese langen brutalen Shootouts in bester Westernmanier, in denen das Blut nur so spritzt und die zweite weitaus schlimmere Gewalt – nämlich die psychische – die Darstellung der Sklaverei. Die Szenen der Auspeitschungen und auch dieses Loch in dem Broomhilda liegt, sind für mich viel schlimmer anzusehene. Zudem werden die rassistischen Sprüche und Witzelein so abartig oft wiederholt, bis es dem zuschauer weh tut zu sehen, wie sehr diese armen Teufel gequält werden und einem die kranke rassistische Ideologie dahinter klar wird.
Doch auch das Thema Freiheit wird bei Tarantino in diesem Film wieder ganz groß geschrieben – Tarantino, der Humanist. Es geht um die Frage ab wann man frei ist und ob man frei sein kann, wenn man sein ganzes Leben in Gefangenschaft gefristet hat. Tarantino erklärt uns, dass man einen solchen Menschen erst zur Freiheit erziehen muss, was hier durch den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz geschieht – der wieder einmal fabelhaft von Christoph Waltz gespielt wird. Dieser Charakter braucht Django’s Hilfe und entlässt ihn dann in die Freiheit – doch dann geschieht folgendes: Er fühlt sich für diesen Menschen verantwortlich und nimmt in Schutz. Und dann gelangen sie an jenen einen Punkt an dem nur noch eines hilft. Django muss ins kalte Wasser geschmissen werden um zu lernen wie er schwimmt. Ich glaube jeder der den Film gesehen hat, weiß von welcher Szene ich rede.
Es geht in diesem Film um die Menschenwürde und wie sehr ein Mensch erst gedemütigt werden muss um sich aufzulehnen. Wieso schlagen denn die schwarzen nicht einfach alle Tod? Wieso reißen sie sich nicht alles unter den Nagel?
Abgesehen davon ist „Django Unchained“ eine großartige Hommage an die ganzen alten Italos. „Django“, „Il Mercenario“ und viele mehr werden hier wirklich wunderbar zitiert und somit stellt auch „Django Unchained“ einen wunderbaren Einstieg für Italo-Neulinge dar.
Ich mag das ganze Setting des Films. Ich mag die Charaktere, die Tarantino entwirft und die Handlung, in der sie agieren. „Django Unchained“ ist einfach ein Tarantino, wie er im Buche steht. Voll pulpiger Dialoge, der richtigen Brise Gewalt und wie jeder richtige Tarantino ist auch dieser Film eine entfesselte Videothek.
„Django Unchained“ ist der glorreiche Abschluss einer Filmographie, die zum Glück noch kein Ende gefunden hat und hoffentlich – sollten beschissen Agenten nicht wieder Drehbücher verbreiten – auch noch lange kein Ende finden wird. Tarantino Unchained. Dieser Mann ist begnadet.

bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

Val Vega

Antwort löschen

Ich mag dafür "Matrix" und "Der Soldat James ryan" nicht :D


EvertonHirsch

Antwort löschen

James Ryan ist auch nicht unbedingt mein Ding. Aber Matrix habe ich damals schon im Kino gesehen und er war schon revolutionär. Deswegen sehe ich ihn irgendwie als etwas Besonderes, ohne dass er jetzt der größte Film aller Zeiten ist


Michelle Jäger

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Ich hätte nie gedacht,dass ein Western film mir so gefallen, könnte wie Django Unchained.Ich war wirklich positiv überrascht.Und die Darsteller haben mir auch super gefallen.Jamie Foxx fand ich echt gut.Christoph Waltz fand ich im Film sympatisch.Und Leo Dicaprio spielte wirklich eine miese Ratte,die er aber sehr gut gespielt hatte.Man erkennt deutlich die Handschrift von Tarantino.Die Länge fand ich in Ordnung, ich fühlt
mich nicht gelangweilt.Für mich ein gelungener Film ,den man gesehen haben muss!
Es gab einige Momente,die witzig waren,aber auch etwas traurig war.Es gab auch Momente ,wo mir das Lachen in den Hals stecken geblieben ist.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Critical

Kommentar löschen

Tja, Tarantino eben.

Dafür, dass Quentin Tarantino vorher nicht so viel mit Western am Hut hatte, finde ich, dass er es ganz gut hinbekommen hat, hier einen Film zu drehen, der Spaß und Action vereint.
Viel Geballer und viel Gewalt, aber ohne das ist ein Tarantino-Film auch kein Tarantino-Film.

Muss man sich einfach mal angucken und dann am besten selber urteilen.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Tq1991

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Jede einzelne Sekunde Christoph Waltz ist hier einfach nur fantastisch.
Screentime dieser Rolle und durchgehndes schmunzeln im Gesicht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

Swannenanne

Kommentar löschen
Bewertung9.5Herausragend

Danke, Gott (Tarantino), danke!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Antworten

kelo

Kommentar löschen
Bewertung7.0Sehenswert

Tarantino's Zenit war und bleibt, und darüber herrscht weitgehend Einigkeit, Pulp Fiction. Nach dem enttäuschenden Jackie Brown konnte er mit Kill Bill nochmal eine halbwegs ikonische Figur erschaffen, aber seitdem ging es bergab. Die Idee, Sklaverei im Wilden Westen zu thematisieren und es mit Blaxploitation zu würzen ist durchaus interessant. Wie aber schon die bei Inglorious Bastards sind die Charaktere entweder blass (Django) oder zu geschwätzig (Dr.Schulz, Candy), und die Gewaltszenen lustlos und uninspiriert (was soll dieses lächerliche Blutgespritze?) und ich kann Dr.Schulz' Motivation überhaupt nicht nachvollziehen. Der einzige Lichtblick ist Samuel Jackson mit alter-Mann-Maske, der die Rolle des obersten Schoßhundes Stephen wirklich zum schreien komisch spielt. That being said, es ist ein Tarantino, und wegen solcher Momente lohnt es sich für Fans des Meisters immer, sich durch stundenlanges Geschwafel zu quälen ;)

bedenklich? Kommentar gefällt mir 1 Antworten

a.thought

Antwort löschen

Ich glaube mit der Meinung das Jackie Brown ein enttäuschendes Werk von Tarantino war stehst du recht alleine da!



Deine Meinung zum Film Django Unchained