Obwohl Lars von Trier seit jeher ein Regisseur ist, der sein komplettes Gesamtwerk darauf getrimmt hat, dass man zu ihm Stellung beziehen - es lieben oder hassen - muss, hat er mit "Dogville" ein Film vorgelegt, der - obwohl er gleichermaßen Abscheu wie Beifall hervorrufen wird - letztendlich Licht und Schatten gleichmäßig verteilt, und in Quintessenz weder Verriss noch Lobhudelei rechtfertigen würde. Von Triers Inszenierung ist ungewöhnlich, und kann zu Beginn aufgrund des "Reiz des Neuen" beeindrucken, fügt sich aber auch nach der anfänglichen Gewöhnungsphase in das Gesamtkonzept ein und kann aufgrund dessen, den Vorwurf des Selbstzwecks zumindest verschleiern, wenn auch nicht gänzlich entkräften. Die Riege an Schauspielern hat das Konzept, in welchem sie sich bewegen, verinnerlicht, und kann so zu großen Teilen überzeugen. Die formale Ebene funktioniert genausso, wie man es vom Querkopf aus dem hohen Norden gewohnt ist. Umso enttäuschender…
Obwohl Lars von Trier seit jeher ein Regisseur ist, der sein komplettes Gesamtwerk darauf getrimmt hat, dass man zu ihm Stellung beziehen - es lieben oder hassen - muss, hat er mit "Dogville" ein Film vorgelegt, der - obwohl er gleichermaßen Abscheu wie Beifall hervorrufen wird - letztendlich Licht und Schatten gleichmäßig verteilt, und in Quintessenz weder Verriss noch Lobhudelei rechtfertigen würde.
Von Triers Inszenierung ist ungewöhnlich, und kann zu Beginn aufgrund des "Reiz des Neuen" beeindrucken, fügt sich aber auch nach der anfänglichen Gewöhnungsphase in das Gesamtkonzept ein und kann aufgrund dessen, den Vorwurf des Selbstzwecks zumindest verschleiern, wenn auch nicht gänzlich entkräften. Die Riege an Schauspielern hat das Konzept, in welchem sie sich bewegen, verinnerlicht, und kann so zu großen Teilen überzeugen. Die formale Ebene funktioniert genausso, wie man es vom Querkopf aus dem hohen Norden gewohnt ist.
Umso enttäuschender ist es, dass der dänische Filmemacher seiner Intellektualität postulierenden und prostituierenden Visualisierung eine Handlung überstülpt, die - trotz aller Manipulation von Seiten des Regiestuhls - so platt ist, wie die Kulissen, in der sie vonstatten geht.
"Dogville" spielt mit einem ganzen Reigen an menschlichen Schwächen, von Neid und Missgunst bis hin zur enttäuschter Liebe, vermischt dabei Brecht mit Dürrenmatt, und hat letztendlich doch nichts zu sagen außer: Die Welt ist schlecht, der Mensch noch schlechter.
Aus diesem Grund ist es garnicht von Nöten, etwaige politische Interpretationen, den immanenten Antiamerikanismus, den man von Trier immer wieder vorwirft, mit in die Bewertung einfließen zu lassen: Narrativ ist "Dogville" eine schwache Vorstellung, die aufgrund ihrer mannigfaltigen Referenzen an die literarischen Vorbilder nie wirkliche Spannung aufbauen kann.
Somit bleibt der erste Teil von Triers Amerika-Trilogie ein zweischneidiges Schwert, welches optisch beeindrucken, aber inhaltlich doch nie befriedigen kann.
Nicht gut, nicht schlecht - etwas Schlimmeres kann man einem Typen wie Lars von Trier wohl nicht vorwerfen.
Leider das erste Mal, das ich einen deiner Texte ausbuhen muss.
Zumal du, meiner Meinung nach, die inhaltliche Ebene von DOGVILLE komplett falsch einschätzt.
Der Mensch ist schlecht - sicher, das ist Tier-101, das kann man über (fast) alle seine Filme sagen, darüber hinaus verweist jedoch jedes Werk auf ganz eigene Überbauten, hier zb. die Angst vor dem Fremden (gerade heutzutage ja wieder topaktuell) und die inzestiöse Moral von Gemeinschaften.
Zudem ist der Film mit soviel eigenen Charakteren gesegent, das die platte Feststellung "Die Welt ist schlecht" komplett die feineren Themen dieser Charaktere übergeht : d ie Feigheit des "angeblichen" Literaten, das verneinende Sehen des Blinden, das nicht Sehen-Wollen der Ehefrauen - DOGVILLE platzt aus allen Nähten von Subtext.Meiner Meinung nach brillianten Beobachtungen und Figurenkonstallationen.
Nicht zu vergessen die Gewalt-Konzeption die Lars (wiedermal) auffährt - man fühlt Grace finale Rache geradezu als Erlösung , und geht damit doch wieder nur dem grinsenden Dänen auf den Leim.
"Die Welt ist schlecht" das lässt sich über so gut wie jedes Drama sagen, das jemals gedreht wurde - und es wird inhaltlich an jedem dieser Filme vorbeilaufen.
So ! Hoffe wir haben uns trotzdem noch lieb !
"So ! Hoffe wir haben uns trotzdem noch lieb !"
- na das hoffe ich doch auch :)
Natürlich war die Aussage "Die Welt ist schlecht" eine verkürzte Darstellung meiner Gedanken, die sich während des Filmes ergeben haben, trotzdem stellt sie meiner Meinung nach das schlussendlich richtige Fazit da - trotz oder gerade wegen ihrer Vereinfachung. Ich spreche "Dogville" den Subtext hinsichtlich seiner Figuren, den du beschrieben hast, überhaupt nicht ab; aber er erinnert mich doch (zu) stark an die Charakterisierungen, die auch Dürrenmatt in seiner "Alten Dame" aufbietet. Ähnlich verhält es sich mit der Moral bzw. der Gruppendynamik innerhalb des Dorfes, im Verlauf der Geschichte: Es ist nicht so, dass Triers Ansatz schlecht wäre, aber er ist mir nicht radikal oder neu genug - man kennt diese Mechanismen schon aus anderen literarischen Werken oder Filmen (eine spezielle Nennung muss ich mit Ausnahme der schon Aufgezählten, im Moment leider schuldig bleiben). Sogar das Ende mit seiner moralischen Ambivalenz - welches in mancherlei Hinsicht ja der Umkehrung der Ereignisse in der "Dame" nicht unähnlich ist, verliert so einiges von seiner Schockwirkung, weil es irgendwo doch vorauszusehen war.
Nunja, dann folgt jetzt natürlich die Standard-Gegenattacke : "Nennen mir drei Filme in den letir zten zehn Jahren, die zwischenmenschliches oder philosophsiches Neuland ergründet hätten......"
Und natürlich kann man die zehn auch gerne auf -seit Anbeginn der Filme- ausweiten, ich denke du weißt worauf ich hinaus will.
Nach deinen Kriterien verdient dann ja kein Film mehr als 5 Punkte, weil alles schonmal von Shakespear aufgeschrieben wurde.
Und nur weil Dürremat ein ähnliches Thema aufgriff, ist es nicht unfair einem Film vorzuwerfen, der Liteartur hinterherzuhinken.
Äpfel und Birnen und so....
Obwohl dieses Argument, wie du ja schon selber erkannt hast, etwas platt ist, ist es nur schwer zu kontern, das stimmt schon.
Ich räume auch gerne ein, dass meine Unzufriedenheit mit dem Plot auf eine enttäuschte Erwartungshaltung zurückzuführen ist.
Denn wenn jemand so exaltiert (manche würden es auch arroganz nennen) versucht, Filme auf einer intelektuell anderen Ebene zu drehen, wie von Trier, dann muss er sich auch gefallen lassen, dass man einen anderen Maßstab ansetzt. Solange sich seine Radikalität nur in der visuellen Gestaltung offenbart, storymäßig aber trotzdem auf mehr oder weniger bekannten Pfaden wandert, dann finde ich das etwas...enttäuschend.
Zumal er den Vergleich mit gewissen literarischen Vorbildern mit "Dogville" ja wirklich erzwingt; ich kenne wenig Filme, die sich als "eigenständig" sehen, in Wirklichkeit aber so massiv beeinflusst sind von der Literatur - sowohl optisch als auch inhaltlich.
Mal sehen, vielleicht gebe ich "Dogville" eines schönen Tages noch einmal eine Chace, und werde versuchen lassen, mich zu überzeugen ;)
Genau, gib ihm eine zweite Chance. Im Übrigen sind vTriers Referenzen an Brecht ja nun gewollt und offen darliegend, insofern prallt Dein Argument des vorletzten Absatzes doch etwas ab an vTrier.
Was mich aber eigentlich wundert und weshalb ich Deinen Kommentar kommentieren wollte: Du hast Du - jedenfalls jetzt gerade - Agent Cooper als Profilbild, aber kein Wort über die Referenz von vTrier an Lynch und TwinPeaks... Gerade gestern - ich sahe TP Folge 3 - wurde mir das so vehement um die Ohren gehauen, dass ich heute mal geschaut habe, wem das noch auffiel - und: es sind wenige ("Geister" als "Europas Antwort auf TP" ist ja schon eher bekannt). Aber hier zB: "Were you a “Twin Peaks” fan? You just might love this." (http://www.bloggernews.net/116743) -- und ich vermute, dass zumindest der erste Teil bei Dir zutrifft!?
Ich muss zugeben, die Referenzen an Lynch, bzw. "Twin Peaks" habe ich bisher auch noch nicht erkannt, was aber durchaus daran liegen kann, dass zwischen meiner letzten TP-Sichtung und "Dogville" doch einiges an Zeit vergangen ist - werde ich bei Gelegenheit aber mal überprüfen; eine Runde TP steht sowieso mal wieder an ;)
Stimmt, die Referenzen von "Geister" sind da auf jeden Fall offensichtlicher - soweit ich mich daran erinnere, ist ja sogar die Marketingschiene darauf angesprungen, die "Geister" mit TP hinten auf dem Cover verglichen hat.
Der dänische Regisseur Lars von Trier ist vor allem Liebhabern von anspruchsvollen, ungewöhnlichen Filmen mit Niveau ein Begriff. In Skandinavien war er Mitbegründer des „Dogma-Films“ und zudem regelmässiger Gast bei den bekannten Filmfestspielen in aller Welt. Sein letzter großer Wurf war „Dancer in the Dark“, der in Cannes mit 2 Goldenen Palmen ausgezeichnet wurde.
In seinem neuesten Werk „Dogville“ stellt Herr vom Trier erneut die beschriebenen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. In der beschaulichen kleinen Stadt Dogville führen die Einwohner ein tristes Leben ohne Höhepunkte. Da verirrt sich die junge Grace (Nicole Kidman) in das öde Bergkaff, verfolgt von einer Horde Gangster. Der idealistische Jungschriftsteller Tom nimmt sie in Schutz, versteckt sie erst vor den Gangster, dann der Polizei und setzt sich schließlich bei der Dorfversammlung bei den verängstigten Einwohnern dafür ein, dass Grace bleiben kann. Man trifft schließlich die Übereinkunft,…
Der dänische Regisseur Lars von Trier ist vor allem Liebhabern von anspruchsvollen, ungewöhnlichen Filmen mit Niveau ein Begriff. In Skandinavien war er Mitbegründer des „Dogma-Films“ und zudem regelmässiger Gast bei den bekannten Filmfestspielen in aller Welt. Sein letzter großer Wurf war „Dancer in the Dark“, der in Cannes mit 2 Goldenen Palmen ausgezeichnet wurde.
In seinem neuesten Werk „Dogville“ stellt Herr vom Trier erneut die beschriebenen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. In der beschaulichen kleinen Stadt Dogville führen die Einwohner ein tristes Leben ohne Höhepunkte. Da verirrt sich die junge Grace (Nicole Kidman) in das öde Bergkaff, verfolgt von einer Horde Gangster. Der idealistische Jungschriftsteller Tom nimmt sie in Schutz, versteckt sie erst vor den Gangster, dann der Polizei und setzt sich schließlich bei der Dorfversammlung bei den verängstigten Einwohnern dafür ein, dass Grace bleiben kann. Man trifft schließlich die Übereinkunft, dass Grace für 2 Wochen bleiben kann, um in dieser Zeit, die Stimmen möglichst vieler Dorfbewohner zu gewinnen, die schließlich darüber abstimmen, ob sie ganz bleiben darf. Grace bemüht sich redlich, die einzelnen Dorfbewohner in ihren alltäglichen Verrichtungen so gut sie kann zu unterstützen.
Doch je mehr sich Grace aufopfert, um die Solidarität der stimmberechtigten Bewohner zu gewinnen, desto maßloser werden diese. Anfänglich noch ablehnend, dann dankbar und offen und schließlich gierig und egoistisch vereinnahmen sie Grace für ihre Zwecke. Und Grace ist dem wohlwollen der dörflichen Gemeinschaft weiterhin hilflos ausgeliefert. Zum Glück ist da noch Tom, der sie wirklich liebt und ihr über die schweren Zeiten hinweghilft. Doch dann spitzt sich die Lage im Dorf zu, als auf Grace ein Lösegeld ausgesetzt wird. So oder so: Das eskalierende Drama ist vorprogrammiert.
Allein schon die Art und Weise, wie der Film gedreht wurde, lässt einen ungläubig grinsen. In einer riesigen Lagerhalle sind Umrisse der Häuser und der Straße als Grundrisse auf dem Boden aufgemalt. Hausfassaden oder auch die alte Silbermine sind nur minimalistisch angedeutet, es gibt keine Türen, keine Fenster und auch kein Tageslicht. Auch die Aufteilung in einen Prolog, 9 Kapitel und genial-zynische Erzähler-Monologe machen aus „Dogville“ gleichermaßen eine interessante Mischung aus einem gesellschaftskritischen Theaterstück und einem Gleichnis über die Abgründe der menschlichen Psyche. Durch die minimalistische Ausstattung erreichen sowohl der darstellerische Anspruch als auch die Qualität des schauspielerischen Niveaus eine völlig neue, für einen Spielfilm atmosphärisch ungewohnt dichte Dimension.
Wer sich auf „Dogville“ einlässt, bekommt nichts weniger, als schonungslos einen Spiegel vorgehalten. Sicher nicht ein Film, den man sich alle Tage „einfach so“ zur Unterhaltung ansieht, und dennoch ein Kunstwerk in Form, Inhalt und Innovation.
Lars von Trier war schon immer ein Zertrümmerer alter Formen und Stile und ein Erneuerer des Kinos. Den experimentellen ersten Filmen wie The Element of Crime, Epidemic und dem opulenten Europa folgten die filmische Selbstbeschränkung von DOGMA 95 und schließlich die Experimente mit Erzählformen des Theaters vor allem Brechtscher Herkunft, die schließlich in die USA-Trilogie mündet, deren Anfang Dogville markiert. Von Triers Auseinandersetzung mit den USA und der amerikanischen Lebensart haben dem Regisseur zwar viel Prügel eingebracht, doch der Faszination von Dogville kann man sich nur schlecht entziehen – mit minimalistischen Mitteln gelingt das beklemmende Bild einer Gesellschaft, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer moralischen Ideale allem Fremden gegenüber äußerst misstrauisch gegenübersteht.
Ein hochaktueller Diskurs in einer Zeit, in der die so lange bequem ausgeblendete Konfliktlösung mit gewaltsamen Mitteln plötzlich nicht mehr zu verdrängen ist. Grace war für die Menschen in Dogville eine Prüfung - sie haben sie nicht bestanden.
Von Trier zeigt auch, wie gute Menschen wegen ihrer Tugend gefürchtet werden. Wie die weniger Tugendhaften Güte zu zerstören suchen. Wie Vergebung in Rache umschlägt. Wie Gangster sich als humaner erweisen als der niederträchtige Nachbar. Wie man vielleicht töten muss, zum Wohl der Menschheit. Man darf das alles gar nicht zu Ende denken, sonst versinkt man rettungslos im Nihilismus.
Eine großartig erzählte Geschichte, die von großartig spielenden Darstellern verkörpert und mit großartiger Musik begleitet wird, braucht keine aufwendige Kulisse.
Ein sehr langes Theaterstück, welches jedoch meiner Meinung nach, gar keine Längen enthält. Ein grausames Märchen, so grausam, wie sie in den Büchern geschrieben stehen.
Eingeteilt in 9 Kapitel, wohl eher Akte, und jedes enthält einen knackigen Mittelpunkt, der präzise zum Ausdruck gebracht wird. Die schauspielerischen Leistungen grandios. Kidman hat mir noch nie besser gefallen.
Alles vorhanden: Von A wie minimalistische Ausstattung über S wie Schuld und V wie verletzen/sein oder auch Vergeltung bis hin zu Z wie der zynische Erzähler.
Die Grausamkeit und somit das Unverständnis des Zuschauers ziehen ab der Mitte ordentlich an. Das letzte Kapitel ist somit wahrlich (fast) eine Erlösung, eine ziemlich schwarzhumorige noch dazu ;) ("Das schulde ich ihr.")
Die Kameraarbeit passt perfekt und noch besser fand ich den Schnitt. Vielleicht waren es auch einmal ein paar Filmfehler (Beispiel: Sie liegt auf dem Bett, zack, liegt mit dem Kopf auf seinen Beinen, zack, sitzt neben ihm), trotzallem lässt es das Gesamte in eine angenehme Skurrilität gleiten, die mich verzauberte.
Ein erwachsenes Märchen für erwachsene Menschen, die die Moral von Moral und Arroganz kennenlernen dürfen.
Danke, Lars.
Abzug mindestens für mein innerliches Schreien in einer Szene ( "Warum -zum Teufel- schläft sie jetzt ein und springt nicht aus dem fahrenden Wagen?!") Kenner werden wissen, was ich meine. Die Anderen dürfen darauf warten ;)
Herr Doktor Freud hätte sicher Spaß an der psychoanalytischen Auseinandersetzung mit jeder einzelnen Figur des Filmes gehabt ..
Ohjemine, eine Positionierung ist gefragt.
Ich verstehe gleichermaßen Beschimpfungen und Lobhymnen auf dieses Werk von Lars von Trier und könnte auch selbst einen Roten hier verteilen, aber irgendwie ist mir gerade nicht danach.
Tja, der Lars ..
3 Stunden. Wir haben es hier also mit einem minimalistischen Mammutprojekt zu tun, klingt fast wie ein Oxymoron, aber nun gut, wenn der Lars was machen will, dann macht er es auch. Letztlich waren das auch 3 Stunden, die für mich gut investiert waren und ich kann nicht behaupten mich gelangweilt zu haben, im Gegenteil, ich bin erstaunt, welche Boshaftigkeit und welchen Zorn mir Herr von Trier gegenüber seiner Dorfbewohner entlockte. Und genau da setzt aber mein einer Kritikpunkt an, denn ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle einen kräftigen Ausbruch gewünscht und wäre es nur ein geschrienes "Fuck You" gewesen, aber das spart sich der Herr von Trier, mit seinem Knall wartet er tatsächlich bis ganz ganz ganz zum Schluss. Die Aufmachung ist brilliant, Lars von Trier beweist, dass er theaterfähig ist und selbst da nur spärlich Requisiten und Kulissen braucht um etwas Großes zu schaffen. Da hilft es natürlich ein paar Größen im Cast zu haben, sonst würde sich wahrscheinlich auch kaum jemand seine mutigen Filmchen ansehen. Der Mythos "von Trier" erweist sich mir immer mehr als oberflächlich kryptische, aber bei genauerem Hinsehen als mächtig depressive Chose voller dunkler Intelligenz.
"Dogville" ist ein etwas großräumigeres Kammernspiel, das den Zuschauer an die Abgründe der menschlichen Triebe führt und uns zeigt, was Einsamkeit und Bitterkeit aus uns machen können. Dabei ergibt sich dennoch die Katharsis, dass wir zu Güte fähig sind, wenn es sich Lars von Trier auch nicht nehmen lässt uns den Gewehrlauf direkt in die Fresse zu drücken. Wir sind atmende Materie, die auf den Abgrund zuläuft, wenn wir auch entscheiden können, wie wir das tun. Ernüchternd, ja, aber ebenso brilliant und wahr.
Ich weiß nicht was ich über den Film sagen soll, ausser dass er ein Meisterwerk ist, der mit einer minimalistischen Ausstattung daherkommt und trotzdem vollends überzeugen kann.
Die unglaubliche Schauspielkunst, die ergreifende Handlung samt ihrer moralischen Aspekte und das innovative Setting werten den Film auf 10 Punkte mit Herz auf.
Dogville ist ein fiktiver kleiner Ort umrahmt von den Rocky Mountains.Der Film spielt in den 30er Jahren und die einwohner Dogvilles führen ein anspruchsloses Leben,abgeschottet von der Aussenwelt.
Hauptpersonen sind zum einen Tom Edinson (Paul Bettany) ,ein Schriftsteller,der jedoch noch gar nichts geschrieben hat und sich ständig den kopf darüber zerbricht,wie er aus Dogville eine bessere Gemeinde machen kann.Dabei beisst er bei den sturen Einwohner regelmässig auf Granit.Doch das ganze Leben der Gemeinde ändert sich,als Grace (grandios gespielt von Nicole Kidman) in das Leben von Tom tritt.Und obwohl Grace offensichtlich von Gangstern verfolgt,welche sich bei Tom nach Grace erkundigen,ein grosses Risiko für Dogville darstellt,leugnet dieser Grace jemals gesehen zu haben.Tom ist so fasziniert von Grace,dass er sie am nächsten Tag den anderen bewohnern vorstellt.Die Gemeinde ist gespalten,während die einen bedacht sind keinen Arger zu verursachen,sind die anderen Bewohner der Meinung das sie eine Chance verdient hat.So einigen sich alle Einwohner auf Toms Vorschlag,sie für zwei Wochen in Dogville leben zu lassen,um zu testen ob sie in die Gemeinde passt.Zur Handlung will ich nicht mehr schreiben,da es bei einem 3 Stunden Film ansonsten leicht ausufern könnte:-)
Dogville ist Theater.Dogville ist purer Minimalismus.
Schon nach wenigen minuten wird man merken,ob einem der Film gefällt oder nicht.Denn es wird dem Publikum eine Menge abverlangt,da das Geschehen quasi auf einer riesigen Theaterbühne stattfindet,muss der Zuschauer sich die Häuser und Pflanzen,welche ansonsten nur durch einfache Kreidestriche dargestellt werden,einfach in seiner Phantasie ausmalen.Ich persönlich war von dieser darstellung völlig fasziniert.
Lars von Trier versteht Dogville als Kritik an unserer heuchlerischen Gesellschaft ,und keiner versteht es die Abgründe der menschlichen Psyche besser darzustellen als das regie Genie aus Dänemark.Für alle Freunde anspruchsvoller Kost ein absoluter Pflichtfilm!
Irgendwo in den Rocky Mountains befindet sich eine Halle. Leerstehend, aber bewohnt. Schrullig geschmückt. Kreidig bemalt. Ein kleines, feines Dorf auf dem ersten Blick. Von Hinterwäldlern bewohnt. Friedlich. Jeder auf seine Art sympathisch und interessant.
Doch Menschen tun vieles. Das meiste für sich. Ihnen ist egal was sie damit bewirken. Nehmen sie einen bei sich auf, sehen sie irgendwo einen Vorteil für sich selbst. Sind sie freundlich zu einem, sehen sie einen Vorteil für sich selbst. Ist jemand zu freundlich, zu herzlich. Schlicht zu perfekt, sehen sie Arroganz. Menschen sehen bei anderen das schlechteste und für sich das beste. Menschen in „Dogville“ sehen zuerst nur irgendeine fremde, irgendwo auftauchen. Alles scheint für sie perfekt. Doch sie beginnen den Charakter so zu analysieren, dass sie wissen was sie an ihr machen können, dass sie aus ihren Charakter einen Vorteil holen. Unnötige Arbeiten in „Dogville“ werden plötzlich nötiger. Die Fremde beschwert sich nicht. Sie will ihre Höflichkeit und damit das gute Ansehen nicht verlieren. Sie arbeitet weiter. Verweigert nichts. Es wird aber immer schlimmer. Jeder Versuch Nettigkeit von ihr wird abgewertet. So entsteht die Sklavin von Dogville.
Die Zweitsichtung von „Dogville“ habe ich - mittlerweile zu meinem Bedauern - lange Zeit vor mir her geschoben, da Ich den Film beim ersten mal als grandios aber auch etwas anstrengend bezeichnete und ich die letzte Zeit nicht wirklich den Nerv für anstrengendes hatte zögerte ich eine Zeit. Diesmal kamen die knapp 3 Stunden jedoch mehr vor wie eine knappe halbe Stunde. Sicher, „Dogville“ ist verstörend, polarisiert und ist an manchen Stellen wirklich auf seine ganz eigene Art heftig, doch diesmal genoss ich die Geschichte wirklich. Mit jedem Kapitel, mit jeder Einstellung, jedes Gespiele mit den unsichtbar erscheinenden Gebäuden. Eine Halle wird mit Kreide bemalt und mit nicht zu erkennenden Häusern bebaut für eine Geschichte, die komplexer Charaktere nicht vorstellen könnte. 15 Personen. Fast alle perfekt geziert. Immer wieder werden diese Eigenschaften der Figuren intelligent und zu Anfang wirklich noch liebevoll mit in die Handlung gebunden bis sie dann Stück für Stück ihre einst guten Facetten ablegen und zu äh... Hunden werden.
[Spoiler]
Der Schluss ist natürlich auch eine Klasse für sich. Ich empfand ihn auf der einen für unglaublich schwarz-humorig. Allein schon wie die Kinder abgemurkst werden. Auf der einen Seite ist es auch ein kleines Happy-End. Ein Dorf voller Fieslinge, die einem im Grunde nur Leid tun konnten nehmen nun Abschied von einem schönen Ort, der nur noch von einem Hund bewohnt wird. Der friedlich schlummern und bellen kann. Ich find das schon auf seine Art beruhigend.
[Spoiler Ende]
Aber das was wirklich zählt: „Dogville“ hat es nun geschafft sich zu 100% ins Herz zu schießen und ist eines der wenigen Werke, was es geschafft hat in meine nicht leicht zugängliche „Top-Top-Top-Liste“ zu kommen. Obwohl ich den Schluss eigentlich ja schon kannte, hat er mich von Anfang bis Ende total gebannt und gefesselt. Der Score von Joachim Holbek wird fantastisch eingesetzt und bestimmt die Atmosphäre die volle Laufzeit. Aber das allerbeste ist neben Nicole Kidman der aufschlussreiche, brillant gezielte und oftmals schön zynische Erzähler. Absolut brillant. Hab seit „Fight Club“ nicht mehr so was brillantes aus dem Off gehört! Die Kamera-Arbeit gehört auch zum besten. Besonders beeindruckend ist es wie die Kamera beim Prolog schon aus der Vogelperspektive mitten in den Raum zoomt. Beim Abspann sollte man - wenn das nicht sowieso schon Standard ist - nicht vergessen sitzen zu bleiben! Denn da sieht man noch einmal Dogville mit ganz anderen Augen. Kenner wissen was ich meine.
@BigDi: Yes, der wird auch noch geschaut. Dann am besten beide hintereinander .:D
@Kreaexo: Ha! Man sollte demnächst einen LIKE-Button für Wertungen einführen! :)
Eine "Top-Top-Top-Top"-Kritik - aber erst, wenn du Standart in Standard veränderst.;)
Ansonsten liest sich das - vor allem der Beginn - vorzüglich. *Applaus*
Dogville,ist ein Film, der polarisiert. Das zeigen auch die Bewertungen hier bei moviepilot, auch die meiner "Freunde" " (von uninteressant bis Lieblingsfilm) Die filmische Qualität des Streifens und die schauspielerischen Leistungen sind zweifelsohne hochwertig . Seine Aussage, dass Ausgrenzung, Unterdrückung und Entwürdigung in die Katastrohe führt, ist zeitlos aktuell. Die minimalistische Darstellung lenkt den Blick auf das, was dem Drehbuchschreiber und dem Regisseur wichtig ist.
Gleichwohl halte ich es für fraglich, ob die Verwischung der Darstellungsästhetik von Film und Theater der richtige Weg ist. In seiner kargen Darstellung und Sprache erinnert Dogville an ein Stück von Brecht. Nachträglich wurde der Filmstoff ja auch zu einem (sicher ausgezeichneten) Bühnenstück umgearbeitet. Hier hat die gewählte Darstellung ihre Berechtigung. Beim Film erwarte ich (andere sehen das mit sicher guten Gründen anders) einfach eine weniger minimalistischeund karge Darstellungsform.
[Dieser Film hat Aggressionen in mir geweckt, die ich noch nie vorher irgendwo hatte.
Dieses Inzest-Dorfgelumpe, jeder soll verrecken.
Die Charaktere sind zwar durchaus interessant, aber jeder auf seine Weise extrem widerlich.]
Lars von Trier hat einen ganz besonderen Film geschaffen. Keine wirkliche Kulisse, das komplette Geschehen spielt sich in einer minimalistischen Theaterdekoration ab. Neben diesem Aspekt wirkt das Ganze auch wie ein Theaterstück, unterteilt in 9 Kapitel/Akte, mit wenigen Requisiten und es wird nur ein kleiner Ort in den Rocky Mountains betrachtet.
Dank der Stimme aus dem Off und den großartig agierenden Schauspielern langweilt dieser Film nur zeitweise in sehr geringem Maße, meist zu Anfang. Doch umso länger der Film dauert, desto stimmiger, spannender wird das Ganze und fesselt bis zum Ende.
Die Soundeffekte wurden angemessen angewandt. Nicht zu viele, nicht zu wenige, nur die, die benötigt wurden. Unter denen hat mir das Knarzen, Öffnen und Schließen imaginärer Türen am Besten gefallen.
Bis ins kleinste Detail sehr passend.
Die Kameraarbeit muss ich auch loben. Fand ich diese zu Beginn noch störend und merkwürdig, faszinierte sie mich doch bis zum Ende hin immer mehr. Besonders die Draufsicht, die das Geschehen aus einem völlig neuen Blickwinkel beleuchtet, begeistert.
Man kann diesen Film durchaus als einzigartiges Meisterwerk betrachten, da es so eine Art 'Film' nicht oft gibt. Nicole Kidman spielt überragend. Doch nicht nur sie; das komplette Ensemble ist ihr durchaus ebenbürtig.
Nachdem ich nun meine, die sublime Aussage des Films erkannt zu haben, musste ich nun doch mal den "Lieblingsfilm"-Button verwenden um dieses grandiose Fraktal hervorzuheben. Triers arrogante Erhabenheit über seinem Film und den Kritikern halte ich schlichtweg für genial.
Wow. Seit langem gab es keinen Film mehr dem ich die 10 mit Herzchen gegeben habe. Bis gestern Abend.
Da nämlich, durfte ich mich durch den Film Dogville quälen. Der Schmerz lag allerdings nicht in der gewaltigen Länge, sondern alleine in Kidmans hervorragendem Schauspiel und ihrer genialen Rolle: Grace, ein Mensch an der Schwelle, an der Barmherzigkeit sich in naiven Dummheit wandelt. Oder Arroganz, wie es ihr Vater erklärt.
Weniger Ausstattung geht kaum, fast keine Kulissen und Requisiten, sogar der Hund des Ortes ist nur mit Kreide gemalt. Und doch strahlt die Bühne ständig echtes Leben aus. Echt wie die versteckten Gefühle und Gedanken der Dorfbewohner, die realer kaum sein könnten.
Klar, hier wird wieder eine Frau von Lars gequält und ausgebeutet. Klar, das Menschenbild ist wieder äußerst düster und kaputt... aber es hat funktioniert, Bravo!
Was auch hier so niedrig?
Naja uns sollte ja bereits die ach so "zuverlässige" Community bekannt sein, gibt da zum Thema ja auch genug andere Beispiele. ;)
Hehe... Joa, hatte da auch irgendwann mal 9 stehen glaub ich, aber dann kam Antichrist. Egal, Punkte sind Schall und Rauch, aber 5.7 geht GAR NICHT KLAR! ;)
Hm, ich fand Antichrist auch grandios, aber "Dogville" hatte für mich ein minimales Stück die interessantere Story. Den negativen Durchschnitt hat er übrigens vor allem weil er zu den meist gehassten Filmen hier gehört, so traurig das auch ist. [http://www.moviepilot.de/news/eure-25-favoriten-die-hassfilme-109786]
Man bracht schon etwas Zeit, bis man sich an das ungewöhnliche Setting, das aussieht wie eine Theaterbühne, gewöhnt hat. Spätestens bei der Szene, wo Grace den Blinden "provoziert"(meine Lieblingsszene im Film) ist man vollkommen drin in der verstörenden Geschichte. Ich weiß, nach Melancholia habe ich mir geschworen keinen weiteren Film mehr von Lars von Trier anzusehen. Nicht weil Melancholia ein schlechter Film war, ganz im Gegenteil, es war ein Meisterwerk. Aber trotzdem sehr schwerfällig und depremirend.
Irgendwann konnte ich allerdings nicht mehr anders und sah mir Antichrist an, mit mehr oder weniger Freude. Schließlich dann auch Dogville, bei dem ich mich anfangs wirklich sehr schwer getan habe. Nach zehn Minuten war ich sogar kurz davor den Film auszumachen, aber das ist nicht meine Art. Einmal angefangen muss er auch zu ende gesehen werden, egal wie schlecht er auch ist. Also schaute ich weiter und sah wie der Film immer besser wurde. Plötzlich wurde man richtig in die Geschichte mit reingezogen, bis zum schokierenden Ende.
Wenn man Dogville nun einige Zeit auf sich wirken lässt und in einer Woche nochmals über ihn nachdenkt, dann merkt man wie sehr einem dieser Film bedeutet hat. Man vermisst die Bewohner des Dorfes fast schon, mögen diese auch noch so grausam sein.
Jetzt glaube ich, ich habe ein fehler gemacht. Ich habe ihn etwa nach 15 minuten ausgemacht. Ich habe mir gedacht, was ist das den für ne scheiße. Ein Film, der eigentlich kein Film ist, sondern ein Theater oder sowas ähnliches. Ich hätte wohl weiter gucken sollen
Eigentlich ist es nicht möglich diesen Film korrekt zu bewerten da er so anders ist.
Eine korrekte Bewertung währe möglich, wenn diese 10 Punkte Skala hier, dreidimensional währe. Auf diese Art würde ich wohl am besten meine Gefühle und Gedanken festhalten können.
Bereits gesehene Filme : 536
Sicherlich gibt es hier viele ,die doppelt soviel gesehen haben, aber dennoch ist es für mich eine beachtliche Anzahl.
In all den Jahren habe ich nun über 5 1/2 gesehen , und dennoch habe ich so etwas wie Lars von Triers Drama "Dogville" noch nie gesehen.
Was der dänische Regisseur hier abliefert sprengt die Grenzen des bisher Gesehenen und die Konventionen sowieso : Ein drei Stunden Epos ,welches reduzierter nicht ausfallen könnte. Trier verzichtet völlig auf eine Kulisse und sogar die Wände und einige Türen werden von den Darstellern pantomimisch improvisiert. Der gesamte Film spielt auf einer 50 mal 50 Bühne. Mehr als einmal überkommt den Zuschauer das Gefühl ,hier abgefilmtes Theater ,statt Kino zu erleben.
Doch wozu all das ? Selbstzweck ? Wohl kaum !
Nein , Trier macht dem Zuschauer klar ,das die Ausstattung und das Setting überflüssig für seinen Film wären. Denn es zählt nur die Geschichte und die Darsteller.
Und Trier gelingt es seine Geschichte wendungsreich , emotional und vorallem ist sie ihren gefühlten 3 Stunden nie langweilig. Die Darsteller um Nicole Kidman , Paul Bettany, James Caan , Phillip Baker Hall sind so umwerfend in ihren Rollen , das der Zuschauer fast vergisst das er hier "nur" Schauspieler vor sich hat.
Fazit :Ein Experiment. Ein episches Monument. Ein Theather im Kino. Ein Film denn man gesehen hasben muss.
Mehr kann ein Film nicht leisten !
ERSTES und LETZTES Kapitel, in dem ich erkläre, wieso der Film für mich missglückt.
Das Mächtigste ist, dass es gar nicht geschafft wird, Atmosphäre aufzubauen, weil es keine gibt. Gut, es gibt eine wunderschöne Erzählung, erstklassige Dialoge und gelungene Kostüme. Aber keine Umgebung. Dieser leere Puppenhaus-Look hat nichts Anschauliches, nichts Atmosphärisches und nichts Erfüllendes außer ein paar alte Bretter, Türen und Bierbänke. Es kann sich für mich keine Atmosphäre aufbauen, weil der zerstörerische Hintergrund aus schwarzer beziehungsweise weißer Leinwand alles Flair zunichtemacht.
Dabei ist die Geschichte wirklich einzigartig, die Schauspieler großartig und die Kritik an der Gesellschaft und der reizende Anspruch der menschlichen Abgründe absolut makellos dargestellt. Aber sobald ich diese Kulisse sehe hat für mich nichts mehr eine Wirkung. Es kommt nichts rüber. Und ich frage mich, wieso man diesen Film damit so runterzieht. Soll das revolutionär sein? Ein Versuch, etwas total Ausgeflipptes, Besonderes, Nochniedagewesenes oder einfach Anderes zu machen? Ja, wahrscheinlich. Bei mir wirkt es aber nicht. Bei mir schlug es fehl. Vielleicht weil ich nichts von Theater halte – wie ich nun weiß, besonders nicht in einem Film. Ich kann mich nicht in eine Welt einfinden, wenn ich sehe, dass alles in einer leeren Theaterhalle gedreht ist. Es ist alles nur gespielt – wie sonst zwar auch. Aber hier wird dies einem durch das Spiel und Bühne bezwungen klar gemacht, wodurch ich keinen Moment das Gefühl hatte, etwas Wahrliches, Ehrliches, Packendes oder Ergreifendes zu sehen. Zum Glück gibt es genug Filme, die ähnlich anspruchsvolles Zeugs zeigen und dafür keine Theaterbühne als Aufmerksamkeitserregung brauchen.
Wie schön wäre der Film in einem schicken kleinen Dörfchen. Mit Bäumchen, Büschen, Hütten und einem echten Hund …
Wie blöd es auch klingt, den Film nur aufgrund der Theateraufmachung mit "uninteressant" zu bewerten. Letztendlich ist aber nur diese daran schuld, dass der Film mich keinen Moment entführte und das Drama somit einfach nicht wirken wollte. Ich mochte gar nicht hinsehen. Dazu kam diese furchtbare Kameraarbeit, die nach Praktikant mit Hobbycamcorder ausschaut (und die auch noch einen europäischen Filmpreis bekam? Jesus!). Ich liebe es, wenn man bei Filmen in eine andere Welt verschlungen wird, besonders bei derartigen Geschichten mit gewissem Anspruch ist genau dies wichtig. Aber hier findet man sich nur in einer leeren Halle wieder, die mal einen schwarzen, mal einen weißen Hintergrund hat, und auf der für einen Hund "Dog" auf dem Betonboden mit Kreide geschrieben steht.
Für ein Theaterstück eine wohl gelungene Leistung. Für einen Film aber fehlgeschlagen. Ich mag’s nicht, trotz Tiefgang. Und damit hoffe ich nicht bewiesen zu haben, mich nicht auf Neues einlassen zu können. Aber ob es nun besonders viel Kunst vermag, einen Film in Form eines Theaterstückes zu verfilmen, lasse ich unbeantwortet. Der Vorteil jedoch ist, dass Kunst wohl die größte Geschmackssache ist, die es gibt. Und man sie auch gerne mal nicht mögen darf.
Ich bin davon überzeugt das man den Film erleben kann ohne auch nur die Augen aufzumachen. Ein Hörspiel würde reichen, Atmosphäre wird hier nicht durch Visualisierung erzeugt.
Prolog, der uns Mr.Film's erste Gedanken näher bringt:
Lars von Trier, die 2te. Nach dem Debakel "ANTICHRIST", hab ich mir die Empfehlung "DOGVILLE" einiger netter User(schleim) zu Herzen genommen. Selten habe ich so einen anstrengenden Film gesehen. Nicht weil er unbedingt komplex erscheint, der Storyverlauf ist meiner Meinung nacher recht einfach gehalten, jedoch musste ich nach 2 Stunden damit kämpfen, meine Augenlieder offen zu halten. Und das kann verdammt anstrengend werden.
Erstes Kapitel, in welchem Mr.Film versucht zu erklären:
Ich bin bei "DOGVILLE" zwiegespalten, auf der einen Seite fande ich die Kulissen, und das alles nur an einem Ort spielte, sehr außergewöhnlich. Im positiven Sinne. (Hihi, die konnten sich nichtmal richtige Häuser leisten). Der Hund war ja extrem süß. Den Schauspielern kann man auch nichts vorwerfen, da möchte ich mal PAUL BETTANY ins Rampenlicht rücken, selten so einen, zu unrecht, viel zu unpresänten, grandiosen Schauspieler gesehen. Schon in "RITTER AUS LEIDENSCHAFT" hat er gezeigt das er alle Blicke auf sich ziehen kann. NICOLE KIDMAN dagegen fande ich eigentlich nur solide, sie war halt da, man hat sie ganze Zeit gesehen, aber wirklich berührt hat sie mich nicht.
Erfolglos waren ebenfalls die anderen Charaktere bei mir, recht belanglos kamen sie mir vor, uninteressant. Ja, ich gebe es zu, sie waren mir so schnurz egal das ich mich auch kaum mit ihnen beschäftigen wollte. Die Dialoge waren super geschrieben, ja, doch irgendwann war es einfach zu viel des guten. Ein Theater in Film-Form. Da kommt mir ja schon vom hören das kotzen. Live wäre das bestimmt erste Sahne, doch hier hat mir diese Atmosphäre gefehlt, die eben für ein Theater-Stück normal wäre. Dazu kommt diese extrem lange Laufzeit, die leider nur zum Kritikpunkt wird, da mir vieles recht einschläfernd vorkommt. Das Ende dagegen hat eine Menge rausgerissen, das kam sehr unerwartet.
Zweites Kapitel, in welchem die Gefühlswelt von Mr.Film dargestellt wird:
Mit den Gefühlen kann "DOGVILLE" jedoch sehr gut rumspielen, man geht zwar mit nur einem Gefühl durch den Film, jedoch verändert sich dieses Gefühl von Zeit zu Zeit. Mal wächst die Wut in einem, dann erblüht die Freude. Diese Gefühle waren bei mir trotzdem nicht sehr ausgeprägt, da mir der Film leider nicht sehr nahe gegangen ist.
Epilog:
"DOGVILLE" ist eine nett erzählte Geschichte rundum ein kleines Dorf, den dort lebenden Einwohnern, und einem Mädchen, von dem es noch viel herauszufinden gilt. Lars von Trier wird nicht mein Freund, da kann er sich anstrengen wie er will. Komischer Kauz.
ich fühle mit dir...mir gehts da nicht viel anders! gerade ja was anti-christ betrifft...seine tv-serie "geister" kann ich dir aber wirklich ans herz legen...und das obwohl ich dem Herren echt nur noch wenig abgewinnen kann ;)
Einer der besten Filme aller Zeiten. :)
Übrigens scheint er garnicht mal so sehr in die Länge gezogen zu sein. Du schreibst er ging zwei Stunden. Dabei geht er in Wirklichkeit fast 3. :D
@Punsha: Nee meiner Meinung nach passt das schon, der Film ging ca 3 Stunden, und ungefähr 2 haben mich davon auch akzeptabel unterhalten.
@fkfilmkritk: Das habe ich nirgends behauptet, ich habe lediglich geschrieben das ich nach 2 Stunden damit kämpfen musste, nicht einzuschlafen. ;)
Mein erster Lars von Trier war der "Antichrist". Mir hat, vor allem gegen Ende, nicht sonderlich gefallen, was ich gesehen habe; ich wusste nur, dass ich entweder verarscht wurde oder nicht verstanden hatte. Da Film Kunst ist, scheint letzteres wahrscheinlicher. Im Rahmen meines Philosophiestudiums kam dann "Dogville" auf mich zu und ich stellte mir die Frage, wie sich ein Regisseur über Moral äußert, der einen Fuchs "Chaos reigns!" brüllen lässt und zum Katholizismus konvertierte...
Ein Prolog, 9 Kapitel, und beim 5ten bemerke ich schmerzlich, dass ich nach 90 Minuten erst die Halbzeit geschafft habe. Doch so sehr das Zuschauen auch Martyrium ist, es verblasst neben der Lust, mit der von Trier die (wie auch nicht anders zu erwarten) weibliche Protagonistin foltert. Die verfremdende Inszenierung versucht immer wieder, das Gezeigte als Gezeigtes zu enlarven und somit erträglich zu machen, Kidmans gutes Schauspiel und die oft hautnahe Kamera wirken dem jedoch gekonnt entgegen. Das Konzept geht auf, immer wieder wird der Rezepient emotional involviert und sich darüber bewusst dass Mitleid hier Moral nur zum Reflex degradiert; wie aufgeladen und vereinahmend ein Diskurs über das Moralische ist. Selbst wenn man sich "Dogville" entziehen kann, wird dem Hund am Schluß Leben eingehaucht und hinter alten Portraitfotos von möglichen Einwohnern läuft der Abspann - Dogvilles Alltag ist keine Fiktion!
Die brechtschen Kniffs ermöglichen dem Zuschauer/der Zuschauerin meist, das Gesehene zu reflektieren; und was sie sehen ist die Lebensfeindlichkeit, Instrumentalisierung und das Versagen der Moral. 8 Kapitel lang dirigiert Lars von Trier eine grausame Synmphonie an den moralischen Nihilismus, formuliert ein Pamphlet gegen die USA und Ohrfeigt schallend die christlichen Werte, verkörpert durch die Figur Nicole Kidmans. Diese erhält im letzten Kapitel ironischerweise ein moralisches Angebot und zugleich eine ethische Perspektive ... von einem Gangsterboss.
"Dogville" zählt zu meinen Lieblingsfilmen, denn kein anderer vermochte es, Werte in solcher Weise zu entblößen und diskutabel zu machen; noch heute beschäftigt mich der Film, den ich mir wahrscheinlich nie wieder anschauen werde.
Zugegeben - ich brauchte eine Zeit, um mich an das Setting zu gewöhnen und fragte mich, ob ein Film, der knappe 3 Stunden auf einer Bühne mit nur wenigen Requisiten spielt, funktionieren kann. Die Antwort: er kann -und das sogar nur so.
Lars Von Trier, der sich für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat ein absolutes Meisterwerk geschaffen. 'Dogville' hat mich total geflasht. Was zunächst als nettes Dörfchen anmutet, und sich von Minute zu Minute mehr als Vorhölle für Grace entpuppt ist unglaublich fesselnd. Diese Spannung wiederum ist hauptsächlich der atmosphärisch dichten Regie, dem wunderbaren Drehbuch, natürlich den Schauspielern und ein paar genialer inszenatorischer Kniffe zu verdanken.
Denn es kommt äußerst häufig ein Erzähler zum Einsatz, welcher die jeweilige Gefühlslage der Bewohner nach außen kehrt, was es dem Zuschauer ungemein leicht macht, in die Figuren einzutauchen. Auch die Lichtsetzung verdient höchstes Lob. Nebenher wird jedes Kapitel mit einer Texttafel eingeführt und einer kleinen Textzeile dazu, die durch geschickte Wortwahl das Interesse des Publikums aufrechterhält. Das wiederum trägt auch dazu bei, dass die 3 Stunden wie im Flug vergehen. Diese Zeit ist aber für die Erzählung äußerst wichtig, und ich bin sehr froh, dass es in Zeiten der 90 Minuten Blockbuster noch jemanden gibt, der sich die Zeit für seine Geschichte nimmt, die sie braucht.
Nicole Kidman zeigt wieder einmal, das sie zu den ganz Großen Hollywood-Actricen gehört, an denen sich andere Darstellerinnen einiges abschauen können, die sich ansonsten zu sehr auf ihr Äußeres verlassen (wie z.B. die Jolie oder Penelope Cruz). Kidman spielt ihre Rolle absolut hervorragend und ist einer der Gründe für die Perfektion von 'Dogville'.
Das Ende vom Lied: Ein ganz toller Film, den eigentlich jeder einmal gesehen haben sollte. Denn Dank der theaterhaften Umsetzung funktioniert 'Dogville' unglaublich gut und hebt die Isolation des Dorfes hervor.
Beim radikalen Ende des Films hab ich mich sogar bei einem breiten Lächeln ertappt - das ist mir bei solcher Thematik eigentlich noch nie passiert.
An dieser Stelle Special Thanks to 'JhonnyKee' der mich Dank seiner famosen Kritik sehr neugierig machte auf Dogville - zum Glück. :)
Dogville - Kritik
SE/NL/IT/FR/DE/US/NO/JP/GB/FI/DK 2003 Laufzeit 170 Minuten, FSK 12, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 23.10.2003
Kritiken (5) — Film: Dogville
Hitmanski: Reihe Sieben / MehrFilm / I...
Kommentar löschenObwohl Lars von Trier seit jeher ein Regisseur ist, der sein komplettes Gesamtwerk darauf getrimmt hat, dass man zu ihm Stellung beziehen - es lieben oder hassen - muss, hat er mit "Dogville" ein Film vorgelegt, der - obwohl er gleichermaßen Abscheu wie Beifall hervorrufen wird - letztendlich Licht und Schatten gleichmäßig verteilt, und in Quintessenz weder Verriss noch Lobhudelei rechtfertigen würde.
Von Triers Inszenierung ist ungewöhnlich, und kann zu Beginn aufgrund des "Reiz des Neuen" beeindrucken, fügt sich aber auch nach der anfänglichen Gewöhnungsphase in das Gesamtkonzept ein und kann aufgrund dessen, den Vorwurf des Selbstzwecks zumindest verschleiern, wenn auch nicht gänzlich entkräften. Die Riege an Schauspielern hat das Konzept, in welchem sie sich bewegen, verinnerlicht, und kann so zu großen Teilen überzeugen. Die formale Ebene funktioniert genausso, wie man es vom Querkopf aus dem hohen Norden gewohnt ist.
Umso enttäuschender…
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KlapTrap 2010/10/13 19:32:51
Antwort löschenLeider das erste Mal, das ich einen deiner Texte ausbuhen muss.
Zumal du, meiner Meinung nach, die inhaltliche Ebene von DOGVILLE komplett falsch einschätzt.
Der Mensch ist schlecht - sicher, das ist Tier-101, das kann man über (fast) alle seine Filme sagen, darüber hinaus verweist jedoch jedes Werk auf ganz eigene Überbauten, hier zb. die Angst vor dem Fremden (gerade heutzutage ja wieder topaktuell) und die inzestiöse Moral von Gemeinschaften.
Zudem ist der Film mit soviel eigenen Charakteren gesegent, das die platte Feststellung "Die Welt ist schlecht" komplett die feineren Themen dieser Charaktere übergeht : d ie Feigheit des "angeblichen" Literaten, das verneinende Sehen des Blinden, das nicht Sehen-Wollen der Ehefrauen - DOGVILLE platzt aus allen Nähten von Subtext.Meiner Meinung nach brillianten Beobachtungen und Figurenkonstallationen.
Nicht zu vergessen die Gewalt-Konzeption die Lars (wiedermal) auffährt - man fühlt Grace finale Rache geradezu als Erlösung , und geht damit doch wieder nur dem grinsenden Dänen auf den Leim.
"Die Welt ist schlecht" das lässt sich über so gut wie jedes Drama sagen, das jemals gedreht wurde - und es wird inhaltlich an jedem dieser Filme vorbeilaufen.
So ! Hoffe wir haben uns trotzdem noch lieb !
KlapTrap 2010/10/13 19:33:23
Antwort löschenich meinte natürlich "Trier-101"
Hitmanski 2010/10/13 19:50:06
Antwort löschen"So ! Hoffe wir haben uns trotzdem noch lieb !"
- na das hoffe ich doch auch :)
Natürlich war die Aussage "Die Welt ist schlecht" eine verkürzte Darstellung meiner Gedanken, die sich während des Filmes ergeben haben, trotzdem stellt sie meiner Meinung nach das schlussendlich richtige Fazit da - trotz oder gerade wegen ihrer Vereinfachung. Ich spreche "Dogville" den Subtext hinsichtlich seiner Figuren, den du beschrieben hast, überhaupt nicht ab; aber er erinnert mich doch (zu) stark an die Charakterisierungen, die auch Dürrenmatt in seiner "Alten Dame" aufbietet. Ähnlich verhält es sich mit der Moral bzw. der Gruppendynamik innerhalb des Dorfes, im Verlauf der Geschichte: Es ist nicht so, dass Triers Ansatz schlecht wäre, aber er ist mir nicht radikal oder neu genug - man kennt diese Mechanismen schon aus anderen literarischen Werken oder Filmen (eine spezielle Nennung muss ich mit Ausnahme der schon Aufgezählten, im Moment leider schuldig bleiben). Sogar das Ende mit seiner moralischen Ambivalenz - welches in mancherlei Hinsicht ja der Umkehrung der Ereignisse in der "Dame" nicht unähnlich ist, verliert so einiges von seiner Schockwirkung, weil es irgendwo doch vorauszusehen war.
KlapTrap 2010/10/13 20:00:07
Antwort löschenNunja, dann folgt jetzt natürlich die Standard-Gegenattacke : "Nennen mir drei Filme in den letir zten zehn Jahren, die zwischenmenschliches oder philosophsiches Neuland ergründet hätten......"
Und natürlich kann man die zehn auch gerne auf -seit Anbeginn der Filme- ausweiten, ich denke du weißt worauf ich hinaus will.
Nach deinen Kriterien verdient dann ja kein Film mehr als 5 Punkte, weil alles schonmal von Shakespear aufgeschrieben wurde.
Und nur weil Dürremat ein ähnliches Thema aufgriff, ist es nicht unfair einem Film vorzuwerfen, der Liteartur hinterherzuhinken.
Äpfel und Birnen und so....
Hitmanski 2010/10/14 09:59:15
Antwort löschenObwohl dieses Argument, wie du ja schon selber erkannt hast, etwas platt ist, ist es nur schwer zu kontern, das stimmt schon.
Ich räume auch gerne ein, dass meine Unzufriedenheit mit dem Plot auf eine enttäuschte Erwartungshaltung zurückzuführen ist.
Denn wenn jemand so exaltiert (manche würden es auch arroganz nennen) versucht, Filme auf einer intelektuell anderen Ebene zu drehen, wie von Trier, dann muss er sich auch gefallen lassen, dass man einen anderen Maßstab ansetzt. Solange sich seine Radikalität nur in der visuellen Gestaltung offenbart, storymäßig aber trotzdem auf mehr oder weniger bekannten Pfaden wandert, dann finde ich das etwas...enttäuschend.
Zumal er den Vergleich mit gewissen literarischen Vorbildern mit "Dogville" ja wirklich erzwingt; ich kenne wenig Filme, die sich als "eigenständig" sehen, in Wirklichkeit aber so massiv beeinflusst sind von der Literatur - sowohl optisch als auch inhaltlich.
Mal sehen, vielleicht gebe ich "Dogville" eines schönen Tages noch einmal eine Chace, und werde versuchen lassen, mich zu überzeugen ;)
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dbeutner 2010/11/12 17:06:57
Antwort löschenGenau, gib ihm eine zweite Chance. Im Übrigen sind vTriers Referenzen an Brecht ja nun gewollt und offen darliegend, insofern prallt Dein Argument des vorletzten Absatzes doch etwas ab an vTrier.
Was mich aber eigentlich wundert und weshalb ich Deinen Kommentar kommentieren wollte: Du hast Du - jedenfalls jetzt gerade - Agent Cooper als Profilbild, aber kein Wort über die Referenz von vTrier an Lynch und TwinPeaks... Gerade gestern - ich sahe TP Folge 3 - wurde mir das so vehement um die Ohren gehauen, dass ich heute mal geschaut habe, wem das noch auffiel - und: es sind wenige ("Geister" als "Europas Antwort auf TP" ist ja schon eher bekannt). Aber hier zB: "Were you a “Twin Peaks” fan? You just might love this." (http://www.bloggernews.net/116743) -- und ich vermute, dass zumindest der erste Teil bei Dir zutrifft!?
Hitmanski 2010/11/12 17:12:21
Antwort löschenIch muss zugeben, die Referenzen an Lynch, bzw. "Twin Peaks" habe ich bisher auch noch nicht erkannt, was aber durchaus daran liegen kann, dass zwischen meiner letzten TP-Sichtung und "Dogville" doch einiges an Zeit vergangen ist - werde ich bei Gelegenheit aber mal überprüfen; eine Runde TP steht sowieso mal wieder an ;)
Stimmt, die Referenzen von "Geister" sind da auf jeden Fall offensichtlicher - soweit ich mich daran erinnere, ist ja sogar die Marketingschiene darauf angesprungen, die "Geister" mit TP hinten auf dem Cover verglichen hat.
Danke jedenfalls für den Linktipp :)
Fricki76: Asianfilmweb.de
Kommentar löschenDer dänische Regisseur Lars von Trier ist vor allem Liebhabern von anspruchsvollen, ungewöhnlichen Filmen mit Niveau ein Begriff. In Skandinavien war er Mitbegründer des „Dogma-Films“ und zudem regelmässiger Gast bei den bekannten Filmfestspielen in aller Welt. Sein letzter großer Wurf war „Dancer in the Dark“, der in Cannes mit 2 Goldenen Palmen ausgezeichnet wurde.
In seinem neuesten Werk „Dogville“ stellt Herr vom Trier erneut die beschriebenen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. In der beschaulichen kleinen Stadt Dogville führen die Einwohner ein tristes Leben ohne Höhepunkte. Da verirrt sich die junge Grace (Nicole Kidman) in das öde Bergkaff, verfolgt von einer Horde Gangster. Der idealistische Jungschriftsteller Tom nimmt sie in Schutz, versteckt sie erst vor den Gangster, dann der Polizei und setzt sich schließlich bei der Dorfversammlung bei den verängstigten Einwohnern dafür ein, dass Grace bleiben kann. Man trifft schließlich die Übereinkunft,…
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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de
Kommentar löschenLars von Trier war schon immer ein Zertrümmerer alter Formen und Stile und ein Erneuerer des Kinos. Den experimentellen ersten Filmen wie The Element of Crime, Epidemic und dem opulenten Europa folgten die filmische Selbstbeschränkung von DOGMA 95 und schließlich die Experimente mit Erzählformen des Theaters vor allem Brechtscher Herkunft, die schließlich in die USA-Trilogie mündet, deren Anfang Dogville markiert. Von Triers Auseinandersetzung mit den USA und der amerikanischen Lebensart haben dem Regisseur zwar viel Prügel eingebracht, doch der Faszination von Dogville kann man sich nur schlecht entziehen – mit minimalistischen Mitteln gelingt das beklemmende Bild einer Gesellschaft, die trotz oder vielleicht gerade wegen ihrer moralischen Ideale allem Fremden gegenüber äußerst misstrauisch gegenübersteht.
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ThomasNeuhauser: arte ThomasNeuhauser: arte
Kommentar löschenEin hochaktueller Diskurs in einer Zeit, in der die so lange bequem ausgeblendete Konfliktlösung mit gewaltsamen Mitteln plötzlich nicht mehr zu verdrängen ist. Grace war für die Menschen in Dogville eine Prüfung - sie haben sie nicht bestanden.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenVon Trier zeigt auch, wie gute Menschen wegen ihrer Tugend gefürchtet werden. Wie die weniger Tugendhaften Güte zu zerstören suchen. Wie Vergebung in Rache umschlägt. Wie Gangster sich als humaner erweisen als der niederträchtige Nachbar. Wie man vielleicht töten muss, zum Wohl der Menschheit. Man darf das alles gar nicht zu Ende denken, sonst versinkt man rettungslos im Nihilismus.
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Kommentare (84) — Film: Dogville
Kommentar schreibenJoeyjoejoe17 2012/01/31 13:26:28
Kommentar löschenEine großartig erzählte Geschichte, die von großartig spielenden Darstellern verkörpert und mit großartiger Musik begleitet wird, braucht keine aufwendige Kulisse.
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Synovia 2012/01/28 04:26:47
Kommentar löschenEin sehr langes Theaterstück, welches jedoch meiner Meinung nach, gar keine Längen enthält. Ein grausames Märchen, so grausam, wie sie in den Büchern geschrieben stehen.
Eingeteilt in 9 Kapitel, wohl eher Akte, und jedes enthält einen knackigen Mittelpunkt, der präzise zum Ausdruck gebracht wird. Die schauspielerischen Leistungen grandios. Kidman hat mir noch nie besser gefallen.
Alles vorhanden: Von A wie minimalistische Ausstattung über S wie Schuld und V wie verletzen/sein oder auch Vergeltung bis hin zu Z wie der zynische Erzähler.
Die Grausamkeit und somit das Unverständnis des Zuschauers ziehen ab der Mitte ordentlich an. Das letzte Kapitel ist somit wahrlich (fast) eine Erlösung, eine ziemlich schwarzhumorige noch dazu ;) ("Das schulde ich ihr.")
Die Kameraarbeit passt perfekt und noch besser fand ich den Schnitt. Vielleicht waren es auch einmal ein paar Filmfehler (Beispiel: Sie liegt auf dem Bett, zack, liegt mit dem Kopf auf seinen Beinen, zack, sitzt neben ihm), trotzallem lässt es das Gesamte in eine angenehme Skurrilität gleiten, die mich verzauberte.
Ein erwachsenes Märchen für erwachsene Menschen, die die Moral von Moral und Arroganz kennenlernen dürfen.
Danke, Lars.
Abzug mindestens für mein innerliches Schreien in einer Szene ( "Warum -zum Teufel- schläft sie jetzt ein und springt nicht aus dem fahrenden Wagen?!") Kenner werden wissen, was ich meine. Die Anderen dürfen darauf warten ;)
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J!GS4W 2012/01/19 19:21:36
Kommentar löschenHerr Doktor Freud hätte sicher Spaß an der psychoanalytischen Auseinandersetzung mit jeder einzelnen Figur des Filmes gehabt ..
Ohjemine, eine Positionierung ist gefragt.
Ich verstehe gleichermaßen Beschimpfungen und Lobhymnen auf dieses Werk von Lars von Trier und könnte auch selbst einen Roten hier verteilen, aber irgendwie ist mir gerade nicht danach.
Tja, der Lars ..
3 Stunden. Wir haben es hier also mit einem minimalistischen Mammutprojekt zu tun, klingt fast wie ein Oxymoron, aber nun gut, wenn der Lars was machen will, dann macht er es auch. Letztlich waren das auch 3 Stunden, die für mich gut investiert waren und ich kann nicht behaupten mich gelangweilt zu haben, im Gegenteil, ich bin erstaunt, welche Boshaftigkeit und welchen Zorn mir Herr von Trier gegenüber seiner Dorfbewohner entlockte. Und genau da setzt aber mein einer Kritikpunkt an, denn ich hätte mir an der ein oder anderen Stelle einen kräftigen Ausbruch gewünscht und wäre es nur ein geschrienes "Fuck You" gewesen, aber das spart sich der Herr von Trier, mit seinem Knall wartet er tatsächlich bis ganz ganz ganz zum Schluss. Die Aufmachung ist brilliant, Lars von Trier beweist, dass er theaterfähig ist und selbst da nur spärlich Requisiten und Kulissen braucht um etwas Großes zu schaffen. Da hilft es natürlich ein paar Größen im Cast zu haben, sonst würde sich wahrscheinlich auch kaum jemand seine mutigen Filmchen ansehen. Der Mythos "von Trier" erweist sich mir immer mehr als oberflächlich kryptische, aber bei genauerem Hinsehen als mächtig depressive Chose voller dunkler Intelligenz.
"Dogville" ist ein etwas großräumigeres Kammernspiel, das den Zuschauer an die Abgründe der menschlichen Triebe führt und uns zeigt, was Einsamkeit und Bitterkeit aus uns machen können. Dabei ergibt sich dennoch die Katharsis, dass wir zu Güte fähig sind, wenn es sich Lars von Trier auch nicht nehmen lässt uns den Gewehrlauf direkt in die Fresse zu drücken. Wir sind atmende Materie, die auf den Abgrund zuläuft, wenn wir auch entscheiden können, wie wir das tun. Ernüchternd, ja, aber ebenso brilliant und wahr.
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Toblerone 2012/01/14 01:20:29
Kommentar löschenGroßes Kino, wie man es vom Dänen gewohnt ist. Hier abgründig, intelligent und in faszinierend, schrulliger Optik mit der besten Erzähl-Stimme.
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Bohne_ 2012/01/10 17:40:02
Kommentar löschenIch weiß nicht was ich über den Film sagen soll, ausser dass er ein Meisterwerk ist, der mit einer minimalistischen Ausstattung daherkommt und trotzdem vollends überzeugen kann.
Die unglaubliche Schauspielkunst, die ergreifende Handlung samt ihrer moralischen Aspekte und das innovative Setting werten den Film auf 10 Punkte mit Herz auf.
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Kloppo09 2011/12/29 15:30:27
Kommentar löschenDogville ist ein fiktiver kleiner Ort umrahmt von den Rocky Mountains.Der Film spielt in den 30er Jahren und die einwohner Dogvilles führen ein anspruchsloses Leben,abgeschottet von der Aussenwelt.
Hauptpersonen sind zum einen Tom Edinson (Paul Bettany) ,ein Schriftsteller,der jedoch noch gar nichts geschrieben hat und sich ständig den kopf darüber zerbricht,wie er aus Dogville eine bessere Gemeinde machen kann.Dabei beisst er bei den sturen Einwohner regelmässig auf Granit.Doch das ganze Leben der Gemeinde ändert sich,als Grace (grandios gespielt von Nicole Kidman) in das Leben von Tom tritt.Und obwohl Grace offensichtlich von Gangstern verfolgt,welche sich bei Tom nach Grace erkundigen,ein grosses Risiko für Dogville darstellt,leugnet dieser Grace jemals gesehen zu haben.Tom ist so fasziniert von Grace,dass er sie am nächsten Tag den anderen bewohnern vorstellt.Die Gemeinde ist gespalten,während die einen bedacht sind keinen Arger zu verursachen,sind die anderen Bewohner der Meinung das sie eine Chance verdient hat.So einigen sich alle Einwohner auf Toms Vorschlag,sie für zwei Wochen in Dogville leben zu lassen,um zu testen ob sie in die Gemeinde passt.Zur Handlung will ich nicht mehr schreiben,da es bei einem 3 Stunden Film ansonsten leicht ausufern könnte:-)
Dogville ist Theater.Dogville ist purer Minimalismus.
Schon nach wenigen minuten wird man merken,ob einem der Film gefällt oder nicht.Denn es wird dem Publikum eine Menge abverlangt,da das Geschehen quasi auf einer riesigen Theaterbühne stattfindet,muss der Zuschauer sich die Häuser und Pflanzen,welche ansonsten nur durch einfache Kreidestriche dargestellt werden,einfach in seiner Phantasie ausmalen.Ich persönlich war von dieser darstellung völlig fasziniert.
Lars von Trier versteht Dogville als Kritik an unserer heuchlerischen Gesellschaft ,und keiner versteht es die Abgründe der menschlichen Psyche besser darzustellen als das regie Genie aus Dänemark.Für alle Freunde anspruchsvoller Kost ein absoluter Pflichtfilm!
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fkfilmkritik 2011/12/18 17:21:40
Kommentar löschenDogville-Eine Stadt fletscht ihre Zähne
Irgendwo in den Rocky Mountains befindet sich eine Halle. Leerstehend, aber bewohnt. Schrullig geschmückt. Kreidig bemalt. Ein kleines, feines Dorf auf dem ersten Blick. Von Hinterwäldlern bewohnt. Friedlich. Jeder auf seine Art sympathisch und interessant.
Doch Menschen tun vieles. Das meiste für sich. Ihnen ist egal was sie damit bewirken. Nehmen sie einen bei sich auf, sehen sie irgendwo einen Vorteil für sich selbst. Sind sie freundlich zu einem, sehen sie einen Vorteil für sich selbst. Ist jemand zu freundlich, zu herzlich. Schlicht zu perfekt, sehen sie Arroganz. Menschen sehen bei anderen das schlechteste und für sich das beste. Menschen in „Dogville“ sehen zuerst nur irgendeine fremde, irgendwo auftauchen. Alles scheint für sie perfekt. Doch sie beginnen den Charakter so zu analysieren, dass sie wissen was sie an ihr machen können, dass sie aus ihren Charakter einen Vorteil holen. Unnötige Arbeiten in „Dogville“ werden plötzlich nötiger. Die Fremde beschwert sich nicht. Sie will ihre Höflichkeit und damit das gute Ansehen nicht verlieren. Sie arbeitet weiter. Verweigert nichts. Es wird aber immer schlimmer. Jeder Versuch Nettigkeit von ihr wird abgewertet. So entsteht die Sklavin von Dogville.
Die Zweitsichtung von „Dogville“ habe ich - mittlerweile zu meinem Bedauern - lange Zeit vor mir her geschoben, da Ich den Film beim ersten mal als grandios aber auch etwas anstrengend bezeichnete und ich die letzte Zeit nicht wirklich den Nerv für anstrengendes hatte zögerte ich eine Zeit. Diesmal kamen die knapp 3 Stunden jedoch mehr vor wie eine knappe halbe Stunde. Sicher, „Dogville“ ist verstörend, polarisiert und ist an manchen Stellen wirklich auf seine ganz eigene Art heftig, doch diesmal genoss ich die Geschichte wirklich. Mit jedem Kapitel, mit jeder Einstellung, jedes Gespiele mit den unsichtbar erscheinenden Gebäuden. Eine Halle wird mit Kreide bemalt und mit nicht zu erkennenden Häusern bebaut für eine Geschichte, die komplexer Charaktere nicht vorstellen könnte. 15 Personen. Fast alle perfekt geziert. Immer wieder werden diese Eigenschaften der Figuren intelligent und zu Anfang wirklich noch liebevoll mit in die Handlung gebunden bis sie dann Stück für Stück ihre einst guten Facetten ablegen und zu äh... Hunden werden.
[Spoiler]
Der Schluss ist natürlich auch eine Klasse für sich. Ich empfand ihn auf der einen für unglaublich schwarz-humorig. Allein schon wie die Kinder abgemurkst werden. Auf der einen Seite ist es auch ein kleines Happy-End. Ein Dorf voller Fieslinge, die einem im Grunde nur Leid tun konnten nehmen nun Abschied von einem schönen Ort, der nur noch von einem Hund bewohnt wird. Der friedlich schlummern und bellen kann. Ich find das schon auf seine Art beruhigend.
[Spoiler Ende]
Aber das was wirklich zählt: „Dogville“ hat es nun geschafft sich zu 100% ins Herz zu schießen und ist eines der wenigen Werke, was es geschafft hat in meine nicht leicht zugängliche „Top-Top-Top-Liste“ zu kommen. Obwohl ich den Schluss eigentlich ja schon kannte, hat er mich von Anfang bis Ende total gebannt und gefesselt. Der Score von Joachim Holbek wird fantastisch eingesetzt und bestimmt die Atmosphäre die volle Laufzeit. Aber das allerbeste ist neben Nicole Kidman der aufschlussreiche, brillant gezielte und oftmals schön zynische Erzähler. Absolut brillant. Hab seit „Fight Club“ nicht mehr so was brillantes aus dem Off gehört! Die Kamera-Arbeit gehört auch zum besten. Besonders beeindruckend ist es wie die Kamera beim Prolog schon aus der Vogelperspektive mitten in den Raum zoomt. Beim Abspann sollte man - wenn das nicht sowieso schon Standard ist - nicht vergessen sitzen zu bleiben! Denn da sieht man noch einmal Dogville mit ganz anderen Augen. Kenner wissen was ich meine.
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BigDi 2011/12/18 17:30:24
Antwort löschen"Ich schulde ihr noch etwas..."
Das Ende knüpft btw sehr geil an das von "Europa" an, der göttliuche Üvbergang von Europa nach Amerika...
Kreaexo 2011/12/18 17:33:23
Antwort löschenIch muss mir die Kritik gar nicht durchlesen. Allein die Bewertung verdient ein 'Gefällt mir'! :D
fkfilmkritik 2011/12/18 17:40:15
Antwort löschen@BigDi: Yes, der wird auch noch geschaut. Dann am besten beide hintereinander .:D
@Kreaexo: Ha! Man sollte demnächst einen LIKE-Button für Wertungen einführen! :)
fabel 2011/12/18 17:59:57
Antwort löschenEine "Top-Top-Top-Top"-Kritik - aber erst, wenn du Standart in Standard veränderst.;)
Ansonsten liest sich das - vor allem der Beginn - vorzüglich. *Applaus*
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fkfilmkritik 2011/12/18 18:04:18
Antwort löschenMach ich. Vielen Dank! :)
fabel 2011/12/18 18:32:03
Antwort löschenBraver Junge! :p ;)
Trimalchio 2011/12/16 22:54:54
Kommentar löschenExtremer, perfekt ausgearbeiter Minimalismus ist Trumpf, von Trier ein Genie.
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Hungerkünstler 2011/12/15 15:48:41
Kommentar löschenDogville,ist ein Film, der polarisiert. Das zeigen auch die Bewertungen hier bei moviepilot, auch die meiner "Freunde" " (von uninteressant bis Lieblingsfilm) Die filmische Qualität des Streifens und die schauspielerischen Leistungen sind zweifelsohne hochwertig . Seine Aussage, dass Ausgrenzung, Unterdrückung und Entwürdigung in die Katastrohe führt, ist zeitlos aktuell. Die minimalistische Darstellung lenkt den Blick auf das, was dem Drehbuchschreiber und dem Regisseur wichtig ist.
Gleichwohl halte ich es für fraglich, ob die Verwischung der Darstellungsästhetik von Film und Theater der richtige Weg ist. In seiner kargen Darstellung und Sprache erinnert Dogville an ein Stück von Brecht. Nachträglich wurde der Filmstoff ja auch zu einem (sicher ausgezeichneten) Bühnenstück umgearbeitet. Hier hat die gewählte Darstellung ihre Berechtigung. Beim Film erwarte ich (andere sehen das mit sicher guten Gründen anders) einfach eine weniger minimalistischeund karge Darstellungsform.
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Kreaexo 2011/12/02 17:06:27
Kommentar löschen[Dieser Film hat Aggressionen in mir geweckt, die ich noch nie vorher irgendwo hatte.
Dieses Inzest-Dorfgelumpe, jeder soll verrecken.
Die Charaktere sind zwar durchaus interessant, aber jeder auf seine Weise extrem widerlich.]
Lars von Trier hat einen ganz besonderen Film geschaffen. Keine wirkliche Kulisse, das komplette Geschehen spielt sich in einer minimalistischen Theaterdekoration ab. Neben diesem Aspekt wirkt das Ganze auch wie ein Theaterstück, unterteilt in 9 Kapitel/Akte, mit wenigen Requisiten und es wird nur ein kleiner Ort in den Rocky Mountains betrachtet.
Dank der Stimme aus dem Off und den großartig agierenden Schauspielern langweilt dieser Film nur zeitweise in sehr geringem Maße, meist zu Anfang. Doch umso länger der Film dauert, desto stimmiger, spannender wird das Ganze und fesselt bis zum Ende.
Die Soundeffekte wurden angemessen angewandt. Nicht zu viele, nicht zu wenige, nur die, die benötigt wurden. Unter denen hat mir das Knarzen, Öffnen und Schließen imaginärer Türen am Besten gefallen.
Bis ins kleinste Detail sehr passend.
Die Kameraarbeit muss ich auch loben. Fand ich diese zu Beginn noch störend und merkwürdig, faszinierte sie mich doch bis zum Ende hin immer mehr. Besonders die Draufsicht, die das Geschehen aus einem völlig neuen Blickwinkel beleuchtet, begeistert.
Man kann diesen Film durchaus als einzigartiges Meisterwerk betrachten, da es so eine Art 'Film' nicht oft gibt. Nicole Kidman spielt überragend. Doch nicht nur sie; das komplette Ensemble ist ihr durchaus ebenbürtig.
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seven 2011/12/02 17:30:47
Antwort löschenBestärkt mich weiter in meinem Wunsch, den hier zu sehen.
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Jack_Torrance 2011/12/05 15:54:30
Antwort löschenUnbedingt ansehen, der Film ist großartig (wie der Kommentar) !
Kreaexo 2011/12/05 15:57:01
Antwort löschenDanke, Jack. (:
FvFingerhoff 2011/11/27 12:12:45
Kommentar löschenNachdem ich nun meine, die sublime Aussage des Films erkannt zu haben, musste ich nun doch mal den "Lieblingsfilm"-Button verwenden um dieses grandiose Fraktal hervorzuheben. Triers arrogante Erhabenheit über seinem Film und den Kritikern halte ich schlichtweg für genial.
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Schandmaul 2011/11/15 09:59:20
Kommentar löschenWow. Seit langem gab es keinen Film mehr dem ich die 10 mit Herzchen gegeben habe. Bis gestern Abend.
Da nämlich, durfte ich mich durch den Film Dogville quälen. Der Schmerz lag allerdings nicht in der gewaltigen Länge, sondern alleine in Kidmans hervorragendem Schauspiel und ihrer genialen Rolle: Grace, ein Mensch an der Schwelle, an der Barmherzigkeit sich in naiven Dummheit wandelt. Oder Arroganz, wie es ihr Vater erklärt.
Weniger Ausstattung geht kaum, fast keine Kulissen und Requisiten, sogar der Hund des Ortes ist nur mit Kreide gemalt. Und doch strahlt die Bühne ständig echtes Leben aus. Echt wie die versteckten Gefühle und Gedanken der Dorfbewohner, die realer kaum sein könnten.
Klar, hier wird wieder eine Frau von Lars gequält und ausgebeutet. Klar, das Menschenbild ist wieder äußerst düster und kaputt... aber es hat funktioniert, Bravo!
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Le Samourai 2011/11/04 00:35:48
Kommentar löschenCommunity-Durchschnitt von 5.7?
Gott, lass Hirn regnen!
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hoffman587 2011/11/04 00:39:30
Antwort löschenWas auch hier so niedrig?
Naja uns sollte ja bereits die ach so "zuverlässige" Community bekannt sein, gibt da zum Thema ja auch genug andere Beispiele. ;)
fkfilmkritik 2011/11/04 00:59:40
Antwort löschen8 Punkte sind auch zu wenig. ;)
Le Samourai 2011/11/04 01:03:06
Antwort löschenHehe... Joa, hatte da auch irgendwann mal 9 stehen glaub ich, aber dann kam Antichrist. Egal, Punkte sind Schall und Rauch, aber 5.7 geht GAR NICHT KLAR! ;)
Mr.Film 2011/11/04 01:14:55
Antwort löschenDoch passt so.
Le Samourai 2011/11/04 01:20:24
Antwort löschenaha
fkfilmkritik 2011/11/04 10:56:58
Antwort löschenHm, ich fand Antichrist auch grandios, aber "Dogville" hatte für mich ein minimales Stück die interessantere Story. Den negativen Durchschnitt hat er übrigens vor allem weil er zu den meist gehassten Filmen hier gehört, so traurig das auch ist. [http://www.moviepilot.de/news/eure-25-favoriten-die-hassfilme-109786]
Le Samourai 2011/11/04 11:12:01
Antwort löschenSind beide grandios, keine Frage. Wie man ein solches Kunstwerk jedoch "hassen" kann, bleibt wohl für immer ein Rätsel...
Anoirja 2011/11/04 13:08:54
Antwort löschenAlles unter 9.0 geht gar nicht klar! ;)
Le Samourai 2011/11/04 13:19:36
Antwort löschenFuck, jetzt bekomm ich hier volle Breitseite wegen 8 Punkten... :)
spanky 2011/11/04 14:20:04
Antwort löschenSelig die Armen im Geiste, denn sie werden das Himmelreich schauen!
Sigmund 2011/11/04 14:22:53
Antwort löschenSchon allein die messerscharf präzisen Voiceovers sind 9 Punkte wert^^
FredFuchs 2011/11/04 14:35:29
Antwort löschen5.7 is schon ziemlich passend, schau dich doch hier mal um.
Punsha 2011/11/04 15:01:01
Antwort löschenEin wenig mehr Toleranz und dafür weniger Arroganz wäre wünschenswert! :)
Sigmund 2011/11/04 15:13:28
Antwort löschenToleranz für die Dummheit? Neenee, das wäre wie Toleranz für die Intoleranz.
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Le Samourai 2011/11/04 15:39:24
Antwort löschenGut gesagt, Sigmund! :)
Punsha 2011/11/04 16:20:12
Antwort löschenOberflächliches Denken halte ich hingegen für dumm. :)
bestseimon 2011/11/01 20:29:25
Kommentar löschenMan bracht schon etwas Zeit, bis man sich an das ungewöhnliche Setting, das aussieht wie eine Theaterbühne, gewöhnt hat. Spätestens bei der Szene, wo Grace den Blinden "provoziert"(meine Lieblingsszene im Film) ist man vollkommen drin in der verstörenden Geschichte. Ich weiß, nach Melancholia habe ich mir geschworen keinen weiteren Film mehr von Lars von Trier anzusehen. Nicht weil Melancholia ein schlechter Film war, ganz im Gegenteil, es war ein Meisterwerk. Aber trotzdem sehr schwerfällig und depremirend.
Irgendwann konnte ich allerdings nicht mehr anders und sah mir Antichrist an, mit mehr oder weniger Freude. Schließlich dann auch Dogville, bei dem ich mich anfangs wirklich sehr schwer getan habe. Nach zehn Minuten war ich sogar kurz davor den Film auszumachen, aber das ist nicht meine Art. Einmal angefangen muss er auch zu ende gesehen werden, egal wie schlecht er auch ist. Also schaute ich weiter und sah wie der Film immer besser wurde. Plötzlich wurde man richtig in die Geschichte mit reingezogen, bis zum schokierenden Ende.
Wenn man Dogville nun einige Zeit auf sich wirken lässt und in einer Woche nochmals über ihn nachdenkt, dann merkt man wie sehr einem dieser Film bedeutet hat. Man vermisst die Bewohner des Dorfes fast schon, mögen diese auch noch so grausam sein.
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kolja10000 2011/11/01 20:49:08
Antwort löschenJetzt glaube ich, ich habe ein fehler gemacht. Ich habe ihn etwa nach 15 minuten ausgemacht. Ich habe mir gedacht, was ist das den für ne scheiße. Ein Film, der eigentlich kein Film ist, sondern ein Theater oder sowas ähnliches. Ich hätte wohl weiter gucken sollen
bestseimon 2011/11/02 14:13:12
Antwort löschenVersuchs doch noch mal :)
Philisiphie 2011/10/25 00:47:10
Kommentar löschenEigentlich ist es nicht möglich diesen Film korrekt zu bewerten da er so anders ist.
Eine korrekte Bewertung währe möglich, wenn diese 10 Punkte Skala hier, dreidimensional währe. Auf diese Art würde ich wohl am besten meine Gefühle und Gedanken festhalten können.
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DerDude_ 2011/10/19 00:18:47
Kommentar löschenBereits gesehene Filme : 536
Sicherlich gibt es hier viele ,die doppelt soviel gesehen haben, aber dennoch ist es für mich eine beachtliche Anzahl.
In all den Jahren habe ich nun über 5 1/2 gesehen , und dennoch habe ich so etwas wie Lars von Triers Drama "Dogville" noch nie gesehen.
Was der dänische Regisseur hier abliefert sprengt die Grenzen des bisher Gesehenen und die Konventionen sowieso : Ein drei Stunden Epos ,welches reduzierter nicht ausfallen könnte. Trier verzichtet völlig auf eine Kulisse und sogar die Wände und einige Türen werden von den Darstellern pantomimisch improvisiert. Der gesamte Film spielt auf einer 50 mal 50 Bühne. Mehr als einmal überkommt den Zuschauer das Gefühl ,hier abgefilmtes Theater ,statt Kino zu erleben.
Doch wozu all das ? Selbstzweck ? Wohl kaum !
Nein , Trier macht dem Zuschauer klar ,das die Ausstattung und das Setting überflüssig für seinen Film wären. Denn es zählt nur die Geschichte und die Darsteller.
Und Trier gelingt es seine Geschichte wendungsreich , emotional und vorallem ist sie ihren gefühlten 3 Stunden nie langweilig. Die Darsteller um Nicole Kidman , Paul Bettany, James Caan , Phillip Baker Hall sind so umwerfend in ihren Rollen , das der Zuschauer fast vergisst das er hier "nur" Schauspieler vor sich hat.
Fazit :Ein Experiment. Ein episches Monument. Ein Theather im Kino. Ein Film denn man gesehen hasben muss.
Mehr kann ein Film nicht leisten !
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tobieagle 2011/12/23 00:38:26
Antwort löschenJa, kann ich so nur unterschreiben. Ich war überwältigt von dem Film.
Hooded Justice 2011/10/12 14:09:03
Kommentar löschenERSTES und LETZTES Kapitel, in dem ich erkläre, wieso der Film für mich missglückt.
Das Mächtigste ist, dass es gar nicht geschafft wird, Atmosphäre aufzubauen, weil es keine gibt. Gut, es gibt eine wunderschöne Erzählung, erstklassige Dialoge und gelungene Kostüme. Aber keine Umgebung. Dieser leere Puppenhaus-Look hat nichts Anschauliches, nichts Atmosphärisches und nichts Erfüllendes außer ein paar alte Bretter, Türen und Bierbänke. Es kann sich für mich keine Atmosphäre aufbauen, weil der zerstörerische Hintergrund aus schwarzer beziehungsweise weißer Leinwand alles Flair zunichtemacht.
Dabei ist die Geschichte wirklich einzigartig, die Schauspieler großartig und die Kritik an der Gesellschaft und der reizende Anspruch der menschlichen Abgründe absolut makellos dargestellt. Aber sobald ich diese Kulisse sehe hat für mich nichts mehr eine Wirkung. Es kommt nichts rüber. Und ich frage mich, wieso man diesen Film damit so runterzieht. Soll das revolutionär sein? Ein Versuch, etwas total Ausgeflipptes, Besonderes, Nochniedagewesenes oder einfach Anderes zu machen? Ja, wahrscheinlich. Bei mir wirkt es aber nicht. Bei mir schlug es fehl. Vielleicht weil ich nichts von Theater halte – wie ich nun weiß, besonders nicht in einem Film. Ich kann mich nicht in eine Welt einfinden, wenn ich sehe, dass alles in einer leeren Theaterhalle gedreht ist. Es ist alles nur gespielt – wie sonst zwar auch. Aber hier wird dies einem durch das Spiel und Bühne bezwungen klar gemacht, wodurch ich keinen Moment das Gefühl hatte, etwas Wahrliches, Ehrliches, Packendes oder Ergreifendes zu sehen. Zum Glück gibt es genug Filme, die ähnlich anspruchsvolles Zeugs zeigen und dafür keine Theaterbühne als Aufmerksamkeitserregung brauchen.
Wie schön wäre der Film in einem schicken kleinen Dörfchen. Mit Bäumchen, Büschen, Hütten und einem echten Hund …
Wie blöd es auch klingt, den Film nur aufgrund der Theateraufmachung mit "uninteressant" zu bewerten. Letztendlich ist aber nur diese daran schuld, dass der Film mich keinen Moment entführte und das Drama somit einfach nicht wirken wollte. Ich mochte gar nicht hinsehen. Dazu kam diese furchtbare Kameraarbeit, die nach Praktikant mit Hobbycamcorder ausschaut (und die auch noch einen europäischen Filmpreis bekam? Jesus!). Ich liebe es, wenn man bei Filmen in eine andere Welt verschlungen wird, besonders bei derartigen Geschichten mit gewissem Anspruch ist genau dies wichtig. Aber hier findet man sich nur in einer leeren Halle wieder, die mal einen schwarzen, mal einen weißen Hintergrund hat, und auf der für einen Hund "Dog" auf dem Betonboden mit Kreide geschrieben steht.
Für ein Theaterstück eine wohl gelungene Leistung. Für einen Film aber fehlgeschlagen. Ich mag’s nicht, trotz Tiefgang. Und damit hoffe ich nicht bewiesen zu haben, mich nicht auf Neues einlassen zu können. Aber ob es nun besonders viel Kunst vermag, einen Film in Form eines Theaterstückes zu verfilmen, lasse ich unbeantwortet. Der Vorteil jedoch ist, dass Kunst wohl die größte Geschmackssache ist, die es gibt. Und man sie auch gerne mal nicht mögen darf.
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tobieagle 2011/12/23 00:40:29
Antwort löschenIch bin davon überzeugt das man den Film erleben kann ohne auch nur die Augen aufzumachen. Ein Hörspiel würde reichen, Atmosphäre wird hier nicht durch Visualisierung erzeugt.
Hooded Justice 2011/12/30 23:20:04
Antwort löschenDas denke ich auch, was aber nur noch mehr dafür spricht, dass Dogville nicht als Film funktioniert.
Mr.Film 2011/10/02 12:03:06
Kommentar löschenProlog, der uns Mr.Film's erste Gedanken näher bringt:
Lars von Trier, die 2te. Nach dem Debakel "ANTICHRIST", hab ich mir die Empfehlung "DOGVILLE" einiger netter User(schleim) zu Herzen genommen. Selten habe ich so einen anstrengenden Film gesehen. Nicht weil er unbedingt komplex erscheint, der Storyverlauf ist meiner Meinung nacher recht einfach gehalten, jedoch musste ich nach 2 Stunden damit kämpfen, meine Augenlieder offen zu halten. Und das kann verdammt anstrengend werden.
Erstes Kapitel, in welchem Mr.Film versucht zu erklären:
Ich bin bei "DOGVILLE" zwiegespalten, auf der einen Seite fande ich die Kulissen, und das alles nur an einem Ort spielte, sehr außergewöhnlich. Im positiven Sinne. (Hihi, die konnten sich nichtmal richtige Häuser leisten). Der Hund war ja extrem süß. Den Schauspielern kann man auch nichts vorwerfen, da möchte ich mal PAUL BETTANY ins Rampenlicht rücken, selten so einen, zu unrecht, viel zu unpresänten, grandiosen Schauspieler gesehen. Schon in "RITTER AUS LEIDENSCHAFT" hat er gezeigt das er alle Blicke auf sich ziehen kann. NICOLE KIDMAN dagegen fande ich eigentlich nur solide, sie war halt da, man hat sie ganze Zeit gesehen, aber wirklich berührt hat sie mich nicht.
Erfolglos waren ebenfalls die anderen Charaktere bei mir, recht belanglos kamen sie mir vor, uninteressant. Ja, ich gebe es zu, sie waren mir so schnurz egal das ich mich auch kaum mit ihnen beschäftigen wollte. Die Dialoge waren super geschrieben, ja, doch irgendwann war es einfach zu viel des guten. Ein Theater in Film-Form. Da kommt mir ja schon vom hören das kotzen. Live wäre das bestimmt erste Sahne, doch hier hat mir diese Atmosphäre gefehlt, die eben für ein Theater-Stück normal wäre. Dazu kommt diese extrem lange Laufzeit, die leider nur zum Kritikpunkt wird, da mir vieles recht einschläfernd vorkommt. Das Ende dagegen hat eine Menge rausgerissen, das kam sehr unerwartet.
Zweites Kapitel, in welchem die Gefühlswelt von Mr.Film dargestellt wird:
Mit den Gefühlen kann "DOGVILLE" jedoch sehr gut rumspielen, man geht zwar mit nur einem Gefühl durch den Film, jedoch verändert sich dieses Gefühl von Zeit zu Zeit. Mal wächst die Wut in einem, dann erblüht die Freude. Diese Gefühle waren bei mir trotzdem nicht sehr ausgeprägt, da mir der Film leider nicht sehr nahe gegangen ist.
Epilog:
"DOGVILLE" ist eine nett erzählte Geschichte rundum ein kleines Dorf, den dort lebenden Einwohnern, und einem Mädchen, von dem es noch viel herauszufinden gilt. Lars von Trier wird nicht mein Freund, da kann er sich anstrengen wie er will. Komischer Kauz.
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ElMagico 2011/10/02 12:23:17
Antwort löschenich fühle mit dir...mir gehts da nicht viel anders! gerade ja was anti-christ betrifft...seine tv-serie "geister" kann ich dir aber wirklich ans herz legen...und das obwohl ich dem Herren echt nur noch wenig abgewinnen kann ;)
Mr.Film 2011/10/02 12:44:50
Antwort löschenPuh, erstmal distanziere ich mich von Lars, aber ich behalts im Hinterkopf, danke :)
Punsha 2011/10/02 13:08:58
Antwort löschenDa warst du aber noch ziemlich gnädig, erst recht wenn man den Kommentar liest. ;)
fkfilmkritik 2011/10/02 13:09:46
Antwort löschenEiner der besten Filme aller Zeiten. :)
Übrigens scheint er garnicht mal so sehr in die Länge gezogen zu sein. Du schreibst er ging zwei Stunden. Dabei geht er in Wirklichkeit fast 3. :D
Mr.Film 2011/10/02 13:43:02
Antwort löschen@Punsha: Nee meiner Meinung nach passt das schon, der Film ging ca 3 Stunden, und ungefähr 2 haben mich davon auch akzeptabel unterhalten.
@fkfilmkritk: Das habe ich nirgends behauptet, ich habe lediglich geschrieben das ich nach 2 Stunden damit kämpfen musste, nicht einzuschlafen. ;)
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fkfilmkritik 2011/10/02 13:47:03
Antwort löschenOh je, immer meine schlampige Leserei. ;)
Mr.Film 2011/10/02 15:47:48
Antwort löschenPassiert :)
Puebleau 2011/09/16 17:01:04
Kommentar löschenMein erster Lars von Trier war der "Antichrist". Mir hat, vor allem gegen Ende, nicht sonderlich gefallen, was ich gesehen habe; ich wusste nur, dass ich entweder verarscht wurde oder nicht verstanden hatte. Da Film Kunst ist, scheint letzteres wahrscheinlicher. Im Rahmen meines Philosophiestudiums kam dann "Dogville" auf mich zu und ich stellte mir die Frage, wie sich ein Regisseur über Moral äußert, der einen Fuchs "Chaos reigns!" brüllen lässt und zum Katholizismus konvertierte...
Ein Prolog, 9 Kapitel, und beim 5ten bemerke ich schmerzlich, dass ich nach 90 Minuten erst die Halbzeit geschafft habe. Doch so sehr das Zuschauen auch Martyrium ist, es verblasst neben der Lust, mit der von Trier die (wie auch nicht anders zu erwarten) weibliche Protagonistin foltert. Die verfremdende Inszenierung versucht immer wieder, das Gezeigte als Gezeigtes zu enlarven und somit erträglich zu machen, Kidmans gutes Schauspiel und die oft hautnahe Kamera wirken dem jedoch gekonnt entgegen. Das Konzept geht auf, immer wieder wird der Rezepient emotional involviert und sich darüber bewusst dass Mitleid hier Moral nur zum Reflex degradiert; wie aufgeladen und vereinahmend ein Diskurs über das Moralische ist. Selbst wenn man sich "Dogville" entziehen kann, wird dem Hund am Schluß Leben eingehaucht und hinter alten Portraitfotos von möglichen Einwohnern läuft der Abspann - Dogvilles Alltag ist keine Fiktion!
Die brechtschen Kniffs ermöglichen dem Zuschauer/der Zuschauerin meist, das Gesehene zu reflektieren; und was sie sehen ist die Lebensfeindlichkeit, Instrumentalisierung und das Versagen der Moral. 8 Kapitel lang dirigiert Lars von Trier eine grausame Synmphonie an den moralischen Nihilismus, formuliert ein Pamphlet gegen die USA und Ohrfeigt schallend die christlichen Werte, verkörpert durch die Figur Nicole Kidmans. Diese erhält im letzten Kapitel ironischerweise ein moralisches Angebot und zugleich eine ethische Perspektive ... von einem Gangsterboss.
"Dogville" zählt zu meinen Lieblingsfilmen, denn kein anderer vermochte es, Werte in solcher Weise zu entblößen und diskutabel zu machen; noch heute beschäftigt mich der Film, den ich mir wahrscheinlich nie wieder anschauen werde.
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moviereporter 2011/08/26 15:11:47
Kommentar löschenZugegeben - ich brauchte eine Zeit, um mich an das Setting zu gewöhnen und fragte mich, ob ein Film, der knappe 3 Stunden auf einer Bühne mit nur wenigen Requisiten spielt, funktionieren kann. Die Antwort: er kann -und das sogar nur so.
Lars Von Trier, der sich für Regie und Drehbuch verantwortlich zeichnet, hat ein absolutes Meisterwerk geschaffen. 'Dogville' hat mich total geflasht. Was zunächst als nettes Dörfchen anmutet, und sich von Minute zu Minute mehr als Vorhölle für Grace entpuppt ist unglaublich fesselnd. Diese Spannung wiederum ist hauptsächlich der atmosphärisch dichten Regie, dem wunderbaren Drehbuch, natürlich den Schauspielern und ein paar genialer inszenatorischer Kniffe zu verdanken.
Denn es kommt äußerst häufig ein Erzähler zum Einsatz, welcher die jeweilige Gefühlslage der Bewohner nach außen kehrt, was es dem Zuschauer ungemein leicht macht, in die Figuren einzutauchen. Auch die Lichtsetzung verdient höchstes Lob. Nebenher wird jedes Kapitel mit einer Texttafel eingeführt und einer kleinen Textzeile dazu, die durch geschickte Wortwahl das Interesse des Publikums aufrechterhält. Das wiederum trägt auch dazu bei, dass die 3 Stunden wie im Flug vergehen. Diese Zeit ist aber für die Erzählung äußerst wichtig, und ich bin sehr froh, dass es in Zeiten der 90 Minuten Blockbuster noch jemanden gibt, der sich die Zeit für seine Geschichte nimmt, die sie braucht.
Nicole Kidman zeigt wieder einmal, das sie zu den ganz Großen Hollywood-Actricen gehört, an denen sich andere Darstellerinnen einiges abschauen können, die sich ansonsten zu sehr auf ihr Äußeres verlassen (wie z.B. die Jolie oder Penelope Cruz). Kidman spielt ihre Rolle absolut hervorragend und ist einer der Gründe für die Perfektion von 'Dogville'.
Das Ende vom Lied: Ein ganz toller Film, den eigentlich jeder einmal gesehen haben sollte. Denn Dank der theaterhaften Umsetzung funktioniert 'Dogville' unglaublich gut und hebt die Isolation des Dorfes hervor.
Beim radikalen Ende des Films hab ich mich sogar bei einem breiten Lächeln ertappt - das ist mir bei solcher Thematik eigentlich noch nie passiert.
An dieser Stelle Special Thanks to 'JhonnyKee' der mich Dank seiner famosen Kritik sehr neugierig machte auf Dogville - zum Glück. :)
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JohnnyKee 2011/08/26 15:47:07
Antwort löschenGroßartig geschrieben! Immer gern geschehen und Thx :D
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