Vielleicht verliert Wenders an der einen oder anderen Stelle die verschiedenen Handlungsstränge etwas aus den Augen, besonders die von Sky und Sutter. Und natürlich sehen viele Einstellungen aus wie ein Gemälde von Edward Hopper, oder wie aus Wenders eigenem Fotoband "Written in the West" von 1987. Aber das stört nur in wenigen Momenten und tut der Schönheit der Bilder keinen Abbruch. Zumal die Zitate und Selbstzitate humorvoll abgefedert sind, und der ganze Film eine heitere Gelassenheit ausstrahlt, ohne dass er deshalb gleich als Alterswerk einzuordnen wäre.
Optisch ist "Don't Come Knocking" ein Meisterwerk mit teils traumhaften landschaftlichen Tableaus und Kompositionen, die in ihrer Einsamkeit an die Bilder des US-amerikanischen Malers Edward Hopper erinnern.
Der jüngste Film von Wim Wenders erzählt, ähnlich wie schon Paris, Texas (1984), in wunderschönen Bildern die Geschichte eines Mannes, der den Weg zu seinem Sohn zurückfinden will.
[Regisseur Wim Wenders] hat sich vom ganzen Botschaftenwust und dem Gutmenschenkino seiner letzten Filme befreit. Und einen wunderlich schönen, wunderlich leichten Film gedreht.
Ausschweifender Lebensstil und verantwortungslose Ungebundenheit - kurzum nach gängigen Moralvorstellungen Anzeichen eines verschwendeten und weggeworfenen Lebens. Ein sinnloses Dasein, das unbedingt von der Bereicherung und dem starken Zusammenhalt einer Familie zerren muss, um wieder auf den einzigen, richtigen Lebensweg zurückzufinden. Inwieweit diese überraschungsarme Familienzusammenführung ernst zu nehmen ist, oder ob das Land in welchem diese angesiedelt ist auf diese Weise verspottet werden sollte, ist schwer auszumachen. So verbleiben nur leere, kitschige Bilder, die aber sehr schön die ausdruckslosen Figuren und die Inhaltslosigkeit der Geschichte widerspiegeln.
Genau. Wollte mir eigentlich die bestimmt besseren, früheren Werke für den Schluss aufheben, aber mittlerweile ist ein durchmischen unvermeidbar (zumindest um das Ganze schadlos zu überstehen). xD
Weg will er der Howard, weg von seiner inneren Leere, weg von seinen negativen Erinnerungen, weg von seinem perversen Lebenstil, weg, weg, weg...
So macht er sich auf die Suche nach seiner großen Liebe und dem Sinn seines Daseins und er findet es... er wird aber gleichzeitig gejagt wie ein Verbrecher.
Wenders hat diesen Drang, den Drang nach Veränderung, den Drang nach Liebe sehr intensiv, aber zugleich auch sehr einfach und klar eingefangen. Das zeigt sich auch am Spiel des Hauptdarstellers Sam Shepard bemerkbar. Er spielt seine Rolle mit angenehmer Zurückhaltung, die sein Spiel gleichzeitig aber noch intensiver macht. Der Salz in der Suppe ist aber Tim Roth. In seinen kurzen Szenen liefert er minimalistisch schauspielerische Kabinettstückchen ab.
Einen halben Punktabzug gibt es aber für die nicht überzeugende Schlussszene...
Auch wenn er hier zusammen mit Sam Shepard inhaltlich sein "Paris, Texas"-Gulasch wieder aufwärmt: Wenders komponiert wunderbar poetische Bilder aus Amerikas Nordwesten und erschafft das Gefühl eines romantischen Neowestern. Und wie immer ist Jessica Lange einfach eine Freude.
Volle Punktzahl für einen Film, der es versteht mit Gegensätzen auf den Punkt genau umzugehen und einen klasse Soundtrack hat. Auf der einen Seite vermittelt der Film Ruhe und Einsamkeit, dann sieht man aber wieder Verwirrung und Zorn. "Don't Come Knocking" hat künstlerisch gesehen so viel Wertvolles zu bieten. Sowohl einige Dialoge als auch die ein oder andere Szene sind ja sowas von auf'n Punkt gebracht, z.B. das lange Nachdenken auf dem Sofa oder die Geschichte von der Tochter wie sie nach Ähnlichkeiten gesucht hat. Also naja, ich fand den sehr gut. Kann ich nur weiterempfehlen.
Stiller und schöner Film, der mehr vom Spiel der Darsteller als von einer übermäßig kreativen Story lebt. Trotz (oder gerade wegen?!) des Verzichts auf beeindruckende Highlights erzählt der Film seine Geschichte sehr lebendig. Besonderes Lob verdient sich Tim Roth als Versicherungsermittler.
Für Auge und Herz kann der Arzt mir ohne weiteres Wenders Filme verschreiben. -Don´t come knocking- ist derzeit mein Favorit, wenn es auch noch um Ausgeglichenheit gehen soll.
Wenders hat wieder malen lassen; eine kleine Geschichte, ganz groß. Als ich anfangs von der Handlung erfuhr, dachte ich: "Nanü, eine Alternativ-Version von Broken Flowers?"... doch weit gefehlt. Ein Western, ohne eine einzigen Schuß, der mitten ins Herz trifft. Kunstgriff, oh, Lonesome Cowboy...Jessica Lange und Sam Shepard spielen einfach erstklassig und die Trockenheit eines Tim Roth ließ des öfteren schon mal das Gesicht lächelnd einreissen. Hier hat Wenders echt noch mal bewiesen, dass er sich sehen lassen "Cannes".
Um sich selbst und seine Vergangenheit zu finden, verlässt der inzwischen weniger erfolgreiche Filmstar das Set. Er muss feststellen, dass er vor ungefähr 20 Jahren zwei Kinder in die Welt gesetzt hat. Deren Reaktionen fallen beim Wiedererkennen sehr unterschiedlich aus – und auch die der jeweils dazugehörenden Mütter. Mit viel Einfühlungsvermögen, wunderschönen Bildkompositionen und fabelhaften Hauptdarstellern ist Wim Wenders wieder einmal ein fantastischer Film gelungen. Die Kamera umkreist fast schmeichlerisch die Akteure, wenn sie ihre innersten Empfindungen und auch Verletzungen offenbaren. Und was für ein Schluss! Unbeschreiblich, man muss ihn einfach gesehen haben.
Erstaunlich - ein Film der filmisch außer schönen Lanschaftsaufnahmen nicht viel zu bieten hat - und mich trotzdem gefesselt hat.
Ich finde eigentlich keine handfeste Erklärung dafür, dass mir der Film gefallen hat.
Don't Come Knocking - Kritik
DE/FR 2005 Laufzeit 123 Minuten, FSK 6, Western, Drama, Kinostart 25.08.2005
Kritiken (5) — Film: Don't Come Knocking
ThomasNeuhauser: arte ThomasNeuhauser: arte
Kommentar löschenVielleicht verliert Wenders an der einen oder anderen Stelle die verschiedenen Handlungsstränge etwas aus den Augen, besonders die von Sky und Sutter. Und natürlich sehen viele Einstellungen aus wie ein Gemälde von Edward Hopper, oder wie aus Wenders eigenem Fotoband "Written in the West" von 1987. Aber das stört nur in wenigen Momenten und tut der Schönheit der Bilder keinen Abbruch. Zumal die Zitate und Selbstzitate humorvoll abgefedert sind, und der ganze Film eine heitere Gelassenheit ausstrahlt, ohne dass er deshalb gleich als Alterswerk einzuordnen wäre.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenOptisch ist "Don't Come Knocking" ein Meisterwerk mit teils traumhaften landschaftlichen Tableaus und Kompositionen, die in ihrer Einsamkeit an die Bilder des US-amerikanischen Malers Edward Hopper erinnern.
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Rochus Wolff: freier Journalist
Kommentar löschenDer jüngste Film von Wim Wenders erzählt, ähnlich wie schon Paris, Texas (1984), in wunderschönen Bildern die Geschichte eines Mannes, der den Weg zu seinem Sohn zurückfinden will.
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen[Regisseur Wim Wenders] hat sich vom ganzen Botschaftenwust und dem Gutmenschenkino seiner letzten Filme befreit. Und einen wunderlich schönen, wunderlich leichten Film gedreht.
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alviesinger: bummelkino
Kommentar löschenTypischer desillusionierter Post-Western von Wenders - dabei so spannend und interessant wie ein Thumbleweed in der Wüste in Zeitlupenaufnahme.
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Kommentare (12) — Film: Don't Come Knocking
Kommentar schreibenPygar 2011/07/01 00:20:54
Kommentar löschenAusschweifender Lebensstil und verantwortungslose Ungebundenheit - kurzum nach gängigen Moralvorstellungen Anzeichen eines verschwendeten und weggeworfenen Lebens. Ein sinnloses Dasein, das unbedingt von der Bereicherung und dem starken Zusammenhalt einer Familie zerren muss, um wieder auf den einzigen, richtigen Lebensweg zurückzufinden. Inwieweit diese überraschungsarme Familienzusammenführung ernst zu nehmen ist, oder ob das Land in welchem diese angesiedelt ist auf diese Weise verspottet werden sollte, ist schwer auszumachen. So verbleiben nur leere, kitschige Bilder, die aber sehr schön die ausdruckslosen Figuren und die Inhaltslosigkeit der Geschichte widerspiegeln.
7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 2 Antworten
Joe Gillis 2011/07/01 01:24:51
Antwort löschenSerial Wim hat wieder zugeschlagen. So langsam scheint sich aber eine Regel herauszukristallisieren: Je neuer der Film desto schlimmer.
Pygar 2011/07/01 01:37:50
Antwort löschenGenau. Wollte mir eigentlich die bestimmt besseren, früheren Werke für den Schluss aufheben, aber mittlerweile ist ein durchmischen unvermeidbar (zumindest um das Ganze schadlos zu überstehen). xD
Jack_Torrance 2011/05/04 17:39:53
Kommentar löschenWeg will er der Howard, weg von seiner inneren Leere, weg von seinen negativen Erinnerungen, weg von seinem perversen Lebenstil, weg, weg, weg...
So macht er sich auf die Suche nach seiner großen Liebe und dem Sinn seines Daseins und er findet es... er wird aber gleichzeitig gejagt wie ein Verbrecher.
Wenders hat diesen Drang, den Drang nach Veränderung, den Drang nach Liebe sehr intensiv, aber zugleich auch sehr einfach und klar eingefangen. Das zeigt sich auch am Spiel des Hauptdarstellers Sam Shepard bemerkbar. Er spielt seine Rolle mit angenehmer Zurückhaltung, die sein Spiel gleichzeitig aber noch intensiver macht. Der Salz in der Suppe ist aber Tim Roth. In seinen kurzen Szenen liefert er minimalistisch schauspielerische Kabinettstückchen ab.
Einen halben Punktabzug gibt es aber für die nicht überzeugende Schlussszene...
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MMX 2011/02/16 18:06:34
Kommentar löschenMan muss schon ein wenig in die Bildgestaltung Von wender verliebt sein um diesen Film zu mögen. ich bin es jedenfalls
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spanky 2011/02/08 17:30:28
Kommentar löschenAuch wenn er hier zusammen mit Sam Shepard inhaltlich sein "Paris, Texas"-Gulasch wieder aufwärmt: Wenders komponiert wunderbar poetische Bilder aus Amerikas Nordwesten und erschafft das Gefühl eines romantischen Neowestern. Und wie immer ist Jessica Lange einfach eine Freude.
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baser 2010/10/10 13:14:26
Kommentar löschenEin eher schwacher Wenders. Alles was hier gezeigt wird, hat man in anderen Wenders Filmen schon einmal und besser gesehen.
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Nayuma 2010/05/14 10:46:07
Kommentar löschenVolle Punktzahl für einen Film, der es versteht mit Gegensätzen auf den Punkt genau umzugehen und einen klasse Soundtrack hat. Auf der einen Seite vermittelt der Film Ruhe und Einsamkeit, dann sieht man aber wieder Verwirrung und Zorn. "Don't Come Knocking" hat künstlerisch gesehen so viel Wertvolles zu bieten. Sowohl einige Dialoge als auch die ein oder andere Szene sind ja sowas von auf'n Punkt gebracht, z.B. das lange Nachdenken auf dem Sofa oder die Geschichte von der Tochter wie sie nach Ähnlichkeiten gesucht hat. Also naja, ich fand den sehr gut. Kann ich nur weiterempfehlen.
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doctorgonzo 2009/12/23 13:19:15
Kommentar löschenStiller und schöner Film, der mehr vom Spiel der Darsteller als von einer übermäßig kreativen Story lebt. Trotz (oder gerade wegen?!) des Verzichts auf beeindruckende Highlights erzählt der Film seine Geschichte sehr lebendig. Besonderes Lob verdient sich Tim Roth als Versicherungsermittler.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
der Suk 2009/08/01 00:49:16
Kommentar löschenFür Auge und Herz kann der Arzt mir ohne weiteres Wenders Filme verschreiben. -Don´t come knocking- ist derzeit mein Favorit, wenn es auch noch um Ausgeglichenheit gehen soll.
Wenders hat wieder malen lassen; eine kleine Geschichte, ganz groß. Als ich anfangs von der Handlung erfuhr, dachte ich: "Nanü, eine Alternativ-Version von Broken Flowers?"... doch weit gefehlt. Ein Western, ohne eine einzigen Schuß, der mitten ins Herz trifft. Kunstgriff, oh, Lonesome Cowboy...Jessica Lange und Sam Shepard spielen einfach erstklassig und die Trockenheit eines Tim Roth ließ des öfteren schon mal das Gesicht lächelnd einreissen. Hier hat Wenders echt noch mal bewiesen, dass er sich sehen lassen "Cannes".
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8martin 2008/10/17 19:31:03
Kommentar löschenUm sich selbst und seine Vergangenheit zu finden, verlässt der inzwischen weniger erfolgreiche Filmstar das Set. Er muss feststellen, dass er vor ungefähr 20 Jahren zwei Kinder in die Welt gesetzt hat. Deren Reaktionen fallen beim Wiedererkennen sehr unterschiedlich aus – und auch die der jeweils dazugehörenden Mütter. Mit viel Einfühlungsvermögen, wunderschönen Bildkompositionen und fabelhaften Hauptdarstellern ist Wim Wenders wieder einmal ein fantastischer Film gelungen. Die Kamera umkreist fast schmeichlerisch die Akteure, wenn sie ihre innersten Empfindungen und auch Verletzungen offenbaren. Und was für ein Schluss! Unbeschreiblich, man muss ihn einfach gesehen haben.
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Kubrick_obscura 2008/06/12 20:30:33
Kommentar löschenEinfache Handlung mit guten Dialogen, gesprochen von tollen Schauspielern im unvergleichlichen Wim-Wenders-Style. Howdie!
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Iwan Goratschin 2008/06/10 14:37:47
Kommentar löschenErstaunlich - ein Film der filmisch außer schönen Lanschaftsaufnahmen nicht viel zu bieten hat - und mich trotzdem gefesselt hat.
Ich finde eigentlich keine handfeste Erklärung dafür, dass mir der Film gefallen hat.
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Mr.Floppy 2007/08/25 20:29:35
Kommentar löschenBesser als mein Vorredner kann ich es nicht sagen. Einfach nur *gähn*
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