Drei Farben - Rot

Trois couleurs: Rouge (1994), CH/FR/PL Laufzeit 99 Minuten, FSK 6, Drama, Thriller, Abenteuerfilm, Kinostart 08.09.1994

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6.3
Kritiker
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7.4
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597 Bewertungen
8 Kommentare
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von Krzysztof Kieslowski, mit Irène Jacob und Jean-Louis Trintignant

Durch einen Unfall trifft Irne Jacob in Drei Farben – Rot auf den schrägen Jean-Louis Trintignant, der ein Talent dafür hat, die Nachbarn auszukundschaften.

Valentine (Irène Jacob) erschrickt sich fürchterlich, als sie mit ihrem Auto einen Hund anfährt. Geschockt will sie das Tier seinem Besitzer zurückbringen, einem pensionierten Richter (Jean-Louis Trintignant). An dessen Wohnung angekommen interessiert sich der ältere Mann aber weniger für sein Haustier und ist damit beschäftigt, die Nachbarschaft auszuspionieren. Diese überwacht er auf Schritt und Tritt, wobei ihm unglaubliche technische Mittel zur Verfügung stehen- Valentine ist das nicht geheuer und am liebsten würde sie so schnell wie möglich wieder verschwinden. Doch auf sonderbare Art und Weise fühlt sie sich doch zu dem Richter hingezogen.

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Kommentare (7) — Film: Drei Farben - Rot


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Trimalchio

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der letzte Film des Krzysztof Kieslowski ist ein würdiger Abschluss seines Schaffens und der Trilogie der drei Farben. Erneut treffen zwei Menschen aufeinander, diesmal sind sie aber sehr unterschiedlich und nicht durch Liebe im eigentlichen Sinne verbunden. Das Drama besitzt außerdem eine vollkommen andere Stimmung als die „Weiß“ und „Rot“ und trägt diese – im Gegensatz zu „Weiß“ - konsequent bis zum Ende. Auch die titelgebende Farbe dominiert stärker als in den Vorgängern. Dafür benötigt Kieslowski allerdings deutlich mehr Zeit um die Geschichte zu entwickeln, läuft sie aber erst einmal, so tut sie das ohne große Einbrüche. Was natürlich an Jean-Louis Trintignant und Irène Jacob liegt, die beide mit der nötigen Intensität spielen, um Spannung und Interesse aufkommen zu lassen. Die Steigerung manifestiert sich schließlich in der schönsten Szene des Films. Der, in der Valentine der alten Frau endlich hilft.

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Audreyfan

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Bewertung9.0Herausragend

Drei-Farben-Trilogie (3/3)

ROT. Wie die aufgehende Sonne. Wie die untergehende Sonne. Wie Blut. Wie Feuer. Wie die Liebe. Wie die Wut. Wie die Brüderlichkeit.
"Rot" ist der dritte und letzte Teil der Drei-Farben-Trilogie und auf der Rückseite steht "Rot=Brüderlichkeit". Das Finale. Der glückliche, liebende Teil. Brüderlichkeit. Oder wenn man will, Freundschaft, Seelenverwandschaft. Waren die anderen beiden Teile eher bedrückt und traurig, entflammt hier die Leidenschaft. Alles läuft zusammen und pulsiert im Takt der Ideale der französischen Revolution.

Das heitere, junge Mädchen und der zynische, alte Mann. Durchs Schicksal bestimmt treffen sie sich. Er hört seine Nachbarn ab und hat das Talent viel zu erraten und vorauszusehen. Sie und ihr neidischer Freund. Sie tanzt und modelt. Die beiden verbindet nichts und gerade das verbindet sie. Im Gegensatz zu den anderen Filmen wird hier nichts angestrebt, es geschieht einfach. "Rot" hebt sich klar von den anderen Filmen ab, was durch kleines bemerkbar wird. Der krüppeligen, alten Dame, die versucht eine Flasche wegzuschmeißen, wird geholfen. Zuerst wird gelächelt, dann geweint.

Die französischen Rebellen damals hatten kaum etwas gemeinsam und trotzdem schafften sie es Europa nachhaltig zu verändern. Ihre Ideale: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Blau, Weiß, Rot. Wie ich in den Interpretationen der anderen beiden Filme feststellte, funktioniert das Streben nach Freiheit oder nach Gleichheit nicht alleine. Zwar erreichen die Protagonisten ihr Ziel, aber sie müssen dafür andere verlieren oder zerstören. Sie müssen sich selber verlieren und zerstören. Egoismus hat also nachhaltig keine Chance. Doch wie gewannen die Rebellen die Revolution, obwohl sie nach Freiheit und Gleichheit strebten? Antwort: mit Brüderlichkeit. Hier liegt das Geheimnis der französischen Revolution. Sie wollten gemeinsam die Freiheit! Sie wollten gemeinsam die Gleichheit! Sie mussten ihre Feinde zerstören. Ja. Aber sie zerstörten gemeinsam und gewannen so. Ohne die französische Revolution wäre Europa heute nicht das, was es jetzt ist. Inspiration war der vorhergegangene amerikanische Unabhängigkeitskampf. Ohne die französische Revolution gäbe es heute wahrscheinlich keine Demokratie in Europa. Wir dürften nicht sagen, was wir denken. Wir dürften nicht schreiben, was wir denken. Und es gäbe diese drei herausragenden Filme von Krzysztof Kieslowski nicht! Ich danke ihm für die Drei-Farben-Trilogie, die einem so wunderbar aufzeigt, wenn auch nicht direkt offensichtlich, was Brüderlichkeit alles bewirken kann. Brüderlichkeit verschweißt unsere Ideale und Wünsche und lässt ein unvergleichbares Gefühl entstehen. Brüderlichkeit kann die Welt mehr verändern, als es der Egoismus je tun würde!

Lasst uns den Egoismus begraben.
Wir gehen zusammen den Weg.
Wir streben zusammen nach Freiheit.
Wir streben zusammen nach Gleichheit.
Wir gewinnen.
Alles ist blau.
Alles ist weiß.
Alles ist rot.
Blau wie der Himmel, Weiß wie der Schnee, Rot wie die Liebe.
Blau wie die Freiheit, Weiß wie die Gleichheit, Rot wie die Brüderlichkeit.

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Brentano

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Bewertung4.5Uninteressant

Ein übler, einseitiger und sexistischer Streifen, eigentlich ungeheuerlich, aber "das muss" die Kunstfreiheit, (leider) aushalten, na ja

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Brentano

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weil es (noch) relative Mienungsfreiheit gibt und sie sich ebenso "erdreisten", ihre Meinugn hier zu verkünden???


Stroszek

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ich wollte damit sicher nicht sagen, dass sie ihre meinung nicht sagen dürfen, oder ihre meinung prinzipiell "falsch" wäre, sondern einfach nur eine begründung wissen. wenn ich kurz und knapp meine meinung i-wo kundtue - das darf und sollen sie und ich ja auch - und mich jemand fragt wieso genau ich etwas gut oder nicht gut finde, dann will man doch seinen punkt verständlich machen indem man ihn begründet. ich bin wirklich einfach nur interessiert, nicht mehr und nciht weniger =)


strangelet

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal sowas schrecklich Bildungsbürgerliches schreiben würde, aber bittesehr: Man sollte sich den hier auf jeden Fall im Original mit Untertiteln anschauen, die deutsche Synchronisation von Lothar Blumhagen ist nämlich derart unpassend, das versaut den ganzen Film.

Und das wäre ja schade, denn das ist schon sehr gelungen, wie Kieślowski den Film langsam auf einen Höhepunkt zusteuern lässt, der letztlich nichts anderes als eine philosophische Betrachtung über Schicksal und Gerechtigkeit, und dabei erstaunlicherweise nie Langeweile aufkommen lässt.

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Brentano

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dass Sie den Film mögen war zu erwarten, viel Spass weiterhin, ... (unseliger)


Tyler__Durden

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ich hatte einen Traum. Es war Nacht. Ich lief eine Straße entlang nur erhellt durch einzelne Laternen. Wo sie hinführte wusste ich nicht, laufen wollte ich auch nicht, aber irgend woher kam der trieb mich zu bewegen, weiter zu laufen. Aber wohin lief ich? Was trieb mich? Alles war wie leer gefegt, keine Menschenseele ich Sicht, doch trotz dessen fühlte ich mich beobachtet. Irgendjemand war hier. Doch so wie ich anfing mich zu wundern prasselte wie aus dem nichts plötzlich eine Sturm über mir her. Es regnete in strömen und der Wind riss Bäume aus und brach Fenster auf. Meine Brust zog sich zu, ich hatte auf einmal so ein bedrückendes Gefühl in mir. Ich blieb stehen, der Sturm immer noch um mich herum. Die unsichtbaren Augen immer noch im Rücken, ich drehte mich um, hörte Schritte, der Lärm des Sturmes verdämmte, wie als drehte jemand den Regler am Radio leiser. Die Schritte kamen näher, hektisch drehte ich mich in jede Richtung um während das bedrückte Gefühl in meiner Brust sich mit stetiger Geschwindigkeit zuzog. Und auf einmal der Blick. Das Bild. Vor mir stand eine Frau. Der Sturm und alles um mich herum hüllte sich in Schweigen. Ein roter Schleier fiel um die Welt und ich starrte in die Augen welche nun sichtbar für mich waren. Auge so klar und echt das der erste Blickkontakt mit ihnen jegliche fesseln, welche in meiner Brust mein inneres zerdrückten, aufbrachen und alle Last auf einmal verschwand. Erst bei näherem betrachten fiel mir auf das dies dort vor mir kein Mensch war, es war ein Bild. Das Bild einer Frau, überlebensgroß, ein eingefrorener Moment dessen Blick sich auf mich bezog und dessen ich nicht entgehen konnte. Doch dann als ich meinen Fuß bewegte um einen Schritt, nur einen, auf sie zu zugehen, bahnte sich ein riesiger Riss durch ihr Gesicht und das Bild zerfetzte in tausend teile. Sowie mein Traum. Mein Traum...?

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JimiHendrix

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Bewertung7.5Sehenswert

Leider habe ich hinten angefangen, also bei Rot.

Aber der letzte teil war schonmal sehr anders und irgendwie etwas besonderes in seiner Stimmung und Atmosphärenbildung.

Was mich als alter "Italowesternsfan" ja besonders freute, war die Anwesenheit von Jean-Louis Trintignant, der ja schon in dem alten italowestern "Leichen pflastern seinen Weg" neben Klaus Kinski zu bestaunen war.

Auch hier überzeugt er durch seine klasse Mimik und Persönlickeit.

Die Bilder sind immermal wieder sehr intensiv und meistens, wie der Titel schon verrät etwas ins rötlich gehende oder Rot beinhaltend.

Die Story ist auch sehr interessant, weil es hier um die persönliche durchsetzung von gerechtigkeit geht, die manchmal durch eigene Gründe verschwommen wahrgenommen werden kann und so nicht mehr gerecht ist, oder das durch die Ausübung von Eigengerechtigkeit andere verletzt werden könnten.

Gutes Thema und ich werde mir natürlich die komplette Trilogie anschaun, nur andersrum.

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maslobojew

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Bewertung9.0Herausragend

Vielschichtiges, unterschwellig spannendes Filmwerk, dass die Farben-Trilogie gelungen abrundet.

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