Drei Schwestern made in Germany

Drei Schwestern made in Germany (2006), DE
Laufzeit 90 Minuten, FSK 6, Drama

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von Oliver Storz, mit Barbara Rudnik und Christopher Buchholz

November 1947 in Frauenburg, einer kleinen, süddeutschen Garnisonsstadt der US-Besatzungsarmee: Der deutschen Einwohnerschaft steht ein weiterer harter Nachkriegswinter bevor, zugleich aber auch ein “social event”, an das die Bürger große Hoffnungen für ihr Wohlergehen knüpfen: die Vermählung des Regimentskommandeurs Colonel Bellmont mit einer Tochter der Stadt, Freya Sonnenberg, der mittleren von drei Schwestern aus gutbürgerlichem Hause. Es wird eine der ersten prominenten deutsch-amerikanischen Hochzeiten seit der Aufhebung des Fraternisierungsverbots sein. Für Freya bedeutet dieser Schritt den Aufbruch hinaus aus den entbehrungsreichen Nachkriegsverhältnissen in ein Leben des Wohlstands und der Freiheit in den USA. Nora, die älteste der Schwestern, hat ihre eigenen Erwartungen, die in der Vergangenheit wurzeln: Der geliebte Vater, einst hochgeschätzter Bürgermeister des Städtchens, war vom Kleinbürgertum, das unter den Nationalsozialisten an die Macht drängte, aus dem Amt gemobbt worden und aus Gram darüber gestorben. Für Nora bedeutet die Verheiratung der Schwester mit dem allmächtigen Standortkommandanten späte Genugtuung, ja Triumph über die alten Kräfte des kleingeistigen Intrigantentums. Auch erhofft sich Nora einen privaten Vorteil von diesem Zuwachs an gesellschaftlichem Einfluss: Kann sie ihre heimliche Liebe zu einem Außenseiter, dem ehemaligen KZ-Häftling und Schwarzhändler Jacob Goldblum, endlich salonfähig machen? Die jüngste der Schwestern, Gudrun, genannt “Guddi”, lebt hingegen ehrgeiz- und hemmungslos ihre Sexualität aus, um so mehr, als die Pläne der älteren Schwestern unversehens zu scheitern drohen: Am Vorabend der Hochzeit taucht ein Erpresser auf, der mit der Preisgabe von angeblich kompromittierenden Details aus Freyas Dienstzeit als Wehrmachtshelferin droht. War sie tatsächlich die Gespielin eines prominenten Nazibonzen? Wird es den Schwestern gelingen, den Mann zum Schweigen zu bringen? Im Laufe einer turbulenten und ins Burleske kippenden Nacht scheinen sich die Dinge zu klären – bis dann eine Katastrophe ganz anderer Art die Situation zum Platzen bringt.


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patcharisma

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Bewertung9.0Herausragend

Höllisch komischer Herzwärmer, voller toller Situationskomik, skurrilen Momenten, Atmosphäre & liebevoller Austattung, der leider völlig unterging.

Die allfällige Kritik, er würde das Kriegsende als zu naiv rosiges Schwanktheater darstellen fällt in dem Moment dahin, wie man realisiert, dass der Film eine ganz andere Intention verfolgt:
Er fokussiert mit pechschwarzem Humor ein Portait einer eigentlich zerissenen & verwirrten Generation, die sich in einer Neuorientierunsphase der Stunde Null befindet. Das ist ihm doppelbödig & grossartig gelungen.

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