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Du sollst nicht lieben - Kritik
DE/FR/IL 2009 Laufzeit 90 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 20.05.2010
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Kritiken (1) — Film: Du sollst nicht lieben
Esther Buss: Film-dienst Esther Buss: Film-dienst
Kommentar löschenDenn die Stärke des Films liegt ja gerade darin, dass er seine Figuren nicht funktionalisiert, wie es bei manchem Thesenfilm der Fall ist. Tabakman lässt eine dichte, mitunter bedrückend enge Atmosphäre einer Gesellschaft entstehen, in der kein direkter, unverstellter Ausdruck für Gefühle oder Lust vorgesehen ist. Umso wichtiger sind die flüchtigen Blicke und kleinen Gesten, die inoffiziellen „Texte“. Etwa wenn Ezri Aaron seine Zeichnungen junger Männer zeigt, die ganz subtil von schwulem Begehren erzählen. Oder wenn Aaron und Ezri in der Runde mit anderen Männern singen und beten und dabei jeder den Arm um den anderen legt. In diesem Moment verbirgt das gemeinschaftlich-religiöse Ritual eine andere, geheime Botschaft.
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Kommentare (6) — Film: Du sollst nicht lieben
8martin Tue, 29 Jan 2013 15:51:08 -0000
Kommentar löschenDer Titel erinnert in seiner Formulierung an ein Gebot bzw. Verbot. Hier gilt das für einen Mann in Bezug auf einen anderen Mann. Dass orthodoxe Juden schwul sind ist ein Tabu. Wenn einer davon, Aaron, ein verheirateter Familienvater ist, handelt es sich um ein Drama mit einem Ausmaß einer klassischen, antiken Tragödie. Diese ausweglose Situation beschreibt Regisseur Chaim Tabakman äußerst sensibel und eindringlich. Aaron und Ezri kommen sich schrittweise näher. Von der ersten Umarmung bis zum ‘Sandwich‘. Außerdem kreiert Tabakman eine detaillierte Insider-Atmosphäre, in der sich eine Dreiecksgeschichte entwickelt, in der neben Aaron (Zohar Strauss) auch seine Frau Rivka (Tinkerbell) eine stille, leidende Rolle spielt. Der jugendliche Verführer Ezri (Ran Danker) taucht auf und verschwindet auch wieder.
Viele ausdrucksstarke Blicke werden ausgetauscht. Gerüchte kursieren. Die Sittenwächter kommen. Es gibt lange bibelkompatible Streitgespräche. Aaron sagt ‘Ich war tot. Jetzt lebe ich.‘ und seiner Frau gegenüber ‘Das Böse ist über mich gekommen.‘ Er sieht keinen Ausweg. Das Ehepaar bildet eine Art stille Pieta: Geständnis? Verzeihung? Danach taucht Aaron in einen See…Ein schwieriges Thema, mutig und mit viel Gefühl angegangen.
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Markbln Sat, 03 Nov 2012 16:52:38 -0000
Kommentar löschenManchmal ein bisschen zu viel Klischee, aber insgesamt natürlich ein sehr interessanter Film, der sich mit dem schwierigen Thema auseinandersetzt, wie Nonkonfome, in diesem Fall zwei homosexuelle orthodoxe Juden, in einer streng regulierten Gesellschaft leben können. Die beiden Hauptdarsteller sind stark, ihre Zerrissenheit sehr authentisch und das Ende lässt glücklicherweise genügend Spielraum, um seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Der Regisseur hat in einem Interview gesagt, dass er seine Geschichte zwar im orthodoxen Milieu angesiedelt hat, diese aber ganz universell für das Überleben in extremen Gesellschaftssystemen stehen soll. Auf die Reaktionen der Orthodoxen auf seinen Film angesprochen, antwortete er: es gab keine. Da es für sie Homosexualität nicht gibt, bzw. eine Sünde ist, hat der Film erst gar keine Existenzberechtigung. Erstaunlich, dass man tatsächlich im orthodoxen Viertel drehen konnte.
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Andy Dufresne Sat, 03 Nov 2012 23:33:15 -0000
Antwort löschenDer kam neulich erst auf Arte, oder? Leider verpasst...
Markbln Sun, 04 Nov 2012 08:00:03 -0000
Antwort löschenHabe ihn gestern bei Freunden gesehen, ich glaube es war ein arte logo im Bild, ja.
Wumz Tue, 15 May 2012 14:19:30 -0000
Kommentar löschen"Du sollst nicht lieben" ist ein sehr intensives und gefühlvoll inszeniertes Drama. Ein Drama über gesellschaftliche und religiöse Konventionen, die es dem Einzelnen unmögliche machen sich frei auszuleben, wenn er von dem was für richtig gehalten wird abweicht. Wer nicht in die Norm passt wird schlichtweg ausgestoßen und gemieden.
Ein aufwühlender Film, der Zeit braucht um verarbeitet zu werden.
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Janus Winter Mon, 27 Dec 2010 16:15:48 -0000
Kommentar löschenDer deutsche Titel DU SOLLST NICHT LIEBEN schmelzt die Tragik des Films auf einen bezeichnenden, treffsicheren Satz zusammen. Als aufgeklärter, demokratisch sozialisierter Mensch kann man nur das kalte Gruseln bekommen, wie das faschistische System des orthodoxen Judentum Normabweichlern das Leben zur Hölle macht. Dass sich dies ausgerechnet in Israel ereignet, dass Juden Juden auf solch unmenschliche Weise diskrimminieren, ist doppelt beschämend. Ein wichtiger Film, der es verdient hat, ein großes Publikum zu finden.
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stalker Tue, 13 Jul 2010 22:14:53 -0000
Kommentar löschenIsraels bessere Antwort auf "Brokeback Mountain"?
Bin jetzt erst mal ne Weile sprachlos. Film muss verdaut werden. Ich muss schlafen.
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patcharisma Tue, 13 Jul 2010 22:57:37 -0000
Antwort löschenJa, wenn der Stalker mal was gut findet & es nicht nur in üblicher Masche zynisch heruntermacht, ist er geschockt & muss dieses Schlüsselerlebnis mal mit gesundem Schlaf verdauen! Gut so... & dann hören wir ja dann mehr!
Sleep with your Guardian Angels, my Dear! patrick
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stalker Wed, 14 Jul 2010 17:15:36 -0000
Antwort löschenIsraels moderne Version von Romeo und Julia?
Bin noch immer sprachlos.
Habe die deutsche Synchrofassung gesehen und die hat durchaus Mängel, aber wahrscheinlich besser als Verwirrung stiftende Untertitel.
Die lustige Musik im Trailer ist im ganzen Film nicht zu hören.
Musik ist eher ein Säuseln, ein Lamettaflug übers Kornfeld bei nahendem Gewitter.
Regnet es wirklich so oft in Jerusalem?
stalker Wed, 14 Jul 2010 18:11:25 -0000
Antwort löschenKino, hab den im FaF gesehen, irgendwo läuft der auch OmU. Unbedingt sehenswert, vielleicht etwas zu langsam, aber vielleicht auch gerade richtig.
wolf260366 Fri, 04 Jun 2010 14:12:34 -0000
Kommentar löschenEin sehr ruhiger, gemächlicher Film, der aber gerade durch seine "Sprachlosigkeit" so viel sagt. Das gesamte Umfeld ist eher bedrohlich und rückt immer näher. Die beiden Hauptdarsteller finden sich und schließen sich in Ihrer Welt ein und müssen doch kapitulieren. Ein bemerkenswerter Film. Ich habe ihn im OmU gesehen und die Untertitel kamen oftmals zu früh und vewirrten so.
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