E.T. - Der Außerirdische - Kritik

E.T. the Extra-Terrestrial

US · 1982 · Laufzeit 115 Minuten · FSK 6 · Abenteuerfilm, Drama, Science Fiction-Film · Kinostart
  • 10
    Ecto1 12.11.2016, 12:59 Geändert 21.11.2016, 08:24

    Nach vielen Jahren wollte ich mal wieder nach Hause telefonieren und leider hatte ich nur die damalige Jubiläums-Ausgabe im Schrank, bei welcher Spielberg leider viele Verschlimmbesserungen - wohl im Rausch des George Lucas Fiebers - anbrachte. Seinen CGI E.T. kann sich der gute Herr gepflegt in den Hintern schieben und die zusätzlichen Szenen tragen praktisch nichts zur Geschichte bei.

    Dennoch hat der Film für mich überraschenderweise nichts an Faszination verloren, da er eine perfekte Komposition an Emotionen darstellt. Auf einen Schlag war ich wieder ein Kind, welches John Williams an die Hand nimmt um durch die 80er Jahre Perspektive des jungen Spielbergs zu führen. Und im Gegensatz zu retro-Filmen und Serien welche nur Kopien der damaligen Zeit verkörpern, bekommt man hier noch den echten Stoff von damals auf die Sinne geballert.

    Überrascht war ich wie düster der Film an mancher Stelle ist und wie hervorragend er auch in meinem Alter noch funktioniert. Was für ein Flash dass damals gewesen sein mag, als man das Ding vor über 30 Jahren das erste mal über den Schirm gejagt hat. Ich konnte mich jedenfalls nahe heran fühlen an diese Zeit und bei zwei Schlüsselszenen kullerte tatsächlich etwas Flüssigkeit über die Backen - ich bin ja auch nur ein Mensch.

    E.T. verzeiht man dank seiner Qualitäten und der zeitlosen Geschichte auch die etwas angestaubten Flug-Einlagen, welche durch den pompös-schönen Soundtrack aber noch immer eine unglaubliche Kraft besitzen. Und wenn das Ende kommt, die Tür sich schliesst und nur noch das Herz des kleinen Besuchers durchscheint, kann man nur noch sagen: "Alles richtig gemacht Steven!!"

    Damals einer meiner Lieblingsfilme und meine erste Sichtung seit vielen, vielen Jahren. Wie konnte ich Dich nur vergessen? Und wie schnell hast Du wieder mein Herz erobert!? Ich muss mir aber schleunigst die Blu-Ray mit der damaligen original-Version holen, bevor dieses aufgefrischte Werk die Erinnerung verdrängt, die mich bei dieser Sichtung wohlig wärmend begleitet hat.

    3
    • 8

      Ist einfach ein Kult, der selbst als Erwachsener noch Spaß macht.

      2
      • 8 .5

        Dieser perfekt komponierte, unverwüstliche Popcorn-Klassiker brachte nicht nur den Kinderfilm wieder auf die Agenden der großen Studios, sondern ist auch heute noch eine große Wundertüte archetypischer Emotionen. Ihr werdet lachen, leiden, fluchen und weinen - ihr werdet wieder zum Kind, wenn ihr E.T. schaut.

        Spielberg zentriert den Blick seines, lt. eigener Aussage "persönlichsten Film" konsequent auf Familie und die Sicht seiner kind- bzw .jugendlichen Protagonisten. Erst am Ende dürfen andere Erwachsene in diesen Kosmos einbrechen und bekommen ein Gesicht spendiert. Der hässliche, glitschige Außerirdische ist die perfekte Verkörperung überwundener Kinderängste, seine Superkräfte an die Bedürfniswelt von Kindern angepasst. Alles stimmt, alles macht Sinn. E.T. hat Herz Seele. köpchen und eine Botschaft. Großes Kino.

        • 8 .5

          E.T., das ist die Geschichte der Kindheit, der Sehnsüchte und der Freundschaft, die durch einen Außerirdischen erscheint. Es ist kurz gesagt auch die Essenz der Kindheit, die Spielberg mit diesem Film facettenreich eingefangen hat. Es ist in Spielbergs Schaffen des weiteren nichts anderes als das Herz. Es ist ein Film über die Einsamkeit, die Familien, zerbrochene Familien, über die Abwesenheit der Väter, die eine Lücke in der Familie hinterlassen haben, die noch nicht gefüllt wurde. Spielberg schildert seinen Film einfühlsam und vor allem mit großen neugierigen Augen für alles, was dort auf der Leinwand passiert. Es ist ein Film, der von einer optimistischen Naivität durchströmt wird, die Antagonisten eher schleierhaft bleiben (auch wenn Spielberg diese Verschleierung der Gesichter im Verlaufe der Handlung auch aufhebt und seine Antagonisten vermenschlicht in Form von Peter Coyote).

          In "E.T." geht Spielberg dazu sehr bewusst mit der Größe, der Darstellung des Großen und des Kleinen um, was sich besonders zu Beginn zeigt, wenn er die Geschichte über die Details erzählt und die Geschichte dadurch mysteriös wird, beinahe mythisch, da Spielberg sie im Schatten hält, keine klaren Konturen abzeichnet in den Bildern. So bleiben die Erwachsenen nur Silhouetten in der Nacht, Gespenster und böse Geister, die so übermächtig erscheinen (und markiert werden durch einen Schlüsselbund an der Hose), womit für uns auch klar erkennbar wird, dass Spielberg aus der Perspektive der Kleinen erzählt. Er erzählt aus der Perspektive der Kinder und so ist "E.T." auch Spielbergs wahrhaftigster Film, weil er das Aus-den-Augen-der-Kinder-sehen am konkretesten umsetzt. Eigentlich sogar zum Prinzip seines Films macht. Des weiteres ist dieses Werk auch einer dieser großen kleinen (mythischen) Vorstadtfilme, die von den Suburbs der 80er-Jahre erzählen, in denen eine nostalgische Sehnsucht steckt. Fast schon hat dieser Film dann auch, in seinen schönsten Momenten, etwas tranceartiges zu bieten, Momente, in denen man sich der Magie dieser Welt hingeben will, sich ganz auf diese Welt einlässst und sich in ihr verliert. Schlichtweg ist es ein Werk, das voller Sanftmut und Liebe steckt. Es liegt eine Liebe für jeden Moment vor. Spielberg verleiht jedem Moment eine besondere Magie, mag dieser noch so klein sein und das macht diesen großen kleinen Film aus. Dieser Film ist ein Kinomärchen, das man glauben muss, um es zu fühlen und an dessen Ende man einfach nur mit einem offenen Herzen staunen möchte.

          20
          • 9

            Hab die letzte halbe Stunde vor lauter Tränen gar nicht richtig mitbekommen, mich aber trotzdem mal an eine Kritik gewagt:
            [...]
            Im Kino geht es immer um den Menschen. Nun gibt es jene Regisseure, die den Menschen der Form unterordnen. Nicolas Winding Refn zum Beispiel. Oder Zack Snyder. Andere Regisseure wiederum ordnen den Menschen der Handlung unter. Christopher Nolan zum Beispiel. Und dann gibt es diese Regisseure, die sowohl Form als auch Handlung dem Menschen unterordnen. James Cameron, Tim Burton und auch Steven Spielberg.

            In „E.T.“ ordnet Spielberg nun tatsächlich den ganzen Film seinen Charakteren unter. Die Erzählung des Filmes findet aus der Sicht der Kinder statt, dementsprechend schneidet die Kamera vieles ab, bleibt auf weniges Details zentriert. Dementsprechend sind aber auch die Emotionen deutlich höher. Spielberg trägt hier ganz dick auf, die bösen Erwachsenen stapfen Darth Vadrig durch die Landschaft, die Hochgefühle in Gegenwart E.T.s werden von John Williams phänomenalem Score mit wuchtigem Pathos unterfüttert. „E.T.“ ist purer Eskapismus, ein fluffiger Film, der zugleich zu Herzen geht.
            [...]
            Vollständige Kritik auf https://aboutthepictures.wordpress.com/2016/07/15/e-t-der-ausserirdische/#more-139

            5
            • 9

              Brüste mich ja damit, täglich Kritiken veröffentlichen zu wollen. Habe nun aber die letzten beiden Tage nichts geschrieben und werde auch heute nichts bringen, hat mit einem Theater Besuch und einer darauf folgenden Schlafstörung zu tun.^^
              Hab mir dafür jetzt ein ganz wundervolles Programm für die nächsten Tage gesetzt:
              15.07 - E.T.
              16.07 - Her
              17.07 - Das fünfte Element
              18.07 - Lucy
              19.07 - A most violent Year
              20.07 - Babel
              21.07 - Batmans Rückkehr
              22.07 - Independence Day 2 oder Anonymus
              23.07 - Der letzte Mohikaner

              Daraufhin kommen dann erstmal für sechs Wochen keine Texte, Ausnahme ist der 04.08, an dem eine Review zum Ultimate Cut von Batman v Superman erscheinen wird.

              4
              • 8

                E.T. ist ein schöner Klassiker, der eine herzerwärmende Geschichte rund um ein auf der Erde gestrandetes außerirdisches Wesen erzählt und vor ikonischen Kinomomenten nur so strotzt!

                • Was vor knapp 30 Jahren süß und putzig war,
                  wirkt heute grotesk und komisch

                  der Uncanny-Valley Effekt lässt grüßen !

                  • 7

                    Vor kurzem mal wieder gesehen. Find ihn nicht mehr so toll wie früher, den kleinen Außerirdischen hab ich aber immer noch gern.

                    • 9

                      Ein Klassiker, den man einfach gern haben muss.

                      • 7

                        Meine Kindheitserinnerung :) Habe ihn früher geschätzte 100 mal gesehen und habe ihn immer geliebt. Sehr berührend. Sehr süß gemacht und toll inszeniert. Ist zwar schon alt aber trotzdem immer noch super ! E.T. ist rührend, E.T. ist schön :)

                        1
                        • 9

                          Riesengroßer Broken Kinogeschichte!!!
                          Wem dieser Film nicht gefällt, dem ist Cineastisch sowieso nicht mehr zu helfen.
                          Der sollte dann schnellsten nach Hause Telefonieren.
                          Ein Meilenstein und Meisterwerk!

                          8
                          • 8

                            https://www.youtube.com/watch?v=ge9QNcQ759E

                            Thörless rappt den Film recht stimmig und fesch zusammen "GESTATTEN SIE..."?

                            1
                            • 8 .5

                              Ein Film, der auch nach über 30 Jahren nichts von seinem Charme verloren hat. Der Cast ist sympathisch, der Außerirdische auch und das tröstet über die wenigen Logiklöcher hinweg. Tipp: Griffbereite Taschentücher helfen besonders gegen Filmende.

                              1
                              • 10

                                Klassiker.

                                • 4

                                  Irgendwann ist aber auch mal gut. Ja. OK. Ich hab den damals auch im Kino gesehen und hab da schon gemerkt ich bin die falsche Zielgruppe :D.

                                  1
                                  • 8 .5

                                    Holt euch die alten Versionen! Die 20 Jahre Jubiläums Version ist mit digitalisierten Szenen vollgestopft und zerstört den Charme. Teilweise wurden Szenen auch gekürzt. Drew Barrymore darf nicht mehr fragen " Was ist ein Pimmelzwerg ?". Ich durfte den Film noch zu DDR Zeiten mehrmals im Kino sehen. Der Eintritt war damals kaum erwähnenswert. Das Erlebnis dafür unbeschreibbar.

                                    2
                                    • 10

                                      Der Film meiner Kindheit. Einfach wundervoll und mitreißend.

                                      • 10
                                        TommyDeVito 27.11.2015, 22:46 Geändert 27.11.2015, 22:59

                                        Nachdem Drehbuchautorin Melissa Mathison diesen Monat leider verstorben ist, musste ich mir noch einmal den auf ihrem Drehbuch basierenden "E.T." ansehen - einen meiner allerliebsten Lieblings-Filme (ein ganz dickes, dickes ♥) und eines der zeitlosesten Kino-Märchen.

                                        Und wiederum bin ich genau so verzückt wie beim letzten Mal. Spielberg erzählt hier die Geschichte der Freundschaft zwischen dem friedlich gesonnenen Ausserirdischen, dem kleinen Elliott und seinen Geschwistern (...aber das sollte man wohl nicht erklären müssen :)).
                                        Ähnlich wie in anderen grossartigen Werken, die aus der unschuldigen, naiven und neugierigen Sicht von Kindern erzählt werden (z.B. "Der Geist des Bienenstocks" oder "Mein Nachbar Totoro"), präsentiert Spielberg das Geschehen fast durchgehend durch die Augen/Sicht der Kinder. Dabei geht er sogar soweit, dass die meisten Erwachsenen den Grossteil der Laufzeit gar nicht erst wirklich gezeigt werden. Wir sehen ihre Beine und Hüften und Objekte, die daran befestigt sind, sind unsere einzigen Hinweise darauf, was ihre Motive sind/sein könnten oder welche Person wir betrachten (bspw. der immer wieder auftauchende ominöse Mann mit dem Schlüsselbund, dessen Gesicht erst gegen Ende zu sehen ist). Ansonsten ist hier der Einsatz von Licht und Schatten ebenso - wie schon im früheren Spielberg-Klassiker über den Kontakt mit Ausserirdischen "Close Encounters of the third Kind" - genial und dient auch (u.a.) diesem Zweck. Wir sehen Silhouetten, scheinbar gesichtslose Gestalten, die allesamt ziemlich bedrohlich wirken. Jedoch war Spielberg schon immer jemand, der in seinen Filmen eine grundsätzlich eher optimistische oder zumindest hoffnungsvolle Welt darstellen wollte und so wendet sich natürlich auch hier alles zum Guten. Einige der Erwachsenen entdecken das "neugierige Kind" in ihnen selber wieder und das schliesslich folgende glückliche Hollywood-Ende ist jedes Mal unvergleichlich schön.

                                        Teilweise setzt Spielberg auch Aufnahmen von langen Schatten ein, welche sicher nicht ohne Grund an Spielbergs vorherigen Film "Jäger des verlorenen Schatzes" erinnern (wow, die beiden Klassiker stammen aus den Jahren 1981 und 82, was für ein filmischer Doppelschlag!). Denn auch hier erwartet uns ein charmantes, teilweise unheimliches und ganz sicher auch ein sehr bewegendes Abenteuer.

                                        Was ebenso hervorgehoben muss, ist der Humor, wofür "E.T." vielleicht nicht unbedingt bekannt ist, aber ich finde, das ist einer von Spielbergs lustigsten Filmen überhaupt. Alleine die Sequenz, in der der niedliche "man from the moon" es sich zu Hause gemütlich macht, während Elliott in der Schule erstmals seine Verbindung zu dem hochintelligenten Wesen feststellen muss (oder darf, denkt man an den Kuss ;)), ist famos. Auch die popkulturellen Anspielungen, von denen besonders viele an Spielbergs Kumpel George Lucas und seine kleine Weltraumoper angelehnt sind (damals waren es noch drei Teile, wohl der Hauptunterschied zu damals :D), sind alles andere als ein billiges Mittel, um das Publikum zu beeinflussen à la "oh, das kenne ich doch, wie cool!". Das gibt es zwar auch, aber das ist alles andere als einfache Manipulation oder störend. Das Kind im Yoda-Kostüm, das Blicke austauscht mit dem als Geist verkleideten E.T. zaubert mir jedes Mal ein Lächeln aufs Gesicht.

                                        Und dann wären da noch die mitreissende Musik von John Williams - immer noch mein persönlicher Favorit von ihm - und die starken Kinderdarsteller. Was Henry Thomas hier in seiner (glaube ich) erst zweiten Rolle zeigt, ist ganz gross und gehört für mich zu den beeindruckendsten Leistungen eines Kinderdarstellers überhaupt. Wer das auf Youtube zu findende Vorsprechen mit Thomas noch nicht gesehen hat, sollte sich das unbedingt mal ansehen, herrlich :): https://www.youtube.com/watch?v=tA5giyG8E7g. "E.T." ist pure Kinomagie und meines Erachtens immer noch Steven Spielbergs grösster Film. Ich mag seine Filme nicht immer, vor allem wenn er mich hin und wieder mit historischen Dramen langweilt ("Empire of the Sun"), irritiert ("Saving Private Ryan") oder durch fragwürdige Inszenierung (ich denke an die Slapstick-Einlagen im thematisch düsteren "The Color Purple") enttäuscht. Aber dann gibt es auch Filme wie "Jurassic Park", "E.T." oder sogar "Catch me if you can", was für mich immer wieder beweist:
                                        Der Mann ist einfach ein grandioser Geschichtenerzähler. Und dafür werde ich ihn immer bewundern.

                                        17
                                        • 10
                                          Marximus 16.11.2015, 23:31 Geändert 20.11.2015, 09:48

                                          E.T. ist nach Krieg der Sterne ein weiteres filmisches Highlight aus meinen Kindertagen Anfang der 80er und eines der ersten Medienhypes die ich als sechsjähriger mehr oder weniger bewusst
                                          miterlebt hatte. Dieser Film war in aller Munde und es wurde in jeglichen Zeitschriften sowie Fernsehmagazinen über dieses Science-Fiction-Märchen berichtet. Obwohl das Design des titelgebenden Hauptprotagonisten
                                          eher (im positiven Sinne) mitleiderregend war: Ein schrumpeliger kleiner Kobold mit überlangen Armen und Fingern, dessen riesigen Kulleraugen einen heute noch dahinschmelzen lassen, besonders in dem Augenblick als sein Finger leuchtete und sein Herz anfing zu glühen – die meisten Kinder liebten nunmal E.T. (Es gab aber auch welche, die das Aussehen als gruselig empfanden). Aber erstaunlicherweise hatte ich nie das Gefühl eine Comic-Figur zu erleben, ganz im Gegenteil, die Puppe war so gut und authentisch konzepiert, dass sie wie ein tatsächliches Wesen von einem anderen Planeten wirkte.

                                          Die Geschichte über die Freundschaft zwischen dem einsamen Elliot, der schwer mit der Scheidung seiner Eltern zu kämpfen hat und dem intergalaktischen Besucher, der von seiner Crew getrennt wurde, welche die Erde überstürzt verlassen musste, ist einfach gut geschrieben und funktioniert auf vielen Ebenen. Es gibt einen Hauch suspense: Die bedrohlich wirkenden Wissenschaftler, welche dem Aufenthaltsort des Aliens immer näher kommen, ohne dass die liebgewonnenen Charaktere etwas davon ahnen; die vielen humorvollen Situationen: zu nennen wäre unter anderem die Halloween-Szene in der E.T. als Geist verkleidet für Gertie ausgegeben wird oder Elliot aufgrund der telepathischen Verbindung zu seinem außerirdischen Freund, dessen Betrunkenheit nach dem Verzehr einer Dose Bier fühlt und im Biologieunterricht das absolute Chaos anrichtet. Ein weiteres Highlight ist natürlich die Actionsequenz mit den BMX-Rädern – die übrigens fatal für viele Eltern war. Denn die meisten Jungs, die E.T. gesehen hatten wollten danach unbedingt eines haben.

                                          Selbst die traurigen und dramatischen Situationen, mal abgesehen von der zum Ende hin geradezu typisch für Spielberg per Holzhammermethodik eingebrachten Kitschmomente, fühlen sich authentisch an. Besonders eine Szene unterstreicht dies für mich: Als Elliot der Mutter und den Geschwistern beim gemeinsamen Abendessen von seiner unheimlichen Begegnung der dritten Art berichtet und ein anfänglich spassiger Dialog auf natürliche Art und Weise zu einem traurigen Moment übergeht, der die Trennung des Vaters von der Familie aufgrund einer neuen Liebschaft beschreibt. Die Drehbuchautorin hat hier echte Menschen beschrieben, die sich völlig nachvollziehbar unterhalten bzw. verhalten. Viele Blockbusterstreifen heutzutage sind gar nicht mehr in der Lage diese natürlichen Verhaltensweisen zu kreieren. Man hat teilweise das Gefühl, jeder zweite Satz muss irgendwie besonders bedeutungsschwanger wirken oder krampfhaft cool daher kommen.

                                          Fazit
                                          Für mich ist E.T. heute noch beim Anschauen eine sehr angenehme Flucht in meine Kindheit, sei es der 80er Lifestyle, eine zeitlose und wirklich gut geschriebene Geschichte, die authentischen Charaktere, die Musik von John Williams, die Kamera, die immer noch funktionierenden Special Effects und vieles mehr. Auch wenn hier von meiner Seite eine große Portion kindlicher Verklärtheit bei der Bewertung dieses Films eine Rolle spielt, ist er, trotz der zuckersüssen Kitschmomente (Alienschiff im Christbaumkugeldesign mit Regenbogenschweif) richtig gut inszeniert und hält meinen heutigen Sehgewohnheiten im Vergleich zu vielen anderen Film- und Fernseherfahrungen aus meiner Kind- als auch Jugendzeit absolut stand.

                                          2
                                          • 5

                                            Bei solchen Filmen wünschte ich mir, ich wäre älter, hätte den Film im Kino gesehen als er rauskam. Nun aber heute zum ersten Mal gesichtet.
                                            Steven Spielberg macht das ja immer ganz toll, er hat echt was drauf und E.T. war ja auch wirklich goldig und tat mir Leid.
                                            Es fehlte bei mir aber einfach die Faszination, die bestimmt viele damals empfunden haben, ich konnte mich einfach nicht hineinfühlen.
                                            So habe ich mich ziemlich gelangweilt, es passiert ja auch nicht wirklich viel.
                                            Vielleicht in 5 Jahren nochmal gucken, wenn ich in der richtigen Stimmung bin, heute war ich es nicht.

                                            4
                                            • 8 .5
                                              Heckenritter 24.10.2015, 19:59 Geändert 05.05.2016, 04:37

                                              Meine Mutter beachtete mich gar nicht. Noch eine Stunde bis der Film anfängt und ich hatte immer noch keinen Heiermann. Quengelei musste sein. Das größte Kinoereignis aller Zeiten stand unmittelbar bevor, ihr war es herzlich egal und motzte mich an. Quengel, quengel. Ein Griff ins Portemonnaie. Na endlich!
                                              Schnell, schnell weg.
                                              In der ersten Reihe war ich gespannt wie ein Flitzebogen und tierisch aufgeregt.
                                              Ich staunte über die Riesenpizzen, so groß wie Autoreifen, sowas hatte ich noch nie gesehen. Die Eltern bezahlten die auch noch freudestrahlend, sogar für Freunde. Kannte ich auch nicht. Irgendwann muss ich mal nach Amerika! Da dürfen Freunde abends sogar zum Essen bleiben...

                                              E.T. war gar kein Alien, sondern ein ganz toller Spielgefährte. Wenn da nur nicht all die bösen Männer wären, um ihn einzufangen. E.T. musste schnell wieder nach Hause, die müssen das doch irgendwie schaffen! Jaaa, das isses! Ein Weltraumtelefon!! Die schaffen das, die kriegen das hin, das muss doch klappen, bitte, bitte, bitte, E.T. MUSS wieder nach Hause!!!!!
                                              Doch dann kam die Abschiedsszene: ich musste weinen. Nicht nur ein bißchen, sondern so richtig. Ich war so traurig! So als hätte jemand meine handbemalte Biene Maja aus Sperrholz, die immer über meinem Bett hing, einfach kaputt gemacht. Und Flip noch dazu, der hing nämlich breit grinsend schräg darunter. Maja kann ja fliegen, deshalb muss die oben sein. Außer wenn Flip hüpft, dann hab` ich die einfach ausgetauscht.

                                              Minuten nach dem Abspann saß ich immer noch da. Es durfte keiner sehen, dass ich geflennt hatte wie ein Baby. Ich war ja schon groß! Sonst machen die mich an der Schule alle. Immer wieder. Bis ich wieder anfange zu flennen. Das durfte auf gar keinen Fall passieren...Die ganz Großen hatten ja keine Ahnung wie es an der Schule läuft. Da ging es zu wie in Vietnam!!!!!

                                              10 Jahre alt muss ich gewesen sein, als ich das erste mal ganz allein im Kino war und dann noch bei einem so tollen Film. Spielberg hatte einen verzaubert. Am nächsten Tag war ich immer noch so aufgeregt, der Zauber war aber vorbei. Es gab keine Riesenpizzen. Ich wollte auch so ein tolles Fahrrad, das brauchte ich gar nicht erst fragen. An den Heiermann ranzukommen war schon schwer genug und so ein Fahrrad kostet bestimmt 10 mal so viel. Und wenn um 17.00 noch ein Freund da war hieß es: musst du nicht zum Abendbrot nach Hause? In einem leicht scharfen Ton.
                                              E.T. wollte ich nochmal sehen, zu Hause gefiel es mir nicht mehr so gut. Das konnte ich mir abschminken, 2mal in den selben Film? Ich erntete Spott, das hat mich wirklich verletzt. Wieso interessieren sich die ganz Großen überhaupt nicht dafür, was ich mal will? Die Tränen kamen wieder, nur leider kein E.T. weit und breit zu sehen. Scheißwelt!

                                              18
                                              • 9 .5
                                                howartwollowitz 14.10.2015, 19:49 Geändert 14.10.2015, 19:50

                                                Ein toller Film, voller außerirdischer Magie...

                                                Hab vollkommen vergessen diesen Film mal zu bewerten.

                                                1
                                                • 5

                                                  Ich habe den Film heute seit ca 3 Jahrzehnten zum ersten Mal wieder gesehen und kann es nicht begreifen, dass ich diesen sich über mehr als 2 Stunden zäh dahinziehenden Kitsch mit seinen billig-zynischen emotionalen Manipulationen, den B-Movie-Effekten und Laienschauspielern damals so gut gefunden habe.

                                                  1
                                                  • 6

                                                    Vielleicht muss man mit diesem Film einfach aufgewachsen sein, denn wirklich begeistern konnte mich dieser Klassiker nicht.
                                                    Stark ist dabei vor allem das erste Drittel, die für einen Kinderfilm schon recht düstere Atmosphäre, als man noch nicht weiß, was es mit diesem Wesen auf sich hat. Und auch das erste Aufeinandertreffen und Kommunikation zwischen E.T und dem Jungen Elliot ist schön inszeniert.
                                                    Die Beziehung zwischen den Beiden und Elliots Versuche, E.T. zu erziehen, sind wirklich mit viel Herz und Humor dargestellt und auch die restlichen Familienmitglieder machen ihre Sache super.
                                                    Das Hauptaugenmerk liegt dabei natürlich auf dem Außerirdischen, der wirklich nett anzusehen ist und mit seiner schrulligen Art und Weise sofort ins Herz geschlossen wird.
                                                    Leider, leider enttäuschte mich die zweite Hälfte enorm. Ich kam bis zum Ende nicht damit klar, dass E.T. sprechen lernt, natürlich sind seine Zitate jedem ein Begriff, doch ich finde, es passt einfach nicht zu diesem drolligen Wesen. Wie E.T. zu Beginn wortlos durch Gesten kommunizierte, seinen Hals ausfuhr und Grimassen schnitt, faszinierte mich viel mehr.
                                                    Die zweite Hälfte kommt durch einen großen Bruch, als E.T. entdeckt wird. Die bislang vorherrschende, recht private, familiäre Atmosphäre ist vollends dahin. Einige wirklich störende Längen und eine, was allerdings im Vorfeld auch zu erwarten war, erhebliche Menge Kitsch, die in der Form aber nicht wirklich nötig gewesen wäre, schmälern den bis dahin durchaus ordentlichen Filmgenuß.
                                                    Zudem wollte man hier wohl ein furioses Ende liefern, so kommt auch noch eine Prise Action hinzu, die aber so auch nicht wirklich passend ist.

                                                    Ein aber wirklich ordentlicher Kinderfilm, den man sich bedenkenlos einmal ansehen kann. Bei mir bleibt es höchstwahrscheinlich bei der einmaligen Sichtung. Ich kann zwar auch die ganzen hohen Wertungen nachvollziehen, so hat der Film unglaublich viel Charme und Herz, doch, wie eingangs schon gesagt, muss man sich diesem Film vielleicht schon im früheren Alter widmen, um voll auf seine Kosten zu kommen.