Ein Geheimnis

Un secret (2007), FR
Laufzeit 106 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 18.12.2008

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7.4 Kritiker
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von Claude Miller, mit Cécile De France und Patrick Bruel

Der Zweite Weltkrieg ist seit rund zehn Jahren zu Ende. François, sieben Jahre, Einzelkind, kann die hohen Erwartungen seiner schönen und sportlichen Eltern nicht erfüllen: Mutter Tania ist eine leidenschaftliche Schwimmerin, Vater Maxime ein durchtrainierter ehemaliger Spitzenathlet. Trost findet François bei seinem imaginären großen Bruder und bei Louise, der jüdischen Nachbarin und Freundin der Familie. Sie erzählt ihm schließlich an seinem fünfzehnten Geburtstag das dunkle, streng gehütete Familiengeheimnis. Ihm wird klar, dass die Vergangenheit seiner Eltern keineswegs so idyllisch verlaufen ist, wie er sich das als Kind ausgemalt hat. Im Gegenteil: Maxime und Tania sind durch eine fatale Verknüpfung von tragischen Umständen während des Zweiten Weltkrieges miteinander verbunden.

Der Film startet am 18.Dezember in den deutschen Kinos.

Handlung

Nach dem Zweiten Weltkrieg

In den 50er Jahren wächst der siebenjährige Francois (Valentin Viqourt) bei seinen Eltern auf. Der schmächtige Junge ähnelt in keinster Weise seinem sportlichen Vater Maxime ( Patrick Bruel) und seiner hübschen und sportlichen Mutter Tania (Cécile De France).

Fantasiewelt

Die Vergangenheit seiner Eltern malt sich der Junge in den schönsten Farben aus. Da er den Ansprüchen seines Vaters an seine körperlichen Fähigkeiten nicht gerecht werden kann, flüchtet er sich in Fantasiewelten und erfindet zudem einen imaginären Bruder. Dieser ist im Gegensatz zu ihm äußerst sportlich und macht seinem Vater alle Freude.

Eine enge Vertraute

Francois findet in seiner jüdischen Nachbarin Louise (Julie Depardieu) eine enge Freundin, bei der er viel Zeit verbringt. Sie versteht ihn, da auch aufgrund ihres Hangs zum Alkohol den Ansprüchen von Tania und Maxime nicht gerecht werden kann. Francois merkt zunehmend, dass seine Eltern in Bezug auf ihre Familiengeschichte nicht aufrichtig gewesen sind.

Ein Familiengeheimnis

Nachdem er einen alten Plüschhund auf dem Dachboden gefunden hat, versucht er, seine Eltern zur Rede zu stellen. Doch diese weichen seinen Fragen aus. Einzig bei Louise findet er ein offenes Ohr.

Die Wahrheit

An seinem fünfzehnten Geburtstags eröffnet Louise Francois (Quentin Dubois) ihm ein lange gehütetes Familiengeheimnis. Ihm wird klar, dass die Vergangenheit seiner Eltern keineswegs so idyllisch verlaufen ist, wie er sich das als Kind ausgemalt hat. Im Gegenteil: Maxime und Tania sind durch eine fatale Verknüpfung von tragischen Umständen während des Zweiten Weltkrieges miteinander verbunden.

Der Film wechselt zwischen drei Zeitebenen, wobei sich Francois (Mathieu Amalric) im Alter von 37 Jahren an seine Jugend zurückerinnert.

Weiterführende Informationen

Wissenswertes zum Film

Weitere Informationen im Internet

Filmkritiken

Pressespiegel auf film-zeit.de
Rezension von Hendrike Bake unter programmkino.de
Rezension von Julia Stache unter stadtkind.de
Linksammlung unter filmz.de
Offizielle deutsche Website des Verleihs
Interview mit Claude miller unter arsenalfilm.de

Quellen

Presseheft des Verleihs

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Kritiken (9) — Film: Ein Geheimnis

Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten Bernd Haasis: Stuttgarter Nachrichten

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8.0Ausgezeichnet

Miller arbeitet mit wiederkehrenden Motiven zu verschiedenen Zeiten, lässt kleine Jungs aus der selben Teetasse trinken, zeigt François' Mutter, die unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen im Exil in den Fluss Creuse springt. Mit der anmutigen Cécile de France und der gefühligen Ludivine Sagnier hat er zwei großartige Hauptdarstellerinnen gefunden und mit Patrick Bruel ein charmantes Raubein als Projektionsfläche weiblicher Sehnsüchte - großes, schmerzliches Gefühlskino, virtuos inszeniert.

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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9.0Herausragend

EIN GEHEIMNIS ist ein Film über die Verfänglichkeit der Schaulust. Als Halbwüchsiger betrachtet François seine Eltern beim innigen Liebesspiel, ohne dass dies gleich in einem Trauma münden muss. Die beherrschten Körper seiner Eltern werden ihm zu bewunderten Fetischen. Zugleich lässt der Blick durch verschlossene Fenster oder in den Spiegel das Vertraute regelmäßig als fremd, unerreichbar erscheinen. Wenn Miller vom Blickwechsel der Liebenden auf Dokumentarbilder von KZ-Insassen überblendet, ist dies kein frivoler Schockeffekt, sondern ein Beleg seiner melancholischen Erkenntnis von der Gleichzeitigkeit unvereinbarer Realitäten.

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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7.5Sehenswert

Eine folgenschwere Liebesgeschichte wird erzählt über Blicke, die für einen Bruchteil von Sekunden zu lang verharren, oder sich zu rasch abwenden. So dezent setzt der Film auch seine anderen Akzente, fügt minimale Verzögerungen für die großen emotionalen Momente ein. „Ein Geheimnis“ verzeichnet die unlösbare Verbindung von Vergangenem und Gegenwart in genauen und intensiven Details. Die verwobenen Bilder prägen sich ein, ohne einzulullen. So soll irritieren, dass unter den immer wieder dokumentarisch in die Handlung geschnittenen Zeitbildern ausgerechnet der Körperkult von Leni Riefenstahl in den Olympia-Träumen von Maxime aufblitzt.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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8.0Ausgezeichnet

Dieser Film baut auf einer Grunderfahrung eines jeden auf, die der Selbstbewusst werdung. Und dieser Erkenntnisfortschritt fällt gern in die Zeit der Pubertät, jene Lebensphase, in der nichts mehr stimmt und die mit ihrer charakteristischen Ungewissheit und dem Unwohlsein nicht selten bis ans Lebensende anhält.
Erinnerung – und was sie für die Gegenwart bedeutet, das ist das große Thema von Claude Millers Literaturverfilmung »Ein Geheimnis«. Dieser Film ist Jugenddrama, Geschichtswerkstatt, Antifaschismus und beste Schauspielerei.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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7.5Sehenswert

Claude Miller siedelt seinen stilistisch innovativen Film auf mehreren zeitlichen Ebenen an: Die Figur des Francois Grimbert taucht im Film in drei Altersstufen auf – als Sieben- und Vierzehnjähriger sowie im Erwachsenenalter. Die Erzählung beginnt Mitte der 1980er-Jahre, als Francois’ Eltern schon im Ruhestand sind, wobei die filmische Gegenwart entgegen der klassischen filmästhetischen Konventionen in Schwarzweiß, die Rückblenden in Farbe gezeigt werden. Auf diese Weise stellt Miller eine Analogie zur Erzählstruktur des Romans her, denn Grimbert erzählt das Vergangene im Präsens und die Gegenwart im Präteritum.

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Der Redaktör: kino-zeit.de Der Redaktör: kino-zeit.de

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8.0Ausgezeichnet

Die unauflösliche Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart auf solch elegante und unaufgeregte Weise ins Gedächtnis gerufen zu bekommen, macht den großen Reiz dieses keineswegs perfekten, aber sehr feinsinnigen und klugen Filmes aus, der zudem durch die wunderbare Filmmusik von Zbigniew Preisner auch ein Fest für die Ohren ist.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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6.0Ganz gut

[Mir wurde] "Ein Geheimnis", je länger der Film dauerte, umso unbehaglicher. Seine beträchtliche Raffinesse schlägt irgendwann nämlich um, und zwar in etwas, das ich nur als Kunstgewerbe bezeichnen kann. Das Weiterzwitschern der Vögel kann man nämlich sehr wohl so inszenieren, dass etwas Finsteres am hellichten Tag darin klingt. Das aber gelingt Claude Miller nicht. Und zwar, denke ich, aus mehreren Gründen. So erweist sich die erzählerische Konstruktion nach und nach nicht nur, aber auch: als Trick. Alles geht auf, aber zu gut. Die Leerstellen werden gefüllt und das zuvor unerklärliche Verhalten der Figuren wird nicht etwa einfach mehr oder minder verständlich, sondern sozusagen restlos erklärt.

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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

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6.0Ganz gut

Ein Drama von Claude Miller, das als gelungene Mischung aus Spannung und Emotionalität daher kommt. Die Geschichte hat eine verblüffende Wendung und verknüpft drei Zeitebenen miteinander. Leider ist die Erzählform...

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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

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8.0Ausgezeichnet

Die Schauspielerleistungen sind außergewöhnlich. Auch wenn Teile aus "Ein Geheimnis" zur Soap Opera tendieren, reduziert dies die Leistung des Ensembles auf ein Minimum.

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Kommentar — Film: Ein Geheimnis

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cannibal83

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Bewertung7.0Sehenswert

Überzeugendes Drama, dessen teils unglückliche Erzählweise leider einige Ereignisse vorwegnimmt und somit nicht immer DIE Spannung erzeugt, die so ein Film braucht. Wenn ich schon zur Mitte der Lauflänge weiss, welche Charaktere überleben und welche nicht, dann nimmt das dem Streifen einfach gewisse Emotionen. Und diese Emotionen fehlen "Ein Geheimnis" wenn es darum geht sich um die erste Reihe im Dramen-Genre zu bewerben.

Nichtsdestotrotz ein gelungenes Stück modernes, europäisches Kino, nicht nur wegen der herausragenden Besetzung.

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