Ein kurzer Film über das Töten

Krótki film o zabijaniu (1988), PL
Laufzeit 85 Minuten, FSK 16, Kriminalfilm, Drama, Kinostart 26.01.1989

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6.7 Kritiker
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von Krzysztof Kieslowski, mit Miroslaw Baka und Krzysztof Globisz

Warschau 1987. Der 20jährige Jacek streunt ziellos durch die Straßen. Ein Taxifahrer putzt zwischen den tristen Hochhäusern einer Warschauer Vorstadt seinen Wagen. Ein junger Jurist besteht das Staatsexamen und wird Jacek später verteidigen. Der Taxifahrer fährt durch die Stadt. Der Junge steigt ein und läßt sich in einen Außenbezirk fahren. Dort ermordet er den Taxifahrer. Der Junge wird gefaßt und vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt. Das Urteil wird gemäß den gesetzlichen Bestimmungen vollstreckt. Der Junge in Todesangst macht einen letzten Versuch sich zu befreien.


Cast & Crew


Kommentare (10) — Film: Ein kurzer Film über das Töten

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Sozionaut

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Bewertung9.0Herausragend

Holy shit! Menschen, Glieder, Augen bewegen sich vor einer dahingekotzten Kulisse von hier nach da, von dort nach hier und sonst wo hin. Hier verreckt das Opfer, dort der Mörder. Da ist keine Gerechtigkeit, nur abgrundtiefes Elend!

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Toshiro Umezawa

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Bewertung9.0Herausragend

Krzysztof Kieślowskis „Ein kurzer Film über das Töten“ lässt den Zuschauer einigermaßen fassungslos zurück, vierundachtzig zutiefst unangenehme, trostlose Filmminuten liegen hinter ihm. Der Film, der von vielen als Plädoyer gegen die Todesstrafe gesehen wurde, ist mehr: Kieślowski selbst bezeichnete ihn als einen Film „gegen das Töten“ im Allgemeinen. In Polen, dem Heimatland des Regisseurs, wurde im Veröffentlichungsjahr des Filmes das letzte Mal ein Mensch hingerichtet.

Im Verlauf des Filmes werden zwei Tötungen dargestellt: die scheinbar sinnlose Ermordung eines Taxifahrers (Jan Tesarz) durch einen jungen Mann (Mirosław Baka) und dessen Hinrichtung durch den Staatsapparat. Die Darstellung der beiden Tötungen erfolgt quälend explizit, sie sind mühsam, die Opfer klammern sich so lange an das Leben, dass sogar den Mördern die Verzweiflung anzumerken ist. In einer Szene muss der Zuschauer mit ansehen wie der junge Mann immer und immer wieder mit einem Stein auf den, in einen Sack gehüllten, Kopf, seines schon tot geglaubten, Opfers einschlägt. Nicht minder grausam ist die Hinrichtung des jungen Mannes. Mit anzusehen, wie der nahende Tod das Opfer der Todesstrafe immer stärker in lähmende Verzweiflung hüllt, ist eine schreckliche Erfahrung. Bei vielen Zuschauern mag die Ablehnung der Todesstrafe nur ein vages, von der Gesellschaft eingegebenes Gefühl gewesen sein. Diese 84 Minuten lassen die Ablehnung konkret werden.

So grausam die beiden Tötungsszenen sind, so freudlos ist der übrige Film. Ein Mann wird in einer Gasse verprügelt und in ein Haus geschleift, an einer Stange baumelt der leblose Körper einer erhängten Katze, Bilder einer heruntergekommenen Welt. Wir folgen drei Männern durch die Straßen Warschaus, beobachten sie bei der Ausführung kleinerer und größerer Gehässigkeiten. Der junge Mann lässt einen Stein von einer Brücke fallen, um ein vorbeifahrendes Auto zu treffen, der Taxifahrer erfreut sich daran, im letzen Moment vor seinen Kunden davonzufahren. Nur ein übereifriger, humanistischer Anwalt (Krzysztof Globisz) bildet einen kleinen Lichtblick. Er ist es, der später den jungen Mann vertreten, der mit ihm das letzte Gespräch vor seinem Tod führen wird, und endlich, während dieses Gespräches: Momente voller Menschlichkeit.

„Ein kurzer Film über das Töten“ ist schwierig, er ist trostlos, er ist trist. Es ist wohl nicht möglich, jemals in der richtigen Stimmung für solch einen Film zu sein, und doch sollte man es diesem großen Werk der europäischen Filmgeschichte wenigstens einmal gestatten, einen sprachlos zurückzulassen.

+++http://freres-lumiere.tumblr.com/+++

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David "Noodles" Aaronson

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Was für ein Werk! Habe schon befürchtet dass mein erster Kieslowski mich zwingt weitere Filme des Regisseurs anzusehen...

Ein kurzer Film gegen das Töten: in der öden Banalität und Mittelmäßigkeit des Alltags geschieht ein Mord. Ein Mensch verliert sein Leben, ein Strafverteidiger seine Zuversicht, eine Mutter ihren Sohn, der Staat einen Bürger. Und am Ende hat die ganze Menschheit verloren. So trist und niederschmetternd dass es mir beinahe körperliche Schmerzen bereitet diesen Film als "Lieblings"film zu bewerten. Es muss aber sein! Nur die Höchstwertung ist verdient! Sicher eines der eindrucksvollsten, bedeutendsten, emotionalsten Kunstwerke das ich je erleben dürfte. Muss man gesehen haben. Unbedingt!

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Le Samourai

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Bewertung9.0Herausragend

Ein depressives, tristes Stück europäische Filmgeschichte. Zugleich aber zutiefst menschlich, ehrlich und äußerst bedeutsam. Der wohl beste Film zum Thema Todesstrafe. Muss man gesehen haben.

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Xebeche

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Bewertung10.0Herausragend

"Warum töten wir Menschen, die Menschen töten, um den Menschen zu zeigen, dass Töten falsch ist?"
(Amnesty International)

Schon die düsteren Bilder der ersten Minute, die in eine hässliche, öde Umgebung einführen, sind unvergesslich. Die quälend lange Tötungsszene und die nicht minder grausame Hinrichtung brennen sich unauslöschlich ins Gedächtnis ein. Ein bedeutsamer Film!

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Sigmund

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Bewertung9.5Herausragend

Ein für gängige Sehgewohnheiten ziemlich harter Brocken, in seiner atmosphärischen Tristheit kaum zu toppen. Aber die tiefe, unverstellte Menschlichkeit, die in den Gesprächen des Mörders mit seinem Anwalt aufschimmert, gehört meiner Meinung nach zum zartesten und zugleich größten, was wohl jemals auf einer Leinwand zu sehen war.

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eradix

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Bewertung9.0Herausragend

Kieslowski sagte der Film wäre kein Film gegen die Todesstrafe, sondern gegen das Töten. Und er zeigt das, indem er die beiden Akte gleichstellt.

Die Strafe wird genauso kaltblütig wie der erste Mord dargestellt, der Taxifahrer und der Mörder werden zumindest in ihrem Leid gleich. Am Ende steht der vermeintliche Kreislauf von Tat und Vergeltung in Frage, der Kreis wird nicht geschlossen, denn der "legale" Mord der Justiz am Ende wird nicht geahndet; das Rechtssystem - oder wahlweise die Masse der ausführenden Personen - steht in Frage, denn die Gerechtigkeit, die es durchsetzen will, steht zu seinem Selbstverständnis in katastrophalem Widerspruch: es stellt sich nämlich selbst auf eine Ebene mit den Mördern.

Kieslowski zeigt mit dem Film letztendlich etwas zutiefst humanistisches: nämlich dass jeder Mensch, ausnahmslos, das Recht auf Leben besitzt.

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JimiHendrix

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein äußerst düsterer Film über die moralische Vertretbarkeit der Todesstrafe.

Krzysztof Kieslowski inszinierte hier sein Werk in der dunklen Herbstlandschaft Polens, welche so trostlos und verlassen wirkt, wie die Menschlickkeit in der Todeszelle.

Über die Gerechtigkeit der Todestrafe kann man lange diskutieren, aber hier wird ein Fall gezeigt, der einen wirklich zum Nachdenken anregt.

Der Schlussakt in dem Todestrakt ist wirklich intensiv und kraftvoll gelungen.

Was ist wirkliche Gerechtigkeit?

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maslobojew

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Es gibt ja einige Filme zum Thema Todesstrafe. Dies ist für mich zweifellos der Beste. Und auch einer der beeindruckendsten Filme überhaupt.

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holgerd

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Das Gefühl der Ohnmacht und Angst in der Todeszelle kommt sehr gut rüber. Wie sinnlos, grausam und gleichzeitig mechanisch kafkaesk die Vollstreckung einer Todesstrafe doch ist...

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