Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected

Adam Resurrected (2008), US/DE
Laufzeit 106 Minuten, FSK 12, Historienfilm, Drama, Kinostart 19.02.2009

6.0 Kritiker
7 Bewertungen
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6.8 Community
128 Bewertungen
17 Kommentare
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von Paul Schrader, mit Jeff Goldblum und Willem Dafoe

Um im Konzentrationslager unter dem sadistischen Lagekommandanten Klein zu überleben, muss der einstmals gefeierte Berliner Kabarett-Künstler Adam Stein lernen, buchstäblich wie ein Hund zu leben. Jahre nach dem Krieg wird Adam immer noch von den grausamen Dämonen der Vergangenheit gequält. Gemeinsam mit anderen Opfern lebt er in einem Sanatorium für Überlebende des Holocaust mitten in der Wüste Israels, wo er seinen Schmerz in wilden Kapriolen und Zaubertricks erstickt: Wer kann noch an den Menschen glauben, wenn er im KZ das Ende der Menschlichkeit erleben musste? Dann entdeckt Adam einen neuen Patienten, der bislang vor ihm verborgen wurde: ein zwölfjähriger Junge, der sich für einen Hund hält. Er redet nicht, sondern bellt. Er geht nicht, sondern kriecht. Adams anfänglicher Zorn wandelt sich alsbald in Besessenheit, dann Fürsorge. Der Junge, dem bislang niemand helfen konnte, richtet sich an Adam auf. Für beide beginnt eine schmerzhafte Reise zurück ins Leben.

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Kritiken (4) — Film: Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected

Ciprian David: NEGATIV

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8.5Ausgezeichnet

Zur Identität eines Menschen gehören eine Sprache, ein Land, ein Glauben, genauso wie das Selbstverständnis des Menschenseins, in dem wir alle geboren sind. Werden jemandem diese Identitätsmerkmale entwendet, wie im Fall von Adam Stein (gespielt von Jeff Goldblum), so gleitet die ganze Konstruktion Mensch in einen Traum hinüber, der nur noch der Vergangenheit angehört, wie der Anfang des Films durch eine Rückblende deutlich macht....

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José Garcia: Textezumfilm

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8.0Ausgezeichnet

Der surrealistisch anmutende Film ist die erste Filmproduktion über den Holocaust, in der jüdische und deutsche Schauspieler gemeinsam vor der Kamera stehen. Wobei die Besetzung „gegen den Strich“ vorgenommen wurde: So spielt den sadistischen Lagerkommandanten der amerikanische Darsteller Willem Dafoe. Die Holocaust-Opfer werden zum Teil von deutschen Schauspielern dargestellt. Unter ihnen ragt Joachim Król als Selbstmordgefährdeter Wolfowitz heraus.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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5.0Geht so

Paul Schrader findet für seine seltsam durch die Zeiten und Räume taumelnde Geschichte keinen einheitlichen Ton. Mal "Einer flog übers Kuckucksnest", dann wieder "Schindlers Liste" - dabei aber weder je wirklich komisch oder auch tragisch. Das Argument, dass eine solch groteske Geschichte vielleicht nur auf so uneinheitliche Art zu erzählen ist, klingt gut auf dem Papier, trifft den Film, der einen ganz und gar kalt lässt, aber nicht.

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Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

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5.0Geht so

Der Alltag im Sanatorium ist alles, nur nicht alltäglich. Und dennoch zeichnet der Film ein Bild, das sich kaum von jenem unterscheidet, das „Einer flog übers Kuckucksnest“ bereits vor über drei Jahrzehnten als psychiatrischer Mikrokosmos im Kino etablierte. Verschrobene Charaktere wie der in sein Alphorn vernarrte Arthur (Idan Alterman) kennt man zur Genüge. Gerade in der recht schematischen Zeichnung vieler Nebenfiguren und ihrem überdrehten Humor zeigen sich erkennbar Drehbuchschwächen. Noah Stollmans Adaption mangelt es darüber hinaus an einer klaren Linie. Die meiste Zeit über springt „Ein Leben für ein Leben“ ziellos zwischen Adams Aufenthalt im Sanatorium und den authentisch fotografierten Aufnahmen aus dem Lager hin und her. Und so ist es Goldblum, der den vor allem zum Ende hin mit Symbolen überfrachteten, viel zu kopflastigen Film mit seiner stillen Darbietung vor dem endgültigen Scheitern bewahrt.

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Kommentare (13) — Film: Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected

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8martin

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Bewertung7.0Sehenswert

Der Film verlangt einiges vom Zuschauer. Zunächst muss das geschilderte Grauen eines Konzentrationslagers verkraftet werden. Dann noch der verschachtelten Handlung folgen, die sich aus surrealen, grotesken und skurrilen Sequenzen zusammensetzt. Lücken müssen überbrückt werden.
Ort der Handlung ist heute eine Irrenanstalt in der Wüste. Die Insassen (’wandelnde Grabsteine’) sind alles KZ-Überlebende, die wegen ihrer Psychosen hier behandelt werden. Und die sind heftig! Vor allem die von Adam Stein (erschreckend gut Jeff Goldblum): ein Hund zu sein. Wieso das so ist, wird nach und nach entwickelt. Grauenhaft entwürdigend! Es war in den 30er Jahren in Berlin ein Allround-Talent: Hellseher, Clown, Zauberer, Geiger u.v.m.
Unter anderem ist entscheidend, dass er einen Deal mit dem KZ-Kommandanten Klein (Willem Dafoe) eingeht, um seine Familie zu retten. So der deutsche Titel des Films. Von Klein erbt er ein konfisziertes Vermögen. Daraus wird ihm am Ende vom Schwiegersohn (Moritz Bleibtreu) in Haifa ein Vorwurf gemacht. Er muss sich beschimpfen lassen ’Geh doch nach Europa, du altes Stück Seife!’
Sein Leben lang leidet Adam unter seinen Erlebnissen. Er blutet regelrecht an den inneren Qualen der Erinnerung, sein Herz setzt zeitweise aus. Aber er weiß auch, dass Lachen und Humor lebenserhaltend sind.
Er schafft es, einigermaßen gesund zu werden, und ohne sich oder Klein zu erschießen, kehrt er in die ’Normalität zurück, die keine Freude aber auch keinen Kummer kennt.’

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stuforcedyou

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Bewertung5.0Geht so

Ambitioniert aber leider auch maßlos überfrachtet erzählt Paul Schrader vom jüdischen Clown Adam Stein, von seinen Überlebenskampf im KZ und als privater Hund eines Nazi-Oberst. Dies alleine hätte bereits für einen bewegenden und aufrüttelnden Film ausgereicht, aber Schrader will mehr. Er beleuchtet die Tage vor dem KZ fast genau so ausführlich wie Adams Tage im Sanatorium und überall versucht er Akzente zu setzen. Gewiss löblich und auch emotional, aber es ist zu viel und dass der Film dazu noch zwischen den Zeiten umher springt und die Kraft der Symbolik mehr als einmal viel zu zwanghaft benutzt, macht diesen Film leider überaus anstrengend, so dass er bald an der Gefühlsebene vorbeihuscht, obwohl er dort eigentlich andocken wollte.

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Andy Dufresne

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Ist echt kein Quatsch was du schreibst aber allein schon die Alleinstellung das Films (ich kenne nichts was so ist wie der Film) und die Leistung Goldblums müsste doch mehr wert sein als 5,00,oder?
(ist mir grad so eingefallen weil du mehr als 3000 Filme bewertest hast und da müssen doch megaviele Riesengurken drunter gewesen sein denen du mehr Punkte beschert hast,oder?)

PS:ich bin nicht der Typ der abkackt wen jemand einen Film den man selbst toll findet kacke findet,aber bei dem Film musst ich einfach mal was anmerken...


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Bewertung7.5Sehenswert

Tragisch, dramatisch, ein wenig humorvoll oder auch ein bißchen verstörend - irgendwie von allem etwas. Leider ist der Mittelteil meiner Meinung nach ein bißchen schwach geraten, nichtsdestotrotz ein sehenswerter Film mit einem verdammt guten Jeff Goldblum.

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guggenheim

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Bewertung7.5Sehenswert

Reich an Metaphern, grotesken Szenen, bizarrem Humor und Erotik, bei der die Grenzen zur Perversion und zum Fetisch fließend sind. Weniger der Holocaust an sich steht hier im Mittelpunkt, sondern die Nachwirkungen, die diese Ausnahmesituation mit all ihren grausamen Ausprägungen mit sich brachte. Dabei steht die Figur des Adam Stein (Jeff Goldblum) im Mittelpunkt, wird jedoch von allerhand Charakteren umgeben, die selber ihre Probleme haben: von der durch Steins Leidensgeschichte erregten Oberschwester (Ayelet Zurer) bis hin zu Steins alter Ego David (Tudor Rapiteanu). Und über allem thront die Erinnerung an den Lagersadisten Klein (Willem Defoe).
Mit all den Umschreibungen der Nazidiktatur und den religiösen Hinweisen ist "Adam Resurrected" etwas wirr und überladen geraten, aber durch eindringliche Szenen, v.a. in den Rückerinnerungen Steins, und die starken Schauspieler trotzdem gekonnt und ungewöhnlich.

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tebbinator

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Bewertung5.5Geht so

Für mich ein wenig zu grotesk um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Die Rückblenden im Konzentrationslager haben mich wirklich berührt und auch die Schrecken des Holocausts greifbar gemacht. Im Gegenzug stehen die Erfahrungen im Irrenhaus das irgendwo im Nirgendwo liegt. Teilweise arg übertrieben ist die Affäre mit der Krankenpfleger welche auch mal gern das Schoßhündchen spielt. Die wundersame Heiliung des kleinen Jungen (ebenfalls als Hund gehalten) wirkt ziemlich unglaubwürdig. Schade eigentlich es wäre mehr drin gewesen ohne dabei Schindlers List direkt kopieren zu müssen.

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medea

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Bewertung10.0Herausragend

sureal..man kann einfach nicht aufhören zu schauen...bin begeistert und Jeff Goldblum ist großartig.
Nur zu empfehlen.....

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medea

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sorry surreal ;-)


Andi Shiva

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Bewertung3.0Schwach

Ein Film für die Tonne, mehr aber auch net. Sry :-)

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Nayuma

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ich war am Ende dieses Film einfach nur erstaunt und auch irgendwie geschockt. Als langjähriger Jeff Goldblum-Fan, bin ich froh, dass ihm endlich mal wieder die Chance gegeben wurde zu zeigen was er eigentlich drauf hat. Für mich eins der verkannten Genies Hollywoods. Die Geschichte des Films ist einfach nur Wahnsinn. Wirklich interessant wie mit dem Thema umgegangen wird und vor allem wie es bildlich dargestellt wird, z.T. sehr gegensätzlich, aber das stärkt dieses Absurde erst so richtig! Naja, ihr merkt schon, iss nicht so einfach ein Statement abzugeben... ergo: selber angucken!

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Venator89

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Der Film stellt die Gefühlswelt eines KZ-Überlebenden mit den Erniedrigungen und Verlusten sowohl in der Bildgestaltung, als auch in den Verhüllungen und Metaphorik sehr gut dar. Die vielen Nebenfiguren und metaphorischen Anspielungen machen den Film zu einem bedrückenden Werk, welches auch zum Nachdenken anregt.

Die Darsteller und der Score machen den Film rund, da sie die Stimmung des Films und dessen Moral und Nachrichten sehr gut ausdrücken und an den Zuschauer bringen können.

Den Punkt Abzug gibt es, da manche Elemente meiner Meinung nach stärker und tiefer hätten behandelt werden sollen.

Meine Empfehlung: Auf jeden Fall anschauen.

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Brennegan

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Jeff Goldblum bekommt die Aufgabe, einen Film allein zu tragen und schafft es hervorragend, überspielt dabei sogar einige wirklich schwache Darbietungen bekannter Gesichter ... Ein gut gemachtes Ein-Mann-Solo, dass auch einmal in die Psyche des Opfers eindringt.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

hulk 75

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Bewertung7.0Sehenswert

Ungewöhnliches Drama in dem Jeff Goldblum sehr überzeugt.

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spanky

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Bewertung4.0Uninteressant

Ja, ungewöhnlich, ja surreal. Aber wenn ich mir einen Film anschaue, will ich kein Theaterstück sehen. Punkt. Goldblum ist in seiner Chamäleonartikeit ein Unikat, kann aber auch extrem auf die Nüsse gehen. Da lobe ich mir z.B. Moritz Bleibtreu, der aus seiner kleinen Nebenrolle alles herausholt. Und was bitte macht die Ferres hier? Hilfe!

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wolf260366

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein wirklich ungewöhnlicher Film, der sich auf einem anderen Weg dem Thema Holocaust nähert. Es geht um das Trauma der Überlebenden. Die Geschichte eines jüdischen Clowns, der als Hund in einem KZ überlebt. Und dadurch hofft, seine Familie zu retten. Er zerbricht daran nach dem Krieg und kommt in einer Nervenheilanstalt in der Negrev Wüste an. Er macht da weiter, wo er in Deutschland aufgehört hat, er macht "Zirkus" und zeigt sein Inneres nicht. Erst ein Junge, der sich als Hund verhält löst die Blockade. Ein Film, der zum Nachdenken anregt, nicht ein Film mit "grausamsten" Bildern, sondern ein berührender Film. Einer, über den man nachdenken muss. Ein großartiger Jeff Goldblum, der sich seinen verdienten Applaus auf der Berlinale abgeholt hat. Gerade die Endszenen überzeugen und bringen den Film wieder ins Gleichgewicht.

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