Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen

Un condamné à mort s'est échappé (1956),
Laufzeit 99 Minuten, Thriller, Historienfilm, Drama

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7.0 Kritiker
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8.3 Community
14 Bewertungen
2 Kommentare
Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen - Bild 5292594
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von Robert Bresson, mit François Leterrier und Charles Le Clainche

Bresson erzählt in Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen die wahre geschichte eines französischen Resistance-Offiziers der in einem berüchteten Gefängnis der Nazis landet. Dort wartet er auf seine Hinrichtung, die jederzeit erfolgen könnte. Nach wochenlanger Anspannung gelingt ihm, aus dem als ausbruchssicher geltenden Gefängnis zu entkommen. Erstmals in Bressons Schaffen trennt der Film konsequent Bild und Kommentar und verzichtet auf Totalen zugunsten symbolisch verdichtender Detaileinstellungen.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen

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Prestigeww

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein wunderbarer Film, der in seinem schwarz-weis-Minimalismus und seiner Konzentration auf die technischen Aspekte des Ausbruchs, dessen möglichst genaue Planung, sehr stark an Jacques Beckers "Le Trou" erinnert.

Dennoch sind die Filme in ihrer Stimmung sehr unterschiedlich. Wo Le Trou von der Kameradschaft und dem Vertrauen unter den Mithäftlinen berichtet und die Suche nach dem Ausbruch eher als verwegenes Spiel anmutet, berichtet uns Robert Bresson in Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen von der Angst: Die Angst vor einem willkürlichen und undurchschaubaren Gefängnissapparat, die Angst vor der Hinrichtung, die jede Minute erfolgen kann, die Angst vor Verrätern, die Angst entdeckt zu werden und die Angst, sein gesamtes Leben auf einen einzigen waghalsigen und unausgegorenen Plan zu setzen und diesen dann auch durchzuführen. So ist hier das Zögern Fontains in verschiedenen Etappen beinahe noch spannender als sein Handeln. In seinem Gesicht zeichnet sich die bloße Panik darüber ab, etwas tun zu müssen, das die eigene psychische Belastungsgrenze eigentlich übersteigt.

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filmfan90

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

In „Un condamné à mort s’est échappé“ stellt Robert Bresson den Gefängnisausbruch eines Todeskandidaten im von den Nationalsozialisten besetzten Frankreich dar.
Nachdem der Résistance- Anhänger Fontaine verhaftet und zum Tode durch Erschießen verurteilt wurde, wird er in ein Gestapo- Gefängnis überführt; sein Drang nach Freiheit ist jedoch ungebrochen- vom Tag seiner Inhaftierung an arbeitet er unermüdlich an einem Fluchtplan. Es gelingt ihm, einen Durchbruch zu graben, doch kurz vor seinem Ausbruch wird ein weiterer Mitgefangener, der sechzehnjährige François Jost, in seine Zelle gewiesen und sein Plan droht zu scheitern, da Fontaine befürchtet, es könnte sich bei dem jungen Mann um einen Spitzel handeln…
Bresson rhythmisiert seinen Film streng- regelmäßig sind die zum Hofgang antretenden Gefangenen, der in seiner Zelle an dem Fluchtweg arbeitende Fontaine zu sehen und die Gewehrsalven des Erschießungskommandos zu hören- und arbeitet erstmals lediglich mit Laiendarstellern, welche dem Stoff, übrigens ein Merkmal aller späteren Werke Bressons, auf Grund ihres „mechanisch“ wirkenden Schauspiels gewissermaßen eine universelle Gültigkeit garantieren und den Fokus des Zuschauers vielmehr auf das Dargestellte als auf die Art der Darstellung lenken.
Durch eine minimalistische Bildsprache und die Tatsache, dass der Ausgang des Fluchtversuches bereits im Titel vorweggenommen wird, versucht der Regisseur eine höchstmögliche Spannungsarmut zu erreichen; die Erlösungsbotschaft ist es, auf die der Film konsequent hinarbeitet, und sich dementsprechend von anderen Filmen dieser Art bewusst distanziert. Dennoch ist „Un condamné à mort s’est échappé“ von einer großen atmosphärischen Dichte, da der Film in einer bedrückend engen Gefängnisanstalt situiert ist und Fontaine das Datum seiner Hinrichtung unbekannt bleibt, wodurch zusätzliches Unbehagen entsteht.
Bezeichnend für Bressons Vorgehen ist zudem, dass er auf Gesichtstotale, im Gegensatz zu späteren Werken wie etwa „Mouchette“ oder „Au hasard Balthazar“, vollständig verzichtet; die dargestellten Charaktere, v.a. die Gefängniswerter, werden zu bloßen Funktionseinheiten, die es für Fontaine zu überwinden gilt, degradiert.
Die Sehnsucht des Protagonisten nach Freiheit und sein Überlebensdrang finden außerdem in der selten erklingenden musikalischen Untermalung, das „Kyrie“ aus der c- moll Messe von Mozart, eine Entsprechung.
„Un condamné à mort s’est échappé“ ist ein zeitloses, leider in Vergessenheit geratenes Werk des französischen Regisseurs, das auf außergewöhnliche Weise einen Gefängnisausbruch thematisiert und durch die Mitarbeit eines einstigen Delinquenten, dessen Schicksal dem Film als Vorbild dient, ein hohes Maß an Authentizität gewinnt.

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