Eine dunkle Begierde - Kritik

CA/DE/GB 2011 Laufzeit 100 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Kinostart 10.11.2011

  • 6 .5

    Eine interessante Studie über Freud und Tiefenpsychologie.
    Als kleiner Kostüm und Historienfilm beeindruckt "Eine dunkle Begierde" mit schönen Kulissen und philosophischen Dialogen zwischen Jung und Freund.
    Allerdings ist die gesponnene "drumherum" Geschichte nicht sehr dramatisch und mitreißend, was vielleicht an der sterilen Atmosphäre liegt und vorallem weil Keira Knightley leider seeehr schwach ist.
    Ich denke mal für die anspuchsvolle Rolle ist sie einfach nicht geschaffen, obwohl, sie schon oft gut war, hier ist das overacting leider völlig fehlgeschlagen und man kauft ihr die Rolle null ab.

    • 4 .5

      Als ich mir damals den Trailer zum Film angeschaut hatte, so war mein Interesse sofort geweckt. Eine Truppe hochrangiger Schauspieler, die das durchaus heikle Thema der Psychoanalyse in Angriff nehmen würden, klang auf dem Papier sehr ansprechend - aber leider eben nur auf dem Papier.

      David Cronenbergs Werk rund um die Geschichte der Psychoanalytiker Carl Jung und Sigmund Freud hat ein großes Problem: er findet keine einheitliche Erzählsprache in der Hinsicht, ob er ein relativ nüchternes Biopic oder ein involvierendes Drama sein möchte. Als Folge springt der Film in einem viel zu episodischen Gewand hin und her, teilweise mit Nebensträngen, die sprichwörtlich im Nichts verpuffen, lässt den Charakteren viel zu wenig Raum, um ihre Entwicklungen durchzumachen und setzt dann den Fokus leider trotzdem auf die Verbindung zwischen Michael Fassbender und Keira Knightley, die einen aber aufgrund dessen als Zuschauer kaum zu fassen kriegen. Das Ergebnis - der Film wirkt unheimlich dröge und langweilt eher, statt mich in die Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts zu ziehen.

      Das Thema der Psychoanalyse blitzt zwar immer wieder wie eine Aufmerksamkeit erregende Sternschnuppe kurz auf, man wird ihr hier jedoch kaum gerecht. Ich hatte im Vorhinein nicht ein Mal erwartet, dass man hier das große Bild dieses hochkomplexen Stoffes einfangen müsste, aber die meiste Zeit über wirken die Dialoge darüber viel zu diffus, zu lose und ohne sonderlichen Erkenntnisse, als dass es hier den Erwartungen gerecht werden könnte.
      Schade, hier war eine Menge Potenzial vorhanden, doch selbst den Schauspielern fehlt hier der nötige Spielraum, um den Film sonderlich aufwerten zu können.

      • 5

        Ich sag mal so: Irgendwann habe ich den Film kurz mal gestoppt, und dann stand da eine Restzeit von einer Stunde 6 Minuten. Gedauert hat er aber mindestens noch drei.

        • 5

          Keira Knightley hat hier fast so genervt wie Claire Danes in Homeland. "Schieb die Kauleiste nach vorn!", scheint Cronenberg sie angewiesen zu haben. Das kommt dabei heraus, wenn man psychologische Theorie mainstreamtauglich zurechtstutzt. *gähn*

          • 7

            Der Name Cronenberg stand früher für skandalträchtige Filme, die stets die Schmerzgrenze nach oben korrigierten. Doch seine neueren Filme sind anders. Doch bedeutet anders auch schlechter? Definitiv nicht! Dafür ist Cronenberg ein viel zu guter Handwerker und Geschichtenerzähler. Das es auch ohne voyeuristische Gewaltexzesse geht beweist "Eine dunkle Begierde", der auf den ersten Blick so gar nichts gemein hat mit seiner übrigen Vita.

            Doch der Schein trügt, da Cronenberg sich stets mit der Psyche seiner Charakteren auseinander gesetzt hat, auf ausgefeilte Psychologie gesetzt hat und daraus resultierend ist ein Film über die Anfänge der Psychoanalyse scheinbar nur eine logische Konsequenz. Eines vorab: sollte man sich in keinster Weise je mit dem Thema befasst haben oder sich dafür in irgendeiner Hinsicht nicht für das Thema der Psychoanalyse interessieren, sollte man einen großen Bogen um den Film machen!

            Die Erzählweise des Films ist sehr gemächlich, hat ja fast schon einen dokumentarischen Charakter, weswegen man eine anziehende Spannungskurve vergeblich sucht. Es geht um die Anfänge der Psychoanalyse oder besser darum, wie Jung und Freud unterschiedliche Wege gingen, obwohl sie demselben Teilbereich der Psychologie entstammen. Über den Film hinweg ist alles sehr ruhig, es gibt keine Action oder ähnliches - es ist Erzähl- und Dialogkino in Reinkultur.

            Dies ungewohnt ruhige Tempo macht den Film jedoch nicht schwer erträglich, es ist heutzutage nur sehr ungewohnt neben dem ganzen Bombast, den düsteren Thrillern und hochemotionalen Dramen. Es ist auf jeden Fall Cronenberg zuzuschreiben, dass der Film dennoch interessant bleibt, auch wenn sich hin- und wieder einige Längen einschleichen.

            Sich selbst übertrifft Cronenberg immer, wenn er Jung und Freud aufeinander prallen lässt, denn hier entfaltet sich das gesamte schauspielerische Potential. Fassbender meistert die Hauptrolle des Carl Gustav Jung problemlos, er ist charismatisch und zeigt die Probleme auf, die sich ergeben können, wenn man Arbeit und Privates nicht strikt trennen kann. Knightley zeigt hingegen richtig, was sie kann. Eine ungewohnte, herausragende Leistung, wenn man sie nur als kreischende Goveneurs-Tochter aus "Fluch der Karibik" oder aus Actionern wie "Domino" kennt. Ihre hysterisch-manische Spielrein mit Neurosen ist packend dargestellt - von Anfang bis Ende.

            Der größte Pluspunkt ist jedoch Viggo Mortensen als Sigmund Freud, der dem mystischen "Vater der Psychoanalyse" glaubhaftes Leben einhaucht. Freuds Beharren, nur seiner Theorie nachzugehen und alles andere zu ignorieren ist recht realitätsnah und obwohl Freud stets sexuellen Charakter in den Psychosen der Patienten sah, gelingt es Mortensen, ihn als glaubhaften, überlegenen Psychologen darzustellen, so wie man sich Freud einfach vorstellt.
            Zwar sollte zunächst Christoph Waltz Freud darstellen, doch viel besser hätte dieser den Job auch nicht machen können - zudem wirkt Mortensen, nachdem er sich aus dem Schatten einer übergroßen Rolle des Aragorn längst befreit hat, deutlich natürlicher und nicht so "aufgespielt", wie Waltz oscarprämierte Rollen es tun.

            Fazit: Interessantes Erzählkino mit herausragenden, darstellerischen Leistungen, dass jedoch äußerst ruhig und gemächlich ist und ohne Interesse oder Kenntnisse sehr schnell langweilen könnte.

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            • 6

              David Cronenberg, der im Zuge einer kleinen Werkschau immer mehr zu einem meiner absoluten Lieblingsregisseure wird, enttäuscht mich hier zum ersten Mal - auch wenn ich aufgrund mäßiger Kritiken schon kein Meisterwerk erwartet habe.
              "Eine dunkle Begierde" ist (fast) ausschließlich hervorragend besetzt und souverän gespielt, krankt aber an einer etwas biederen Inszenierung und, man glaubt es bei Cronenberg kaum, vor allem an seiner Oberflächlichkeit. Erwartungsgemäß ist der Film sehr dialogstark. Es werden auch häufig Thesen und Konzepte in den Raum geworfen, aber kaum ausgeführt, was zugegebenermaßen in einem Spielfilm auch schwierig wäre. Dennoch hätte ich mir bei dieser Thematik einfach etwas mehr Tiefe und weniger Keira Knightley gewünscht. Daran anknüpfend nimmt die langweilige, wenig bewegende Affäre von Jung und Spielrein weit mehr Raum ein als etwa die Entwicklung des komplexen Verhältnisses und der letztliche Bruch zwischen Freud und Jung. Gerade anhand dieser Konstellation hätte man aber die beiden Ansätze, ihre Berührungspunkte, ihre Differenzen und die letztliche Bedeutung für die noch in den Kinderschuhen steckende Psychologie rausarbeiten können. Und was genau sollte eigentlich Vincent Cassels Otto Groß, außer dass er Jung dazu bringt, sich auf die Sexgeschichte einzulassen und uns so auf ein paar geradezu lächerliche Spanking-Sequenzen und Busenblitzer vorzubereiten?
              So entstand bei mir insgesamt der Eindruck, dass alles Wesentliche an Begriffen, Ideen und Fakten, egal wie, untergebracht werden sollte, ohne die dem Trailer nach so skandalöse, Shades-of-Grey-artige Affäre zu vernachlässigen. Herausgekommen ist dabei ein weitgehend handelsübliches Biopic mit einem ordentlichen Schuss "Eine verhängnisvolle Affäre". Aufgrund der Thematik und der Professionalität (fast) aller Beteiligten vordergründig unterhaltsam, bei dem Thema und dem Regisseur wäre aber einfach weitaus mehr drin gewesen.
              In Erinnerung bleiben wird mir aber wohl vor allem Keira Knightley, die mir erst gestern in "Abbitte" mit einer reifen Leistung ausgesprochen gut gefallen hat, hier aber komplett außer Rand und Band zu sein schien und regelmäßig für unfreiwillige Lacher sorgt. Groteske Grimassen und Zuckungen, wildeste Kieferakrobatik, nervige Schreiorgien und ein russischer Akzent, der mal da ist, mal wieder doch nicht. Ein denkwürdiges Beispiel für unangebrachtes Overacting und komplette Überforderung. So nicht, junge Dame!

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              • 6

                Gestern beim zappen im TV zufällig hängen geblieben als bei einer Szene am Anfang was von "Zürich Burghölzli" stand, wovon ich gar nicht so weit weg wohne. :) Zum Film; irgendwie habe ich lange einen Bogen drum gemacht da mich damals der Trailer null angespochen hat. Die Thematik war dann doch interessant umgesetzt, leider mit vielen in die länge gezogenen Dialoge.

                • 6

                  Regisseur Cronenberg strapaziert die Zuschauer mit langen Fachsimpeleien. Aber was kann man schon beim Thema Freud - C.G. Jung erwarten. Wenn sich zwei Koryphäen dem Thema der Psychoanalyse von verschiedenen Seiten nähern, geht es um ‘Übertragung‘, ‘Unterdrückung der Lust‘ oder um die Behandlung von sexuellen Zwangsneurosen. Dieser Gedankenaustausch findet hier nun mal in Dialogen statt. Damit es nicht gar zu theoretisch wird, ist noch Jungs Privatleben mit Ehefrau Emma (Sarah Gadon) und der Geliebten, Fräulein Spielrein (Keira Knightley) eingebaut, die hier ihre reifste schauspielerische Leistung abliefert. Die Darstellung ihrer Zwangsneurose geht bis an die Schmerzgrenze. So einen verzerrten Gesichtsausdruck kennt man von ihr sonst nicht. Als Kontrast dazu ist Emma ständig schwanger und ungewöhnlich liberal.
                  Neben Traumdeutungen geht es in den Gesprächen mit Siegmund Freud (Viggo Mortensen) auch um den Zusammenhang von Sexualtrieb und Todestrieb. Der Heilungsprozess von Fräulein Spielrein zur ebenbürtigen Kollegin von C.G. Jung ist nicht leicht nachvollziehbar. Es wird der Eindruck erweckt, als ob der Psychoanalytiker den Rat des Kollegen Groß (Vincent Cassel) beherzigt hätte ‘Gehe nie an einer Oase vorbei, ohne zu trinken.‘ Alle Neurosen seien sexuellen Ursprungs bzw. deren Unterdrückung. Kein Wunder also, dass Fräulein Spielrein von C.G. Jung (Michael Fassbender ) geheilt wird, weil er die Matratzen-Praxis anwendet. Später promoviert sie sogar darüber und bleibt zeit Lebens seine einzige große Liebe.
                  Die Psychoanalyse bleibt hier ein oberflächliches Konstrukt bezüglich ‘einer dunklen Begierde‘. Der Originaltitel spricht von einer ‘gefährlichen Methode‘. Davon spürt man wenig. Hier fährt der Zug eher in Richtung ‘Lourdes‘.

                  • 5

                    Durchweg durchschnittliche bis uninspirierte Schauspielleistung und eine etwas müde Handlung schafften in mir die dunkle Begierde, einzuschlafen.

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                    • 7

                      Ich frage mich wieso hier so viele etwas an Keira oder den Dialogen auszusetzen haben und das ganze als langweilig oder übertrieben bezeichnen. Was erwartet ihr denn, wenn man liest, dass es von Psychoanalyse, Therapie und Verhaltensforschung handelt?

                      Ich hingegen mag lange und komplizierte Dialoge, die anderen zu anstrengend erscheinen. Ebenfalls angetan bin ich von den hellen und dunklen Seiten eines Menschen.
                      Fand den Film daher sehr ansprechend. Kostüme und Szenen haben mir auch oft gefallen.

                      Würde den Film durchaus nicht jedem empfehlen!

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                      • 3

                        Nach genialen Filmen wie "Die Fliege", "eXistenZ", "A History of Violence" und "Eastern Promises", zeigt uns der gute Herr Cronenberg auch mal seine dunkle Begierde und somit seine Schattenseite.
                        Denn dieser Film ist trotz genialer Schauspieler, die ich allesamt sehr gerne sehe, beinahe schon eine Farce.
                        Die Geschichte ist eher witzig (Popoklatschen ohne Ende;-)).
                        Ich weiß ehrlich gar nicht wo und wie ich diesen Film einordenen soll.
                        Nur eins ist gewiss, gefallen hat er mir überhaupt nicht.
                        Diese endlosen Gespräche..........ermüdend.
                        Diese ständigen sexuelle Triebe..........nervend.
                        Diese Schauspieler...........Trostpflaster auf der großen Wunde.
                        Für mich persönlich nichtssagend und langweilig, deshalb auch trotz dieser Mega-Schauspieler meilenweit weg von Gut, aber nahe an dem Bösen.

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                        • 3 .5

                          Dieser Gesichts-Günther Keira ist einfach unerträglich!

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                          • 6 .5

                            Allein der Gesichtsausdruck von Viggo Mortensen alias Freud, als er im schwankenden Segelboot von CG Jung sitzt bringt die Essenz des Films auf den Punkt, was die Beziehung dieser beiden Männer angeht.

                            Und was die Beziehung von Jung, seiner Frau, sowie der berühmten Patientin angeht, ist in der Szene mit der Hautwiderstandsmessungs-Szene alles gesagt, was man wissen muss. Außerdem spürt man dort einen Hauch Cronenberg, der über diese solide Auftragsregiearbeit hinaus geht, und man wünscht sich fast ein bisschen, eine Alptraum-Fantasie wie in seinem Frühwerk zu sehen, in der diese Apparatur mit dem analysierenden Mann verschmilzt... dann käme auch ein bisschen Leben in die Bude! Kein Wunder, dass Vincent Cassel (alias Otto Gross) hier recht schnell wieder das Weite sucht :)

                            So bleibt nur die Vermutung, dass eine Mini-Serie dieser Geschichte wohl eher gerecht geworden wäre, als dieser insgeheim auf zu viel Vorwissen bauende Film, der daher für manche Zuschauer flacher wirken muss, als er tatsächlich ist. Schade.

                            Sehr schade sogar.

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                            • 4 .5

                              laaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig

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                              • 7

                                Im Gegensatz zu den meisten hat mir das "Overacting" von Knightley gut gefallen. Allerdings empfand ich den Bruch zur therapierten, völlig normalen Studentin Spielrein zu schnell und zu hart. Jung und Freud blieben leider weitesgehend farblos, was nicht an den Schauspielern sondern am Drehbuch lag. Insgesammt hatte ich auf viel tiefergehende Charakterstudien gehofft.
                                Positiv bleibt die Musik zu erwähnen, die Kostüme und die teils sehr schön in Szene gesetzen Bilder.
                                Daher noch eine 7,0 - durchaus nette, leichte Unterhaltung, wenn man diesem Film nicht mit zu hohen Erwartungen begegnet.

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                                • 4

                                  Quark.

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                                  • 3 .5

                                    Der Film zog sich in die Länge und Keiras lächerliche "Anfälle" machten es auch nicht besser.

                                    • 6 .5

                                      Schlecht war er nicht, jedoch nicht annähernd so tiefgründig, wie ich es mir anhand der beiden männlichen Protagonisten erhofft hatte. Dennoch war es eine nette, streckenweise recht interesante Unterhaltung. Für mich war allerdings die Filmmusikalische Annäherung an Wagners Rheingold der Grund von angedachten 5.5 auf 6.5 zu gehen, ein besseres musikalisches Thema hätte es für die Thematik des Filmes nicht geben können. Schade, dass die inhaltlichen Parallelen zu Wagners Ring nicht etwas deutlicher gemacht wurden.

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                                      • 6 .5

                                        A bissl schnarchig.

                                        • 7

                                          Der liebe, gute Cronenberg ärgert uns doch manchmal gern, besonders, wenn er vom "guten" Horror ins Psychische vordringt und schließlich ins Dialogkino abrutscht. Eine dunkle Begierde (selten nervt mich eine schlechte Übersetzung, hier sogar neu Interpretation eines Titels so sehr), der Originaltitel trifft es viel besser. Ich finde Aragon macht einen super Freud, und man blick sogar sehr gut durch, wenn man sich mal oberflächlich mit Freud beschäftigt hat. Kira gefällt mir hier besonders. Ich mag ihr Overacting, wie wunderbar sie durchdreht und alles übertreibt. sie bringt ein wneig Schwung in dieses Theaterstück.
                                          Auch Freuds Thesen finde ich sehr interessant, auch wenn sie ein paar Fehler aufweisen und weniger im Film darauf eingegangen wird. Sicherlich ist "eine dunkle Begierde" schon für die meisten enttäuschend, aber für mich nur ein wenig, wegen dem schwachen Ausgang der Situation, was aber nicht Cronenberg geschuldet ist, sondern der Realität selbst. Ich hatte mich ein bisschen darauf gefreut dass es zwischen Lehrer und Schüler doch etwas mehr Bief gibt wegen der guten Patientin...aber so war es wohl nicht :( Wie viel wirklich wahr ist, ist mir fast schon egal, natürlich gibt es garnicht so viel, was das Es mit diesem Film anfangen kann und das Kritische ich muss großteilig allein damit fertig werden (es ist sogar ein Film ausschließlich für das kritische ich)...und mein Überich will sowieso dass ich meinen Roman korrigiere...ach verdammt...jetzt habe ich den Faden verloren.

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                                          • 7

                                            A Dangerous Method

                                            Vollkommen unter Wert gehandelt, finde ich. Es wäre zwar auf jeden Fall mehr drin gewesen, Cronenberg hatte schon bessere Tage, aber im Vergleich zu den meisten anderen Filmen und Regisseuren spielt dieses Werk hier immer noch in der oberen Liga mit. "Sehenswert" trifft es ganz gut. Knightley fällt negativ auf in ihren Overacting-Szenen, fehlplatziert ist sie hingegen nicht. Fassbender und Cassel überzeugen, das hatte ich auch nicht anders erwartet, ein weiteres Mal positiv überrascht war ich jedoch von Viggo Mortensen. Ein wirklich großartiger Schauspieler, dem es gelingt Freud fesselnd und facettenreich zu verkörpern. Cronenbergs Bildsprache ist auch hier mindestens sehenswert. Mit etwas mehr Hintergrundwissen zu den Hauptfiguren und ihrem Werk kann man dem Ganzen sicher sogar noch mehr abgewinnen als ich es vermag. Für einen Laien bleibt zumindest ein kurzweiliger Film, der dazu anregt sich tiefergehend mit der Thematik zu beschäftigen.

                                            7.0 - kurzweilig, interessant, unterhaltsam, sehenswert, aber nicht so brillant wie manch anderer Film des kanadischen Regie-Meisters

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                                            • 6 .5

                                              Wie enttäuschend ein Film von Cronenberg sein darf, will ich nicht kommentieren. Was mich interessiert: Was ist an der Darstellung von Keira Knightley auszusetzen? Wird hier immer behauptet, aber nie begründet. Das wäre den Herren Jung und Freud nicht passiert.

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                                              • 2

                                                Ich kann es kaum fassen, dass Keira Knightley für diese Darbietung für den Oscar nominiert war. Selten hat mich eine Schauspielerin in einem Film so genervt...aber alles in allem lag es nicht an ihr, dass mir der Film nicht im geringsten gefallen hat. Ich konnte mich einfach mit dem Film nicht anfreunden. Der Film zieht sich ewig in die Länge, die Liebesgeschichte zwischen Jung und Spielrein hat mich wenig berührt und wurde auch nicht ausgereizt und der Bruch zwischen Jung und Freud wird unglaublich fade dargestellt. An der Darstellung der beiden kann man nichts aussetzen, Mortensen und Fassbender sind brilliant in ihren Rollen. Der Film ist meiner Meinung nach wirklich nur für Leute empfehlenswert, die sich sehr für Psychoanalyse und Freud/Jung interessieren und sich auch schon mit der Thematik beschäftigt haben, wobei man dieses interessante Thema wirklich hätte spannender gestalten können. Typisch Cronenberg? Keine Spur.

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                                                  [...] Zweifelsohne passt Eine dunkle Begierde nicht unbedingt in das Œuvre des Regisseurs David Cronenberg, der mitunter als Mitbegründer des Body Horror gilt, wenngleich er sich schon mit seinen letzten Filmen mehr und mehr aus diesem Sujet entfernt hat. Dennoch erscheint es durchaus plausibel, dass viele seiner alteingesessenen Fans sich gerade bei diesem dialoglastigen Werk vor den Kopf gestoßen fühlen. Diese Fokussierung auf das gesprochene Wort rührt natürlich zuvorderst daher, dass es sich um die Adaption des Theaterstückes Die Methode von Christopher Hampton handelt, der hier wiederum als Drehbuchautor verantwortlich zeichnet und sich seinerseits von dem Sachbuch Eine gefährliche Methode von John Kerr inspirieren ließ. So kommt es auch, dass trotz wechselnder und teils imposanter Schauplätze der Film in weiten Teilen wie ein Kammerspiel wirkt, dem einige Außenaufnahmen spendiert worden sind. Und dennoch liegt darin auch die Stärke dieses von vielen meiner Meinung nach zu Unrecht gescholtenen Werkes des renommierten Regisseurs. [...]

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                                                    „A Dangerous Method“ hat ein großes Problem: Er ist ein Film. Denn man wird das Gefühl nicht los, dass Cronenberg in diesem Fall auf der Theaterbühne besser aufgehoben wäre. Die statische Inszenierung, die endlose Aneinanderreihung von (spannenden) Dialogszenen, das Fehlen jedweder filmischer Dynamik – Cronenberg schnürt seinem neuesten Projekt ein unsinniges formales Korsett. Ein Umstand, der in jeder Szene zu spüren ist. Wenn der Kanadier mit angestrengtem Schnitt und ständigem Kulissenwechsel versucht eine Dynamik zu generieren, die auf der Bühne unter dem Zusammenspiel von geschriebenem Dialog und den glänzend agierenden Darstellern von völlig alleine entstanden wäre zum Beispiel. So bleibt gut besetztes, staubtrockenes Dialog-Kino ohne jeden inszenatorischen Einfall. Langweilig ist mir aber trotzdem nicht geworden.

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