Eine ganz normale Familie

Ordinary People (1980), US Laufzeit 124 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 11.03.1981

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7.6
Kritiker
4 Bewertungen
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7.2
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87 Bewertungen
6 Kommentare
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von Robert Redford, mit Donald Sutherland und Mary Tyler Moore

Calvin und Beth Jarrett (Donald Sutherland und Mary Tyler Moore) sind ein wohlhabendes Ehepaar, dessen Leben aus den Fugen gerät, nachdem ihr ältester Sohn bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt ist. Conrad (Timothy Hutton), der jüngere Sohn, wird seit dem Ertrinken seines Bruders von Schuldgefühlen und Selbstmordgedanken gequält.

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Kritiken (1) — Film: Eine ganz normale Familie

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8.0Ausgezeichnet

[...] Die Geschichte selbst ist überschaubar, sie bebildert den allmählichen Verfall eines bürgerlichen Ideals, wie ein gut situiertes Ehepaar an der Kälte ihrer Beziehung scheitert, wie ein Ehemann und Vater nicht den patriarchalischen Erwartungen gerecht werden und dadurch die Ansprüche seiner Gesellschaft nicht erfüllen kann, wie ein Sohn die Schuldkomplexe am Unfalltod seines Bruders zu bewältigen sucht. Redford zeigt gewöhnliche Probleme in mehr oder weniger gewöhnlichen räumlichen Situationen. "Ordinary People" wirkt immer ein wenig gestellt in dem was er darstellen soll, doch gerade diese gewisse Künstlichkeit, die überhöhte Sicht verleiht ihm auch eine besondere Note – ein hinsichtlich seiner standardisierten, klassischen, beinahe archetypischen Settings sowohl ästhetisches, als auch inhaltliches Prinzip, das später vor allem Alan Ball aufgriff. [...]

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Kommentare (5) — Film: Eine ganz normale Familie


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Einar

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Bewertung7.5Sehenswert

Ein sehr starker Film, eine wahre Perle! Schade, dass "Eine ganz normale Familie" trotz Academy-Awards viel zu unbekannt ist.

Ich bin zu diesem bewegenden Stück auch erst gekommen, weil ich Pachelbel mag und sein Kanon in D hier als Filmmusik herhielt. Nachdem ich mir die Handlung und die Kritiken durchgelesen habe, wollte ich es auf einen Versuch ankommen lassen. Nach Monaten auf der Liste kam dann der Zeitpunkt. Und ich hoffe, dass die Mundpropaganda irgendwie doch noch in Gang kommt. Auch wenn "Ordinary People" bereits gut 30 Jahre auf dem Buckel hat. In gewisser Weise ist er zeitlos.

Nach einem Schicksalsschlag muss sich eine "ganz normale" Familie wieder aufraffen. Der älteste Sohn starb bei einem Segelunglück, der jüngere Sohn hat einen Selbstmordversuch hinter sich. Hier setzt der Film ein. Wir begleiten Vater Calvin, Mutter Beth und vor allem Sohn Conrad, der Hilfe vom Psychiater Berger erhält.
Mit der Zeit setzt ein Erkenntnisprozess ein. Während in der ersten Filmhälfte die absurde Normalität der Lächerlichkeit preisgegeben wird, erfährt die Handlung im zweiten Abschnitt eine Ballung an Gefühlswellen, Ereignissen und Erkenntnissen.

In letzter Zeit kommt es mir so vor, als ob ich unbewusst eine Serie von Filmen mit dem Titel "Abnormale Normalität" sehe (siehe meine anderen Kritiken).
Das Leben wird trotz einschneidender Veränderungen 'normal' weiter geführt. Insbesondere von der Mutter. Doch diese Normalität ist nur eine Anhäufung von Banalitäten und Belanglosigkeiten. Ein Abwehrmechanismus, um das weiterhin 'normale' Leben aufrecht zu erhalten und die Trauer nicht an sich heran zu lassen. Sinnentleerte Gespräche, die fast schon absurde-komische Züge aufzeigen. Wie z.B. auch auf der Party. Anstatt mit dem Schicksal umzugehen, versucht man sich selbst zu belügen. Einzig Conrad erkennt mit der Zeit seine Schwächen an und ordnet sein Leben neu. Später folgt ihm auch sein Vater. Währenddessen scheint sich die Mutter immer weiter von ihrer Familie zu entfernen...

Tragikomik auf oberstem Niveau, realitätsnahe zwischenmenschliche Beziehungen und der Umgang mit den tiefsten Problemen machen "Eine ganz normale Familie" aus. Besonders gegen Ende steigert sich die Intensität, nimmt das Tempo an Fahrt auf. Es entsteht ein beklemmendes Gefühl, das einen schon eingangs des Filmes empfängt. Man kann aus dieser Situation nicht ausbrechen. Erst recht, wenn man sich mit Conrad identifiziert. 'Lasst mich doch endlich normal sein!' - denkt man sich. 'Nicht eure scheinheilige Normalität!'. Eine Szene in der das sehr gut zum Ausdruck kommt, ist der Weihnachtsbaum-Kauf.
Man ist gefangen. Und wenn das Ende eintritt, alles andere als ein Märchenbuch-Happy-End, ist man dennoch erleichtert. Man hat das Gefühl, dass man sich doch befreien konnte.

Das Glanzstück von Robert Redford ist allemal ein Ansehen wert! Eine super Regie, tolle Darsteller-Leistungen, ein brillianter Timothy Hutton, zauberhafte Musikuntermalung (Pachelbel!) und eine Stimmung zwischen Verzweiflung und Aufbruch!
Diese Gründe und noch viel mehr sprechen für "Ordinary People"!!!

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mikkean

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Bewertung7.5Sehenswert

Robert Redfords Regie-Debüt und Oscar-Preisträger als Bester Film:

Die Jarretts nennen ein über-geräumiges Anwesen ihr Eigen, haben scheinbar ausgesorgt und doch sind sie alles andere als "Eine Ganz Normale Familie." Der Unfall-Tod des ältesten Sohnes während eines Segel-Ausflugs erschüttert das harmonische Bild. Mutter Beth alias Mary Tyler Moore versteckt ihre Gefühle hinter einer Fassade aus Perfektion und Freundlichkeit. Währenddessen hadert Spross Calvin (ein junger Timothy Hutton, der zurecht mit einem Oscar belohnt wurde) mit seiner derangierten emotionalen Lage und seinem Anteil an dem Unglück. Oberhaupt Conrad - stark: Donald Sutherland - versucht zu helfen, will schlichten, eine Brücke zur distanziert verweigernden Frau und dem verschlossenen und doch sichtbar leidenden Sohn aufbauen.

Wie geht das Leben nach dem Tod eines Liebsten weiter? Wie schwer und umfassend kann eine Tragödie sein? Redford verfolgt den Einschlag auf die vermeintliche Vorzeige-Familie mit sicherer und ruhiger Hand. Da zeigt sich, dass er als Debütant genau so viel Ahnung davon hatte, derart schwierige Themen zu inszenieren, als nur selbst darin aufzutreten. Behutsam, mitfühlend und nie voyeuristisch ergründet "Eine Ganz Normale Familie", wie eben jene schwerwiegenden Schicksals-Schlägen innerlich zerrüttet werden kann. Wie schmerzhaft lang und unerträglich der Weg zur Heilung sein kann, wenn es sie dann gibt. Über zwanzig Jahre ist dieser Film alt, vor wenigen Tagen habe ich ihn das erste Mal gesehen. Unglaublich, dass er bis Heute nichts von seiner Wirkung eingebüsst hat.

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hoffman587

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ordinary People

Es war eine Nacht, niemand hätte es wahrscheinlich gedacht, doch es passierte, das Unerwartetste von allen passierte. In dieser Nacht, es war die Nacht von der Oscar-Verleihung im Jahre 1981, in der gewann ein Film gleich 4 Oscars, niemand hätte damit gerechnet, niemand würde heute bei den Konkurrenten überhaupt auf den Gedanken kommen, doch es passierte... das Familiendrama von Robert Redford "Eine ganz normale Familie" aus dem Jahre 1980 nach dem gleichnamigen Roman von Judith Guest triumphierte über die heute hochangesehen Werke "Der Elefantenmensch" von Lynch und "Wie ein wilder Stier" von Scorsese, die großen Favoriten des Abends, der kleine Außenseiter gewinnt, eine echte Überraschung, ob diese Preise nun gerechtfertigt sind oder nicht ist dabei völlig irrelevant. Und ich möchte betonen, dass ich den werten Academy Award nicht als großen Granat für brillante Filme sehe. Doch Fakt ist und bleibt diese Geschichte nimmt mit, dies mag vielleicht in der heutigen Zeit schon arg konstruiert wirken, von der Story her, dennoch muss ich dem entgegen bringen: Nein, ich empfand diesen Film als ehrlich und glaubwürdig gemacht. Eine Geschichte über eine zersplitterte Familie über gewöhnliche Menschen...oder nicht...

Wie gesagt eine durchaus tragische Handlung, eine schwierige Thematik die Verarbeitung des Todes einer geliebten Person, nicht besonders innovativ, aber umso einnehmender präsentiert: Sie hatten eine Vorstadthäuschen, sie waren im Golfclub, sie waren 4 Personen: Mutter, Vater und die beiden Söhne. Ein perfektes Leben, das der Calvins. Doch diese heile Welt zerbricht, wird zerstört und geht in Flammen auf als der älteste Sohn beim Segeln tödlich verunglückt. Danach ist die Welt anders...sein Bruder Conrad macht sich Vorwürfe wegen dem Tod seines Bruders und fällt in tiefe Depressionen. Und auch zwischen den beiden Erwachsenen, den Eltern, scheint es auch nicht mehr zu sein wie früher..

Nun also holte Redford für seinen Regiedebüt eine erstklassiges Ensemble mit ins Boot. Als Machtier der Familie, als Herr des Hauses Calvin Jarrett, den Selbstzweifel plagen darf ein großartiger Donald Sutherland agieren, wirklich sehr tragisch und voller Kraft spielt er seinen Part, man spürt seine tiefe, innere Schwäche. Sutherland vermag dies in jeder Minute famos rüberzubringen, zu jedem Moment. Als seine Ehefrau Beth dürfen wir hier noch Mary Tyler Moore bewundern, sie strahlt in ihrer Rolle (wie auch schon Sutherland) auf einem schauspielerisch-hohem Niveau gespielt. Besonders bewundernswert ist hier ein unscheinbarer Junge, es war seine erste große Filmrolle, für die er dann gleich seinen Oscar einsackte. Ich rede hier vom fantastischen spielenden Timothy Hutton, absolut unglaublich in seiner (ich betone es nur zu gerne) ERSTEN Rolle, das ist wirklich ganz große Klasse, sehr eindringlich gespielt und dabei absolut überzeugend. Abgerundet wird das Ganze zudem dann noch von Judd Hirsch als Psychiater Dr. Berger, auch hier bewegt sich der Akteur Hirsch auf einem hohen Level, exzellent übernimmt er seine Tolle, er ist der, der enthüllt, versucht der Familie zu helfen wo es geht und Conrad aus seiner tiefen Spirale des Trauers herauszuholen. Ein Top-Cast auf jeden Fall.

Dazu ist Redfords erste Regie auch wirklich sehr gut gelungen. Sehr einfühlsam für seine Charaktere, wie gesagt durchaus eindringlich und tragisch gezeigt, wenn auch irgendwie optimistisch am Ende, schön sensibel erzählt. Redford setzt eben auf eine intelligente und für mich durchaus spannende Erzählweise, lässt seinem Werk beziehungsweise seine Figuren Zeit sich zu entwickeln, um sie zu verstehen und um sie so dem Zuschauer näherzubringen. Trotzdem kleine Längen gab es dann doch für mich.
Die Kamera wird zudem in dem Masse einfach geführt, die Bilder selbst heute vielleicht schon etwas eingestaubt und mit Haltbarkeitsdatum verziert, ganz klar bemerkt man dem Film sein Alter an beziehungsweise was auch teilweise seinem relativ niedrigem Budget geschuldet sein müsste für das Redford ganze Arbeit geleistet hat, in Hinsicht auf die Qualität, da er somit immerhin auf das Nötigste setzt (positiv gesehen) und auf unnötige Effekthascherei in Bezug auf die Glaubwürdigkeit seines Werkes verzichtet, denn der Filme hat auch seine großen Sequenzen, die erstklassig abgefilmt werden.

Weiterhin wurden die Charaktere beim besten Willen grandios gezeichnet, ja es mag schon kleine Klischees im Aufbau zu geben, doch wird das perfekt retuschiert von der trotzdem authentischen Gestaltung ihrer Hintergründe. Verbunden dann auch auch noch mit einer ordentlichen Portion Tiefgang und das alles vermischt mit einer emotionalen Wucht der Figuren bzw. Protagonisten und natürlich wurden in das Drehbuch auch starke Dialoge integriert, bei dem die Darsteller ihre innere Energie genial ausüben können.

Unter Strich bleibt für mich dann "Eine ganz normale Familie" ein ausgezeichnetes Regiedebüt von Redford ist, in Form einer tiefgründigen und stark inszenierten Charakterstudie mit kraftvollen Darstellern...vollkommen zu Unrecht vergessen...wenn auch nicht perfekt...

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Einar

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Gefällt mir! (Drücker geht, aber musste ich dennoch loswerden!)


hoffman587

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@Einar: Danke sehr, freut mich zu hören. Immerhin so ist es für mich doch deutlich präsenter. ;-)


dAJaro

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Bewertung6.0Ganz gut

Bordinary beople: bedingt besonders brisante Berieselung, bedürfte Bombenbeziehungen, beileibe bessere... Bilme?

Wie auch immer: Ordinary People ist kein B-Movie, auch wenn der Film trotz Oscarstatus nicht in der A-Liga mitspielt. Wäre die Kinematographie etwas (stärker) vom europäischen Cinéma d'Auteur beeinflußt, so dass nicht beim Betrachten der Bilder dieses Gefühl eines 08/15 Dramas aufkommen würde, könnte die durchaus höchst spannende Geschichte mit ihren gar nicht mal schlechten Dialogen in einer höheren Liga spielen.
Wer jedoch noch keinen Bergmann, Antonioni, Herzog oder ähnlichen gesehen hat, der wird hier sicherlich noch entzückter sein als ich es bin.
Definitiv einer der besseren Oscarsieger!

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spanky

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Bewertung6.5Ganz gut

Bedrückend, befremdlich, beeindruckend, but beyond boring!

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