Endstation Schafott

Deux hommes dans la ville (1973), IT/FR
Laufzeit 96 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 07.03.1974

7.3 Kritiker
8 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.3 Community
110 Bewertungen
12 Kommentare
Endstation Schafott - Bild 6181619
  • DVD
Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
noch nicht bewertet

von José Giovanni, mit Jean Gabin und Alain Delon

Der Ex-Bankräuber Gino Strabliggi wird auf Bewährung entlassen und baut sich trotz herber Rückschläge mühevoll eine neue Existenz auf. Er lernt die hübsche Bankangestellte Lucie kennen, an deren Seite die Zukunft ihm zunächst eine Chance zu geben scheint. Doch der ehrgeizige Kriminalpolizist Giotreau glaubt nicht an Ginos Läuterungen und lässt so lange nicht von ihm ab, bis ein provzierter Rückfall alle guten Vorsätze zunichte macht. Verzweifelt kämpft der Sozialarbeiter Germain Cazeneuve um das Leben des daraufhin zum Tode Verurteilten. Doch kann er die perfekt funktionierende Maschinerie der Justiz tatsächlich noch aufhalten?

  • 37795279001_1027962153001_40883-thumb-square
  • Endstation Schafott - Bild 6445503
  • Endstation Schafott - Bild 6445517

Mehr Bilder und Videos zu Endstation Schafott


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Endstation Schafott

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

„Endstation Schafott“ ist nicht nur gut gespielt, schnörkellos und anklagend, es ist auch zutiefst menschlich und berührend. Unabhängig davon, ob man dem Regisseur in seinen radikalen Ansichten zustimmt oder nicht, so kann dieser Streifen als schockierendes, intensives und auch durchaus verstörendes Argument gegen die Todesstrafe angesehen werden, was einen nicht schnell wieder loslassen wird. Es ist auch ein Plädoyer für mehr Verständnis und Menschlichkeit gegenüber Verbrechern, denn ein jeder von ihnen besitzt menschliche Eigenschaften. Es lohnt sich, an sie zu glauben. Umrahmt wird dieser ambitionierte Film von der emotionalen Musik Philippe Sardes, der geschickt dem pseudo-dokumentarischen Stil entgegensteuert. „Deux Hommes dans le ville“ ist verstörend, aber absolut beeindruckend.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Kommentare (11) — Film: Endstation Schafott

Kommentar schreiben
Sortierung

SoulReaver

Kommentar löschen
Bewertung10.0Herausragend

„Mit meiner Frau spreche ich über all dies nie mehr, sie sagt, allein der Zufall sei daran schuld gewesen. Ich glaube, sie hat Recht...“

Nicht nur die Unterhaltung sollte in Filmen zählen, sondern auch die Aussage. Der perfekte Film wäre natürlich ein unterhaltsamer mit ebenso nachhaltiger Wirkung durch seine Eindringlichkeit und Tiefe. Einer der Filme die man mit Fug und Recht als unterhaltsam und aussagekräftig bezeichnen kann ist José Giovannis Todesstrafen/Sozial-Drama 'Endstation Schafott' aus dem Jahre 1972. Besetzt mit den französischen Superstars Alain Delon und Jean Gabin inszeniert Giovanni eines der größten und wichtigsten Meisterwerke überhaupt.

Der Ex-Bankräuber Gino Strabliggi wird auf Bewährung entlassen. Er lernt die hübsche Bankangestellte Lucie kennen, an deren Seite er sich mühevoll eine neue Existenz aufbaut. Doch der ehrgeizige Kriminalpolizist Goitreau glaubt nicht an Ginos Wandlung und provoziert einen Rückfall. Es droht die Todesstrafe. Verzweifelt kämpft der Sozialarbeiter Germain Cazeneuve um Ginos Leben. Doch kann er die perfekt funktionierende Maschinerie der Justiz tatsächlich aufhalten?

Grobe Bilder, mit all ihren Ecken und Kanten bestimmten 'Endstation Schafott'. Jean-Jacques Tarbet zeichnet ein durch und durch kaltes und graues Bild der fragwürdigen Gerechtigkeit und ist dabei optisch absolut berauschend. So auch die Musik von Philipp Sarde. Im ersten Moment scheint sie nicht wirklich betreffend oder berührend. Doch im Laufe des Films nimmt sie unglaubliche Kraft an und verfeinert die Szenen nicht nur durch ihren Klang der immer mehr Aufbaut, sondern belebt die gefühlskalte Welt förmlich. Die Musik wird hier keinesfalls nur eingesetzt um irgendwie Gefühle zu erzwingen, nein. Die Musik wird blendend eingefügt und in den Momenten in denen viele Regisseure nicht auf Musik hätten verzichten können gibt Giovanni seinem Film den Raum für Stille. Genau das ist in seiner Wirkung mehrere Klassen besser. Ein melancholischer und düsterer Faden zieht sich durchgehend durch den Film, immer verfolgt von bitteren Wahrheiten, Entscheidungen und Fehlern.

Jean Gabin und Alain Delon zum letzten Mal in einem Film vereint. Ein letztes Zusammenspiel der zwei der größten und besten. Ich weiß, ich wiederhole mich schon bei den beiden, aber man kann es nicht oft genug sagen. Alain Delon darf wieder einmal in die von ihm bekannte Ex-Häftling-Rolle schlüpfen. Nur mit dem Unterschied, dass er hier keine neuen Verbrechen begehen will. Er spielt Gino, einen Mann der für seine Verbrechen gesessen hat und ein neues Leben beginnen will. Delon spielt wieder herausragend, feine Gesten, große Mimik und unvergleichliche Coolness in den kleinsten Bewegungen, aber hier geht es nicht um Coolness in seiner Figur sondern um Zerbrechlichkeit. Delon ist nie ein Mann der vielen Worte. Er spricht vor allem durch seine Augen, denn die verraten jedes Gefühl und das ist ohne Wenn und Aber die ganz große Schauspielkunst. Jean Gabin steht dem natürlich in nichts nach. Gabin, der hier seine vorletzte Rolle spielt, gibt den gutherzigen Sozialarbeiter Germian, der sich für ein neues Leben von Gino einsetzt und mit jedem Mittel kämpft, damit die Welt erkennt, dass Gino sich geändert hat. Gabin spielt wieder voller Herz und Kraft und liefert eine grandiose Vorstellung ab, wie man es von ihm zum Glück so oft erleben durfte. Auch Michel Bouquet als eisenharter Inspektor Goitreau bringt eine mehr als starke Leistung ab und gibt einen wirklich hassenswerten Charakter. In einer kleinen Rolle sieht man noch den blutjungen Gérard Depardieu, als ehemaligen Gauner-Kumpel von Gino.

Schafott, die Hinrichtung, in dem Fall Enthauptung. Eine Todesstrafe die in Frankreich bis zum Jahre 1977 immer benutzt wurde und dann im Jahre 1981 schlussendlich abgeschafft wurde. Regisseur Giovanni steckte selbst einmal in dieser mehr als bedrängende Lage. Er selbst wurde bei einem Einbruch erwischt und bei der darauffolgenden Verfolgung kamen sein Onkel, Bruder und drei Polizisten ums Leben. Giovanni selbst war ohne jede Waffe, wurde aber zum Tode verurteilt. In seinen 10 Jahren Gefängnis fing er an zu schreiben und verfasste unzählige Romane und Drehbücher, auch das für 'Endstation Schafott'. Giovanni, dessen Vater eine Begnadigung erreichte, kam mit dem Leben davon, war aber um eine Erfahrung reicher: Die Bedeutung von Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit.

Giovanni inszeniert mit 'Endstation Schafott' an erster Stelle ein feinfühliges Charakter-Drama. Er charakterisiert Gino, den auf Bewährung entlassenen Mann, endlich wieder auf freiem Fuß und trotzdem noch so eingegrenzt. Er kann sich nur in bestimmten Städten aufhalten und für jeden Besuch in einer anderen Stadt braucht er eine Aufenthaltsgenehmigung. Auch die Augen des Inspektors sind immer in Ginos Nacken, nur darauf wartend ihn endlich zu ertappen. Doch Gino hat seine Fehler eingesehen und erkannt. Er will endlich ein Teil der Gesellschaft sein und nicht mehr wie ein Außenseiter behandelt werden. Er will sich ein neues Leben aufbauen, ohne Verbrechen und er will die innere Leere endlich füllen. Seine alten Kollegen aus der Verbrecherzeit schickt er in die Wüste, er findet Arbeit bei der er gern gesehen wird, und er findet eine Frau die ihn liebt. Sein Leben bekommt endlich wieder einen Sinn und durch die Hilfe des Sozialarbeiters Germain bekommt Gino den nötigen Rückhalt der eine Freundschaft aufbaut die Gino so dringend braucht. Die schöne Zeit hält nicht lange an und durch einen schrecklichen Unfall wird Ginos Leben wieder auf den Fugen gerissen. Völlig neben sich stehend, versucht er standhaft zu bleiben, doch seine Welt wankt bedrohlich. Inspektor Goitreau, der Gino wo er nur kann drangsaliert und zum Brodeln bringt, schafft es ihn doch noch zum Fehler zu zwingen und das Schicksal nimmt so seinen Lauf. 'Endstation Schafott' erzählt uns also die Geschichte von drei verschiedenen Person. Dabei immer aus der Sicht von Germain. Gino, der sich ändern will, Germian, der das Gute in Gino erkennt und ihn fördert und Goitreau, der nicht an eine mögliche Veränderungen glauben kann.

In 'Endstation Schafott' geht es aber um viel, viel mehr. Wir erleben hier in nur knapp 90 Minuten eine der vielschichtigsten Geschichten überhaupt, die in jeder ihrer Minuten das Maximum an Nähe und Gefühl rausholt. Giovanni stellt viel in Frage: das französische Rechtssystem, die Polizeiarbeit und natürlich die Todesstrafe selbst. Er versucht uns zu vermitteln, dass Menschen sich wirklich verändern können und eine zweite Chance verdient haben, einige von ihnen jedenfalls. Natürlich kann man Massenmörder nicht in diesen Kreis einbinden, das will ich hier auch natürlich nicht. Aber Menschen begehen Fehler, das muss so sein, manche größere und manche kleinere. Einige Bezahlen für ihre Fehler, andere kommen ungeschoren davon. Die Menschen, die für ihre Fehler ihren Teil bezahlt haben, sollten wenigstens eine Chance bekommen ein neues Leben zu beginnen. Was Giovanni hier schafft ist auf einer Seite unglaublich feinfühlig und einfühlsam und auf der anderen Seite erschreckend ehrlich, bedrängend und wirklich präzise beobachtet. Wenn die letzten 15 Minuten vom Film überstanden sind, sitzt man als Zuschauer regungslos vor dem Bildschirm. Gänsehaut kommt auf, völlig überrumpelt und betroffen von dem was man eben gesehen hat. Die Frage ob es Gerechtigkeit gibt kommt auf und findet keine Antwort. Lohnt es sich um etwas zu Kämpfen, jahrelang, aber nie irgendeinen Sieg zu erzielen? Der Glaube an das wofür man eigentlich lebt zerbricht Stück für Stück. Bis man nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Eine leblose Hülle in einer Welt voller Verlierer.

Fazit: 'Endstation Schafott' ist ein unter die Haut gehendes Plädoyer gegen die Todesstrafe. Ein Aufruf an Anerkennung, Verzeihen und Einsicht. Mit seinen fantastischen Darstellern, der groben Optik und der tollen Inszenierung erleben wir einen Film der nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern noch Stunden nach dem Ende unglaublich stark wirkt. Ein schmerzhafter und aufwühlender Film, der viele Fragen aufkommen lässt und den Zuschauer nicht festhält. Ein düsterer Film, der selbst in Momenten der Freude und Wärme weiß, wie er sie vertreiben kann.

„Schießen, schießen! Weiter könnt ihr wohl nichts! Warum sprecht ihr nicht mit ihnen?!“

17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 12 Antworten

JimiHendrix

Antwort löschen

@Oceanic6: ja musste mal schaun, ich hab die im laden (wiesbaden) zufällig entdeckt. dann drücke ich mal die daumen, dass der bei euch auch so billig ist. "der swimmingpool" war dort auch für 4,99 erhältlich^^


SoulReaver

Antwort löschen

@Max Danke, danke! Ich geb mir Mühe :)
Und zum Swimmingpool werd ich die Tage dann auch mal was schreiben, nur so am Rande :D


Hagen Hagen

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Platter Propagandafilm. An den Verbrechen der Verbrecher sind nur die böse Gesellschaft und die Polizei Schuld. Der Täter ist nur Opfer seiner Umstände.
Einzig das Finale kann überzeugen.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

JimiHendrix

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein tief berührender cineastischer Abgesang auf die Todesstrafe, der in seiner Machart seines Gleichen sucht.

José Giovanni schaffte es mit “Endstation Schafott“ endlich, mit dem richtigen Fingerspitzengefühl und der richtigen Atmosphäre an das Thema Todesstrafe würdig heranzutreten, was ich bei so manch anderen filmischen Versuchen nicht empfand. Dies gelingt ihm durch eine mittelschwere, aber dennoch durchaus realistische Überzeichnung der Umstände beziehungsweise der Handlungsstränge der Protagonisten.

Auf der einen Seite steht der gerade entlassene Ex-Häftling Gino Strabliggi, der perspektivlos unter tatkräftiger Mithilfe seines Bewährungshelfers versucht, seine Wurzeln durch die dicke und harte Erdkruste der Vorurteile und des Misstrauens zu schieben, um in den fruchtbaren Unterboden der gesellschaftlichen Akzeptanz vorzudringen. Und siehe da er schafft es sogar und nimmt die ersten Nährstoffe des sozialen Lebens in sich auf, einen Job, eine junge Frau, ein geregeltes Leben.

Dennoch bleibt er für die Justiz und vor allem aber für den übereifrigen Inspektor Goitreau ein gerissener Gauner, welcher jederzeit zu einem Verbrechen fähig ist, einmal Verbrecher immer Verbrecher. Goitreau misstraut dem rosaroten Lebenswandel des Ex-Gauners und fängt an ihn auf Schritt und Tritt zu beschatten, es entwickelt sich ein unbeschreiblicher Sog der moralischen Anklage, welcher mich bis zum Schlussakt des Films nicht mehr los lassen wollte.

Alain Delon, welchem die Gaunerei seit jeher in seinen Filmen immer wie ins Gesicht geschrieben steht, passt hier natürlich blendend in die Rolle des Ex-Verbrechers Gino Strabliggi. Sein überragendes omnipräsentes Schauspiel, machte es mir schwer, keine Sympathien für ihn zu entwickel, zumal sein Werdegang ebenfalls dafür sprach. Durch die charakterlichen Darstellungen müsste man sich einfach mit ihm identifizieren.

Jean Gabin, als Bewährungshelfer Germain Cazeneuve, hätte ebenfalls nicht besser besetzt sein können. Er strahlte genau die richtige Gelassenheit, Weisheit und Ruhe aus, und arbeitete mit vollstem Herzblut an der Resozialisierung der in seiner Obhut sehenden Ex-Kriminellen, in ihm wohnte stets die gute Seele des Films.

Michel Bouquet, der hier den übermotiviert bohrenden Inspektor Goitreau darstellt, zog sich mit seiner sehr überzeugend gespielten Rolle den immer mehr steigenden Hass und die Wut auf sich, welche sich irgendwann, zumindest bei mir, mit unmoralisch schreiender Genugtuung entlud. So schaffte Bouquet es, dass die Schlüsselszene des Films sehr überzeugend transportiert wurde. Ich spürte wie ich Gino in dieser Sequenz anfeuerte und konnte mich vollends in seine Gemütslage hinein versetzten.

Die immer Dichter werdende Atmosphäre verschluckte mich bis zum Abspann und stoppte abrupt mit der letztendlichen Schlussszene, des Films. Da hat es sich doch tatsächlich mal wieder gelohnt, bis 03.00 Uhr Nachts auf ARD durchzuhalten, dass nenne ich mal die spätnächtliche Erfüllung des Wissens- und Kulturauftrags der öffentlich-rechtlichen Sender.

Ein Film, der mich so schnell nicht mehr los lassen wird, vor allem aber Delons leerer und hilfloser Blick wird mir lange im Gedächtnis bleiben, ein Moment für die Ewigkeit.

8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

pellekraut007

Antwort löschen

Ja, grunz, ein Klassiker, zeitlos und ganz und gar trefflich beschrieben! Bravo! Und: nieder mit den gemeinen Programmplanern, die die armen Früh-zu-Bett-gehen-Müsser um so viel gutes Kino betrügen! Dito! Quieck!


hoffman587

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Deux hommes dans la ville

"Ich werde ihn nie wieder sehen können, wie bisher. Ich habe entdeckt, dass das Gesetz zwei Gesichter hat, die eine Seite: Das Verfahren, das ganze theatralische Gebarden, die große Show des Gerichtes und dahinter...."

Ein Film...ein bedrückender Film....ein beklemmender Film....in gewisser Weise auch ein ergreifender und düsterer Film, ein Krimidrama von José Giovanni, der hier seine eigenen Erlebnisse verarbeitete, hier in "Endstation Schafott" aus dem Jahre 1973.

Die Story ist zusammengefasst recht simpel, dafür wirkt sie erstens durchaus authentisch und glaubwürdig und zweitens nimmt sie einen bis zum Ende mehr als mit: Mit Hilfe des freundlichen Sozialarbeiters Germain wird der einstige Gangster Gino aus dem Gefängnis entlassen, wegen guter Führung, Gino will nun sein Leben ändern, doch er kommt nur mühsam zurecht, da ihn seine Vergangenheit verfolgt und der rachsüchtige Polizist Goitreau keine Chance lässt sich zu bessern.

Eine große Besetzung wurde für dieses Werk aufgefahren, drei bzw. vier große Stars, da hätten wir einmal den großen Jean Gabin, in einer seiner letzten Rollen und hier spielt Herr Gabin nochmal kraftvoll und voller Energie, die Rolle des hilfsbereiten und engagierten Germain, ja er man spürt seine Kraft beim spielen und neben ihm ein grandioser, wie auch einfühlsam spielender Alain Delon, man fühlt bis zum Ende mit, mit seiner Rolle des sympathisch wirkenden Gino, der doch nur ein neues Leben beginnen will, ja die Beiden bilden wieder wie in "Lautlos wie die Nacht" oder "Der Clan der Sizilianer", ein fantastisches Duo, glaubwürdig spielen sie so ihre Figuren. Aber natürlich überzeugen auch ein stark spielender Michel Bouquet als Inspektor Goitreau und noch ein recht junger, aber nicht weniger exzellent spielender, Gérard Depardieu als einer von Ginos "alten Kumpels", die ihn bedrängen.

Weiterhin ist auch die Regie exzellent, eine interessante und spannende Erzählweise, packend, trotzdem immer recht anspruchsvoll und auch die Kritik an der Todestrafe wird kraftvoll geäußert, auch wenn das im Ganzen so ein klein wenig ungenau, aber das macht ja die Starbesetzung wieder locker weg.
Und die Kameraarbeit kann ich als gut betiteln, auch wenn die Bilder heutzutage schon ein klein wenig eingestaubt wirken, was dem Film etwas von seiner Zeitlosigkeit raubt, aber gut, die Kritik ist eindeutig dafür zeitlos, ein starkes Stück eben.

Dazu wurden die Charaktere wirklich hervorragend ausgearbeitet, vielschichtig wurden sie gestaltet,zu jeder Zeit sind ihre Hintergründe interessant und insgesamt verfügt der Film über einen perfekten Tiefgang sowohl bei den Figuren wie auch bei der Erzählung.
Zuletzt möchte ich auch noch den gut komponierten Score loben, der das Werk sehr präzise untermalt.

"...und dahinter verbirgt sich das Grausamste was ich je gesehen habe, eine Maschine..."

Zum Schluss möchte ich dann noch sagen, dass "Endstation Schafott" ein realistisches, effektvolles und fesselndes Plädoyer gegen die Todesstrafe ist, mit großartigen Darstellern.

9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten

Isolation

Antwort löschen

Ich hab' ihn noch nicht geguckt - wie sollte es anders sein. :D Nur machte es irgendwie bei "Schafott" klick... Kannst ja mal ein Statement abgeben, wenn Du den mal schauen solltest. :)


hoffman587

Antwort löschen

Mach ich keine Panik:)


8martin

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Unter den zahllosen Gerichtsthrillern fällt hier die Sichtweise aus dem Rahmen: ein Ex-Knacki (Alain Delon) zwischen integrativer Sozialarbeit (Jean Gabin) und schikanöser Überwachung durch einen von Vorurteilen getriebenen Kommissar (Michel Bouquet), der ihn so heftig und so lange piesackt, bis er ausrastet. Hier gibt es nicht nur Action um der Action willen, sondern hier werden Sinnfragen gestellt. Gibt es den geborenen Verbrecher? Darf man nicht nur das Verbrechen an sich beurteilen, sondern muss man nicht auch seine Ursachen mit heranziehen? Und klafft da nicht die ewige Lücke zwischen Recht und Gerechtigkeit? Mildernde Umstände werden in ihr Gegenteil verkehrt und unmenschliche Zustände im Strafvollzug angeprangert. Zwei emotionale Tupfer beeindrucken besonders: am Anfang die ersten Schritte in die Freiheit. Da wird es dem Entlassenen fast schwindelig und am Ende der Gang zur titelgebenden Guillotine; fast wortlos und ohne Kommentar. Das System wird der Lächerlichkeit preisgegeben, wenn Geschworene einschlafen und der Richter Kreuzworträtsel löst.
Ein Gangsterdrama, das einen von der Erzählweise her menschlich berührt und schauspielerisch überzeugt, vor allem Alain Delon und das natürlich die Todesstrafe verurteilt. Spannung mit Tiefgang also, anspruchsvoll und gut gemacht.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ash-williams

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein schöner französischer Film mit einem tollen Cast und toller Atmosphäre. Der deutsche Titel ist, wenn man den Film kennt zwar einigermaßen passend, aber zunächst irreführend. Die Geschichte, über den rehabilitierten Gino, der von der Gesellschaft nicht mehr als vollwertiges Mitglied angesehen wird, ist interessant und ohne große Schnörkel erzählt. Alain Delon und Jean Gabin legen eine sehr gute Leistung hin und mit der Rolle des Commisaire Goitreau, gespielt von Michel Bouquet, wurde eine der unsympathischsten Filmfiguren überhaupt geschaffen. Die Art wie dieser "Gesetzeshüter" den sympathischen Gino schikaniert geht einem schon nach kurzer Zeit an die Nieren, wodurch die Empathie die man für Gino empfindet stetig steigt. Der Prozess am Ende setzt der Ungerechtigkeit die Krone auf. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass in diesem Film wirklich nur schwarz / weiß gemalt wird, die Polizei und das Justizsystem als komplett verdorben und korrupt hingestellt wird und mehr oder weniger alle Häftlinge oder ehemalige Häftlinge als Unschuldslämmer. Hier wären durchaus noch Abstufungen möglich, die eher der Realität entsprächen. Vielleicht ist es aber auch diese schwarz / weiß Malerei, die den Film so ausdrucksstark macht.

Ein toller Film, der nicht nur Freunde des französischen Kinos begeistert!

3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

kimi

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

super kam gestern abend das waren noch filme

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

alanger

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

seltsam: ich kenne den film auch nur als: "zwei männer...". lief evtl. im osten so, oder tv?

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Darbon

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

@Arnold. Du meinst "Fahrstuhl zum Schafott", hier geht's um "Zwei Männer in der Stadt". Beängstigend gut spielt vor allem Michel Bouquet als Goitrau.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

doctorgonzo

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Einfach nur beeindruckend. Drei absolute Klasse-Schauspieler in einem Drama, das es in sich hat.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Volker

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Schwarz, weiss, gut. Musik von Miles Davis.

Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kommentar schreiben

Fans dieses Films gefiel auch