Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes

Vallanzasca - Gli angeli del male (2010), IT Laufzeit 128 Minuten, FSK 16, Drama, Thriller, Kriminalfilm, Kinostart 24.02.2011

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6.5
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von Michele Placido, mit Kim Rossi Stuart und Valeria Solarino

Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes erzählt die wahre Geschichte des wohl berühmt-berüchtigsten Gangsters Italiens. Renato Vallanzasca (Kim Rossi Stuart), der bereits im Alter von neun Jahren Straftaten beging, wurde noch vor seinem 27. Lebensjahr zum bekanntesten Verbrecher des Landes. Da er dabei stets einen gewissen Ehrenkodex wahrte, wurde er vor allem bei Frauen populär und zu einer Art Gentleman unter den Ganoven. Sein teuflischer Charme gepaart mit einem engelsgleichen Gesicht brachte ihm sogar den Spitznamen “il bene René” (“der schöne René”) ein. Vallanzasca übernahm in den 1970er Jahren zusammen mit seiner Gang durch eine Reihe von präzise geplanten Raubüberfällen, Entführungen und Tötungen die Kontrolle über die Mailänder Unterwelt und räumte dabei seine Rivalen aus dem Weg. Die italienische Polizei konnte ihn zwar mehrfach festnehmen, aber durch verschiedene, spektakuläre Gefängnisausbrüche sorgte Vallanzasca dafür, dass Staatsmacht und Gegner noch mehr erzürnt wurden und seine Legende noch weiter aufblühte.

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Kritiken (3) — Film: Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes

F. Kleiner: Film-Dienst.de F. Kleiner: Film-Dienst.de

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7.0Sehenswert

Mit dem Eindruck eines ziellosen Taumels werden der nostalgische Ton und der Bad-Guy-Glamour unterlaufen, mit dem Placido seine „Engel des Bösen“ inszeniert, was eine spannungsvolle Ambivalenz zwischen Faszination und lakonischer Distanz in den Film bringt.

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V. Robrahn: Filmszene.de V. Robrahn: Filmszene.de

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5.5Geht so

Beim Bemühen auch möglichst alle relevanten Stationen abzuhandeln, hetzt Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes atemlos voran und lässt den Betrachter dabei genauso angestrengt wie mitunter desinteressiert zurück. Das ist zwar alles recht professionell und solide umgesetzt, wirkt jedoch allzu oft nur wie eine bunte Collage.

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Michael Meyns: programmkino.de Michael Meyns: programmkino.de

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7.0Sehenswert

Ganz zeitgemäß ohne jegliche Erklärungsversuche oder Psychologisierung erzählt, entwirft „Engel des Bösen“ in seinen besten Szenen ein mitreißendes Porträt der italienischen Gesellschaft, kann den moralischen Fallstricken seines Sujets allerdings nicht immer entgehen. [...] So ist Engel des Bösen“ ein Gangsterfilm, der viele Stärken und Schwächen des Genres vereint: Eine mitreißend Hauptfigur, ein spannendes Gesellschaftsporträt, aber auch moralische Fallstricke, die der Film selbst zu ignorieren versucht, die aber nicht wegzudiskutieren sind.

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Kommentare (5) — Film: Engel des Bösen - Die Geschichte eines Staatsfeindes


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frank-br

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Bewertung7.0Sehenswert

Für Freunde des Gangster/Knast-Genre empfehlenswert. Die 128 Minuten sind für die Story etwas zu lang, aber darüber kann man hinwegsehen. Ein Unterhaltsamer Gangster-Streifen, der den Weg von der Vergangenheit bis in die Gegenwart nachzeichnet und auch den Flair der früheren Jahre ganz gut rüberbringt. Für einen feinen Filmabend sicher keine falsche Wahl.

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lieber_tee

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Bewertung4.5Uninteressant

Flott und trendy inszeniertes, oberflächlich – nostalgisches Gangster – Portrait. Seltsame Heldenverehrung eines überheblichen Arschlochs.

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Delonghi

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Bewertung5.0Geht so

Also vielleicht habe ich mich zu sehr an Filme wie Carlos-Der Schakal, oder Public. Enemy No. 1 gewöhnt (Gott sei Dank!!). Der Vergleich scheut, dieser Film inszeniert sich eher unausgereift, oberflächlich, teils komödienhaft und dilettantisch. Ob dieser Staatsfeind Italiens wirklich so viele Amateure um sich hatte, ich weiss es nicht. Es bleibt nicht viel übrig, keine Power, kein Hammer, kein Wow.

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spanky

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Bewertung5.0Geht so

Etwas langatmig geratenes aber überaus realistisches Gangsterepos mit teils kompromissloser Härte. Placido möchte damit gerne bei Scorsese mitkicken, schafft es aber nicht ganz aus der Regionalliga heraus, denn seine Schauspieler sind einfach zu farblos. Außerdem versucht er zu oft, über den Dialog zu erzählen, ohne dass der Plot etwas hergäbe. Dafür überzeugt er in Production-Design und Ausstattung.

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Rugantino

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Bewertung4.5Uninteressant

In vielerlei Hinsicht erinnert der Film stark an Ted Demme's BLOW mit Johnny Depp als charismatischer Gangsterfigur, die durch Koksline Close-Ups und Kugelhagel marschiert. Hier ist es der frühere Mädchenschwarm Kim Rossi Stuart, der den charismatischen Gangster Renato Vallanzasca stilsicher verkörpert. Beginnend mit einer kurzen Exposition Anfang der 70er Jahre - als Vallanzasca allerdings schon ein bekannter Kleingangster ist - über seinen Aufstieg, bis zu seinem Niedergang versammelt Placido alles was man eben von so einem Film erwartet. Wie genau die Biographie wirklich abgearbeitet wird, vermag ich nicht zu sagen. Der Film macht mir jedoch einen sehr freien Eindruck.

Seine 130 Minuten füllt Placido dabei mit allen Plattitüden und Klischees, die man irgendwo schonmal gesehen hat und überdreht diese gleich nochmal. Unser Held bekommt jede Frau mit ein bisschen Augenzwinkern, wer die Mamma beleidigt bekommt aufs Maul und irgendwann gibt es keine ehrenhaften Gangster mehr usw. Alles altbekannt.
Leider erschließt sich mir nicht, ob Placido einfach nur einen schlechten Film, ständig an der Grenze zur Exploitation taumelnd, gemacht hat oder aber, ob er vielmehr das genretypische durch den Kakao ziehen möchte und es dafür überlädt bzw. bis zu weilen stark überdreht. Vielleicht war letzteres seine Intention und es glitt ihm irgendwann einfach aus der Hand. Dafür aber so richtig gewaltig. Ab einem gewissen Punkt ist der Film dann auch einfach zu lang.

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