Equilibrium - Kritik

US 2002 Laufzeit 107 Minuten, FSK 16, Actionfilm, Thriller, Science Fiction-Film, Kinostart 09.07.2003

  • 7

    Die Idee der Notwendigkeit einer gefühllosen Gesellschaft ist natürlich faszinierend und damit schafft es der film auch zu unterhalten. Tatsächlich hatte ich beim Sehen in manchen Momenten schon das Gefühl, dass wir gar nicht so weit von einer solchen Gesellschaft entfernt wären, bzw. schon einmal dicht daran waren (man beachte die vielen Vergleiche zum NS-Regime). Dennoch tun sich zeitweise besonders in Hinblick auf die entstehenden Gespräche der Charaktere schon einige Logiklöcher auf. Bei genauerer Überlegung müsste der absolute Gehorsam und die Motivation dem Regime bedingungslos zu dienen ebenfalls ein Gefühl auslösen. Ansonsten würde die Gesellschaft, denke ich, in absoluter Motivationslosigkeit enden und das System würde so nicht funktionieren. Darauf wird leider nur in Ansätzen eingegangen.
    Lässt man jedoch diese philosophischen Gedanken beiseite fesselt Equilibrium auf jeden Fall! Die Inszenierung ist in vielen Punkten gelungen. Allein die Gestaltung der Räumlichkeiten ist geschickt gewählt und lässt viele reale Bezüge zu. Die musikalische Begleitung mit viel elektronischen Sounds ist ebenfalls interessant gewählt. Dabei spielen alle Schauspieler solide. Besonders sticht natürlich der geniale Christian Bale heraus!! Die Action erinnert dann doch sehr an Matrix!!
    Zusammenfassend: gute Unterhaltung mit einer netten futuristischen Idee, die bei genauerer Überlegung jedoch etwas bröckelt. Auf jeden Fall sehenswert, wenn auch kein muss.

    7/10

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    • 6 .5

      Oft wird Equilibrium mit Matrix verglichen und das ist falsch. Matrix gefällt mir zwar weitaus besser, aber Equilibrium hat seinen ganz eigenen Touch was das Genre angeht. Leider ist der Film nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte, aber er ist trotzdem zu gebrauchen und unterhält auf ganzer Strecke.

      • 7 .5

        Der bessere Matrix ;)

        Wobei man beide Filme nicht vergleichen kann. Fälschlicher weise wird Equilibrium oft als Matrix Klon bezeichnet. Was nicht stimmt, den die Handlung ist eine völlig andere während Matrix doch sehr abgespact war, und von Esoterikzitaten nur so wimmelte bot Equilibrium eine eher *authentischere* Zukunftvision die sich bei Orwell bediente.
        Auch der Look ist ein völlig anderer, Matrix hat den Look eines Cyberpunk Films (wo er maßgeblich an der Gründung beteiligt war) Equilibrium seines Zeichens wirkt düsterer und architektonisch eher altmodisch. Barocke Innengestaltungen erinnern eher ein wenig an die Renaissance (nur halt ohne deren prunkvollen Bildern und Einrichtungen)
        Ich finde diesen Film hier weit besser als *besagtes* Vorbild aber ein paar Dinge seitens Logik in der Story und der Charakterdarstellung kaufe ich dem Film nicht ab. Christian Bale wirkt nicht wie jemand der keine Gefühle hat, dem bei seinem Blick kommt eher mehr Aggresion herüber als den Gefühlskälte, auch in der Handlung gibt´s die ein oder andere Panne.
        Dennoch nichts desto trotz eine sehenswerte Dysotpie die von der ersten Minute an mit einer spannenden Story punktet die viele fesselnde Momente bietet. Der wuchtige und passende Score untermalt das Geschehen jederzeit passend. Der Look sieht extrem geil aus und ich kann nicht verstehen wieso der Film in den USA so gefloppt ist. Schon allein die Gun Kata die extra für den Film erfunden wurde lohnt den DVD Kauf.

        Fazit:
        Ein fesselnder, anspruchsvoller Science Fiction Film mit geiler Musik und Aufmachung. Es gibt zwar inhaltliche Mängel und die Mimik des hauptdarstellers passt nicht so immer zu einem gefühllosem Roboter aber dafür entschädigen die vielen Pluspunkte, und die geniale GUN KATA. :)

        Ein paar Jahre später drehte der Regisseur Ultraviolet, die in jeder Hinsicht rundere Version dieser Dark Future Alternative. :)

        10
        • 7 .5

          gute Idee, welche sehr gut und atmosphärisch umgesetzt wurde
          Christian Bale spielt auch hervorragend

          • 6

            Ganz nettes emotionsloses utopisches Spektakel in dem die neue Kampfsport Technik Gun Gata erstmals eingeführt wurde.

            4 Jahre später wird der derselbe Regisseur Milla Jovovich mit der selben Kampftechnik in dem Film Ultraviolet in Szene setzen. Und hier sieht das ganze für mich auch viel ästhetischer aus.

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            • 6

              Die billige Antwort auf Matrix

              Ich bin ganz ehrlich; die Kampfszenen in Equilibrium haben den Action-Liebhaber in mir befriedigt. Aber - das ist auch schon fast alles. Während die gesamte Aufmachung des Filmes - Kostüme, Setting, Stimmung - von ihrer Art her stark an den Film "The Matrix" erinnert, ist die Story dahinter zu schwach und undurchdacht, als dass man den Film nicht als Geldeintreiber beschreiben könnte.
              Wenn Menschen tatsächlich keine Emotionen fühlen würden, würde es zu einem Totalstillstand kommen, da die Emotionen den Antrieb des Menschen bilden. Ohne zumindest das Gefühl von Angst oder Pflicht würden Kampfeinheiten wie die in Equilibrium unter keinen Umständen zustande kommen. Die gesamte Aussage des Filmes ist flach und stereotypisch.
              Zu meiner Unterhaltung haben die Actionszenen beigetragen, aber in der Zeit hätte ich mir lieber zum zehnten Mal die Matrix angeguckt.

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              • 9

                Was wäre eine Welt, in der Gefühle verboten sind? In der Bilder Leonardo Da Vincis verbrannt werden, weil sie als Auslöser von Gefühlen eingestuft wurden? In der es verboten ist, einen Film zu schauen, da das Bildmaterial Gefühle entfachen kann?

                In „Equilibrium“ geht es genau darum. Nach dem 3. Weltkrieg, bei dem die menschliche Rasse beinahe ausgelöscht wurde, werden Gefühle verboten. Die Überlebenden müssen täglich eine Dosis Prozium einnehmen, die verhindert, dass Gefühle überhaupt entfacht werden können.

                Ein schockierender Gedanke!

                Die Idee hat eine Menge filmisches Potenzial. Und das nutzt Kurt Wimmer in jeder Sekunde in vollen Zügen aus! Technisch auf dem allerhöchsten Niveau, schauspielerisch besetzt mit großen Namen Hollywoods und storytechnisch unglaublich stark, da ich wirklich (und das ist selten) keine Ahnung hatte, auf was für ein Ende der Film hinaus will! Hinzu kommt noch, dass die Story fast ohne Kitsch und Klischees auskommt, und sowas sehe ich außerordentlich selten in den neueren Science-Fiction Filmen!

                Für jeden Fan des Sci-Fi Genres fast schon ein moderner Klassiker! Doch auch wenn man eher dem alten Sci-Fi-Kino zugewandt ist und Filme wie "Der Tag, an dem die Erde stilllstand" verehrt; Equilibrium ist fast für jede Zielgruppeabsolut sehenswert!

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                • 7 .5

                  Anspruchsvoller und gut besetzter SF-Thriller über einen totalitären Staat, der das Aufflammen von Gefühlen, in welcher Form auch immer mit dem Tode bestraft.
                  Der Film ist verhältnismässig ruhig erzählt. Action-Sequenzen sind sehr dosiert. Diese haben es dafür allerdings umso mehr in sich. An Spannung und Dramatik mangelt es Equilibrium jedoch zu keiner Zeit.Die vorhandenen Logik-Schnitzer werden sehr gut kaschiert was auch Christian Bale zu verdanken ist denn er spielt einfach ganz
                  grossartig auf.
                  Die Kleriker, die Elite-Einheit für des Aufspüren von Rebellen des Systems, verbieten jegliche Form von Gefühl und bestraft diese hart. Beim Zuschauer jedoch dürften während und nach der Sichtung gewisse Gefühlsausbrüche aufgekommen sein.

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                  • 7

                    “Sie existieren, um ihre Existenz fortzuführen. Worin liegt da der Sinn?”

                    Kurt Wimmers Film ist ein atemberaubender Mix aus vielen Genre-Vorbildern (MATRIX, 1984) gelungen. Auf Logik wird nicht immer Rücksicht genommen, was aber durch eine tolle Atmosphäre und einer packenden Insznierung wieder wett gemacht wird.

                    Als sensationell muss man die Action-Szenen loben. Die für den Film entwickelte Gun-Kata ist schon ein Eye-Catcher, und lässt das Herz jedes Action-Fans etwas schneller schlagen. Das Finale ist eine herrliche Schlachtplatte (jetzt weiß ich auch wieder wo von das Finale aus WANTED inspiriert wurde).

                    Christian Bale mag ich eigentlich immer, souverän ist er auch hier allemal. Trotzdem ist EQUILIBRIUM kein Film großen Schauspiels, sondern ein toll fotografierter und sehr stimmiger Actioner.

                    Die Anspielung auf die Zeit des Nationalsozialismus ist natürlich mehr als offensichtlich. Das Symbol der Herrscher sieht fast aus wie ein Hakenkreuz. Die übermächtigen Kleriker sind die Waffen SS. Der “Führer” wird “Vater” genannt. Ständig wird Propaganda publiziert. Gedreht hat Wimmer übigens viel in Bauten aus dieser Zeit. Dem Berliner Flughafen Tempelhof oder dem Olympiastadion. Zusammengebracht mit CGI lassen sich diese aber kaum erkennen.

                    Fazit: Für schlappe 20 Millionen Dollar gedreht, ist Kurt Wimmer hier ein optisch sensationelles Stück Action-Sci-Fi-Kino gelungen. Geiler Streifen!

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                    • 7 .5
                      MetalFan92 31.05.2014, 21:04 Geändert 06.11.2014, 22:11

                      Coole Story mit einer brillianten Umsetzung.
                      Ich liebe Christian Bale und finde den Film einfach Klasse.

                      • 7 .5

                        Natürlich ist ein Hundewelpe der Inbegriff menschlicher Emotionalität.

                        Na, schlecht war er wirklich nicht. Absolut sehenswert.

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                        • 8

                          "In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts brach ein 3. Weltkrieg aus. Die Jenigen von uns, die überlebten wussten, dass die Menschheit einen vierten nie überleben würde und dass unsere eigene explosive Art einen Risikofaktor darstellt. Also schufen wir eine neue Gesetzesabteilung: Den Grammatom Kleriker. Dessen einzige Aufgabe die Auskundschaftung und Ausrottung der wahren Quelle menschlicher Grausamkeiten ist: seine Fähigkeit etwas zu fühlen."

                          Dystopische Endzeitstimmung, düstere Optik, eine klasse Story über eine emotionslose Gesellschaft (sprechen wir eigentlich von der Zukunft oder von uns???;-)) und ein genialer Christian Bale, machen diesen effektvollen Actionfilm im Stile von "Matrix" zu einem Muss für Liebhaber dieses Genres.
                          Natürlich gibt es hier und da mal eine Unstimmigkeit und etwas zu viel Science-Fiction, aber diesem Film schadet es überhaupt nicht, denn man weiß was auf einen zukommt.

                          "Immer im Training, Kleriker. Deswegen sind Sie der Beste".
                          "Ich bin nur besser als andere"

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                          • 4

                            Eine gefühllose Welt ist meiner Meinung nach nicht umsetzbar ... Bale ist lecker wie immer ;)

                            • 8

                              In einer betongrauen düsteren Zukunft existiert eine gefühllose Gesellschaft. Wer fühlen will, lebt gefährlich und wird von den Klerikern gejagt und geötet.
                              Bale spielt superb. Da zuckt keine Wimper... ;-).

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                              • 7

                                Irgendwie ist die Sache mit den Drogen nicht glaubhaft rübergebracht. Ich vergesse auch manchmal Medikamente im richtigen Leben. Was aber noch wichtiger ist: Ein Mensch ohne Emotionen ist weder "funktionstüchtig" noch irgendwie produktiv oder kreativ oder zu irgendwas "brauchbar". Mit Zombies lässt sich kein Staat machen, auch kein totalitärer. Ein Soldat ohne Hass oder Angst, wie soll das gehen?
                                Die Schauwerte und das Schauspiel sind allerdings sehr fein.

                                • 9

                                  eine Pistolen Kata....wie geil ist das den....

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                                  • 8

                                    Ein schöner Film mit guter Besetzung ,Christian Bale bringt seine Emotionsleere sehr gut rüber.
                                    Insgesammt fehlt mir perönlich ein bisschen mehr Tiefe.

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                                    • 6

                                      Spannendes und unterhaltsames Remake von "1984". Was, stimmt nicht? Steht nirgends? So könnte man es aber sehen - die Story ist selbst im erweiterten Kern dieselbe, wie auch die Allegorie zu den Nazis: wenn die gewonnen hätten, wäre womöglich so eine Welt herausgekommen, in der alles und jeder überwacht ist und in der Gefühle/Liebe verboten sind, in der man aus der eigenen Familie verraten wird, usw. "Equilibrium" kommt daher wie eine Interpretation des Stoffes von George Orwell mit ein paar Freiheiten und nimmt eigene Züge erst bei den Nebensächlicheiten an (tägliche Dosis, etc.). Dazu kommen Fantasy-Action-Einlagen der Kampfkunst, die den Plot aufpolieren - wie töte ich soviele bewaffnete Gegener wie möglich aus kurzer Distanz und springe durch den Raum, ohne selbst getroffen zu werden? Dann die Logiklöcher. Z.B. die tägliche Dosis mit einer dicken Nadel in den Hals - da müsste doch jeder nach ein paar Wochen aussehen wie ein Streuselkuchen. Oder die anscheinend nicht beantwortbare, aber alles entscheidende Frage danach, wer die Dosis nicht nimmt - das sollte doch mit einem einfachen Urin- oder Bluttest herauszufinden sein. Oder sind die Mächtigen nicht einmal in der Lage ihr eigenes "Doping-Mittel" aufzuspüren? (SPOILER:) Im für meinen Geschmack unpassenden Happy End driftet die über weite Strecken zu recht auf Anspruch setzende Story in Fantasy-Action à la Marvel ab (SPOILER ENDE). Nicht so ganz mein Ding, aber wer düstere Zukunftsvisionen gepaart mit Fantasy-Action sehen will und dem egal ist, wieviel hier von einem verdienten Klassiker ohne Würdigung abgekupfert wurde (dafür 1 Punkt Abzug), dürfte voll auf seine Kosten kommen.

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                                      • 8 .5

                                        Dieser Film ließ mich zum Fan von Christian Bale werden und ich habe es bisher nicht bereut. Wenn man bei Bale allerdings sagen muss, das er einen der momentan genialsten deutschen Synchronsprecher hat, der ja auch viele Hörbücher phantastisch "vertont" hat (z.B. Stephen King).

                                        Für die Rolle des Klerikers Preston ist Bale prädestiniert und füllt sie mit seiner speziellen Mimik(ry) genial aus. Er trägt den Film nahezu im Alleingang trotz einiger guter Nebendarsteller. Die Story mag der ein oder andere für absurd halten, für mich war es o.k. und Logikschwächen (welcher Film hat sie nicht?) wurden locker durch die für einen "B-Movie" grandiosen Kampfszenen ausgeglichen.

                                        GOOD NIGHT AND GOOD LUCK!

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                                        • 10

                                          Sehr düstere Zukunftsvision, kühl und hart inszeniert. Neben Christian Bale in einer seiner beeindruckendsten Rollen sind u.a. William Fichtner (mein Lieblingsschauspieler) und Dominic Purcell (ebenfalls wie Fichtner in Prison Break zu sehen!) Schauspieler des Films. Die eiskalte düstere Musik und die Choreografie der extra einstudierten Kampfkunst sowie der kühle Look des Filmes tun ihr übriges, um das spannende Skript zum Leben zu erwecken.

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                                          • 7 .5

                                            Der Science Fiction Actionfilm Equlibrium wandelt auf den Spuren von 1984, Logans Run und George Lucas ThX 1138 und kann diesen Meisterwerken nicht das Wasser reichen, oder sagen wir die Geschichte ist zwar gut in der Theorie bietet aber als Umsetzung rein von einigen Logikmängeln doch ein paar Kritikpunkte.
                                            Ich finde man hätte hier nachbessern müssen, und den Stoff vertiefen, so bleibt Equilibrium weitestgehend ein zwar guter Film aber eher oberflächlich. Das selbe Problem findet sich beiden Schauspielern ich meine nicht das Christian Bale oder Sean Bean schlecht wären aber so recht überzeugen konnte mich ihr Spiel von Zeit zu Zeit nicht wirkte nicht immer stimmig.
                                            Der Rest stimmt aber, der kühle fahle Look gibt dem Film eine stimmige Atmosphäre, die GUN KATA die extra für diesen Film entwickelt wurde ist eine Martial Art Kampfkunst mit Waffen und gibt dem Grammaton Kleriker die besten Voraussetzungen als absolute EIN MANN ARMEE durch zu marschieren, und ich finde neben Matrix sah Action im Hollywood Style noch nie so gut aus, (oder sagen selten,..)
                                            Regiseur Kurt Wimmer drehte ein paar Jahre später Ultraviloet und dort perfektionierte er seinen Stil sei es Optik oder Fighting Style und Ultraviolet wirkte trotz einfacheren Geschichte in sich schlüssiger und runder.

                                            Fazit:
                                            Gute Idee, etwas unausgereift erzählt und nicht immer glaubwürdig gespielt, aber der Look und vor allem die GUN KATA drücken einem in den Sitz. :)

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                                            • 7 .5

                                              Eine interessante Mischung aus durchgestyltem Actionfilm und dystopischem Thriller. "Equilibrium" verwendet in der Gestaltung seiner Zukunftsvision zahlreiche Versatzstücke aus anderen bekannten Dystopien: aus "Schöne Neue Welt" stammt die Idee einer Gesellschaft, in der allen Drogen verabreicht werden, dass Bücher (und hier auch Kunstwerke, Einrichtungsgegenstände und sogar Menschen) verbrannt werden, kennt man aus "Fahrenheit 451", der allgegenwärtige, von einer Propaganda-Maschinerie nahezu gottgleich hochstilisierte Diktator (an dessen tatsächlicher Existenz jedoch Zweifel angebracht sind) erinnert an den "Großen Bruder" aus Orwells "1984"; passend dazu heißt er hier "Vater". Nebenbei gibt es noch beeindruckende Schießereien im "Matrix"-Stil zu sehen. Regisseur und Drehbuchautor Kurt Wimmer gelingt es jedoch, das alles zu einem funktionierenden Ganzen zusammenzufügen.
                                              Nebenbei ist auch der Hauptdarsteller toll. Mimischer Minimalismus mag hier bei diesem Stoff ja geradezu vorausgesetzt sein, aber auch Gefühlskälte muss glaubwürdig rüberkommen. Christian Bale gelingt es jedenfalls, die Wandlung des Charakters seiner Figur auf äußerst intensive Weise darzustellen. Sein Spiel ist nuanciert, aber dennoch beeindruckend.
                                              Die restlichen Darsteller waren eher mittelprächtig. Es erscheint einem schon etwas seltsam, wenn man bei den "Sinnestätern" wenig Gefühle sieht, bei den indoktrinierten Bürgern jedoch Gemütsregungen erkennt. Taye Diggs ist seine Schadenfreude zu sehr anzusehen. Sean Bean als Bales erster Partner ist nicht schlecht, aber hier kommt er seiner Verpflichtung als "wandelnder Spoiler" schon sehr früh im Film nach. Hätte ihn gerne länger gesehen. Außerdem mutet es etwas merkwürdig an, wenn Bale in den Szenen mit seinem Filmsohn von diesem zur Schnecke gemacht wird.
                                              Auch ansonsten ist der Film nicht frei von Mängeln: der Showdown wirkt etwas zu überhastet (besonders das "Duell" zwischen Bale und Diggs war viel zu schnell vorbei) und das Finale fast schon übertrieben kitschig. Außerdem erscheint es auch unlogisch, wenn Bale in aller Öffentlichkeit andere Verhaltensweisen als der Rest zeigt und das niemandem auffällt. Oder wenn er den versteckten Raum mit den ganzen verbotenen Gegenständen findet, die Schallplatte abspielt und dabei so lange unbemerkt bleibt, obwohl im ganzen Gebäude Polizisten sind.
                                              Was den Film dennoch sehenswert macht, sind sein philosophischer Unterbau und die Sozialkritik. Wenn auf den riesigen Bildschirmen Hitler und Stalin als Warnung vor grausamen Regimes zu sehen sind, aber die Architektur der futuristischen Stadt und die gleichgeschaltete Bevölkerung sowie der repressive Umgang der Regierung mit Abweichlern an den deren Regimes erinnert, führt sich die Gesellschaft im Grunde selbst ad absurdum.
                                              [SPOILER: Erst Recht, als man am Ende erfährt, dass der Diktator, bei dem es sich garnicht um den, in Wahrheit längst verstorbenen "Vater" handelt, die wichtigste Regel selbst nicht einhält, nämlich seine Droge nicht nimmt und Gefühle zeigt und Kunstwerke besitzt, während er dem Rest der Bevölkerung diese vorenthält.]
                                              In erster Linie ist "Equilibrium" natürlich ein Actionfilm, aber die interessante Grundidee regt zum Nachdenken an. Sind Emotionen wirklich die Ursache allen Übels? Wäre eine Welt ohne sie möglich? Wäre das vielleicht sogar eine bessere Welt?
                                              Das hier ist also eindeutig nicht "Style over Substance", sondern sozusagen "Style with Substance". Was man von Wimmers nachfolgendem Film "Ultraviolet" leider nicht behaupten konnte.

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                                              • 7 .5

                                                Ja, passt schon. Die Story hat Potential, die Matrix-artige Action ist auch OK. Aber doch sehr vorhersehbar.

                                                • 10

                                                  Lieblingsfilm :D Und mal ehrlich ? was ist die Welt ohne Gefühle?? Es gibt nichts wichtigeres als das. Wie Dupont-Darsteller Angus MacFadyen in einem Interview sagte, dass wir ohne Emotionen eine Gefahr für uns selber sind, stimmt voll und ganz.
                                                  Aber ich muss einem hier Recht geben. Kurt Wimmer verpasst an manchen Stellen die Geschichte zu intensivieren! Aber der Film ist toll!! (wenn auch voller Fehler ;D)

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                                                  • 7 .5

                                                    Der Film ist inzwischen schon etwas in die Jahre gekommen, wirkt aber trotzdem von den Aufnahmen her noch immer sehr gut. Die Story war interessant. Über die Action kann man sich streiten (gegen Ende vielleicht zu übertriebene "Kampfszenen"), aber grundsätzlich ein unterhaltsamer Streifen.

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